Gibt es eine perfekte Label-Reaktion auf Kritik?

  • Wir haben hier im Talk ja bereits einen thread wie wir selbst mit Kritik an unseren liebgewonnenen Hörspielen umgehen, siehe Wie geht ihr mit Kritik an euren Lieblingshörspielen/Serien/Reihen bzw. Lieblingslabels um? , aber wie sieht es mit den Labels selbst aus?

    Gibt es eine perfekte Reaktion von Labels/Verlagen/Hörspielmachern wenn sie mit Kritik konfrontiert werden? Wenn Ja, wie sieht diese aus? Wenn Nein, warum nicht?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • zu Kritik schweigen,

    Naja generell bei Kritik zu schweigen ist auch nicht das Wahre.
    Klar gibt es immer viele, die nur auf Haten aus sind aber auch
    genug Hörer, die konstruktive Kritik äußern.
    Das sollten die Label schon versuchen zu filtern und darauf einzugehen,
    auch wenn es schwierig ist.
    Denn auch jemand, der Kritik äußert hat sich meist intensiv mit dem
    Gehörten beschäftigt.
    Und es gibt zum Glück noch Label, die mit Kritik umgehen und diese
    richtig deuten können, auch wenn das immer anders aussieht.

  • Das sollten die Label schon versuchen zu filtern und darauf einzugehen, auch wenn es schwierig ist.

    Sehe ich anders. Der Grat ist halt schmal, es sieht dann schnell nach Rechtfertigungsversuchen aus. Die kommen erst recht nicht gut rüber. Beispiele dafür gab es ja auch hier im Forum zur Genüge.

    Wenn eine Kritik berechtigt ist, dann sollte ein Label darauf reagieren, indem es etwaige Fehler bei der nächsten Produktion abstellt. Mehr nicht. Ansonsten sind sie meines Erachtens gut beraten, nicht auf Kritik einzugehen bzw. nicht über die Qualität der eigenen Hörspiele zu diskutieren.

    Aber klar verschwimmt das manchmal: Hörer stellen Fragen, wollen vieles wissen, kritisieren und loben in selbem Zusammenhang. Hier in der Erwiderung die richtige Balance zu finden, ist sicher nicht immer einfach. Es gibt aber genügend Dinge, die ein Label kommunizieren kann, ohne sich auf Diskussionen über die Qualität der eigenen Produktionen einzulassen.

    Nicht jeder Verkannte ist ein Genie. (Walter Moers)

    Edited once, last by Stollentroll (May 23, 2020 at 12:28 PM).

  • Umgang mit Lob und positiver Kritik: Bedanken!
    Konstruktive Kritik: Bedanken, aufnehmen, überlegen ob man etwas davon umsetzen möchte / kann.
    Destruktive Kommentare: Für die Kritik bedanken, Erwägungsgründe für kritisierte Entscheidung X kurz darlegen, wenn möglich. Das ganze sollte sachlich geschehen. Im stillen Kämmerlein versuchen, die geäußerten Dinge zu versachlichen. Dann Umgang wie mit konstruktiver Kritik.

  • Ich finde aus Sicht eines Produzenten, über Lob sollte man sich freuen (leider gibt es immer weniger positive Äußerungen im Netz). Für konstruktive Kritik sollte man offen sein und sich auch nicht angegriffen fühlen, sondern wenn möglich an diesen Punkten arbeiten. Es sei den man will Hörspiele klassischer Art produzieren und das Gegenüber will aber was ganz anderes. Auf Hater sollte man gar nicht eingehen, es sind bedauernswerte Menschen, die mit sich selbst oder ihrem Leben nicht glücklich sind und versuchen andere runterzuziehen um ein Erfolgserlebnis zu haben. Ich bin unserern Hörern dankbar, dass wir uns aus eigener Erfahrung, finanziell Möglichkeiten und eben konstruktiv Kritik verbessern konnten.

  • Die Reaktion nach außen ist egal, wenn die Reaktion nach innen aber ist "Oha, das ist tatsächlich ein Punkt, auf den ich nicht geachtet habe, das kann man besser machen", dann würden wir alle was davon haben.

