Das Hörspiel unter der Lupe 2022 / 04 - DARK HOLMES von CONTENDO MEDIA - Umfragen Seite 4

  • ACHTUNG SPOILER - ACHTUNG SPOILER - ACHTUNG SPOILER - ACHTUNG SPOILER


    Dies ist ein Thread für all diejenigen, die die Hörspielserie Dark Holmes [CONTENDO] hören, gehört haben oder für diejenigen, die das Hörspiel noch nicht gehört haben und denen es nichts ausmacht, wenn sie Handlung, Inhalt und Auflösung erfahren!!!!

    Wer bereits gehört hat, egal ob komplett oder nur Folgen davon kann hier seine Theorien und seine Kritiken zum besten geben.

    Lasst uns damit starten! #mosch# #winkewinke#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich starte mal mit meinen Eindrücken der Folgen 1 und 2 im Doppelpack. Beide Folgen haben 2 unterschiedliche Schauplätze in Dallas. Im ersten Teil ist es hauptsächlich ein Gerichtssaal, im zweiten Teil zu einem bestimmten Ausmaß eine psychiatrische Anstalt. Sherlock Holmes als Mörder ist schon eine ziemliche Ansage. Funktioniert aber ganz gut. In Folge 1 spricht eigentlich überhaupt nichts gegen diese Annahme. Er wird am Tatort mit der Mordwaffe gefunden, kann sich an nichts erinnern und verweigert die Aussage. Zudem wählt er einen Anfänger als Anwalt aus. Zumindest bleibt ihm Gefängnis und Todesstrafe vorerst erspart. Denn er wird als unzurechnungsfähig erklärt. Aber es wäre nicht Sherlock Holmes wenn das nicht alles von ihm geplant gewesen wäre. In Folge 2 gelingt ihm auf raffinierte Art und Weise die Flucht aus der Anstalt. Wer wenn nicht der sagenhafte und in diesem Kosmos niemand bekannten Moriarty steckt laut Holmes hinter diesem Verbrechen. Keiner will ihm glauben. Auch nicht seine Kollegin Lestrade. Und auch nicht der Doktor aus der Anstalt mit Namen Watson, no na ;) Holmes begibt sich selbst auf der Suche nach Moriarty und versucht das Verbrechen zu lösen. Dabei gibt er Watson Hinweise per Telefon. So weit zum zusammenfassten Inhalt.

    Ich bin in diese Serie gegangen mit der Erwartung, dass hier doch alles etwas abgedrehter sein wird und Holmes ein Bösewicht ist, der den Menschen das Leben schwer macht. Ich habe aber bewusst NICHT den Klappentext gelesen sondern mich nur von Cover und Namen inspirieren lassen. Nach den ersten beiden Folgen komme ich vorerst zum Schluss dass es doch recht konventionell und Holmes typisch abläuft. Wenn auch einige Rädchen anders gedreht werden als wir es gewohnt sind. Holmes als Leutnant, Watson als Arzt einer Anstalt, der Holmes untersuchen soll und Lestrade als Partner von Holmes und zudem als Frau. Aber es gibt auch viele Ähnlichkeiten zum gewohnten Holmes-Kosmos, die vorkommenden Namen der Protagonisten, die Drogensucht, die geniale Art von Holmes Fälle zu lösen ebenso wie sein manchmal vor dem Kopf stossen der anderen. Und natürlich die Zusammenarbeit des Trios Holmes-Watson-Lestrade. Die Geschichte selbst verläuft für mich zuerst so, dass man in Folge 1 doch glauben könnte, Holmes sei ein Schwerverbrecher. In Folge 2 kippt dieses Gefühl und man bekommt den Eindruck, dass Holmes nicht wahnsinnig ist sondern es sehr wohl mit Moriarty einen unsichtbaren Gegenspieler gibt, den es auszuschalten gilt.

