Was ist DAS Besondere an Sherlock Holmes?

  • Heute ist der internationale Sherlock-Holmes-Tag ! #juhu# Grund genug diesem Phänomen auf den Grund zu gehen und nachzufragen was an diesem Ermittler DAS Besondere ist, dass ihn so erfolgreich werden ließ und dass gefühlt jedes zweite Hörspiellabel eine Holmes Serie im Portfolio hat. Was macht für Euch den Reiz der Figur und seiner Geschichten aus?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Sehr gute Original Geschichten, andauernde große allgemeine Beliebtheit.
    Und der Grund weshalb es ihn jetzt im Überfluss und überall gibt ist wohl dass man seit ein paar Jahren keine Lizenzgebühren mehr zahlen muss und die Figur gratis nutzen kann.

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

  • Also die Figur des Sherlock Holmes war für mich deshalb immer so faszinierend, weil er gegenüber anderen Menschen stets einen Informationsvorsprung zu haben scheint. Er kann aus den kleinsten Hinweisen Rückschlüsse auf Personen machen. Zudem ist es seine Art des Auftretens und das „Menschen vor dem Kopf stoßen“. Das war schon immer sehr cool. Das hat mich auch immer schon bei Figuren wie THE MENTALIST fasziniert. Dies hat für mich einen großen Reiz. Zudem gibt es Geschichten, wie den Hund von Baskerville, die einfach großartig sind. Aber ich muss auch zugeben, dass viele der aktuellen Holmes Hörspiele, genau diese Dinge, die ich an Holmes so schätze, leider vermissen lassen. Holmes wird immer mehr zu einer 0815 Detektiv Figur mit 0815 Geschichten. Und daran habe ich mich satt gehört. Dann lieber zum 100sten Mal den Hund von Baskerville ;)

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wen ich klassische Holmes Geschichten mit guten Sprechern will, was sollte ich dann hören?

  • Am besten konnte man das Besondere an Holmes daran sehen, dass er sich mit der kongenialen TV-Serie der BBC so problemlos in die heutige Zeit versetzen ließ.

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    Nicht nur, dass Watson als kriegstraumatisierter Arzt aus dem Krieg in Afghanistan damals wie heute "stimmt", sondern auch, dass ein "hochfunktionaler Soziopath" wie Holmes auch oder weiterhin modern wirkt -- völlig unfähig in allem Zwischenmenschlichen, dafür aber ein Genie auf dem Fachgebiet. Solche Leute kennt jeder. Und dass dieses Fachgebiet dann mit dem Lieblingsgenres der Leser- und Hörspielgemeinde (Krimi) zusammenfällt, ist das i-Tüpfelchen.

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

  • Wen ich klassische Holmes Geschichten mit guten Sprechern will, was sollte ich dann hören?

    Mir hat hier die Maritim Reihe mit Rohde und Gröger am Besten gefallen - das sind glaube ich die Sherlock Holmes Originale.
    Ist natürlich wie immer Geschmackssache, aber zum einen mag ich die Stimmen der beiden und ich bin der Meinung dass in der Serie irgendwann ein Punkt erreicht ist, wo sich die beiden einfach super eingespielt haben. Die Serie ist von Anfang an gut, aber ab diesem Punkt macht es nochmal mehr Spass den Beiden zuzuhören. Tolle Dynamik. :thumbup:

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Ich mag am liebsten die EUROPA Hörspiele mit Peter Passetti und Joachim Wichmann.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wen ich klassische Holmes Geschichten mit guten Sprechern will, was sollte ich dann hören?

    Kommt drauf an, worauf man wert legt.

    Die Maritim-Serie mit Rode und Groeger hat den Vorteil, dass sie als einzige deutsche Reihe ist, die sämtliche 60 Fälle von Sir Arthur Conan Doyle vertont hat. Jedoch nahm man sich bei der Bearbeitung durchaus recht viele Freiheiten, mit teils durchwachsenem Ergebnis.
    Die Hörspiele von Titania Medien* mit Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt halten sich mehr an die Vorlage, sind aber teilweise etwas langatmig inszeniert.
    Einer meiner persönlichen Favoriten sind Bayerische Rundfunk mit Peter Pasetti und Klaus Behrendt/Joachim Wichmann/Erik Schumann, jedoch muss man dafür halt Radioproduktionen aus den 60ern etwas abgewinnen können. Die von Markus genannten EUROPA-Versionen haben zwar die selben beiden Hauptsprecher, kann man sich also auch geben, sind aber deutlich kürzer. Daher würde ich sie bestenfalls auf Platz 2 einordnen.

    Ebenfalls einen Blick wert sind die Reihen Sherlock Holmes Chronicles* von WinterZeit mit Till Hagen und Tom Jacobs sowie die Produktionen des SWF/SWR mit Walter Renneisen und Peter Fitz. Beides sind inszenierte Lesungen, halten sich also extrem dicht an den Originaltext.