    "Hater" ist zwar ein ganz übles Phänomen unserer Zeit, aber im Hörspielbereich glücklicherweise kein Thema. Wenn ein David Holy regelmäßig in den Foren angegiftet wird, dann ja in der Regel nicht wegen der Qualität der Hörspiele, sondern aus anderen Gründen.

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Ich würde auch sagen, es kommt immer darauf an, was kritisiert wird. Sind es handwerkliche Schwächen, die kritisiert werden, bei denen man auch keiner anderen Meinung sein kann (Beispiel: zwei Schauspieler sprechen einen Eigennamen unterschiedlich aus), dann sollte man das natürlich aufnehmen und bei nächsten Mal darauf achten. Wenn andere Sachen am Hörspiel kritisiert werden, zum Beispiel das Genre einem Hörer nicht passt oder die generelle Machart, dann sollte man das einfach zur Kenntnis nehmen ohne groß drauf einzugehen oder sich gar angegriffen zu fühlen. Geschmäcker sind nun mal verschieden und man kann es nicht jedem Recht machen. Solange es anderen gefällt und/oder die Verkaufs- bzw. Klickzahlen stimmen, kann man ja damit leben, dass es manchen nicht gefällt und muss über diese Personen nicht herziehen oder ihnen den Geschmack absprechen. Solche grundsätzlichen Sachen lassen sich - gerade bei einer Serie - normalerweise auch nicht auf den Kopf stellen. Da würde man es sich evtl. wieder mit anderen Hörern verscherzen.
    Und wenn man merkt, dass manche Forennutzer einfach persönlich im Konflikt mit dem Macher sind und generell alles schlechtreden, dann am besten diese Beiträge ignorieren. Auf keinen Fall in einen Konflikt hineinziehen lassen, das wirkt auf die Mitleser nur sehr unprofessionell.

  • Hm, ich schreibe dann schon mal an der Grabrede für dieses tote Forum hier.... 8|

    Wie sieht die perfekte Label-Reaktion auf Kritik aus? Ganz ehrlich, dass kommt ganz auf die Art und Weise wie Kritik geäußert wird an. Manchmal kann ich echt nachvollziehen, dass man dem Kritiker mal ordentlich die Fresse polieren wollen würde, aber Anstand und Moral gehen oft vor und man möchte schließlich nicht noch zusätzlich Ärger mit dem Gesetz haben. Auf gute und konstruktive Kritik, die nachvollziehbar erklärt wird, und man daraus etwas lernen und für sich erkennen kann, dass man etwas ändern könnte, da ist wohl die beste Reaktion darauf, die möglichen Dinge zu ändern und sich ggf. beim Kritiker zu bedanken.

    Nicht jede Kritik ist aber gerechtfertigt. Solche Vollpfosten, die gegen alles stänkern und wettern, weil ihnen ein Furz quer sticht oder sie irgendwann mal enttäuscht wurden oder sich einfach nur ungerecht behandelt fühlen, tja, die lässt man besser links liegen... dennoch will man solche Kritiken nicht immer unbeantwortet lassen. Wie macht man das dann? Im Dialog, öffentlich in Foren oder doch lieber im Einzelgespräch ... Meist artet sowas im öffentlichen Bereich wie Foren aus, und es bilden sich verhärtete Fronten... sowas ist unschön und belastet nur unnötig die Nerven und auch das Ansehen.

    Den richtigen Weg zu gehen um mit Kritik umzugehen ist nicht immer einfach. Gar nicht auf Kritik zu reagieren ist auch nicht immer der richtige Weg, aber so kann man vermutlich weniger falsch machen, als sich damit auseinander setzen zu müssen. Schont die Nerven, aber man kriegt ein Image der Unnahbarkeit. Das ist ja das, was man heute im Zeitalter von Facebook, Instagramm und Co. nicht möchte, sondern die Verbundenheit mit den Fans ist das Mittel der Wahl.

  • Gar nicht auf Kritik zu reagieren ist auch nicht immer der richtige Weg, aber so kann man vermutlich weniger falsch machen, als sich damit auseinander setzen zu müssen.