    Ich gehe davon aus, dass in den weiteren Folgen dieses "Krumen legen" von Seiten Holmes weiter geht und Lestrade und Watson diesen gemeinsam folgen werden. Ausserdem könnte es ein wenig wie Harrison Ford in "Die Flucht" ablaufen, wo der Beschuldigte selbst sein ihm an angelastetes Verbrechen lösen muss. Das wird wohl erst am Ende passieren. Wahrscheinlich ein Endkampf mit Moriarty.

    Die Sprecher gefallen mir sehr gut. So wirkt das Hörspiel doch eher wie ein "Premium-Hörspiel". Manu Lubowski gibt einen tollen Sherlock Holmes ab, Victoria Sturm mag ich seit Castle sehr gerne als Sprecherin. Sie liefert eine schöne Leistung als Lestrade ab. Felix Spieß macht es als Watson gut. Dazu viele tolle Sprecher wie Sven Platz, Markus Pfeiffer, Kerstin Dräger und der unvergessene Ekkehard Belle.

    Im Vergleich mit den doch sehr seichtenFällen in 3 Senioren und Mord ist ihr Leben wird hier dem eigentlichen Kriminalfall doch mehr Zeit gewidmet. Es scheint doch deutlich raffinierter gestaltet zu sein, als in den beiden anderen Krimifällen. Hoffe dies bewahrheitet sich. Letztlich gefällt es mir gut, hat Spass gemacht zu hören. Irgendwie fixt Holmes halt doch in allen Varianten an. Zumindest mich. Aber man wird sehen wohin die Reise geht. Ein Ende in dem Holmes tatsächlich der Böse wäre, hätte für mich etwas. Dann könnte man aus meiner Sicht von einem originellen Holmes und von neuen Pfaden sprechen. Vielleicht gibt es ja wirklich keinen Moriarty und er bildet sich alles nur ein. Das wär was. Und irgendwie muss man ja auch den Namen "Dark Holmes" erklären. Hier fände ich die Aussicht auf einen "bösen" Holmes naheliegend. Oder wie würdet ihr den Namen interpretieren?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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  • Ich kenne es noch nicht, aber wieso meinen so viele, daß "dark" gleichbedeutend mit "böse" ist #gruebel# . Dann wäre "der Dark Knight", also Batman auch ein Schurke? Für mich steht das einfach für "düster" und das nicht an jeder Ecke Witzchen lauern. Aber ich kann mich irren. Ich werde mir die Tage selbstverständlich auch die beiden Folgen anhören.

  • Ich bin heute in der Pause auch gestartet und habe 1 komplett und Teil 2 zur Hälfte durch.

    Final äussern werde ich mich wohl erst, wenn ich fertig bin - was mir aber bisher aufgefallen ist:

    "Wir haben uns heute hier eingefunden um Fall BS221B zu verhandeln" - lustiges Easteregg :)
    Der Soundtrack ist klasse!

    Besetzung gefällt mir sehr gut - seit Lucifer freue ich mich immer wenn ich irgendwo Manu Lubowski höre. Da Holmes am Anfang doch recht "durchgeknallt" ist, passt da Manus Stimme perfekt. Auch der Rest des Cast überzeugt.

    Wie gesagt, final äussere ich mich, wenn ich soweit durch bin - ob ich nach Ende der zweiten Folge viel mehr sagen kann, weiss ich noch nicht. Da bisher nicht all zu viel passiert ist. Ich möchte hervorheben, dass mir die Serie bisher echt gut gefällt, aber bis hierhin ist das "Holmes" in Dark Holmes doch eher Name Dropping - wenn die Serie damit aber mehr Aufmerksamkeit bekommt, dann sei das verziehen.

