Wenn ihr so zurück blickt oder auch aktuell euch in der Branche umseht, welche Hörspielmacher und welche Labels fallen euch spontan ein, die richtige Trends gesetzt haben, die dann in weiterer Folge Nachahmer gefunden haben und die nun Gang und Gäbe sind?
Von Labels & Hörspielmachern, die Trends gesetzt haben...
-
-
Ganz spontan fällt mir da folgendes ein...
- Audible, die das staffelweise Erscheinen durchgesetzt haben. Mittlerweile erscheinen auch ganze Staffeln bei anderen Verlagen.
- FYEO, mit exklusive Hörspielserien als Podcast. Gab es zwar auch vorher schon, aber hier werden exklusive Serien nun in größerer Anzahl herausgebracht. Haben den Trend vielleicht nicht unbedingt gestartet, aber durch die Masse ganz sicher gefestigt. Der Podcast boomt nicht nur, auch finden sich hier mittlerweile sehr viele exklusive Hörspiele.
- Holysoft, die mit ihren Produktionen den Weg einer eigenen Streaming App gehen. Ok, passt aber nur bedingt, weil Nachahmer gibt es hier noch keine.
- Maritim, die ganz massiv auf eine digitale Veröffentlichung per Stream & Download gesetzt haben. Durch den Verlust der CD setzen nun immer mehr parallel auf den digitalen Weg.
-
Ivar Leon Menger mit Formaten wie Darkside Park und den Produktionen in Staffeln für audible.
-
- Europa, die das Kinderhörspiel erfunden haben.
Wahrscheinlich gab es schon vorher das Kinderhörspiel, aber Europa hat durch die Konzentration aufs Kinderhörspiel und den immens vielen Veröffentlichungen einen Trend gesetzt.- Die Macher der Reihe "Mitschnitt" haben meiner Meinung nach mit Found Footage einen Trend im Hörspielbereich gesetzt. Ich glaube vorher gab es das nicht oder nur sehr vereinzelt.
-
Ich würde sagen Oliver Döring der das Hörspiel von der Aufmachung her "erwachsen" gemacht hat, und damit einen neuen Trend losgetreten hat.
-
Von mir aus der Sicht eines Hörspielmachers und Hörspielfans in einer Person.
Wie schon richtig geschrieben wurde:
"Audible, die das staffelweise Erscheinen durchgesetzt haben.""Maritim, die ganz massiv auf eine digitale Veröffentlichung per Stream & Download gesetzt haben."
Hier könnte ich mir vorstellen, dass das mit dem Hörspieluniversum was aufgebaut wurde auch Schule machen könnte. Sebastian ist jemand der grundsätzlich gute und auch innovative Ideen hat.Europa, sie haben das Hörspiele auf Tontrager allgemein salonfähig gemacht und Heikedine Körting hat dann als erste, meiner Meinung nach, Hörspiele sehr lebensecht inszeniert.
Oliver Döring, der den Sound von Hollywood ins Hörspiel brachte und es noch erwachsener machte.
-
Bei „Trends-Setzen“ denke ich immer an:
Döring, der die Synchronsprecher und die „Kinoatmosphäre“ im Hörspiel salonfähig gemacht hat.
Tonstudio Braun, die Hörspielkassetten mit einer Laufzeit von 1 Stunde oder mehr produziert haben.
An die R&B, die erstmals im Hörspielbereich von Staffeln ähnlich den TV-Staffeln gesprochen haben und diese auch bei FAITH eingesetzt haben.
EUROPA, das Hörspiele auf Kassette veröffentlicht hat.
TITANIA, die als Erste eine Hörspielreihe mit dem Thema „Schauerromantik“ veröffentlicht haben.
-
Schauerromantik ist aber kein Trend geworden.
-
Hm, ja.... warum eigentlich nicht..?
Extremes Nischenthema?
Zu wenige gute Geschichten?
Für den Mainstream zu 'langweilig'? -
Quote
Schauerromantik ist aber kein Trend geworden.
Das stimmt! Wobei es doch Nachahmer gegeben hat:
FABULA OBSCURA (eine Hörspielserie von RUBIKON) ...
Und auch die neuen Folgen von Die Schwarze Serie (eine Hörspielserie von Maritim) seit der HIGHSCORE-Übernahme von MARITIM gehen sehr stark in Richtung Schauerromantik.
Und sogar die eine oder andere Folge von DREAMLAND-GRUSEL (eine Hörspielserie von DREAMLAND) bietet Schauerromantikatmosphäre, wie das großartige Der Fluch von Morosko.