    Man muss aber auch nicht über jedes Stöckchen springen, das einem hingehalten wird. ;)
    Aus meiner Sicht ist Stollentrolls "Für Lob bedanken, zu Kritik schweigen, auf Fragen freundlich und sachlich antworten." genau richtig. Keine Rechtfertigungen. Keine Entschuldigungen. Nur so agiert man als Firma professionell. So und nicht anders.

    Alles andere ist lediglich Energieverschwendung. Konstruktive Kritik auf Facebook?! Nie gesehen.
    Vor allem ärgert die Trolle am meisten, wenn sie laut rumschreien und pöbeln und man sie gar nicht beachtet. Zumal sich 'normale Menschen' sowieso nicht die Bohne dafür interessieren, was irgendwo auf Facebook oder Twitter geschrieben wird. Warum auch? Schon morgen bekommt irgendjemand anders seine Seite vollgeschi***n mit billigem Hass, von Menschen ohne Leben. Lassen wir ihnen den armseligen Spaß, aber reagieren wir nicht darauf. <3

  • Vielen Dank für die vielen Beiträge und auch für die lebhafte Diskussion. Das macht ja ein Hörspielforum aus und deshalb sind wir alle hier. Damit wir uns in diesem thread nicht zu sehr auf Off-Topic Wegen begeben, habe ich mir erlaubt die Diskussionen über Facebook hierhin zu verschieben:

    Lösen Facebook & Co Hörspielforen und Infoseiten ab?

    Der Frage ob Hörspielforen tot sind, gehen wir am besten hier nach:

    Ist das „Hörspielforum“ tot??

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Also ein Patentrezept wie man auf jedwede Art von Kritik reagieren kann, gibt es wohl nicht. Wobei @Stollentrolls

    Quote

    Für Lob bedanken, zu Kritik schweigen, auf Fragen freundlich und sachlich antworten.

    schon ein sehr guter eingeschlagener Weg ist. Aus meiner Sicht sollte sich ein Label immer seine „Souveränität“ bewahren. Das bedeutet sich auf keinen Fall in einen „schriftlichen Kleinkrieg über Geschmacksfragen zu einem eigenen Produkt“ verzetteln. Damit verliert man Souveränität. Und sich auch nicht über Berufskollegen negativ äußern. Da stellen sich mir immer die Nackenhaare auf. Diese Kommentare empfinde ich dann immer nicht als professionelle Äußerungen sondern als Versuch einen Konkurrenten schlecht zu reden. Vom „Verstecken“ hinter einem Fake-Account ganz zu schweigen. Davon haben wir hier im Talk ja einige erleben dürfen und müssen. Das kostet Sympathiepunkte bei mir und ist auch keine Art auf Kritik von Fans einzugehen. Das empfinde ich dann als Manipulation.

    Eine Reaktion von Labels sollte immer möglichst frei von Gefühlen erfolgen. Wenn dies aus durchaus verständlichen Gründen nicht möglich ist, dann ist es besser gleich ganz darauf zu verzichten.

    Die beste Reaktion auf sachliche und konstruktive Kritik von Hörspielfans ist sicherlich diese zu analysieren und daraus dann Schlüsse zu ziehen und, sofern diese Kritik berechtigt dann auch als Motor für Verbesserungen einzusetzen und umzusetzen. Das wäre im Grunde die bestmögliche Verbindung zwischen Hörspielfan und Hörspielmacher. Wenn diese „Kette“ perfekt funktioniert, dann profitieren wirklich alle davon. Wenn jedoch jemand nur kritisiert um jemanden zu schaden oder um sich aus welchen Gründen auch immer Luft zu machen, dann kann diese Kette niemals funktionieren und dann macht es für ein Label auch keinen Sinn darauf zu reagieren.

    Quote

    Hater" ist zwar ein ganz übles Phänomen unserer Zeit, aber im Hörspielbereich glücklicherweise kein Thema.

