Alter Dampfer unter neuer Flagge - Wie sinnvoll sind Hörspiel-Fortsetzungen mit neuen Autoren und unter neuer Regie?

  • Da ich ein Thema wie dieses nicht finden konnte, eröffne ich es einfach mal selbst. ;)

    Wir kennen ja alle Reihen und Serien, die einmal etabliert und erfolgreich waren und später dann, offiziell oder inoffiziell, von anderen als den originalen Kreativen fortgeführt wurden. Mal wechselten Skriptautorenschaft und Regie, mal das Team, das die Vorlagen lieferte. Fast immer wird man einen solchen Wechsel wenigstens in Nuancen im jeweiligen Hörspiel nachweisen können. Manchmal ist er aber auch kaum zu übersehen.

    Bei DDF übernahmen Autoren mit völlig anderer Ausrichtung (Crimebusters), später dann deutsche Autoren.

    Die Gespensterkrimis wechselten von Oliver Döring zu Contendo/Audionarchie.

    Bei Heliosphere 2265 wechselte das Produktionsteam von Interplanar zu maritim, wobei die Skripte nun vom Autor der Vorlagen geschrieben werden.

    Dreamland brachte und bringt regelmäßig Prequels und Sequels zu H.G. Francis' Gruselserie heraus.

    Bei John Sinclair ging die kreative Leitung von Döring auf D. Erhardt über.

    usw.

    Viele weitere Beispiele könnte man nennen.

    Wie steht Ihr zu solchen Team-Wechseln? Kann das Ergebnis sich unter solchen Bedingungen überhaupt harmonisch ins Gesamte einfügen? Oder ist so etwas immer als eine Art Neu-Anfang zu betrachten?

    Und wie steht es um Figuren-Entwicklungen? Sind die für Euch auch unter späteren Autoren legitim, selbst wenn sie gravierend sind, oder obliegt das Recht auf weitere Ausgestaltung für Euch als Hörer/Leser allein dem Original-Autoren?

    Könnt Ihr abweichende Figurenausgestaltungrn von neuen Autoren akzeptieren? Oder seht Ihr sie anders, weil sie eben nicht vom Erfinder stammen?

    Oder interessiert Euch am Ende gar nicht, vom wem Geschichten letztlich stammen?

    Oder trifft genau das Gegenteil zu: Betrachtet Ihr Fortsetzungen von neuen Autorinnen und Autoren eher skeptisch und mit größerer Distanz und seid auch eher bereit, ihre Ausflüge ins für Euch vertraute Terrain als eine Art Spielart zu betrachten, die ihr im Falle des Nicht-Gefallens einfach ignoriert?

    Gibt es aus Eurer Sicht besonders gelungene Beispiele? Oder auch solche, die Euch eher weniger zusagen und die es vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte?

    Und wo ist Eure persönliche Grenze des Erträglichen? Gibt es die? Die drei ??? zukünftig bei Dreamland, Gabriel Burns von maritim oder John Sinclair von HolySoft, um mal ein paar willkürliche Beispiele einzustreuen...

    Wie wichtig sind die Ursprungs-Kreativen für einen Serien-Kosmos und seine weitere Ausgestaltung? Und wie wichtig sind sie Euch?

  • Sobald ich etwas Zeit finde, werde ich ausführlich schreiben. Eines steht für mich aber fest - bei fast allen Wechseln klingt die Serie danach nie mehr so wie sie mal war. Wer also ein Fan genau dieser Machart war, der wird fortan unzufrieden sein. Wem die alten Machart nicht gefiel, der erhält eine neue Chance die Serie zu mögen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Sinclair geht seit dem "Weggang" von Oli Döring gar nicht mehr. Liegt an dem Umschreiben der Stories und dem verlorenen „Kino-Gefühl“.

    Der Hexer von Salem finde ich von Lindenblatt sehr gelungen, war aber ja quasi ein Reboot, wobei es ja nur eine Folge davor gab.

    Dorian Hunter als Reboot von Dämonenkiller (Nocturna) war zunächst sehr gut mit Göllner, danach ....


    Wünschen würde ich mir das Mark Bremer bei Peter Lundt ggf. selber "Hand anlegt"

  • Man muss deutlich unterscheiden ob eine bestehende Serie von einem neuen Produktionsteam weitergeführt wird. In diesem Fall fällt mir eigentlich keine Serie/Reihe ein, die für mich(!) bei einer Neuübernahme gleich oder besser geklungen hätte! Man merkt einfach den „Knick“. Oder fällt Euch eine übernommene Serie ein, die besser klang?Bei mir läuft es meistens so ab, dass ich mich sehr freue, sich nach dem Hören jedoch eine Art von Ernüchterung einstellt. Klassisches Beispiele wäre für mich O23.

