Welche Filme/Serien habt ihr zuletzt geschaut?

  • MobLand - Familie bis aufs Blut


    Megagute Thriller Serie von Guy Richie, mit Pierce Brosnan, Helen Mirren und Tom Hardy in den Hauptrollen - und Tom Hardy liefert wieder brutal ab - in meinen Augen ein ganz grosser Schauspieler! ...und wusstet ihr dass er rappen kann? ;)

    Ungefähr seitdem er dies mit der Stimme von "Bane" gemacht hat. Tolle Serie , freue mich auf Staffel 2 .

  • Was nicht alles ein Remake bekommt !

    Beschreibung:
    Neuverfilmung der Abenteuer-Romane von Emilio Salgari über den Piraten Sandokan, der im 19. Jahrhundert im heutigen Malaysia mit seinen Getreuen gegen die britischen Kolonialherren, insbesondere den skrupellosen James Brooke, kämpft, der für die Ermordung seiner Familie verantwortlich ist …

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  • ES: WELCOME TO DERRY:

    Folge 8 und damit Ende der ersten Staffel. Fazit: Hat mir brutal gut gefallen, obwohl mir eine Episode nen Hauch zu derb war. General Shaw als 2. Hauptantagonist neben Pennywise, war einfach genial!

    Bei Staffel 2 bin ich dabei!

    The Jokes on you!

    Edited 3 times, last by Evil (October 4, 2026 at 9:05 AM).

  • Reacher - Staffel 4

    Geil, hat mir sehr gefallen. Staffel 3 fand ich bisher am besten, aber Staffel 4 ist auch echt stark. Freue mich auf hoffentlich viele weitere Staffeln.


    Neagley - Staffel 1

    War ok, mehr nicht. Etwas mehr Action hätte der Serie gut getan. Eine 2.Staffel würde ich mir anschauen, aber sie sollte schon mehr bieten.

  • Mir haben sowohl Reacher als auch Neagley sehr gut gefallen. Ich fand Neagley sogar einen Ticken besser weil anspruchsvollerer Fall.

    Aktuell sehe ich Alex Cross. Staffel 1. Auch sehr gut! 👍

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Die tolle Tante (1958)

    Rosalind Russell betritt einen Raum – und eigentlich gehört er ihr im selben Moment. Viel treffender lässt sich Auntie Mame kaum beschreiben, denn dieser Film steht und fällt mit seiner Hauptfigur. Mame Dennis ist extravagant, laut, neugierig, verschwenderisch, manchmal vollkommen unmöglich und dabei mit einer Lebenslust ausgestattet, gegen die ihre gesamte Umgebung ausgesprochen blass aussieht. 143 Minuten sind für eine Komödie dieser Art durchaus üppig, trotzdem hatte ich erstaunlich selten das Gefühl, dass sich der Film wirklich zieht. Dafür passiert in Mames Leben einfach viel zu viel.

    1928 kommt ihr Neffe Patrick zu ihr, nachdem sein Vater gestorben ist. Für den Jungen öffnet sich damit eine völlig neue Welt. In Mames New Yorker Wohnung wird gefeiert, getrunken, diskutiert und gelebt, und die unterschiedlichsten Menschen gehen ein und aus. Genau davor wollte Patricks Vater seinen Sohn eigentlich schützen und hat deshalb den stockkonservativen Dwight Babcock als Verwalter des Erbes eingesetzt. Der versucht prompt, Mames Einfluss einzudämmen. Doch wer glaubt, diese Frau ließe sich durch einen Banker davon abhalten, ihrem Neffen ihre Vorstellung vom Leben beizubringen, hat Mame Dennis noch nicht kennengelernt.