    Aber gerade den Anfang im Gericht finde ich einfach überhaupt nicht Holmes typisch - die Zwischenrufe und der Verlust der Fassung bis hin zum Entfernen aus dem Gerichtssaal - verständlich für jeden anderen - nicht aber für einen Holmes (zumindest so, wie ich ihn mir vorstelle). Auch bei Watson und Lestrade finde ich keine Züge ihrer Namensgeber bisher. Aber vielleicht ändert sich das noch im Laufe der Serie.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Zu Deinem Einwand am Ende könnte man jetzt etwas schreiben, @Orko aus dem Zauberland, aber dann würde man spoilern. Nur so viel: Das erklärt sich im Laufe der zweiten Folge, warum Holmes sich so "untypisch" verhält.

    Ich habe auch die beiden Folgen mittlerweile hören können, und ich muss gestehen, dass ich am Anfang von Folge 1 noch sehr skeptisch war. Zwar gefiel mir die Titelmusik schon sehr, schöner Verweis auf den TV-Holmes mit Benedict Cumberbatch, finde ich, aber die Gerichtsverhandlung fand ich nun noch nicht so mitreißend. Das war mir alles ein bisschen zu klischeehaft nach 08/15-Serien-Niveau. Klar, es war schön, noch mal Ekkehard Belle zu hören, aber so richtig doll fand ich das nicht. Auch die Prämisse mit dem vermeintlich unschuldig Verurteilten fand ich jetzt nicht so bahnbrechend...

    Aber dann im weiteren Verlauf hat mich die Serie doch gekriegt. Es wurde schon sehr viel Richtiges geschrieben, finde ich. Sie wirkt tatsächlich nicht so seicht wie Die drei Senioren oder Mord ist ihr Leben, das gefällt mir schon mal. Und dann schafft sie es, gleichzeitig düster zu sein - und augenzwinkernd. Wäre das alles bierernst erzählt, hätte mir das wohl nicht so gut gefallen, aber dadurch, dass die Handlung einerseits ernsthaft erzählt wird, andererseits immer mal wieder ein kleines Augenzwinkern spürbar wird, ist das Ganze für mich eine total amüsante Kiste. Beispielhaft möchte ich das Gespräch mit Holmes in der psychiatrischen Anstalt in Folge 2 erwähnen. Da habe ich wirklich lauthals lachen müssen. Im Vordergrund das normale Gespräch, im Hintergrund eine Geräuschkulisse des Wahnsinns, dass es einem vorkommt, als wänden sich da die ewigen Sünder in ihren Höllenqualen. Herrlich überzogen, ohne albern zu sein. :D

    Die Sprecherinnen und Sprecher empfinde ich ebenfalls als großen Glanzpunkt. Nicht unvertraut, aber doch unverbraucht - jedenfalls für Nicht-TKKG-Hörer wie mich. Lubowski gibt einen tollen Holmes ab, der mich in der Art des Vortrags nicht selten an den Cumberbatch-Holmes erinnert. Gefällt mir gut. Auch Viktoria Sturm und Felix Spieß fand ich super. Toll, mal nicht die Ewiggleichen in Hauptrollen zu hören.

    Was die Handlung angeht, so würde ich das im besten Sinne als Popcorn-Kino für die Ohren bezeichnen. Ich weiß, ich habe diesen Ausdruck in früheren Zeiten öfters mal ein wenig despektierlich benutzt, aber hier meine ich es wirklich im besten Sinne. Das ist jetzt keine Handlung, bei der man ganz genau aufpassen muss, aber auch keine, die platt und banal ist. Es bringt Spaß zu lauschen. Optimal auch für zwischendurch oder nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag, finde ich. Ich hätte jetzt auch gut noch Folge 3 ranhängen können. Es bringt mich aber auch nicht um, jetzt ein wenig zu warten.
    Ich denke aber, diese Serie hätte sich auch gut für eine Staffel-VÖ nach Art AUDIBLEs geeignet.

