Sprecher im (Hörspiel-)Talk-Studio: Folge 7 Peter Pasetti

  • Die Pforten unseres virtuellen (Hörspiel-)Talk-Studios öffnen sich auch im Sommer aus gegebenen Anlass wieder. Gestern wäre er 105 Jahre alt geworden. Wir haben ihn im Hörspieltalk im thread Welchen Erzähler findet ihr am besten? als DEN Erzähler gewählt:


    PETER PASETTI


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Peter_Pasetti

    Wie und wann seid ihr erstmals mit Peter Pasetti zusammen getroffen? Was ist das Besondere an seiner Stimme und seinen Interpretationen? Was sind eure absoluten Lieblingshörspiele mit Peter Pasetti und warum gerade diese?

    Öffnen wir also ein siebentes Mal die Pforten unseres Talkstudios für einen Sprecher/eine Sprecherin und talken über PETER PASETTI #winkewinke#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich denke ich werde hier sehr vielen aus der Seele sprechen, wenn ich schreibe dass mein erstes Zusammentreffen mit Peter Pasetti bei den ??? war. Mein erstes Hörspiel war ??? und das Gespensterschloss. Und er gab dabei einen so wunderbaren Erzähler und einen so perfekten Alfred Hitchcock ab. Er war neben den drei Jungs „die Seele“ der Serie“. Und dadurch dass er mit den Sprechern aber auch mit den Hörern interagierte, bekam man einen viel besseren und vor allem engeren Zugang zu den Geschichten. Mit seinem Abgang verschwand auch für mich die Bedeutung des Erzählers bei den ??? zusehends. Und nicht umsonst ist seine Stimme eines der großen Mosaikstücke weshalb wir Kassettenkinder die rund ersten 40 Folgen besser finden als die späteren.

    Daneben habe ich Pasetti besonders in seiner Rolle als Sherlock Holmes kennen und lieben gelernt. Die EUROPA Fassung von Der Hund von Baskerville ist bis heute meine Lieblingsfolge von Holmes. Gemeinsam mit Joachim Wichmann hat sich dieses Holmes/Watson Duo in meinen Hörspielkopf als das Beste eingepflanzt.

    Und natürlich fand ich Peter Pasetti als Bösewicht Skeletor in Masters of the Universe ebenfalls sehr stark, wenngleich ich als Kind Schwierigkeiten hatte ihn als Alfred Hitchcock Sprecher hier als Bösen zu akzeptieren. Aber es hat mit der Zeit dann doch geklappt.

    Er hatte eine einzigartige Stimme, die auf mein kindliches Gehör einen großen Eindruck hinterlassen hat. Schade, dass er nicht noch viel mehr Hörspiele gemacht hat.

    Wie fandet ihr Peter Pasetti? Was sind eure Eindrücke? Welche Hörspiele neben den aufgezählten Serien kennt ihr noch wo er mitgesprochen hat?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wie und wann seid ihr erstmals mit Peter Pasetti zusammen getroffen?
    Bei irgendeiner drei ??? Folge, kannte ihn in Hörspielen auch hauptsächlich daher

    Was ist das Besondere an seiner Stimme und seinen Interpretationen?
    mag die Erzählweise und finde sie beeindruckend

    Was sind eure absoluten Lieblingshörspiele mit Peter Pasetti und warum gerade diese?
    da ich ihn eig. nur als drei ??? Erzähler kenne, kein besonderes, mag alle drei ??? Folgen
    mit ihm als Erzähler


    ich mag ihn auch als Sprecher des Märchenkönigs in die Märchenbraut sehr gerne,da war er die deutsche Stimme vom König.
    Leider ist Masters of the Universe als Kind an mir vorbeigegangen ;)

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    Mit welcher Rolle assoziiert ihr Peter Pasetti denn am meisten? Wen habt ihr im Ohr wenn ihr seine Stimme hört?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Welche Hörspielrolle war die für euch einprägsamste von Pasetti? 12

    1. Alfred Hitchcock/Erzähler in ??? (11) 92%
    2. Skeletor in Masters of the Universe (1) 8%
    3. Sherlock Holmes (0) 0%
    4. Sonstiges (0) 0%

    Was war die einprägsamste Rolle?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich habe mir heute den Film „Verliebt“ mit Peter Pasetti, Peter Alexander und Hans Moser angesehen. Bin nur durch die Stimme darauf gekommen, dass es der junge Peter Pasetti ist. Ich wusste es vorher nicht. Und habe mich danach gleich doppelt darüber gefreut. :thumbup:

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich kannte ihn, wie wohl die meisten, als Erzähler vo den drei ??? und empfand seine Stimme als eine der einprägsamsten und angenehmsten in der Hörspielwelt. Wie er aussah, wusste ich lange Zeit gar nicht, weil ich einfach nicht daran gedacht hatte, ihn zu googeln. Ich habe ihn inzwischen schon zweimal im Derrick gesehen ( Folge 9 ,,Paddenberg" von 1975 und Folge 46 ,,Kaffee mit Beate" von 1978) und sofort seine Stimme erkannt. Meine Feststellung: nicht nur ein klasse Sprecher, sondern auch ein exzellenter Schauspieler!