    *Nur einige Folgen der Reihe basieren auf dem Kanon.

    Und natürlich die obligatorische Eigenwerbung: Im Deutschen Sherlock Holmes Wiki ist zu jeder Geschichte vermerkt, wie viele und welche Hörspielversionen es gibt.

  • Einer meiner persönlichen Favoriten sind Bayerische Rundfunk mit Peter Pasetti und Klaus Behrendt/Joachim Wichmann/Erik Schumann, jedoch muss man dafür halt Radioproduktionen aus den 60ern etwas abgewinnen können.

    DAS sind auch meine Lieblings-Holmse. :thumbup:


    Eins und eins ist zwei - von London bis Shanghai!

  • DAS Besondere ist, dass ihn so erfolgreich werden ließ und dass gefühlt jedes zweite Hörspiellabel eine Holmes Serie im Portfolio hat.

    Die Zeit ist da inzwischen weiter fortgeschritten. Heute gesehen, dass allein Holysoft im Portfolio 17 Serien hat, die den Namen "Sherlock Holmes" im Titel tragen. Da sind die ganzen Spinoffs mit Nebenfiguren aus dem Holmes-Kosmos und die "Omnibus-Serien" noch nicht mitgezählt (!) ...

    Mein eig. Statement von oben ergänzend ... es muss wohl auch der "cozy crime"-Effekt sein, insofern als man ein sehr verlässliches Ermittlersetup hat, mit der Gewissheit, dass am Schluss die Tat aufgeklärt sein wird und (üblicherweise) keine traumatisierenden Effekte zurückbleiben. Eine Verlässlichkeit, die einen eigenen Wert entwickelt hat. Warum aber ausgerechnet Holmes der Durchbrecher nach oben im Hörspiel wurde nach dem Übergang der Rechte in die PD, darüber kann man nur spekulieren.

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

  • Ich frage mich in der Tat auch immer wieder, was das Besondere an Holmes ist, dass sich so viele Vertonungen der zumeist gleichen Stoffe zu lohnen scheinen. Die Streaming-Zahlen zeigen es ja, dass Holmes-Hörspiele im Prinzip Selbstläufer sind und sich kontinuierlicher Beliebtheit erfreuen.

    Holmes war in meiner Kindheit zwar auch namentlich ein Begriff - einfach weil die Figur ein Klassiker ist. Aber ich habe mich nie sonderlich dafür interessiert und meine Freunde damals auch maximal am Rande. Sowohl hier als auch im Hörgrusel gibt es zahlreiche User, die mit Holmes seit vielen Jahren sehr viel verbinden und immer gerne hören.

  • Ich habe mal drüber nachgedacht, kann aber auch nicht sagen, was mich an Holmes so fasziniert. Als Kind habe ich den Young Sherlock Holmes Film von Chris Columbus geliebt! Das war aber auch mein einziger Berührungspunkt mit Sherlock Holmes. Hörspieltechnisch war da noch gar nichts.

    Irgendwann bin ich dann aber mit den Rhode und Groeger Holmes Hörspielen gestartet und war ziemlich schnell, ziemlich begeistert. Noch während ich mich durch die alten Fälle gehört habe, habe ich eine englische Gesamtausgabe aller Holmes Fälle in einem Buchladen gefunden und habe diese komplett gelesen.

    Seitdem bin ich schon sowas wie ein Holmes Fan und stehe den meisten (Neu-) Vertonungen zunächst einmal offen gegenüber. Alles höre ich auch nicht, aber all zu schlimm finde ich die "Flut" an Hörspielen jetzt auch nicht. Was mir nicht gefällt, höre ich eben nicht.

    Zum einen mag ich das Setting, viktorianisches London um 1900, Kutschen, die Eisenbahn, Holmes als der überlegene Denker, der die Fälle mit innovativen Methoden und Denkweisen löst, irgendwann taucht dann doch mal ein ebenbürtiger Bösewicht (Moriarty) auf. Aber auch die Neuinterpretation (Sherlock und Watson als Hörspiel, Sherlock (BBC TV Serie) und Elementary im TV) finde ich da ziemlich interessant.

    Von daher kann ich zum einen das Interesse und zum anderen die Produktion solcher "Sure Shots" doch verstehen und nachvollziehen. Auch wenn Sachen wie z.B. Dark Holmes nicht unbedingt das Holmes Label bräuchten, so hilft es doch zumindest, mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Und wenn dadurch eben nochmal 10 oder 20% mehr Leute reinhören, warum dann nicht?

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Gute Frage, schwere Antwort. Ich glaube, es sind viele Aspekte. Das Setting wurde schon angesprochen. Diese Sehnsucht nach der guten alten Zeit, die es gar nicht wirklich gab.