    Hat eine Serie/Reihe lange pausiert und wird vom selben Team weiter geführt, dann kann es sein, dass das gewohnte Niveau wieder erreicht wird. Aber auch nicht immer. So konnte Dreamland seine Gruselserie nach ihrer Pause in der gewohnten Qualität fortsetzen, wenn auch die Pause nicht so lang war. Noch besseres Beispiel ist LAUSCH und die Schwarze Sonne. Hier hat MARITIM alles richtig gemacht und die ursprünglichen Macher ran gelassen. EUROPA hingegen konnten bei Larry Brent oder auch Gruselserie nicht annähernd die Klasse mehr erreichen. Auch TSB hat beim inoffiziellen Nachfolger von John Sinclair Larry MacCloud nicht mehr reüssieren können.

    Bei sogenannten Reboots also Neustarts von Serien sieht die Sache anders aus. Da vergleicht man zwar auch immer mit der ursprünglichen Serie, aber hier gibt es für mich (!) sehr wohl Serien, die das „Original“ vielleicht sogar übertreffen. Macabros von WINTERZEIT hat es definitiv nicht geschafft. Larry Brent von R&B auch nicht so ganz. Aber Zaubermond hingegen hat mit Dorian Hunter ebenso Großes geschaffen wie LÜBBE mit John Sinclair.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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  • Ich breche meine Antwort mal auf die Threadfrage herunter: Wie sinnvoll sind Hörspiel-Fortsetzungen mit neuen Autoren und unter neuer Regie?

    Antwort: Fortsetzungen können sinnvoll sein, wenn das neue Team genau so fähig ist wie das alte Team. Ich muss sagen, daß für mich ASTERIX von Karussell ein Musterbeispiel ist. Das alte Team: Hans-Joachim Herwald mit seinem Rabbit Studio und Team. Hervorragend umgesetzte Audioversion der Comic-Vorlagen. Das neue Team: Thomas Karallus mit seinem Fährhauston Studio und Team. Hervorragend umgesetzte Audioversion der Comic-Vorlagen.

    Ok, das Label ist gleich geblieben, aber das Team inklusive Sounddesign usw. ist komplett anders. Und trotzdem wird die gleiche Qualität geliefert ohne jegliche Brüche (mit Ausnahme der Sprecher, aber die sind genau so gut ausgewählt).
    Kiddinx mit seinen Serien kann man nur indirekt vergleichen, trotzdem müsste man auch dieses Label erwähnen: Die Regie und die Autoren wurden bei Benjamin, Bibi, Bibi und Tina, Wendy munter ausgetauscht und trotzdem funktionieren für mich die neuen Produktionen genau so gut wie die alten. Auch als Edgar Ott ersetzt werden musste gab es für mich nicht DEN Bruch an Qualität.

    Wie gesagt: Wenn das neue Team kompetent und ambitioniert genug ist wie das alte Team, wenn nicht sogar niveauvoller und hochwertiger arbeitet, ist eine Fortsetzung für mich IMMER sinnvoll und kann sogar neue Hörer gewinnen.

    ...ja, ich bin ja schon ruhig! ;)

  • Ist vielleicht auch immer die Frage, mit welcher Motivation fortgesetzt witd. Sind es allein kommerzielle Erwägungen - oder findet man dann auch Bearbeiter, die für einen Stoff "brennen".
    Wenn nun etwas einfach unter altem Namen wegproduziert würde, wäre das sicher für niemanden wünschenswert.

    Gerade bei komplexeren Sachen kann das ja den entscheidenden Unterschied machen.

    Außer acht lassen darf man vielleicht auch nicht, dass neue Bearbeiter nicht bloß eingetretenen Pfaden folgen wollen, sondern selbst einen Stempel aufdrücken. Das kann sich dann natürlich vom Bisherigen mehr oder weniger unterscheiden. Und auf Unbehagen oder Widerwillen stoßen. Ich finde bei Sinclair merkte man schon, dass da jemand nach Döring dokumentieren wollte, dass da jetzt ein Neuer am Ruder ist. Wie man dazu steht, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber ein kaum spürbarer Übergang sieht wohl anders aus...

    Ich finde ja, bei solchen Fortsetzungen ist man immer auch ein bisschen dem Geist des Bisherigen verpflichtet. Sonst müsste man eigentlich eine neue Serie starten. Dagegen sprechen aber natürlich kommerzielle Erwägungen.