    Der Film springt über viele Jahre und ist entsprechend episodisch aufgebaut. Nach dem Börsencrash von 1929 ist Mame plötzlich pleite und probiert sich mit erstaunlich wenig Talent in den verschiedensten Berufen. Besonders ihre Versuche als Schauspielerin und Verkäuferin haben mir gefallen, weil Rosalind Russell hier ihre ganze komödiantische Energie entfesseln darf. Dann taucht der wohlhabende Südstaatler Beauregard Burnside auf, Mames Leben nimmt erneut eine völlig andere Richtung, und selbst damit ist erst ein Teil ihrer Geschichte erzählt. Später kehrt Patrick als junger Mann zurück und scheint ausgerechnet zu jenem angepassten Erwachsenen geworden zu sein, vor dem Mame ihn all die Jahre bewahren wollte.

    Rosalind Russell ist dabei wirklich ein Ereignis. Ihre Mame könnte mit einer weniger präzisen Darstellung schnell anstrengend werden, doch Russell findet hinter der ganzen Exzentrik immer wieder etwas Warmherziges. Man glaubt ihr, dass sie Patrick tatsächlich liebt und ihm nicht einfach nur ihre eigene Lebensweise aufzwingen möchte. Herrlich ist außerdem Coral Browne als dauerbeschwipste Schauspielerin Vera Charles. Sobald Mame und Vera gemeinsam auftauchen, entwickelt sich zwischen beiden ein wunderbares komödiantisches Pingpong. Peggy Cass als Agnes Gooch bekommt ebenfalls einige der schönsten Momente, während Joanna Barnes als Gloria Upson so herrlich selbstgefällig auftritt, dass man Mames Abneigung gegen Patricks zukünftige Schwiegerfamilie sofort nachvollziehen kann.

    Auch optisch macht der Film richtig Spaß. Mames Wohnung verändert ihr Aussehen beinahe ebenso häufig wie ihre Besitzerin ihre Garderobe. Farben, Möbel, Kostüme und Dekorationen wirken teilweise vollkommen überzogen, passen aber wunderbar zu einer Frau, die offensichtlich nichts von unauffälligem Auftreten hält. Besonders das Abendessen mit den Upsons entwickelt sich dadurch zu einem herrlichen Höhepunkt. Mame führt diese versnobte Familie mit einer solchen Eleganz vor, dass sie dafür kaum offen angreifen muss. Die endgültige Krönung ist schließlich ihre Verwendung der Buchhonorare. Gemeiner und gleichzeitig charmanter hätte sie sich von den Upsons kaum verabschieden können.

    Nicht alles funktioniert heute noch gleichermaßen gut, und in der zweiten Hälfte merkt man gelegentlich die Herkunft von der Theaterbühne. Einige Gags werden ziemlich breit ausgespielt, Nebenfiguren sind bewusst bis zur Karikatur überzeichnet und die vielen Stationen aus Mames Leben lassen den Film stellenweise eher wie eine Sammlung großer Auftritte als wie eine durchgehende Geschichte wirken. Doch vielleicht passt selbst das zu dieser Figur. Auntie Mame will schließlich gar nicht dezent sein. Es ist eine farbenprächtige, temporeiche und gelegentlich herrlich bissige Komödie über eine Frau, die sich konsequent weigert, ihr Leben nach den Vorstellungen anderer zu führen. Und wenn Mame am Schluss bereits Patricks Sohn für das nächste große Abenteuer begeistert, ist vollkommen klar: Diese Tante wird auch die nächste Generation gehörig durcheinanderbringen.

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  • Den dritten Film von Quentin Dupieux: Wrong Cops

    Wer Rubber und Wrong gesehen hat, wird ungefähr wissen, was ihn erwartet. Es ist grotesk, fühlt sich falsch an und ist doch irgendwie großartig. Kein Film für jeden, aber wer schon vieles gesehen hat ist bei Mr. Oizo genau richtig.

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  • Aktuell schaue ich "Vera". Britische Krimi Serie, die in Newcastle und Gegend spielt. Macht echt Spaß zu gucken.

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    Und dann schau ich in der ARD Mediathek die Doku-Reihen "Feuer und Flamme" und "Nachtstreife".