Aber trotzdem ein Trend wie damals Döring, der begonnen hatte Synchronsprecher zu nehmen und alle anderen haben nachgezogen, war das Schauerromantikthema definitiv nicht. Nicht umsonst habe ich im thread Alleinstellungsmerkmal in der Hörspielwelt? geschrieben, dass TITANIA mit der Schauerromantik ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche hat. Wieso dies so ist? Ich denke für eine Serie, die sich nur diesem Thema widmet, ist es vielleicht zu viel Nische, vielleicht auch zu schwierig umzusetzen, weil es doch viel Recherchearbeit und großes „Umschreiben“ mit sich bringt? Aber man sieht ja am Gruselkabinett, dass es funktioniert und dass es gut ankommt.
-
Oliver Döring.
Hat mit Sinclair ein bisher unbekanntes Hörspielerlebnis erschaffen.
Dem folgten dann viele weitere.Europa mit Frau Koerting.
Sie haben durch ihre vielen Serien überhaupt dafür gesorgt, das Deutschland auch ein Hörspielland ist! -
AUDIBLE hat wahrscheinlich auch die Hörspiel-App, den Abo-Preis von 10€, das Hörbuch und den Download samt Bibliothek salonfähig gemacht. Zumindest hatten sie einen großen Einfluss darauf.
-
Hier würde ich noch Volker Sassenberg und GABRIEL BURNS nennen, der Mystery im Hlrspielbereich erst salonfähig gemacht hat. Danach gab es eine Vielzahl an Nachahmern. Burns bleibt aber unerreicht.
Fallen Euch weitere Beispiele ein?
-
Ich würde an dieser Stelle gerne Günter Merlau mit Drizzt in den Raum werfen – denn diese Art von High-Fantasy ist meiner Meinung nach bis heute unerreicht geblieben. Was er da erschaffen hat, war nicht nur episch, sondern atmosphärisch und erzählerisch auf einem Niveau, das man im Hörspielbereich nur selten findet.
-
Wobei er damit leider zu wenige Nachahmer finden konnte. Also einen regelrechten Trend und Boom konnte er nicht bewirken. Abseits der Wege fiel mir noch ein, was ungefähr zeitgleich erschien. Aber sonst 🤷
-
Naja, einen gewissen Fantasytrend gab es ja durchaus. Man darf da nicht vergessen, dass Serien wie Dragonbound – Gott hab sie selig – damals richtig eingeschlagen sind. Zwar war die Reihe nie ein Mainstream-Hit à la Die drei ???, aber sie hatte Charme, Tiefe und eine Atmosphäre, die man so nicht alle Tage in einem Hörspiel findet. Dann Die Elfen – ebenfalls eine starke Produktion, die sowohl von ihrer Vorlage als auch von der Inszenierung her einiges zu bieten hatte. Nur leider war auch hier nach relativ kurzer Zeit Schluss – schneller, als man es sich gewünscht hätte.
Abseits der Wege fällt mir da auch direkt ein – das Potenzial war da, absolut. Aber wie bei so vielen ambitionierten Hörspielserien wurde nie der große Wurf daraus. Es war zu komplex, vielleicht auch zu weit entfernt vom klassischen Erwartungshorizont des typischen Hörers, der eher Krimi, Mystery oder Humor bevorzugt.
Und dann Das Schwarze Auge in der Europa-Fassung… darüber legen wir besser den Mantel des Schweigens. Wer sich mit der Materie auskannte, hat schnell gemerkt, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt wurde – und das auf eine Art, die dem Namen der Marke nicht wirklich gerecht wurde.
Wenn Günter Merlau den Weg von Drizzt mit derselben Leidenschaft, Produktionsqualität und narrativen Tiefe konsequent weiterverfolgt hätte, dann – ja, dann hätte das durchaus zu einem Alleinstellungsmerkmal führen können. Denn Drizzt hatte alles, was eine langlebige Fantasyreihe braucht: komplexe Figuren, eine epische Welt, innere Konflikte, düstere Magie, Kämpfe und Emotion.
Aber vielleicht war der Markt einfach noch nicht so weit. Vielleicht war das Publikum damals nicht groß oder experimentierfreudig genug, um solchen Stoff langfristig zu tragen. Oder vielleicht war es schlicht ein Zusammenspiel vieler Faktoren – Timing, Finanzierung, Vertriebswege. Was bleibt, ist ein hochwertiges Fragment, das zeigt, was möglich ist – und die leise Hoffnung, dass jemand diesen Faden eines Tages wieder aufgreift.
-
Einen regelrechten Run und Trend hatte Carsten Hermann mit seiner Idee alle Sherlock Holmes Romane zu vertonen. Man könnte sogar sagen er habe die Büchse der Pandora geöffnet, denn dies war der Startschuss für eine regelrechte Schwemme an Holmes Hörspielen. Gefühlt jedes zweite Hörspiellabel hat einen Holmes im Repertoire.
Participate now!
Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!