    Oft sind auch Eitelkeit und persönliches Vermögen Grund dafür, denke ich, dass Fortsetzungen nicht mehr so klingen wie zuvor. Wenn dann, wie bei den drei ???, nun auch noch Fans selbst für die Vorlagen sorgen, kann das natürlich auch ganz schwierig sein, weil dann unter Umständen die professionelle Distanz fehlt.

    Serien und Reihen, die überhaupt erst durch einen Bearbeiter leben bzw. dessen unverwechselbare Handschrift tragen, sollten aber in vertrauter Hand bleiben, finde ich. Also eine GB-Fortsetzung wäre für mich nur von Sassenberg selbst denkbar. Bei einem Reboot sähe das unter Umständen anders aus. Aber da müsste ich dann auch den Eindruck haben, dass die Arbeit daran mit Umsicht und Sorgfalt geschieht und hier nicht einfach ein Reboot als siebzehnte Serie parallel vom selben Team quasi im Routineprozess wegproduziert wird.

  • Der Wechsel von Döring zu Erhardt war hörbar. Aber für mich nicht schlimm. Ich meine mich erinnern zu wollen, dass es auch finanzielle Gründe hatte, dass man manches geändert hat. Wie auch sich von Kerzel zu trennen. Was mir persönlich sehr leid tat. Für mich war es auf jeden Fall offensichtlich dass man den Fokus weg vom Kino- und Action-Feeling hin zum TSB- und Gruselfeeling wollte. Die neue Erzählerin und das deutlich Atmosphärische ist klar hörbar. Zudem Erhardts Hang zum „Epischen“. So hat jeder seine Vorlieben und seine Handschrift. Aber wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob da nicht auch LÜBBE selbst gewisse Vorgaben machte. Das Erhardt auch ordentlich Action, für mich sogar zu viel, machen kann, zeigt ja seine Plejaden-Serie rund um Perry Rhodan.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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  • Also, ich finde das ein Wechsel auch etwas merkbar sein muss.
    Aber es muss trotzdem dem Stil der Serie treu bleiben.
    Ich fange Mal bei den Produzenten und der Regie an.
    Da wäre Sinclair.
    Döring machte damals etwas ganz Neues. Geniales.
    Dennis Erhardt übernahm, da es einen größeren Output geben sollte.
    Ich finde das er und sein Team die Sache überwiegend sehr gut macht. Klar es gab auch einige schwache Folgen. Das liegt aber auch an der langen Zeit, die die Serie schon läuft.
    Bei Dorian Hunter bin ich derzeit voll im Thema. Da gibt es überhaupt keine Veränderung durch Göllners Weggang. Die Serie ist durchweg genial.
    Und beim zweiten hören, ist sie nun auch einer der besten Serien überhaupt. Da passt alles. Nie langweilig. Na verstehe ich die Kritik überhaupt nicht.
    Und dann gäbe es ja noch viele Gegenbeispiele.
    Was passierte denn mit PW und Burns? Da fügte der immer gleiche Macher den Serien Schaden zu, bzw. begrub sie.

    Da gibt es noch sehr viel zu bereden.

  • Guter Punkt - immer die selben Macher können eine Serie auch zu Tode reiten. Weil alles zur Routine wird und nach dem ewig gleichen Schema abläuft.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

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  • Zitat von Hardenberg: „Also eine GB-Fortsetzung wäre für mich nur von Sassenberg selbst denkbar.“

    Da käme es mir z.B. auch auf den Autoren an. Denn Raimon Weber ist top, Andreas Gloge war nicht schlecht, aber halt anders als Weber.

    Ich glaube, Sassenberg als Mastermind bei Burns war Fluch und Segen zugleich. Ich denke, er hat nach Webers Abgang allein die Richtung vorgegeben, und da hat er leider oft den Überblick verloren, was zu Kontinuitätsbrüchen führte. Gloge hat lange gebraucht, um sich richtig einzufinden, sein Talent war dabei früh spürbar, aber die Geschichten fügten sich mitunter nicht gut ins Übrige ein. Gegen Ende hat er aber seine Rolle gefunden, finde ich. Mit Ende der 30'er-Folgen wurde es für mein Empfinden immer besser, und ich hätte seine weitere Entwicklung gern weiterverfolgt.

    (Schreibt Gloge überhaupt noch fürs Hörspiel?)

    Im Nachhinein halte ich Raimon Weber auch für leicht überschätzt. Die beiden Staffeln von VIDAN haben jedenfalls Schwächen offenbart, die ich ihm nach GB nicht zugetraut hätte.
    Insofern weiß ich gar nicht, ob mit ihm bei GB alles Gold gewesen/geblieben wäre.

