Welche Nischen in der „Nische Hörspiel“ könnten erfolgreich bedient werden?

  • Man sagt ja häufig das Hörspiel sei ein Nischenmarkt. Und trotzdem gibt es die klassischen Platzhirsche wie Krimi, ???, Sinclair und Sherlock Holmes.

    Welche Nischen fallen euch so ein, die man im Hörspielbereich noch bedienen könnte und mit denen man eurer Meinung nach durchaus Erfolg haben könnte? Würde es Sinn machen wenn man sich als Label genau auf diese Nische spezialisiert, weil dort keine Konkurrenz ist und man hier die Nummer 1 sein würde?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ermittelnde Rentner oder Geistliche wären doch toll :P
    Oder diverse Figuren aus dem 19. Jahrhundert in London...

    Aber ernsthaft - Fantasy ist immer noch unterrepräsentiert - außerdem frage ich mich ob Hörspiele von diversen Comics nicht auch Abnehmer finden würden (Hellboy war klasse, Sandman war gar nicht so schlecht... ). Die Krimis und Thriller von Audible (Nach dem Tod, die Stimme der Toten, Dezernat Q) - das sind ja schon waschechte Thriller auch mit Mystery Touch - das ist eine Nische die gerne mehr bedient werden könnte - auch von nicht Audible Anbietern.

    Western ist extrem unterrepräsentiert finde ich.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Würde es Sinn machen wenn man sich als Label genau auf diese Nische spezialisiert, weil dort keine Konkurrenz ist und man hier die Nummer 1 sein würde?


    Ich antworte mal so, wie mir mein ehemaliger Abteilungsleiter (nie verlegen um einen markigen Spruch) vermutlich antworten würde:

    "Nische in der Nische ist zu speziell, viel zu wenig Fläche und viel zu wenig Kunden.
    Wenn da bisher kein anderer Geld verdient, gibt es da kein Geld zu verdienen. Man verdient also mehr damit, wenn man es nicht anpackt.
    Ist ja schön, wenn man irgendwo auf Kleinschmal-Insel König ist, aber wenn da niemand ist außer dir selbst und du keinen rumschicken kannst,
    macht es keinen Spaß." :D

  • Ja und Nein. Ich weiß noch wie ich hier schrieb „Warum gibt es kein Mystery“. Kurze Zeit später gab es Gabriel Burns.

    Western hat jetzt Jahre lang niemand angefasst. Und plötzlich kommen der Ohrenkneifer und HolySoft daher und machen eine Vielzahl an Westernhörspielen.

    Ein Label, das nur auf SF setzt hat es nie gegeben. Bis @Interplanar kam und mit Mark Brandis sein bestes (und einziges) Pferd mit eben diesem Genre im Stall hatte.

    Alle sagen die CD ist tot und @Wolfy-Office stemmt eine CD-Produktion nach der nächsten.

    Ich denke doch dass man mit Nische durchaus Kassa machen kann.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich glaube, dass manche Labels ihre Nische finden werden und sich dort sehr gut zurecht finden können. Teilweise ist dies ja bereits der Fall. Wie oben geschrieben, hat sich ja @Interplanar gerade im Genre SF, das neben den großen Zugpferden Krimi, Grusel und Jugendkrimi durchaus als feine kleine Nische betrachtet werden kann, einen Namen gemacht.

    Live-Hörspiele waren vor Corona durchaus eine Alternative und ein gutes Zubrot. Ich denke da an @ansuess, der hier ja viel in diese Richtung gemacht hat und hoffentlich auch weiter machen wird und diese Nische weiter bedient und damit sich einen Namen und vor allem Kasse machen kann.

    Klar wird zukünftig auch das Medium eine Nische darstellen. CD, Vinyl oder MC. Ich würde mich freuen wenn ganz bestimmte Labels hier die verbliebenen Fans bedienen werden und auf Grund der immer kleiner werdenden Konkurrenz damit Geld verdienen könnten. @Wolfy-Office habe ich hier ja schon erwähnt. Auch @Simeon Hrissomallis hat es mit Kassetten bei Jan Tenner versucht oder WinterZeit mit Vinyl.

    Nicht zu vergessen Sebastian Pobot. Er hat vor einem Jahrzehnt auf die damalige Nische Streaming gesetzt. Und siehe da er hat aufs richtige Pferd gesetzt. Vielleicht erweist sich in der Zukunft das Setzen auf eine Nische dann auch auch als Goldesel.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Gäbe es weitere Nischen, die man als Label bedienen könnte und die sich im Nachhinein als Goldgrube erweisen könnten? Fällt Euch hier was ein?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich glaube, das ist ein spannender Gedanke – aber auch einer, bei dem man gut abwägen muss. Natürlich gibt es noch etliche Nischen, die bislang eher selten oder gar nicht bedient werden: etwa literarisch anspruchsvolle Coming-of-Age-Geschichten ohne Fantasy-Anteil, psychologische Kammerspiele, queere Lebensrealitäten jenseits der Klischees oder wirklich tiefgehende historische Hörspiele, die mehr sein wollen als Kulisse.

    Das Potenzial wäre da – aber die Frage ist eben auch, wie groß die Zielgruppe tatsächlich ist und ob man sie als Label gut erreichen kann. Ich denke, es ist kein Fehler, sich in einer solchen Nische zu positionieren, wenn man das authentisch und mit Überzeugung tut. Die Gefahr ist eher, dass man sich zu sehr einschränkt oder in einer Blase produziert, ohne dass ein Markt vorhanden ist.

    Was aber definitiv funktioniert: eine Handschrift entwickeln. Wenn ein Label durch Stil, Klang, Erzählweise oder besondere Stoffauswahl hervorsticht – dann entsteht automatisch eine gewisse Nische, auch wenn das Genre an sich nicht ungewöhnlich ist. Und darin kann man sich dann tatsächlich gut behaupten.

  • Quote

    Welche Nischen fallen euch so ein, die man im Hörspielbereich noch bedienen könnte

    Ein ganz neues Genre erfinden, oder zumndest eines, was im HSp Genre noch nicht verwendet wurde. Bestimmt kann man sich da was einfallesn lassen. Ein Genre-Mix würde mir vorschweben...

    The Jokes on you!

  • Bei der SF macht es im Buchsektor Eschbach vor. Er schreibt lupenreine SF, besteht aber wegen der Vorurteile gegen das Genre seit sicher 20 Jahren darauf, dass sie als „utopische Thriller“ o.ä. betitelt und vermarktet werden. Und siehe da, Bestseller. Ganz selten mal schreibt er einen Perry-Rhodan-Gastroman, der wird dann aber wieder nur innerhalb der SF-Bubble gut verkauft.

    Von der Idee kann man sich ja inspirieren lassen. Aber dann fallen Abenteuer mit Aliens und Raumschiffen natürlich weg.

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

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