    Was die Fragestellung von @Markus G. angeht in Bezug auf Holmes' Charakter. Gute Frage. Ich finde es gerade reizvoll, dass nicht so recht klar wird, wie sich das mit Moriarty nun verhält. Ist er nur eine Einbildung von Holmes? Ist er wirklich der Oberschurke? Ich denke, es wird darauf hinauslaufen, dass alles konventionell erklärt wird, also mit Moriarty als Gegenspieler. Ich glaube nicht, dass sich Holmes als irgendwie böse entpuppt. Ich denke, @Tolkien hat wahrscheinlich recht mit seiner Mutmaßung über den Begriff "dark" als "düster". Das Ganze ist ja recht düster gehalten, und Holmes ist nicht der anerkannte und hochgeschätzte Detektiv, den man von Doyle kennt, sondern wird eben als ambivalente, fast schon abseitig erscheinende Figur eingeführt.

    Ich würde mir für den weiteren Verlauf noch ein paar Überraschungen wünschen. Bis hierhin fand ich das Erzählte doch sehr straight. Nicht falsch verstehen: Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber so wirklich einen Wow-Effekt wegen eines neuen Ansatzes hatte ich nun nicht. Ich habe allerdings das Glück, Holmes nicht über die Maße zu konsumieren, insofern bin ich da auch noch nicht übersättigt. Aber die eine oder andere Plotwendung, die einen wirklich verstört, wäre mal schön. Sonst ist es eben im Grunde auch nur ein ganz normaler Holmes.

    Womit ich bei den Einwänden von @Tribble wäre, denn die wollte ich dann doch mal nach dem ersten Hören etwas gegenchecken:

    Schlägt dieser Holmes nun tatsächlich so aus der Art oder hat mit dem ursprünglichen nichts zu tun? Ich würde sagen: Kommt auf den Maßstab an. Wenn ich den Cumberbatch-Holmes betrachte, bei dem ja die Plots mit den Vorlagen oft auch nur noch am Rande zu tun haben (Stichwort Namedropping: Baskerville), so muss ich sagen, ohne beide Serien qualitativ vergleichen zu wollen, dass dieser Holmes nun auch nicht viel weiter von der Vorlage abweicht. Etwas vielleicht, aber nicht viel weiter.

    Klar, aus dem Detektiv wurde letztlich so etwas wie ein Detective. Das kann man jetzt als ungeheuren Bruch empfinden. Ich nicht.
    Die Handlung wurde nach Texas verlegt. Klar, da kann man jetzt fragen: wozu? In den ersten beiden Folgen kann man darüber nur mutmaßen. Vielleicht erschließt sich das später noch genauer, aber auf den ersten Blick würde ich sagen, es hängt damit zusammen, dass man den Druck erhöhen wollte: Wenn Holmes in Texas vor Gericht steht, geht es wirklich richtig um was, denn in den USA gibt es nun mal in manchen Staaten, unter anderem Texas, noch die Todesstrafe, in GB dagegen nicht. Überhaupt lassen sich für mein Empfinden (nennen wir es vorsichtig) "schwierige" Lagen zwischen Recht und Ordnung auf der einen und einem mutmaßlichen Verbrecher auf der anderen Seite in den USA, zumal in Texas, viel zugespitzter zeigen als im eher gemächlichen GB. Insofern kann es durchaus Sinn machen, die Handlung in ein anderes gesellschaftlich-politisches Klima zu versetzen, in dem Recht und Ordnung, Gut und Böse irgendwann nicht mehr so klar unterscheidbar sind. Ich weiß ja nicht, wo die Serie mit Holmes und Moriarty noch hin will, aber das kann auch interessant sein, gerade wenn Moriarty nach der ganz großen Macht greifen will. Das in GB zu tun, wirkt heute nicht mehr so glaubwürdig wie zu Zeiten Doyles, als GB noch eine echte Weltmacht war. Heute können bestimmte Entwicklungen in den USA glaubwürdiger erscheinen. Nur mal als kleinen Denkanstoß.