  • Ein sehr interessantes Thema. Ich betrachte das mal aus der Sicht eines Autoren. Und da würde ich es halt lieben, für bestimmte Serien zu schreiben. Einfach, weil ich auch Fan bin. Und dann käme natürlich sofort die Frage auf: wie betrachtet mich dann der Hörer (oder bisher eher der Leser?) Ist man da offen für Neues? Und wie würde ich es überhaupt angehen? Möchte ich kopieren, was ich selbst toll fand? Oder doch was eigenes wagen?

    Aus der Ursprungsfrage ergeben sich also einige neue. Von daher wirklich spannend. :)

    http::olis-weite-welt-des-wahns-blogspot.com

    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Ein sehr interessantes Thema. Ich betrachte das mal aus der Sicht eines Autoren. Und da würde ich es halt lieben, für bestimmte Serien zu schreiben. Einfach, weil ich auch Fan bin. Und dann käme natürlich sofort die Frage auf: wie betrachtet mich dann der Hörer (oder bisher eher der Leser?) Ist man da offen für Neues? Und wie würde ich es überhaupt angehen? Möchte ich kopieren, was ich selbst toll fand? Oder doch was eigenes wagen?

    Da wären wir ja fast bei z.B. Sinclair, denn das was da momentan produziert wird, ist für mich eher was in Richtung "Fan-Fiction" sowohl was neue Hörspiele als auch Romane betrifft.
    Ein trauriges Beispiel ist leider Tony Ballard, da es durch den Tod von Fritz (A.F.Morland) ja leider keine neuen Original-Stories mehr geben wird.

    Klar könnte man es sich wünschen, aber wäre es wirklich dann "Tony Ballard"? Es wäre dann ja "nur" eine "basierend auf Figuren von" Geschichte. Und da ist meine Meinung wie auch bei Sherlock Holmes, Jules Verne etc. eben, das es eben nur als Zugpferd genutzt wird, weil es sich um bekannte (teils Gemeinfreie) Figuren handelt.

  • Das mit dem "Etwas-Eigenes-Wagen" ist natürlich immer so eine Sache, denn man bedient sich ja natürlich einer Vorlage, und wenn man versucht, ihr einen eigenen Stempel aufzudrücken, verändert man sie ja schon sehr. Ist halt die Frage, als wie "legitim" man das betrachtet. Als "normaler" Autor sollte man da eine innere Distanz haben. Als Fan hat man die so sicher nicht. Und das kann, denke ich, schwierig sein.

    Ich finde, bei den drei Fragezeichen hat man schon teilweise Veränderungen bei nachfolgenden Autoren gesehen, die mit dem Geist Robert Arthurs nichts mehr zu tun hatten. Und da meine ich nicht mal die doofen Crimebusters. Da kann man auch bei André Marx schauen, der ja nicht ohen Grund als der bester der aktuellen Autoren gilt. Wie er etwa Patrick und Kenneth abserviert hat, als wären sie nur vorübergehende Zugereiste gewesen, oder Skinny Norris, den er ja quasi zu einem Proleten gemacht hat, obwohl der doch im Original eher wohlstandsverwahrloster Spross einer neureichen Familie war, das ist schon kritisch zu betrachten. Um nur mal zwei Beispiele zu nennen.

    Inwiefern ist man als Autor also dem Schöpfer einer Serie oder Reihe verpflichtet?

  • Da wären wir ja fast bei z.B. Sinclair, denn das was da momentan produziert wird, ist für mich eher was in Richtung "Fan-Fiction" sowohl was neue Hörspiele als auch Romane betrifft.
    Ein trauriges Beispiel ist leider Tony Ballard, da es durch den Tod von Fritz (A.F.Morland) ja leider keine neuen Original-Stories mehr geben wird.

    Klar könnte man es sich wünschen, aber wäre es wirklich dann "Tony Ballard"? Es wäre dann ja "nur" eine "basierend auf Figuren von" Geschichte. Und da ist meine Meinung wie auch bei Sherlock Holmes, Jules Verne etc. eben, das es eben nur als Zugpferd genutzt wird, weil es sich um bekannte (teils Gemeinfreie) Figuren handelt.

    Hm, mit dem Begriff Fan-Fiction tue ich mich hier doch etwas schwer. Wir schreiben hier offiziell für die Serie, da ist Fan-Fiction doch was ganz anderes. Ich fühle mich von dem Begriff nicht angegriffen oder so, keine Sorge. Aber ich frage mich doch: kann dann überhaupt die Fortsetzung einer Serie mit neuen Autoren für dich gehen? Und gerade bei JS, wo Jason Dark ja auch Teil des Teams ist, hätte ich nicht gedacht, dass man das so sehen könnte. Das es einem nicht gefällt, was wir anderen Autoren schreiben, okay, das schon.

