Hörspiele mit KI-Unterstützung

  • @'Thomas Birker' Das ist ja super ärgerlich, dass das Problem nun ein zweites Mal aufgetreten ist.

    Dieses Problem, das man keinen persönlichen/menschlichen Ansprechpartner mehr hat, sondern alles unpersönlich abläuft, stört mich auch. Egal ob dies zum Beispiel als meine Tochter mehrfach bei TikTok gesperrt wurde oder als ich einfach bei Amazon ein Packerl nicht bekam, da fühlt man sich doch sehr hilflos und chancenlos.

    Ich hab nun den Podcast von @MeinOhrenkino und @'Falk T. Puschmann angehört. Sehr spannend und interessant, dabei eine sehr angenehme Länge. War mein erster Podcast von Euch. Bezogen auf das KI-Thema merkt man schon, dass man Vorbehalte und auch Sorgen hat, aber man ja schon längst vom KI-Virus infiziert wurde. Noch ist es ein japanischer Satz im Hintergrund, der bereits von einer KI eingesprochen wurde, weil es den Rahmen sprengen würde dafür Autor und Sprecher zu engagieren, aber ich würde mal sagen, damit fängt es an. Und so wird es in Zukunft öfters Situationen geben wo man sich diese Frage stellen wird müssen und deshalb immer mehr auf eine KI zurück greifen. Es wurden im Laufe des Podcasts ja viele Beispiele genannt, wo uns künstliche Intelligenzen helfen und die Arbeit erleichtern. Mal ist es die Lektorarbeit, mal etwas im musikalischen Bereich, mal bei der Grafik. Je nachdem in wie weit man selbst Sorge hat, dass man selbst Arbeit dadurch verlieren könnte, sieht man es kritischer oder auch nicht.

    Betreffend der Thematik Persönlichkeitsrechte, wenn man plötzlich die Stimme eines verstorbenen Sprechers durch eine KI zum Leben erweckt, möchte ich nur mal als Beispiel bringen, dass Hörspielmacher ja schon mehrfach bekannte Stimmen durch andere Sprecher imitieren ließen. So gab es öfters Rollen, die man so anlegte dass man wie ein Klaus Kinski klingt. Oder ganz aktuell versucht sich Karrenbauer in ihrer Rolle als Jane möglichst nahe an Franziska Pigulla heran zu kommen. Es ist also ein schmaler Grat, wo der Einsatz noch legitim ist und wo nicht.

    Im Podcast wird auch vorhergesagt, dass der Einsatz von KI dafür sorgen würde, dass Produktionen keine Kanten, keine Ecken mehr hätten und alle Produktionen klingen gleich klingen würden. Wäre das wirklich der Fall? Kann ich mir nicht so recht vorstellen. Eine Kritik übrigens, die man auch schon mal Oliver Döring vorwarf, weil alles blank poliert und sehr steril klang.

    Ich denke man wird in der Zukunft die KI als wichtigen Bestandteil im täglichen Leben haben, mit Vor- und Nachteilen. Und deshalb wird sie auch im Hörspiel eine Rolle spielen. Ich sehe dies sehr entspannt.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Markus G. schrieb…

    Quote

    Im Podcast wird auch vorhergesagt, dass der Einsatz von KI dafür sorgen würde, dass Produktionen keine Kanten, keine Ecken mehr hätten und alle Produktionen klingen gleich klingen würden. Wäre das wirklich der Fall?


    Kann mir schon vorstellen, denn Computer machen keine Fehler. ^^

  • Aber wäre es nicht ein Makel, sprich ein Fehler wenn alles gleich klingen würden? #nachdenk#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Na ja, wenn man wirklich mal so weit ist mit KI gute Stimmen zu erzeugen dann wird man die natürlich auch beliebig variieren/anpassen können . Wenn man deine eine Stimme so designed hat dass sie einem passt speichert man sie einfach ab und kann sie beliebig oft einsetzen. Muss doch super sein so ein paar Stimmen dann zu haben, wenn man später noch was am Text ändert oder doch lieber mehr oder weniger Emotion in einer Szene haben möchte, dann schiebt man einfach ein paar Regler hoch oder runter und gut ist. Da müssen dann keine neuen Aufnahmen gemacht werden oder man man muss halt nehmen was man hat - der Computer spricht es einfach in Echtzeit neu ein und man hört gleich ob es einem so passt oder man ändert noch einen Regler ab. Da gibt es dann eher statt einer "Sprechertonspur" eine Textspur zum anpassen und am Ende wird das halt als Audiofile exportiert.

    Die KI Stimmen muß man ja nicht "perfekt" Designen man kann Sie ja leicht nuscheln lassen oder nen kleinen Akzent rein machen so dass sie auch gut wiedererkennbar sind wenn man sie als Hauptcharakter oder so einsetzt. Stelle mir das super vor mit sowas hantieren zu können. Die meiste Zeit dürfte man wohl darin investieren bis man die Stimme mal so hat wie man sie gerne möchte - der Rest dürfte dann ja schnell gehen. So mit voreingestellten Stimmlagen alla Panik, Ruhig, Entspannt, Hektisch, etc - wo man dann halt noch manuell jeweils etwas nachregeln kann.