    Und was die Geliebte angeht, so scheint das Verhältnis zwar kein keusches zu sein, aber wohl doch ein (emotional) sehr distanziertes. Holmes vertraut Lucy als Mensch, aber er ist offensichtlich nicht verliebt in sie. Insofern mag er hier nicht asexuell dargestellt werden, aber schon in gewisser Weise beziehungsunfähig oder -unwillig, was für mich schon ein nachvollziehbares Äquivalent zur Asexualität im viktorianischen Zeitalter darstellt.
    Übrigens macht sich auch dieser Holmes über Watsons romantisierenden Blick auf Frauen lustig, hier betrifft es Lestrade. Insofern sehe ich da sogar eine Parallele zu den Ursprüngen. :)

    Dass jetzt mit Lucy Parr eine Figur aus dem Holmes-Kosmos gegriffen wurde und nicht eine neue erfunden - geschenkt. Ich bin nicht vertraut mit dieser Figur, insofern weiß ich nicht, wie nah die Darstellung der ursprünglichen Figur kommt und ob ein Ansatz überhaupt vorlag, der diese Ausgestaltung zuließ, aber ich finde, gerade wenn es eine unwesentliche Figur war, spricht doch nichts dagegen, sie neu auszugestalten.

    DARK HOLMES hat nie den Eindruck erweckt, sich Werktreue auf die Fahnen zu schreiben. Es war von Anfang an klar, dass dies eine Serie sein wird, die bloß nach Motiven von Doyles Holmes konzipiert ist, nicht aber als originalgetreue Nachbildung. Das wäre auch das ödeste gewesen, was man sich denken kann, denn darin haben sich schon so viele versucht. Es braucht schlicht keine neue Version, die sich ganz nah an die Ursprünge klammert, finde ich. Da sollte mittlerweile für jeden sein bevorzugter Holmes dabei sein. ;)

    Dass immer wieder Anspielungen auf den Original-Holmes fallen, kann übrigens auch andere als nur marketingtechnische Gründe haben: Durch diese Erwähnungen werden natürlich Erwartungen geweckt, denen man dann jederzeit zuwiderhandeln kann. Ich finde, ein wenig deutet sich das schon an, und wenn das konsequent durchgezogen würde, wäre das ein cleverer Schachzug von Autor Albrodt.
    Insofern kann es durchaus Sinn machen, ein vertraut geglaubtes Setting zur Voraussetzung einer solchen Geschichte zu machen.
    Dass solche Gedankengänge nicht in den Sinn kommen, sondern man immer recht schnell bei der Hand ist mit eher negativ konnotierten Interpretationen, finde ich etwas enttäuschend. Man kann ja Produktionen im Nachhinein aus guten Gründen verdammen. Aber sich, ohne überhaupt einen nennenswerten Einblick zu haben, schon so in Rage zu schreiben, das erschließt sich mir, ehrlich gesagt, nicht so ganz. ;)

    Letztlich werden wir erst am Ende wissen, inwiefern der Name HOLMES für die Handlung der Serie wirklich wichtig war. Oder ob das Ganze auch oder viel besser ohne diesen Namen funktioniert hätte. Nach den ersten zwei Folgen habe ich aber nicht den Eindruck, dass es einfach nur darum geht, ein Produkt über einen bekannten Namen zu verkaufen. Man wollte schon etwas Neues mit Holmes versuchen. Da von Anfang an klar formuliert wurde, dass man hier nicht den Doyle-Holmes erwarten darf, geht das für mich in Ordnung. Ich bin eh kein Holmes-Purist. Die Handlung ist amüsant und spannend aufgezogen. Ich fühle mich gut unterhalten. Und werde bei der nächsten Folge wieder mit an Bord sein.

    Von mir ganz klar eine Hör-Empfehlung.

    Aber klar, wenn man jetzt Arthur Conan Doyle und Holmes sowie die zugrundeliegenden Geschichten quasi "studiert" hat und ein großer Liebhaber dieser Ursprünge ist, dann ist das alles vielleicht eher nichts für einen. Kann ich auch verstehen. Geht mir mit manchem auch so. Da will ich nur das Original und nichts anderes. Aber Dark Holmes ist da kein Vorwurf zu machen. Das ist Hörspiel-Unterhaltung der besten Art, finde ich.