    Sonst habe ich beim letzten Paramount+ Abo die neueren Dexter Serien (New Blood, Original Sin und Wiedererwachen) geschaut und fand alle drei Serien richtig gut. Freue mich schon auf Staffel 2.

    Richtig schlecht fand ich dagegen 1923. Top Cast, aber eine Handlung die derart unterirdisch war, dass man nicht wusste ob das alles ernst gemeint war. Diese ganze Reise von Spencer Dutton... oh man.

    1883 war schon besser, aber leider war man zum Ende der Serie doch ein wenig von Elsa genervt. Wusste alles und trug die Last der Welt. Anstrengend...

    Starfleet Academy war dagegen sehr unterhaltsam. Ich brauchte zwar etwas um mich an den Humor zu gewöhnen, aber dann war es echt super. Und spätestens nach der DS9 Folge war ich begeistert. 🥰 Ist halt nicht mehr das Star Trek der 90er, aber trotzdem kurzweilig.

    Memory of a killer kann ich auch nur empfehlen. Eine mega Serie mit Patrick Dempsey. Spannend bis zum Schluss.

  • Sindbads siebente Reise (1958)

    Was für ein herrlich altmodisches Abenteuer! Sindbads siebente Reise braucht keine komplizierte Mythologie und erst recht keinen überladenen Hintergrund. Eine geheimnisvolle Insel, ein hinterhältiger Zauberer, Zyklopen, ein riesiger Vogel, ein Drache, ein kämpfendes Skelett und mittendrin Sindbad – fertig ist eine fantastische Reise, die mich auch mehr als 65 Jahre später noch erstaunlich gut mitnimmt. Dabei merkt man dem Film sein Alter selbstverständlich an, aber gerade die sichtbare Handarbeit entwickelt heute einen Reiz, den makellose Computereffekte nur schwer ersetzen können.

    Los geht es auf der Insel Colossa, wo Sindbad und seine Männer dem Zauberer Sokurah begegnen, der vor einem Zyklopen flieht und dabei seine magische Lampe verliert. Sindbad hat allerdings keinerlei Interesse daran, wegen Sokurahs Schatz noch einmal auf diese gefährliche Insel zurückzukehren. Also sorgt der Magier selbst für einen Grund: Er schrumpft Prinzessin Parisa auf Miniaturgröße und behauptet anschließend, nur eine Zutat von Colossa könne sie retten. Damit beginnt eine klassische Abenteuerfahrt, bei der schon die Zusammenstellung der Mannschaft aus verurteilten Verbrechern ahnen lässt, dass Sindbad nicht ausschließlich mit Monstern Probleme bekommen wird.

    Spätestens auf Colossa gehört der Film dann Ray Harryhausen. Sein Zyklop ist keine Kreatur, die ich trotz der technischen Möglichkeiten von 1958 irgendwie entschuldigen müsste. Im Gegenteil: Gerade seine leicht unnatürlichen Bewegungen machen ihn zu einem Wesen, das tatsächlich aus einer anderen Welt zu stammen scheint. Herrlich ist die Sequenz, in der Sindbad das Monster blendet und schließlich über eine Klippe lockt. Kurz darauf wartet bereits der riesige Roc, und später kommt es sogar zum Kampf zwischen einem zweiten Zyklopen und dem Drachen. Da steckt so viel Fantasie in gerade einmal 88 Minuten, dass ständig ein neues kleines Wunder hinter der nächsten Felswand wartet.

    Mein Höhepunkt bleibt allerdings der Schwertkampf mit dem Skelett. Eigentlich passiert dabei etwas vollkommen Verrücktes: Kerwin Mathews kämpft gegen eine Figur, die während der Dreharbeiten überhaupt nicht vorhanden war, und trotzdem entsteht ein erstaunlich glaubwürdiges Duell. Das Skelett reagiert auf Sindbads Bewegungen, pariert seine Schläge und scheint tatsächlich Gewicht und Persönlichkeit zu besitzen. Harryhausen perfektionierte diese Idee später mit der berühmten Skelettarmee in Jason und die Argonauten, doch bereits hier besitzt die Szene eine Magie, die weit über eine bloße technische Demonstration hinausgeht.