    Jein! Die Zahl in Hörspielforen war verschwindend gering. Die wenigen, die da waren, immer unter Fake-Accounts, haben sich verabschiedet, sind untergetaucht, haben Dankenswerter Weise damit aufgehört oder haben ihr Betätigungsfeld aus den Foren auf andere soziale Plattformen verschoben. Mir würden hier doch einige wenige Beispiele einfallen, die jedoch interessanter Weise niemals aus der eigentlichen Hörspielfanszene kommen. Aktuell sehe ich aber in Hörspielforen keine Hater weit und breit. Und dies ist auch gut so. Was ich sehe sind diskussionsbereite und kritische Hörspielfans, die für Label und Hörspielmacher in manchen wenigen Fällen auch sehr unbequem sein können. Diese sind aber weit weg von Hatern, zumindest nach meinem Dafürhalten. Hier braucht es jedoch für Labels ein gutes Krisenmanagment und auch eine professionelle Art und Weise um deren sachliche Kritik souverän zu begegnen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wie sieht es eigentlich aus wenn Labels gerne den einen oder anderen Giftpfeil gegen ein anderes Label abfeuern? Wie nehmt ihr solches auf? Wie schon geschrieben, mir stellen sich die Nackenhaare auf. Ich empfinde es als unseriös sich auf Kosten anderer lustig zu machen und sich dabei als toll und großartig darzustellen. Dies kostet bei mir Sympathiepunkte. Selbst wenn ich das kritisierte Label selbst nicht mag oder zumindest vieles nicht gut oder optimal finde. Ich denke ein gutes Label, das ihrer Ansicht nach alles richtig macht, hat so etwas gar nicht notwendig. Es sei denn, so interpretiere ich ein solches Verhalten, man ist gar nicht so perfekt und zufrieden mit sich selber oder dem anderen etwas neidisch, was man selbst nicht so auf die Reihe bekommt.

    Display Spoiler

    Das Statement eines im Grunde tollen Labels, dass aber mit für mich (!!!) verzichtbaren Postings viel an Sympathie einbüßt. Und ich mir die Frage stelle WARUM SCHREIBT MAN SO WAS? https://www.hoergruselspiele.de/index.php?thread/30914-midnight-tales-angst-um-mitternacht-neue-reihe-von-contendo-media/&pageNo=7

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • WARUM SCHREIBT MAN SO WAS?

    Ach, das fand ich jetzt noch im Rahmen des Zulässigen. Grundsätzlich mag ich es auch nicht so, wenn man Giftpfeile gegen die Konkurrenz abschießt, aber in dem Fall wird ja die eigentliche Veröffentlichungspolitik in Abgrenzung zur Konkurrenz erläutert. Hätte man schöner machen können, aber so viel Nickligkeit ist für mein Empfinden schon noch gestattet.

    Aber wie du schreibst: für mich (!!!) gestattet.

    Nicht jeder Verkannte ist ein Genie. (Walter Moers)

  • WARUM SCHREIBT MAN SO WAS?

    Tja, die Antwort lautet wohl: Weil man es kann. Das Label hat halt alles richtig gemacht, die olle Kamellen erst gut zurückgehalten und dann vergoldet, wobei der Vertragspartner wohl den Wert dieser Hörspiele etwas zu hoch eingeschätzt hat. Und mit den Einnahmen dann voll reingeholzt und seine Stellung im Markt massiv ausgebaut. Contendo ist sicherlich der "Aufsteiger des Jahres".

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Das steht alles außer Frage. Vor allem während der Corona Zeit hat man uns die Zeit mit Hörspielen versüßt als andere Pausen einlegen mussten. Aber nur weil man es (sich leisten) kann dem Mitbewerber im Vergleich zu einem selber als „schlechter“ darzustellen, muss man es doch nicht. Aber vielleicht ist es einem möglichen Rechtsstreit geschuldet, der in erster Instanz verloren ging, dass man es „nötig“ hat. Wie geschrieben „Sympathiepunkte“ wird man mit solchen Aktionen bei mir nicht machen. Aber andere werden es anders sehen. Contendo vermag aber, dass kann ich ebenfalls zu 100% Schreiben, mit den meisten ihrer Hörspiele punkten. Ich fände es besser man beschränkt sich darauf ;)

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ok, das wird hier länger. Ich bin zwar kein Label, aber ich schreibe Hörspiele und setzte mich dadurch natürlich auch der Kritik aus. Wie gehe ich damit um?