    Und was sagt der geschätzte @TheBite zu dieser Serie? Schon gehört? Und begeistert oder ernüchtert?

    Edited 2 times, last by Hardenberg (November 11, 2022 at 4:09 PM).

  • Zu Deinem Einwand am Ende könnte man jetzt etwas schreiben,


    Ja - das habe ich mir schon fast gedacht - anders hätte es gar keinen Sinn gemacht :P
    Nach dem Ende von Folge zwei wurde vieles klarer - und es macht Spaß, ich freue mich auf die weiteren Folgen und bin gespannt, wie es sich entwickelt. Ob es nun Holmes heissen muss - ich denke auch Dark Müller hätte funktioniert. ;) Manu Lubowksi macht das einfach super - ich bin immer wieder begeistert, wenn man hört und fühlt, dass hier einem Sprecher eine Rolle auf den Leib geschrieben wurde.

    Quote


    Schlägt dieser Holmes nun tatsächlich so aus der Art oder hat mit dem ursprünglichen nichts zu tun? Ich würde sagen: Kommt auf den Maßstab an. Wenn ich den Cumberbatch-Holmes betrachte, bei dem ja die Plots mit den Vorlagen oft auch nur noch am Rande zu tun haben (Stichwort Namedropping: Baskerville), so muss ich sagen, ohne beide Serien qualitativ vergleichen zu wollen, dass dieser Holmes nun auch nicht viel weiter von der Vorlage abweicht. Etwas vielleicht, aber nicht viel weiter.

    Da muss ich doch etwas widersprechen - gerade Staffel 1 von Sherlock fängt immer wieder Motive des Original ein und transportiert sie gekonnt in die Gegenwart. Das sehe ich hier nicht so.

    Ich denke mal, es ist mühselig darüber zu diskutieren, ob das Ganze nun noch „Holmes“ ist oder nicht. Wie @Hardenberg schon sagt, Texas macht insofern Sinn, als es die Lage noch einmal zuspitzt, wenn die Todesstrafe droht - vielleicht werden wir ja in den nächsten 11 Folgen noch weitere durchaus schlüssige Gründe entdecken, warum das Setting so angelegt wurde.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

    Edited once, last by Orko aus dem Zauberland (November 11, 2022 at 8:04 PM).

  • Christoph hat es hier erklärt warum Holmes: https://www.hoergruselspiele.de/index.php?thre…utbad/&pageNo=2

    Edit - Gerade gesehen, ihr habt es schon gelesen ;)

    Ich denke mal es macht es interessanter. Ist Holmes ein Mörder? Ist er ein Bösewicht? Bildet er sich alles nur ein? Das hat bei Holmes schon eine ganz andere „Macht“ und einen anderen „Reiz“ als bei einer anderen willkürlichen Person.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Also zumindest @hoerspiel und @Chris2710 haben reingehört. Dem Kommentar von @Tolkien zur Folge hat auch er schon gehört. Womöglich hat @Xorron auch der 1 und 2 gelauscht? Es könnten sich also mehr beteiligen #huepf# Wie hat es Euch gefallen? Und vor allem auch was meint ihr wohin geht die Reise? Bleibt es eher konventionell oder gibt es eine große Überraschung am Ende? Zum Beispiel, das sich Holmes tatsächlich alles nur einbildet und in Wahrheit ist er der wahre Böse in diesem Kosmos? #feuer#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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  • Ich habe schon beide Folgen gehört und für sehr gut befunden.
    Ihr habt allerdings hier schon so viel und detailliert geschrieben, dass mir nichts weiteres darüber einfällt.
    Ob Sherlock letztlich der Böse und ob Moriarty nur ein Phantom ist, dies nicht zu wissen, macht für mich die große Würze bei dieser Serie aus. Da der Sherlock Kosmos hier komplett anders angeordnet ist, ist nichts in Stein gemeißelt und ich könnte mir beide Szenarien vorstellen.
    Insgesamt bekommt auch hier Contendo es wieder sehr gut hin, über die knackige Spielzeit ein angenehmes Thempo zu generieren, wo zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Die Sprecher sind erster Sahne, allen voran Manu Lubowski, der ganz anders rüberkommt, als ich ihn sonst bisher gehört habe und den Sherlock perfekt verkörpert.

