Ich möchte mal eine Frage in den Raum werfen, die auf den ersten Blick vielleicht etwas ketzerisch und provokant klingt, aber durchaus als interessegeleitete Fragestellung zu verstehen ist.
Auf dem Hörspielmarkt, inkl. Rundfunk, tummel(te)n sich viele verschiedene Macher-Persönlichkeiten, von Heikedine Körting über Walter Adler sowie Sassenberg und Döring bis zu Piasecki oder David Holy, viele mehr wären zu nennen. Sie alle machen auf unterschiedliche Weise Hörspiele, manche sind Allrounder, die im Grunde eine Art Mastermind hinter einem Hörspiel darstellen, andere arbeiten im Team mit anderen, die ihnen zuarbeiten, Skriptautoren etwa wie Albrodt oder Francis usw.
Was würdet Ihr nun sagen, wie ihre Arbeit einzusortieren ist? Kommen sie eher einem Handwerker gleich, der bedürfnisorientiert solide Werkstücke für die breite Masse produziert? Oder eher dem Künstler, der zunächst auf das schaut, was in ihm selbst seinen Ausdruck finden will und der sich dann müht, ein Werk zu erschaffen, das sich abhebt und im Grunde für sich allein stehen will - und hofft, damit auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein?
Es fällt auf, dass es einige Macher-Persönlichkeiten gibt, deren Wirkungsfeld sehr weit gestreut ist: Werden bei denen die jeweiligen Hörspiele also eher "abgearbeitet" wie Auftragsarbeiten, beinahe in einem 9to5-Job? Oder was ist mit all den Skriptautoren, die für verschiedene Serien und Reihen beinahe in Masse produzieren? Sind das noch oder auch Künstler - oder in erster Linie Dienstleister?
Wobei ich an dieser Stelle betonen möchte: "Dienstleister" ist ja keine Beleidigung. Dieser Befriff geht halt nur von einer völlig anders gelagerten Grundmotivation aus. Und vielleicht sollte da dann auch der Blick des Hörers ein anderer sein.
Sicher wird eine Abgrenzung im einzelnen Fall nicht immer leicht sein, aber vielleicht gibt es hier und da Hinweise darauf, ob das Pendel im jeweiligen Fall mehr in die eine oder andere Richtung schwingt.
Wie seht Ihr das?
Ist eine solche Einteilung per se unnötig und irreführend? Oder kann man da schon differenzieren?
Oder gibt es keinerlei Unterschiede in der Herangehensweise etwa von Heikedine Körting im Vergleich zu Volker Sassenberg oder Oliver Döring, von Ivar Leon Menger oder Balthasar von Weymarn zu Christoph Piasecki oder Patrick Holtheuer, von Carsten Hermann oder Marco Göllner zu den Ohrenkneifern oder Kummer & Linscheid bzw. Bodo Traber, von Sebastian Weber oder Andreas Masuth zu Marc Freund oder Markus Topf usw.?
Alles eins? Oder doch verschiedene Abstufungen? Oder gar zwei scharf abgrenzbare Welten?
Wer darf in Euren Augen als veritabler Hörspielkünstler gelten? Und was macht ihn dazu?
Und wer ist für Euch eher ein Dienstleister, dem nichts über den beglückten Kunden (und evtl. den kommerziellen Erfolg) geht?
Und wie ist die Sicht der hier aktiven Hörspielmacher auf sich selbst in ihrem Wirken? Gibt es da den künstlerischen Anspruch oder sieht man sich als Unterhaltungs-Dienstleister?
Das würde mich doch sehr interessieren. ![]()