  • Zum Abschluss noch ein Video aus einer Szene von Der Alte. Sie zeigt welche Ausstrahlung Peter Pasetti hatte und wie er mit ruhiger und leiser Stimme und wenigen Sätzen eine bedrohliche Ausstrahlung ausüben konnte:

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    Für mich war wohl auch die einprägsamste Rolle jene als Erzählers bei den ???. Aber für mich ist er immer noch DER Sherlock Holmes!

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Großartig, gell?! Ja ich fand Lowitz Part hier auch großartig. Man merkt direkt wie es zwischen den Beiden regelrecht knistert. Ohne großes Brimborium und Lautstärke. Sondern mit Ruhe und Ausstrahlung. Toller verbaler Zweikampf.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich denke ich werde hier sehr vielen aus der Seele sprechen, wenn ich schreibe dass mein erstes Zusammentreffen mit Peter Pasetti bei den ??? war. Mein erstes Hörspiel war ??? und das Gespensterschloss. Und er gab dabei einen so wunderbaren Erzähler…


    All das kann ich nur unterschreiben!
    Großartig.
    Aber für mich besonders als Erzähler/ Hitchcock unglaublich gut und unvergessen.
    Aber das es danach anders wurde mit den Erzählern, liegt wohl am meisten am Verschwinden von Hitchcock.
    Darf ja leider nicht mehr stattfinden.

  • Peter Pasetti – Die Stimme des gediegenen Geheimnisses

    Es gibt Stimmen, die klingen, als kämen sie aus einer anderen Zeit – als würden sie aus einer Welt berichten, in der der Anzug noch saß, der Blick noch wog und das Wort noch etwas bedeutete. Peter Pasetti war so eine Stimme. Eine Stimme mit Haltung. Eine Stimme, die wusste, dass das gesprochene Wort auch Stil haben kann.

    Wenn ich Pasetti höre, denke ich unweigerlich an die große Kunst der Erzählung. An Männer mit grauen Schläfen, an Rauchschwaden in dunklen Räumen, an Teppiche, die Geschichten erzählen, und an Möbel, die nicht neu sein müssen, um Eindruck zu machen. Peter Pasetti war kein Lautsprecher – er war ein Lautdenker. Er sprach so, wie andere schreiben sollten: klar, mit Maß, mit Tiefe.

    Als Theaterschauspieler trat er früh hervor, als Sohn einer künstlerischen Familie – von der Bühne direkt in den Film, von dort ins Fernsehen. Der Kommissar, Derrick, Der Alte – Pasetti war da, wo man Charakter brauchte. Als Graf, Richter, Arzt, Gentleman, Intrigant. Seine Rollen hatten Würde, und selbst die Schattenseiten seiner Figuren trugen Maßanzug. Er war ein Schauspieler, der sich selbst nie in den Vordergrund drängte – aber sobald er sprach, war er Mittelpunkt.

    Doch seine wahre Größe offenbarte sich im Hörspiel. Für mich ist Peter Pasetti vor allem eines: der Inbegriff des eleganten Sprechers. Der kultivierte Erzähler. Der wortgewordene Smoking.

    Als Alfred Hitchcock in den frühen Folgen der drei ??? war er schlicht unverwechselbar. Wie er jeden Fall mit einem Hauch britischer Ironie einleitete – das klang nicht nach Hamburg-Quickborn, das klang nach Baker Street und Kaminfeuer. Und da sind wir auch schon bei seiner Paraderolle im Radio: Sherlock Holmes. Pasetti war Holmes – bei Heinz-Günter Stamm, beim BR, in einer Tonlage, die zwischen Beobachtung und Anklage schwebte. Keine Übertreibung, keine affektierte Arroganz – sondern ein präziser, fast musikalischer Intellekt, durch Sprache getragen.