  • Erstmal ein Dankeschön an @Orko aus dem Zauberland für das ausschreiben der Easteregg Scene (Fall BS221B) danach hatte ich es, dann auch verstanden @Tolkien's Post zum "Dark Holmes/Dark Knight" hat mich zum Nachdenken gebracht und gerade gerückt.
    Folge 1 & 2 gehört und für wirklich gut entfunden. Christoph Piasecki's Sprecherauswahl gibt es nichts hinzuzufügen. Die moderne Adaption der Detektiv-Figur von Arthur Conan Doyles funktioniert bei mir außerordentlich gut. Das Erik Albrodt Sounddesign & Mastering sowie Idee & Buch inne hat gefällt mir ausgesprochen gut (hörbar). Alles rundum harmonisch. Feinstes Popcorn Kino wobei die Charakterzeichnung doch schon etwas mehr ist. "Funkt" es zwischen Dr. Watson und Jasmin Lestrade ? Meine alles andere ist schon wunderschön von anderen Talken geschrieben. Das zweite mal wird über die Soundbar gehört.

  • Daran, dass sich hier eine Liebesgeschichte anbahnen könnte, hab ich noch gar nicht gedacht. Aber Ja, das wäre durchaus möglich und ein schöner weiterer „Bruch“ mit dem normalen Holmes-Kosmos. Bis jetzt sehe ich dafür aber noch zu wenig Anzeichen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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  • Naja, eine leichte "Befangenheit" Watsons im Zusammenhang mit Lestrade war schon spürbar, denke ich, Holmes thematisiert das ja auch kurz süffisant. ;)
    Aber ich hoffe, dass, wenn es sich tatsächlich so entwickeln sollte, es nicht so vorhersehbar hergeleitet wird. Zumal ich ja auch finde, dass gern mal ein Mann und eine Frau Protagonistin und Protagonist sein dürfen, ohne sich ineinander zu verlieben.

  • Ich werd dann heut Abend einsteigen ins Vergnügen (hoffentlich).

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Brauche auch keine Liebesgeschichte! Aber gerade Watson und Lestrade, die sich im Normalen Holmes-Kosmos nicht immer grün sind, wären schon ein witziges und kurioses Liebespaar ;D

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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  • Bin jetzt dabei in der launigen Runde. Und - kann das sein? - bin ich gar der, dem die beiden Folgen am besten gefallen haben? Na, warum nicht?

    Ich war sofort im Hörspiel drin, mag an meinem Faible für Gerichtspodcasts liegen, der Richter hier rastet dann auch noch gelegentlich so aus wie DER Richter :D

    Erik Albrodt zieht da die Fäden auch recht geschickt, wie ich finde. Der Hörer weiß nicht, was er von Holmes und dem Fall zu halten hat, das ist ein guter Drahtseilakt für eine Auftaktfolge.

    Ebenso die Schlüsselszene in Folge 2, ich zumindest habe den Giftanschlag bis zum Schluss auch geglaubt.

    Und irgendwie muss man ja auch den Namen "Dark Holmes" erklären. Hier fände ich die Aussicht auf einen "bösen" Holmes naheliegend. Oder wie würdet ihr den Namen interpretieren?

    Naja, was wollt Ihr denn noch dunkler als exzessiver Drogenmissbrauch und Hang zur Prostitution bei einem Lieutenant vom Dallas Police Department? ;) Also für mich war das "dark" genug und zudem auch eine durchaus stringente Idee, dass das Doylesche Holmes so werden hätte können, wenn er in dieser Welt gelandet wäre.

