Welche Labels „leben“ aktuell noch von den Hörspielsammlern und nicht den Gelegenheitshörer & Streamer?

  • Gute Frage von @hoerspiel

    Quote

    Für mich wäre sowieso mal eine Diagramm sehr interessant, wo "normale" Käufer und "Sammler" von Hörspielen gegenübergestellt werden. Wie ist das Verhältnis wirklich und kann ein Label von Sammlern leben?

    Welche würdet ihr hier spontan nennen?

    Vielleicht outen sich ja Labels hier auch noch, die wissen, dass sie den Hauptanteil ihrer Einnahmen den Sammlern verdanken?!

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Viele unserer Hörerinnen und Hörer sind treue Fans, denen ich auch sehr dankbar bin, aber auch neue Hörer und Hörrerinnen kommen immer wieder mal dazu.
    Ich mach mit viel Arbeit in den sozialen Medien, bei verschiedenen Events etc. immer wieder mal aufmerksam auf uns.
    Aber ich denke viele Labels leben von treuen Fans/Sammlern ob Europa (viele Hörer z. B. von Die drei Fragezeichen sind zwischen 30-50 Jahre alt), Sherlock Holmes und die anderen Klassiker haben auch viele Sammler, Hörerinnen und Hörer die ihnen treu sind.
    selbst Kinderserien wie Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und Bibi & Tina haben treue Sammler/Fans die seit Jahrzehnten dabei sind.
    Oder habe ich die Frage falsch verstanden?

  • @Thomas Birker (DLP) Danke für Deine Wortmeldung. Die Frage geht eher in die Richtung „Weiches Label kann ohne die Sammler nicht existieren?“. Im Podcast mit Sebastian Pobot wurde deutlich dass Verlage wie MARITIM nur mehr auf Streaming setzen, Downloads nur 5% ausmachen und CD nur mehr „Guter Wille“ darstellt. Daher die Frage!

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich würde mal WINTERZEIT, R&B, WOLFY-OFFICE, OHRENKNEIFER, LINDENBLATT-RECORDS, IMAGA nennen, die ihren Fokus auf Sammler und Käufer gesetzt haben. Hier wird der Hauptteil wohl aus CD-Käufern bestehen. Ein wenig Download und ein wenig Streaming. Bei manchen Labels wird es sich wohl langsam die Waage halten. Dazu zähle ich TITANIA, ZAUBERMOND oder DREAMLAND. Und dann gibt es jene, wie MARITIM, KIOSK, EUROPA und LÜBBE, die zwar noch jede Menge Käufer und Sammler besitzen, bei denen aber die Einnahmen durch das Streaming auf Grund eines großen Portfolios den deutlich größeren Teil des Einnahmenkuchens ausmachen wird.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • @Markus G.: Aber dann müsste doch das Erscheinen von neuen CDs kein Problem sein, denn die Stammhörer sind sicherlich noch da. Es fehlen aktuell die zusätzlichen Gelegenheitshörer (= CD-Käufer in den Geschäften). Also lebt man doch auch viel von den „Gelegenheitshörern“, oder zumindest spielen sie eine sehr große Rolle.
    Oder, habe ich da was falsch verstanden?

  • Das ist eben die Frage. Und beim Ohrenkneifer hätte ich angenommen, dass sie CD- und Download Stammkäufer brauchen. Hier wäre wirklich ein Statements des Labels interessant.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Na ja, die Ohrenkneifer rühren meiner Meinung nach nicht unbedingt die Werbetrommel. In der Hörspielszene ist zwar bekannt das sie derzeit zu den Besten gehören (wenn nicht gar die Besten sind), aber man könnte sicherlich noch viele Gelegenheitskäufer mitnehmen, die ausserhalb der Szene sind, wenn man etwas mehr Werbung machen würde. :)

  • 5 Jahre später - Gibt es noch Labels, die noch von Sammlern und nicht durch das Streaming finanziert werden?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ehrlicherweise glaube ich, dass das heute kaum noch der Fall sein dürfte – zumindest nicht in dem Sinne, dass ein Label wirklich überwiegend von Sammlern getragen wird und Streaming dabei praktisch keine Rolle spielt.