    1. Ich lese sie

    2. Ich nehme sie an oder auch nicht

    3. Ich kommentiere sie nicht (dazu später mehr)

    4. Ich lasse sie nicht zu sehr an mich ran.


    Ein mit mir befreundeter Hörspielautor hat mir mal, in Bezug auf Kritik, folgenden Spruch „gedrückt“: „Kritiker gackern viel, legen selbst aber keine Eier.“ Mag arrogant klingen, steckt aber viel Wahrheit drin.

    Konstruktive Kritik (und nur solche ist es überhaupt Wert, beachtet zu werden) geht natürlich niemals an einem vorbei. Aber selbst dann trifft sie manchmal daneben. Denn in der Regel hat der Autor sich dabei etwas gedacht. Doch der Kritiker hat es nicht verstanden, hatte eine andere Erwartung oder ... oder ... oder ...

    Beispiel Humor im Hörspiel. Was der eine albern findet (und sich dahingehend äußert) trifft den Nerv des Anderen ganz genau.

    Negative Kritik trifft man übrigens deutlich öfter an, als positive Kritik. Das ist ein wenig wie bei der Tagesschau. Wenn ein Hörspiel also nur sehr wenig negativ kritisiert wurde, kann man beinahe schon wieder von einem Lob sprechen. Was irgendwie auch traurig ist.

    Ein anderes Beispiel: Spannung im Hörspiel. Ist etwas nur dann spannend, wenn viel Action stattfindet und dies musikalisch polternd untermalt wird oder kann etwas auch spannend sein, wenn ein Dialog die Bedrohung nur in den Köpfen des Zuhörers freisetzt? Auch hier ist jeder „Jeck“ anders und wird von Spannung ergriffen oder von unendlicher Langeweile gepackt.

    Ich kommentiere nicht. Warum? Weil Kommentieren den Charakter von Verteidigen hat. Grundsätzlich stehe ich hinter allem, was ich schreibe. Dafür brauche ich mich nicht zu verteidigen. Natürlich sind auch nicht alle meine Werke gleich gut. Insbesondere, wenn man sich zum ersten Mal an ein bis dato neues Genre wagt (Neu, für einen selbst) oder unter zeitlichem Druck arbeitet.

    Dann gibt es aber auch Kritiken, wo ich nur perplex mitlese und den Kopf schüttel. Kritik nämlich, in der Inhalt und gegebenenfalls auch Aussage des Hörspiels komplett in den Hintergrund geraten, weil seitenlang nur noch über die Sprecher diskutiert werden. Natürlich gibt es geniale Sprecher, wie auch weniger talentierte Sprecher. Das ist bei Schauspielern nicht anders. Aber ich wage zu bezweifeln, dass ein weniger talentierter Sprecher (insbesondere bei Nebenrollen) ein dramaturgisch gutes Hörspiel komplett verhunzen kann. Das ist schlimmstenfalls ein kleines Ärgernis, aber sicher keine seitenlange Diskussion wert, indem das Hörspiel selbst komplett vergessen wird. Der Vogel wird dann abgeschossen (ich nenne jetzt absichtlich keine Namen) wenn die Sprecher eines Labels pauschal heruntergeputzt, die eines anderen aber über den grünen Klee gelobt werden. Nur dass die Kritiker dummerweise völlig übersehen haben, dass das völlig identische Produktionen sind. Soll heißen, Label 2 hat lediglich das Cover getauscht – sonst war alles gleich (auch die Sprecher).