    Und dann natürlich: Skeletor. Ja, Pasetti hat das Böse mit Würde gesprochen. In der Masters of the Universe-Serie brachte er selbst dieser bisweilen klamaukigen Figur eine gefährliche Ernsthaftigkeit bei. Seine Stimme war nicht schrill, nicht überzogen – sie war überlegen. Auch in Airwolf, Asterix, zahllosen Europa-Produktionen klang er wie ein Mann, der die Welt von oben betrachtet – und nur dann eingreift, wenn es notwendig ist.

    Man hört ihm zu, weil man spürt, dass er mehr weiß, als er sagt.

    Was ihn für mich so besonders macht, ist dieses Gefühl von Zeitlosigkeit. Seine Stimme ist kein Modephänomen, kein Laut der Epoche. Sie steht für Substanz, für klassische Schule, für Sorgfalt. Für einen Sprachstil, der nichts vorgibt, sondern führt.

    Peter Pasetti ist für mich ein Stück deutscher Hörspielgeschichte, das sich mit Goldschrift in das Gedächtnis geschrieben hat. Jedes Hörspiel, in dem er auftaucht, bekommt auf einmal Gravität. Und selbst wenn man die Handlung vergisst – seine Stimme bleibt. Als feines Echo. Als gediegener Schatten an der Wand.

    Er war kein Mitreißer – er war ein Mitdenker. Und genau das macht ihn unvergesslich.

  • Peter Pasetti 1936 auf der Reichstagung der NS-Kulturgemeinde, gemeinsam mit einem Sprecher-Chor der SS ... Bei manchen unserer Hörspielheldinnen und Hörspielhelden sollte man wirklich genauer hinschauen, was sie zwischen 1933 und 1945 so alles gemacht haben. https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Pasetti https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodic…er%20Pasetti%22

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  • Peter Pasetti 1936 auf der Reichstagung der NS-Kulturgemeinde, gemeinsam mit einem Sprecher-Chor der SS ... Bei manchen unserer Hörspielheldinnen und Hörspielhelden sollte man wirklich genauer hinschauen, was sie zwischen 1933 und 1945 so alles gemacht haben.

    Oder man lässt es eben. 🙄

    Vielleicht kannst du ja noch einmal erklären, warum es dir offenbar Freude bereitet, über Menschen herzuziehen, die sich selbst nicht mehr dazu äußern können. 🤔

  • Also laut Google war Pasetti nie Mitglied der SS. Er soll nicht mal in der NSDAP gewesen sein.

    Gut, er steht jetzt in dieser Liste... schon ein wenig komisch.

    Dennoch bin ich sowieso sehr vorsichtig, die Menschen von damals zu beurteilen.

    Beispielsweise war ja Heinz Rühmann auch nie in der NSDAP. Dennoch hat er sich mit Hitler ablichten lassen und auch bewusst die Nähe zur »Macht« gesucht, um beruflich voran zu kommen.

    Pasetti war damals (1936) gerade mal 20 Jahre. Aber weder er noch Rühmann waren wohl überzeugte Nazis... wenn überhaupt.

    Ich habe Rühmann immer sehr gerne gesehen. Ich finde es schade, wie hart er heute im Nachhinein bewertet wird.

    Mein Vater (geb.1930) beispielsweise ist in dieser Zeit aufgewachsen... und war fasziniert von ihr. Nicht vom Nationalsozialismus ansich, sondern eher vom Drumherum. Freundschaft, Kameradschaft, Aufmärsche, Musik, Zeltlager, Uniformen, jeder wurde gebraucht, Zusammenhalt, ...

    Es mag heute verrückt klingen, aber er sagte immer, dass dies die schönste Zeit in seinem Leben war, auch wenn unser Siegen damals in Flammen aufging und er es selbst mit ansehen musste.

    Deswegen war er aber noch lange kein Nazi. Ich hatte einen sehr liebevollen Vater, der mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen hatte... der nie schlecht über andere Menschen, Rassen oder Religionen gesprochen hatte. Kamen etwaige Themen mal auf, so hat er stets gesagt: »Es hat sich keiner selbst gemacht!«

    Von außen betrachtet wäre er wohl ein Nazi gewesen. Von seiner inneren Einstellung her... niemals.

    Das meinte ich damit, als ich schrieb, dass ich mich schwer tue, die Menschen von damals zu bewerten.

    Auch heute suchen ja Künstler die Nähe zur Politik. Ob dies nun gut oder schlecht war, werden andere Generationen beurteilen müssen.

  • Ich finde es gut es zu wissen und es nicht unter dem Teppich zu kehren. Von daher Danke Sven H. und an Rockybeach. Aber ich für mich kann es gut in die damalige Zeit einordnen und trotzdem seine hervorragenden Leistungen im Tonstudio genießen und bewundern.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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