    Dafür hat sich der Markt einfach zu sehr verschoben. Selbst wenn ein Label noch eine sehr treue Sammlerbasis hat, kann sich heutzutage niemand mehr darauf verlassen, dass diese Gruppe allein eine Produktion dauerhaft finanziert. Sammler sind wichtig, klar – aber sie sind eben eine begrenzte Zielgruppe. Und gerade bei steigenden Produktionskosten (Sprecher, Studio, Schnitt, Musik, Cover, Presswerk, Versand usw.) wird es immer schwieriger, nur über physische Verkäufe genug Stabilität zu bekommen.

    Ich denke, viele Labels müssen heute zwangsläufig „zweigleisig“ fahren: Sammlerprodukte für die Fans, die gerne etwas in der Hand haben – und gleichzeitig Streaming, weil dort schlicht die Masse sitzt. Streaming bringt vielleicht nicht den großen Einzelbetrag wie eine CD-Box, aber es sorgt für Reichweite, Dauerpräsenz und eine Art Grundrauschen an Einnahmen. Und diese Planbarkeit ist für Labels inzwischen enorm wichtig.

    Wenn es überhaupt noch Ausnahmen gibt, dann vermutlich sehr kleine, sehr spezialisierte Labels, die bewusst limitiert arbeiten, vielleicht auf Direktverkauf setzen und ihre Auflagen klein halten. Aber selbst die werden Streaming kaum komplett ignorieren können, weil es inzwischen einfach der Standardweg ist, wie Menschen Hörspiele entdecken und konsumieren.

    Sammler tragen sicher noch einen Teil – manchmal sogar einen sehr wichtigen. Aber dass ein Label heute nur davon leben kann, ohne Streaming als relevanten Faktor, halte ich für eher unwahrscheinlich.

  • Ich werfe mal Ohrenkneifer und Full Cast Audio als Gegenbeispiel in den Ring.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Zumindest wenn man seinen Einträgen in den Booklets Glauben schenken mag.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • 5 Jahre später - Gibt es noch Labels, die noch von Sammlern und nicht durch das Streaming finanziert werden?

    Ja.

    - Polaris mit Takimo, auch wenn daa tot wirkt, kann man die CDs noch da kaufen.

    - Retrofabrik mit den Mastershörspielen. Würde Schätzen die finazieren sich zu 85 % von MotU Sammler, 14% von Hörspielsammlern und weniger als 1% dürfte vom Stream kommen.

    LB Steel ist glaube ich hauptsächlich ein Sammlerprodukt für die Heavy Metal Szene. CD/LP Verkäufe und Liveshows - der Stream dürfte da kaum was beitragen.

    Die ??? haben sicherlich sehr gute Streaming Einnahmen, aber anders als bei TKKG würde ich mal tippen, dass bei den ??? die Käufer von Datenträgern, Merchendise und den Tourbeszchern doch sehr viel mehr einbringen als das Streaming. Insgesamt ist Sony aber natürlich ein Streaming-Comtent-Produzent der gut davon leben wird.

  • Ich glaube hinter L.B. Steel steht ein Radiosender.

    Würde noch die Jack Turner Sachen erwähnen - ist das Dritte Wahl Records, oder so? Ich kenne die Geschichte dahinter nicht, aber Dritte Wahl ist ja eigentlich ne Punk Band, denke da sind die Hörspiele einfach ein Hobby.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Werbung ist das Hörspiel definitiv nicht, ich finde jetzt keine edizierte Aussage, aber auf radiobob.de gibt es eine extra Sektion für das Hörspiel, und anscheinend läuft L:B. Steel auch regelmäßig auf dem Sender.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Ne das ist das eine Hörspiel das in den einzelnen Tracks an verschiedenen Tagen im Radio lief und dort runtergeladen werden kann. Das ist eine Werbeaktilm nehme ich an.

    Auf der LB Steel Seite im Impressum steht auch nichts von Radio Bob. Mag sein, dass die sich privat kennen. Aber ich sehe da absolut nichts das darauf hindeutet, dass LB Steel eine Hörspielserie von Radio Bob wäre.

    Ich glaube da bringst Du etwas durcheinander :)

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