    Kritik ist und bleibt subjektiv. Denn jeder Hörer hat einen eigenen sozialen Hintergrund, Erfahrungen gesammelt, Filme gesehen und somit auch eine eigene Medienkomsumgeschichte hinter sich. Dadurch hat sie oder er Vorlieben entwickelt, die in jedem Hörspiel mal mehr mal weniger gut getroffen werden. Ein Hörspiel, das ausnahmslos jedem gefällt, gibt es nicht. Das muss man sich als Autor bewusst sein. Schon der Versuch ein solches Hörspiel schreiben zu wollen, wäre aussichtslos. Einer meiner Kollegen hat mal geschrieben, dass Krimis prinzipiell immer nach derselben „Rezeptur“ ablaufen. So leid es mir tut, aber er hat Recht. Genaugenommen erfinden Autoren die Welt der Literatur, des Hörspiel etc. schon lange nicht mehr neu. Bestenfalls glänzen sie mit überraschenden Stilmitteln, bewegen sich dabei aber immer innerhalb eines bestimmten passenden Plots – denn Plots sind limitiert. Im Prinzip wurde schon alles einmal geschrieben. Lest einfach mal exemplarisch hier. Beispiel Star Wars IV - Eine neue Hoffnung. Erzählte der Film, als er 1977 in die Kinos kam, eine wirklich völlig neue Geschichte? Nein, tat er nicht. Es war der klassische Film, bei dem Gut gegen Böse kämpfte. Lediglich die Stilmittel waren neu – es spielte im Weltraum mit exotischen Wesen und beneidenswerten Raumschiffen. So ist es mit allen Geschichten, die wir hören, lesen oder sehen. Wenn mich hier jemand fragen würde, was für mich eine tolle Kritik wäre, dann eine Äußerung wie folgende: „Wow, das Hörspiel hat mich total überrascht. Damit hätte ich nie gerechnet!

    “Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.” – Erich Kästner / “Kindern erzählt man Geschichten, damit sie einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.” – Jorge Bucay
    --- https://www.wortwelten.info ---

    Edited once, last by Marcus Meisenberg (June 14, 2020 at 7:21 PM).

  • Quote

    Zitat von Markus G.: „WARUM SCHREIBT MAN SO WAS?“

    Ich habe es gelesen und überhaupt nicht als Angriff verstanden. Was wohl besagtes Label betrifft, sind es ja vorliegende Fakten und über diese könnte auch ein Label sprechen/eingehen. Aber es wurde dort ja bereits erklärt, wie es zu dieser Aussage kam und ist für mich auch nachvollziehbar. :)

  • @Marcus Meisenberg #danke# für Deine ausführliche Meinung und Deine Sichtweise als Autor. Ich empfinde sie als sehr selbstbewusst. Aber ohne einem Mindestmaß an Selbstbewusstsein geht es nicht. Denn sonst würde man bei der Masse an Meinungen wohl bald brechen.

    @Chris2710 Ich habe mir die Erklärung warum es zu diesen „Aussagen„ kam durchgelesen. Ich muss aber gestehen ich habe in besagtem thread weder Fragen von Usern über chaotische Contendo Reihenfolgen, noch Anfragen über eine Contendo App noch Anfragen über Games zu Contendo Serien gefunden. Von daher sehe/lese ich keinen Grund warum man plötzlich „solche“ Aussagen trifft (es sei denn man möchte sich über seinen Mitkonkurrenten lustig machen). Daher kam ich auch zu diesem Schluss und nicht wie Du dass dies überhaupt gar kein Angriff gegen Holy war. Aber ich gebe auch zu dass ich nicht so so intensiv mitlese, weil nicht mehr angemeldet. Vielleicht kannst Du mir die entsprechenden Stellen per PM schicken. Dafür schon vorab #danke#

    Aber wie geschrieben, mir persönlich gefällt es nicht wenn Labels über andere Labels coram publico schlecht reden, egal um welches Label es sich handelt. Und mir fallen da ja (leider) mehrere Label (oder ehemalige Label) ein, die dies machen.

    Aber viel spannender ist ja die Frage wie denn ein Label auf solche Angriffe reagieren sollte? Das war auch die Ursprungsintention dieses threads. Ich erweitere die Frage -

    wie sollte ein Label reagieren, wenn sie ein anderes Label öffentlich kritisiert? Wie sollte ein Autor reagieren wenn er von einem anderen Autor kritisiert wird? Etc? Wie siehst Du das @Marcus Meisenberg? Reagierst Du auf Kritik eines Kollegen anders als auf Kritik eines Hörers? Gibt es hier einen „Masterplan“? Ist hier ignorieren die beste Art und Weise? Oder sollte man das persönliche Gespräch führen und es so weg von der Öffentlichkeit bringen? Oder fördert möglicher Weise ein öffentlicher Schlagabtausch die Verkaufszahlen?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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