    Ich hoffe, du kannst verstehen, was mich da umtreibt.

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    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Das mit dem "Etwas-Eigenes-Wagen" ist natürlich immer so eine Sache, denn man bedient sich ja natürlich einer Vorlage, und wenn man versucht, ihr einen eigenen Stempel aufzudrücken, verändert man sie ja schon sehr. Ist halt die Frage, als wie "legitim" man das betrachtet. Als "normaler" Autor sollte man da eine innere Distanz haben. Als Fan hat man die so sicher nicht. Und das kann, denke ich, schwierig sein.

    Inwiefern ist man als Autor also dem Schöpfer einer Serie oder Reihe verpflichtet?

    Distanz zum eigenen Werk oder Arbeit? Schwierig. Schließlich schreibe ich nicht nach Vorlage irgendwas nach. Ohne etwas eigenes einzubringen, halte ich das für schlicht unmöglich.

    Ich sehe mich insofern verpflichtet, als das ich für keine Widersprüche mit dem schon Erzählten sorgen will, weil ich mich nicht auskenne.

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    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Distanz zum fremden Stoff. Wenn ich mich einer Vorlage bediene, greife ich auf fremdes geistiges Eigentum zurück. Daraus resultiert für mein Empfinden schon eine gewisse Verantwortung. Ich muss diesen Zugriff in gewissem Sinne rechtfertigen, sonst hätte ich mir ja ebenso gut meine eigene Welt erschaffen können. Alles andere kommt ja einem Ausnutzen oder Auspressen rein zum eigenen Vorteil gleich. Und das lehne zumindest ich vollkommen ab. Denn dann hat das Ganze keine künstlerische, sondern eine rein ökonomische Begründung.

  • Puh, es wird nicht einfacher. Ja, es gibt sicher einen geistigen Vater des Grundgerüsts. Abee Eigentümer ist in gewisser Weise auch der Verlag. Und für einen Verlag geht es natürlich um wirtschaftliche Interessen. Für einen Autor, der vom Schreiben lebt, selbstverständlich auch.

    Ich sehe das, um in einem Bild zu bleiben, wie ein Haus. Jemand hat es erbaut. Der Verlag stellt mir quasi Baumaterial zur Verfügung und ich baue an und modernisiere.

    Ich ziehe quasi ein. Aber ich mache es mir nicht komplett zu eigen.

    Und so kann ich das für mich sehr gut rechtfertigen, dass ich an bestehenden Projekten mitwirke.

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    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Ich hoffe, du kannst verstehen, was mich da umtreibt.

    Klar verstehe ich das.
    Nehme ich da mal besser ein anderes Beispiel. Julia Durant bzw. die Romane von Andreas Franz.
    Julia Durant ist quasi ein Garant um auf die Spiegel-Bestsellerliste zu kommen.
    Andreas Franz hat über die ersten Bände eine grandiose Ermittlerin mit Ecken und Kanten aufgebaut und man merkt natürlich das mit seinem Tod sein literarischer Nachlass fortgeführt wurde. Jeder Autor hat seinen eigenen Stil, wie auch jeder Sprecher sein eigenes Vortragen hat. Und da ist es eben, so denke ich, eine ganz persönliche Einstellung ob man damit klar kommen möchte oder nicht.
    Und man merkt Daniel Holbe eben an das er nicht über das Netzwerk zu "echten Ermittlern" verfügt, wie Andreas Franz es eben hatte.

    Und ein weiteres Beispiel ist ja momentan in aller Munde. "Wären "Ringe der Macht" nicht an Herr der Ringe angelehnt, sondern eine beliebige andere oder eigene Fantasyserie, dann wäre diese wahrscheinlich absolut solide und beliebt!". Vergleicht man die Serie zu sehr mit der ersten Film-Trilogie oder den Büchern , kann man den Groll der Tolkien-Puristen verstehen. Das es Viele als "money-burn-project" titulieren ist nachzuvollziehen.

  • Ich sehe da kein wirkliches Problem. Wem die Weiterführung gefällt, der kann weiter hören, weiter lesen oder weiter schauen. Wem es nicht gefällt, der beendet es einfach und erfreut sich an dem Bisherigen was gefällt. Die Entscheidung trifft der Verlag bzw. derjenige, der die Rechte inne hat.

    Ich finde viele Weiterführungen nicht gut. Höre sie deshalb nicht. Manche gefallen mir dafür sehr gut. Die höre ich.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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