"(...) Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren. (...) Der Rundfunk muss den Austausch ermöglichen (...)."
Quelle: Lorenz Engell u.a. (Hg.), Kursbuch Medienkultur: die maßgeblichen Theorien von Brecht bis Baudrillard, Deutsche Verlags-Anstalt , Stuttgart 2000
Was sich heute so anhört, als hätte Bert Brecht das Internet erfunden oder zumindest vorgedacht, nahm der DDR-Rundfunk erstmal zum Anlass eines Hörspielwettbewerbes namens "Kennwort: Momentaufnahme": Hörer sendeten selbstgeschriebene Hörspiele zu Zeitthemen ein und der Rundfunk der DDR produzierte und sendete diese. Ein paar davon (möglicherweise die besten?) habe ich sogar verewigt auf einer Schallplatte, die mir just in die Hände fiel. So kam ich gerade auf das Thema. Eine ganze Reihe der Scripte wurden aber auch als Bücher publiziert, wenn ich das richtig interpretiere...
Ich belasse es hier erstmal mit dem Hinweis auf einen Wikipedia-Artikel zu diesem hörspielgeschichtlich eher vergessenen Thema, den man wahrscheinlich nie finden würde, wenn man nicht gezielt danach sucht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Momentaufnahme_(H%C3%B6rspiel)
Wo kam es noch dazu, dass Hörer plötzlich unter größerer Aufmerksamkeit plötzlich zu Autoren oder vielleicht sogar Hörspielmachern wurden oder kennt ihr weitere Hörspielwettbewerbe für jedermann, die es mal gab? Oder... ganz egal! Was auch immer unter die Überschrift "Hörer machen Hörspiele" passt kann hier natürlich gesammelt werden.