    Dann natürlich das Beobachten des Genies. Das gilt ja in vielen Bereichen, z.B. auch Sport. Wer bestaunt nicht einen Roger Federer, Messi oder Michael Jordan? Es sieht so einfach aus und man denkt, vielleicht könnte ich das auch.

    Vielleicht ist das Besondere aber auch, dass es nichts besonderes gibt. Man weiß bei Sherlock Holmes, was man bekommt. Keine Experimente, keine Veränderungen. Das konsumieren ist nicht anstrengend.

    Oder die Möglichkeit, Sherlock als Figur in andere Zeiten zu transferieren, siehe die BBC-Serie oder Dark Holmes von Contendo.

    Was auch immer es ist, es funktioniert. Und darum brauche ich als Autor auch noch eine Holmes-Geschichte in meinem Portfolio. :love:

    http::olis-weite-welt-des-wahns-blogspot.com

    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • ICh habe die Buecher nie gelesen die Filme die ich kenn sind etwas trocken, die BBC Serie war gut, Elementary war auch klasse.

    Den einzigen Sherlock Film Das Geheimnis des verborgenen Tempels der ist gut, vermutlich weil er nur die Namen benutzt vermute ich.

    die Hoerspiele sind auch gut haben alle ihre hoehen und tiefen

    Sherlock fasziniert mich eigentlich so gar nicht, Ich mag aber seine Hochnaessige und Arrogante art

  • Bücher habe ich nie davon gelesen. Als Kind liebte ich die alten s/w Filme mit Basil Rathbone und das Geheimnis des verborgenen Tempels

    Faszinieren tut er mich aber eig. nicht. Mochte Watson immer lieber, weil er mir sympatischer ist. Mir gefällts dass es in früheren Zeiten spielt.

    Von den Hörspielen höre ich ab und zu mal nur die von Titania. Sind einfach zu viele Serien, wo man irgendwie den Überblick verliert und ich nicht weis , womit man anfangen soll. Gibt es eig einen Threat, wo das besprochen wird?

  • Wir hatten ihn in der Schule im Englischunterricht zwei Bücher durchgenommen, der Hund vom Baskerville und das "gefleckte" Band. Da kam ich zum ersten Mal damit in Berührung und irgendwann hatte ein Schulkamerad eine Kassette davon. Da musste dann einfach was Besonderes an Holmes sein. Und heute bekommen wir es ja zu spüren. :)

  • Sepithane Schwierige Frage. Guck mal hier rein:

    takimo
    August 9, 2021 at 9:05 PM
    kamica
    April 2, 2022 at 6:33 PM


    Gerne auch einen eigenen Thread starten. Tribble hilft sicher gerne. Er ist ja der „Talk-Holmes-Experte“.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Halt du mich da bitte raus, ich hab selbst keine Ahnung was nun DAS besondere an ihm sein soll, außer dass er halt einer der ersten war und der Name recht bekannt ist (und die Rechte nichts kosten).


    Ich kann sagen, was mich zu ihm gebracht hat. Ich hatte die Bücher aus einer reinen Laune heraus gekauft, nachdem ich hier und dort natürlich schon die ein oder andere Verfilmung gesehen hatte, ohne große Erwartungen zu haben. Ich erwartete einen etwas antiquierten Schreibstil zu finden, mit Handlungen die für die damalige Zeit vielleicht originel und geistreich gewesen sein mögen, aber auch heutiger Sicht voller Cliches stecken würden.

    Stattdessen waren die Geschichten überraschent frisch erzählt (hängt vielleicht auch ein wenig von der Übersetzung ab - mein Englisch ist nicht gut genug um hier das Oritinal ausreichend zu bewerten), mit jeder Menge überaschender Auflösungen - auch wenn sie nicht unbedingt zum Mitraten einladen. Die Geschichten sind voller humor, mit einem Protagonisten der zwar bei Zeiten herrlich überheblich und sarkatsich sein kann, ohne ihn permament wie ein reines Arschloch darzustellen. Was ich für die damalige Zeit jedoch wirklich nicht erwartet hätte, ist, dass der Text auch nicht davor zurückschreckte die vierte Wand zu durchbrechen, da Holmes sich immer wieder über die Unzulänglichkeiten in Watsons berichten aufregt.


    Leider schaffen es nicht alle Pastiche, diese Qualitäten zu reporduzieren, und gerade im Hörspielbereich ist er in den letzten Jahren teilweise sehr zur Massenware geworden (Ich möchte nochmal daran erinnern, dass Titania buchstäblich die Geschichten von anderen Detektiven genommen, und einfach den Namen Holmes drauf geklatscht haben).

    Sicherlich sind das meiste davon gute Krimis, guten Holmes muss man jedoch suchen.

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