    Sprecher und Produktion sehr gefällig, keine Kritikpunkte von mir, die "Hintergrundgeräusche" im Irrenhaus fand ich auch sehr super :D

    Das waren zwei Folgen und ich würde total gerne gleich weiterhören. Zwei Wochen Rhythmus für eine Folge ist schon brutal.

    Bei all der Freude über den gelungenen Beginn, es wird drauf ankommen, ob Albrodt nachlegen kann und uns mit unkonventionellen Wendungen und zündenden Ideen überrascht. Ich stimme natürlich zu, dass bisher alles ziemlich straight war, aber das ist zu Beginn ja OK. Ah ja, die Cover gefallen mir auch überdurchschnittlich.

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Ich habe mir heute beim Laufen Folge 3 angehört. Sie war wirklich sehr kurz. Eine längere Laufrunde geht sich bei diesem "Snack" nicht aus. Watson arbeitet weiterhin mit Holmes zusammen. Er bekommt einen speziellen präparierten Kuli um mit ihm in Kontakt zu bleiben. Gemeinsam mit Lestrade gehen sie der Frage nach wie Holmes die Überdosis erhalten hat. Die Spur führt sie in eine Bar, wo ein gewisser "Jake", der grossartige Ozon Ünal, Holmes einen Bourbon eingeschenkt hatte. In weiterer Folge wird erkannt, dass Jake erpresst wird, man hat seine Frau entführt und mit der Ermordung gedroht. Deshalb hat dieser Holmes die Überdosis gegeben. Jake musste mit einer "Fake-Ehefrau" leben, damit das Verschwinden nicht auffällt. Gerade Letzteres empfand ich als stark übertrieben. Wer lebt mehrere Monate lang mit einer falschen Ehefrau zusammen, wenn der eigentliche Grund der Entführung, die Vergiftung Holmes schon mehr als ein halbes Jahr zurück liegt? Warum so ein großer Aufwand. Damit Jake nicht die Wahrheit sagt? Da wäre es einfacher gewesen ihn umzubringen. Oder darauf zu hoffen, dass man ihm nicht glaubt, nachdem Holmes ja selbst geflüchtet ist und verurteilt wurde. Wenn es wirklich so ist, dass Jakes Ehefrau ohnehin schon lange tot zu sein scheint, sehe ich keinen Grund nicht auch Jake zu ermorden, noch dazu wo man ja auch keine Skrupel hatte die Zeugin zu töten. Irgendwie wirkt das für mich nicht sehr plausibel. Der lange Zeitraum. Ich selbst rechne aber eher damit, dass die Frau von Jake mit den Erpressern unter einer Decke steckt und gar nicht getötet wurde.

    Eines ist für mich klar, das starke Ende, in dem man Holmes als tatsächlichen Bösewicht entlarvt, scheint mir nach Folge 3 schon komplett unmöglich zu sein. Ansonsten eine durchaus kurz(weilig)e Folge, nett anzuhören. Etwas schwierig war es manchmal bei den ständigen Rückblenden nicht die Übersicht zu verlieren. Aber ansonsten ist es eine recht geradlinige einfach gehaltene und leicht zu verstehende Folge. Für meinen Geschmack etwas zu kurz. Das scheint das neue Markenzeichen von CONTENDO zu sein. Wobei gegen kurz nichts einzuwenden ist. Aber irgendwie geht bei diesen Serien für mich der Flow etwas verloren. Die Sprecher sind nach wie vor grossartig gewählt.

    Gut, aber wie meistens bei den Hörspielen von CONTENDO nicht großartig. Irgendwie geht mir des öfteren bei den Serien von Christoph die Luft aus. Es beginnt immer stark und grossartig oder zumindest sehr reizvoll und spannend, aber gegen Ende hin verliert es an Reiz für mich. Hoffe, dass man hier doch wieder etwas zulegt.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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