    So wie bei Bildbearbeitung halt jetzt schon möglich - von wegen Dunkler/Heller/Freistellen etc.

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

  • Die KI Stimmen muß man ja nicht "perfekt" Designen man kann Sie ja leicht nuscheln lassen oder nen kleinen Akzent rein machen so dass sie auch gut wiedererkennbar sind wenn man sie als Hauptcharakter oder so einsetzt. Stelle mir das super vor mit sowas hantieren zu können. Die meiste Zeit dürfte man wohl darin investieren bis man die Stimme mal so hat wie man sie gerne möchte - der Rest dürfte dann ja schnell gehen. So mit voreingestellten Stimmlagen alla Panik, Ruhig, Entspannt, Hektisch, etc - wo man dann halt noch manuell jeweils etwas nachregeln kann.

    Interssant in diesem Zusammenhang ist auch das Video von Dennis Rohling zur neuen Musik bei den Amadeus Hörspielen:

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    Die neue Software, die er benutzt, um die Musik einzuspielen, kann verschiedene Arten von Musikern (Anfänger bis Virtuose), aber auch unterschiedliche Handhabung der diversen Instrumente bewerkstelligen. Ich bin mir sicher, dass es das auch (bald) für Sprachsoftware gibt/geben wird.
    Entsprechende Lizenzen/Vertäge mit den Sprechern (oder ihren Erben) vorausgesetzt, könnte es dann z.B. neue Geschichten mit Hans Partsch als Erzähler, Rene Deltgen als Paul Temple oder eine Fortsetzung von "Edgar Allan Poe" mit Ulrich Pleitgen und Iris Berben geben,,, Faszinierend, aber auch erschreckend.

    Gruß,
    Zephalo

    Gruß,
    Zephalo

  • Das Video kenne ich. Ja, schon faszinierend was geht. Am Ende klingt aber ein echtes Orchester immer noch besser. Trotzdem wird sich hier in den nächsten Jahren sehr viel tun. Und Ja, vielleicht erlebt manch ein verstorbener Sprecher eine Wiederauferstehung. Diesbezüglich bin ich hin- und hergerissen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Aber wäre es nicht ein Makel, sprich ein Fehler wenn alles gleich klingen würden? #nachdenk#

    Das Problem habe ich JETZT schon mit fast allen Erwachsenenserien. Diese ganzen Multiversen im Hörspielbereich langweilen mich total. Auch Umsetzungen klassischer Stoffe mit vertauschen Rollen oder in andere Epochen versetzt. Finde ich öde. Daher höre ich nur noch neu erfundenes kleiner Verlage.

    ...ja, ich bin ja schon ruhig! ;)

  • Das Video kenne ich. Ja, schon faszinierend was geht. Am Ende klingt aber ein echtes Orchester immer noch besser. Trotzdem wird sich hier in den nächsten Jahren sehr viel tun. Und Ja, vielleicht erlebt manch ein verstorbener Sprecher eine Wiederauferstehung. Diesbezüglich bin ich hin- und hergerissen.

    Das mit Stimmen aus dem Grab ist doch eher für Nostalgiker only. Wirklich interessant sind doch mehr die wirklich neuen Stimmen die nicht nur irgendein Original nachahmen sondern schon von sich aus gut klingen und überzeugen.

    Auch so sachen wie Alexa werden ja noch eingesprochen und abgespielt da wäre irgendwann ja auch eine "echte" ki Stimme sinnig und interessant.
    Da gibt's dann vielleicht weniger Menschen die mit "sprechen" Geld verdienen, dafür gibt es dann plötzlich Menschen die Geld damit verdienen ohrengefällige Stimmen zu erstellen und bei Fehlern zu supporten.

    "Stimmenkomponist" klingt doch eigentlich nicht schlecht:D

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

    Edited once, last by warbird (May 4, 2023 at 1:36 PM).

  • Ein Aspekt (für mich) ist auch, dass man das Interesse verlieren könnte, da absolut jeder die gleiche Hörspielqualität abliefern kann. Es ist egal, wer was gemacht hat. Es ist auch egal, wer gesprochen hat. Es macht vieles überflüssig. Mich würde es nicht die Bohne interessieren, das ein Hörspiel eine KI-Stimme von Hans Paetsch enthält hat. Es wäre nichts Besonderes mehr, da alle anderen diese Stimme jetzt auch haben. Warum sollte ich also "dein" Hörspiel hören, wenn es doch meins gibt. Ich habe schließlich Horst Frank in der Hauptrolle. Ihr wisst, worauf ich hinaus will.

    Solange der eigene Beruf nicht davon betroffen ist, sind die KIs willkommen. :) Daher muss man sich die Frage stellen, ob die Begeisterung dieselbe wäre, wenn man selbst dadurch wegrationalisiert wird. Im Grafikbereich hat sich beispielsweise auch viel getan. Ich arbeite seit 1999 in dem Bereich. KIs haben meine Arbeit erleichtert und mich auch ersetzbarer gemacht. Anpassung ist ein Muss. Ist aber begrenzt. Vielleicht sorgt mich auch nur die Geschwindigkeit der Entwicklung, wer weiß. :)

  • Ja die Problematik gibt/gab es aber bei jeder Neuerung. Egal ob Indusrialisierung oder Einführung vom PC oder oder. Es sind immer Arbeitsplätze weggefallen.
    Die Qualität würde sich bei KI Hörspielen auch weiterhin unterscheiden da die Macher ja bestimmen wie ein Sprecher klingt oder sich verhält und oder ob welche Geräusche oder Musik eingesetzt wird. Grad bei so Serien wie TKKG denke ich mir auch immer wieder wie man mit solchen Sprechern nur so ne Grütze abliefern kann wo es durch die Regie geschafft wird, dass ich die Stimmen gar nicht mehr hören will, weil alles total nervig und unnatürlich klingt.

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.


  • Grad bei so Serien wie TKKG denke ich mir auch immer wieder wie man mit solchen Sprechern nur so ne Grütze abliefern kann wo es durch die Regie geschafft wird, dass ich die Stimmen gar nicht mehr hören will, weil alles total nervig und unnatürlich klingt.

    Naja, ob etwas stimmlich Grütze ist oder nicht ist eh subjektives Empfinden.
    Hatte ich fast nie bei einem Studio-Körting-Hörspiel.

  • Solange der eigene Beruf nicht davon betroffen ist, sind die KIs willkommen.

    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit :!:

    Wir haben in den letzten 200 Jahren so einige Erfindungen erlebt, die vorallem die Arbeitswelt immer wieder umgekremmpelt haben. Warum sollte unsere Generation davon nicht betroffen sein oder warum gerade dieser Umbruch jetzt besonders schlimm sein?

    Eine Dampfmaschine hat zum Beginn der Industrialisierung hunderte Weber ersetzt, CAD hat Mitte des letzten Jahrhunderts dutzende technische Zeichner in Architektur- und Ingenieurbüros ersetzt, die Digitalisierung ersetzt noch immer viele Verwaltungsstellen. Mittel- bis langfristig hat die Gesellschaft als Ganzes eigentlich immer davon profitiert, weil mehr Güter hergestellt, die Qualität verbessert wurde oder Arbeitskräfte für andere Tätigkeiten frei wurden.

    Oder anders gefragt: Wenn ein Hörbuch genauso gut von einer KI-Stimme eingesprochen werden kann, wäre es dann nicht besser den menschlichen Sprecher anderweitig einzusetzen, wo Personal fehlt? Individuell wahrscheinlich nicht, weil der Sprecher/die Sprecherin den Job wohl gerne macht. Aber volkswirtschaftlich betrachtet, kann es Sinn machen die (knappen) Arbeitsressourcen anders zu verteilen.

  • @DeLorca schrieb…

    Quote

    Warum sollte unsere Generation davon nicht betroffen sein oder warum gerade dieser Umbruch jetzt besonders schlimm sein?


    In Prinzip hast mit deiner Aussage recht, aber richtig vergleichbar ist es für mich dennoch nicht ganz. Die KI ist schon mächtiger in der Verdrängungen, als alles bisher dagewesene. Es hängt halt viel davon ab, wie viel Spielraum wir der KI einräumen. Spätestens wenn die KI sogar die Regierung ersetzen sollte, könnte es heikel werden. ^^

    ChatGPT & Co: Welche Jobs durch KI bedroht sind
    https://www.zdf.de/nachrichten/wi…hatgbt-100.html

  • Spannendes Thema - aus meiner Sicht ist praktisch jede Berufsgruppe von KIs und der Technisierung betroffen. Man muss sich diese zu Nutze machen und sie nicht als Feind ansehen. Auch wenn KIs Arbeitsplätze nehmen so werden dadurch auch teilweise wieder neue geschaffen!

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • KI ist auch ein sehr weiter Begriff. Bei uns in der Firma laufen auch einige herum und erzählen etwas von KI-Einsatz, dabei ist das bei uns "nur" ein Programm das einen weitverzweigten WENN-DANN-Baum abarbeitet. Ich habe inzwischen aufgegeben ihnen den Unterschied zu erklären. Sie sind anscheinend sehr glücklich damit, dass wir auch KI haben :S

    Bei solcher KI sehe ich noch keine Umsturz der größer ist als die Industrialisierung oder der Einsatz von EDV. Ich bin aber durchaus zuversichtlich, das unsere alternde Gesellschaft genug Aufgaben für die freiwerdenden Arbeitskräfte hat. Die Frage ist eher, wie gestalten wir den Übergang und sind die Menschen bereit dazu, sich zu verändern?

  • Na da schau her, die Bilder zum Karpatenhund sehen wirklich #cool# aus!

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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