    Kerwin Mathews gibt einen sympathischen, geradlinigen Sindbad, während Kathryn Grant als Parisa erfreulicherweise mehr zu tun bekommt, als nur auf ihre Rettung zu warten. Besonders ihre Begegnung mit dem kleinen Dschinn Barani innerhalb der Wunderlampe mag ich sehr. Den stärksten menschlichen Gegenspieler liefert allerdings Torin Thatcher. Sein Sokurah ist verschlagen, manipulativ und jederzeit bereit, jeden anderen für seine Ziele zu opfern. Dazu kommt Bernard Herrmanns Musik, die dem Abenteuer eine Größe verleiht, die das vergleichsweise überschaubare Budget vergessen lässt. Schon musikalisch fühlt sich Colossa nach einem Ort an, an dem hinter jeder Ecke etwas Ungeheuerliches lauern könnte.

    Natürlich sieht man heute Drähte, Projektionen, Matte Paintings und die unterschiedlichen Bildebenen wesentlich deutlicher als ein Kinopublikum 1958. Das nimmt mir aber überhaupt nichts. Eher das Gegenteil: Ich sehe darin die Arbeit und Geduld, mit der solche Bilder überhaupt erst möglich gemacht wurden. Sindbads siebente Reise ist für mich deshalb weniger ein Film, dessen Effekte „für damalige Verhältnisse“ beeindruckend sind. Sie sind schlicht Teil seines Charmes. Wenn am Ende Zyklop und Drache aufeinander losgehen, Sindbad seine gigantische Armbrust abfeuert und Sokurah schließlich unter seinem eigenen Monster begraben wird, bin ich längst wieder zwölf Jahre alt. Genau so muss ein großes Märchenabenteuer aussehen.

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  • Oh, da bekommt man aber Appetit...😃

    Den Film habe ich noch nie gesehen. Wird nachgeholt... kommt auf meine lange Liste.

    Danke für den Tipp...😉

  • Das Verlangen der Maria D.

    Bildschön gefilmt, verträumter Musikeinsatz und sehr kunstvoll präsentiert. Das kurze, doch derbe Gewaltinferno im Finale dient als beißender Kontrast zur intrinsisch-eingefärbten Melancholie der isolierten Frau und verdeutlicht ihre dräuende Einsamkeit, Wunsch nach Nähe und Ausweglosigkeit des Momentums in harten Molltönen.

    Eine sehr romantisch angehauchte Fassung der Nekrophilie-Thematik, anders als Buttgereits Genre-Klassiker "Nekromantik" mit sehr poetischen Zügen

  • The Cabin in the Woods

    Wurde von einem Film-Youtuber empfohlen und es war wirklich erfrischend anders. Wird zwar als Horror-Comedy bezeichnet, aber meiner Meinung nach ist das nicht ganz so, also geht nicht in die Richtung von Scary Movie & Co. Es hat mich auf jeden Fall sehr unterhalten und ich kann es echt nur weiterempfehlen ;)

  • The Cabin in the Woods

    Comedy ist der aber in jedem Fall, zumindest ist ein großer Schuss davon mit in der Mixtur und schwingt bei allem Horror immer mit. Die Szenen von den Mitarbeitern der Anlage und wie man deutlich sieht, dass das für sie nur ein skurriler Job ist, sind pures zynisches Comedy-Gold.

    Selbst heute gesehen:

    Blitz

    In diesem Drama von Steve McQueen geht es um die junge Mutter Rita und ihren Sohn George. Rita möchte George während des "Blitz", also der andauernden Angriffe der deutschen Luftwaffe auf London während des Zweiten Weltkriegs, aufs Land schicken, damit er nicht weiter in Gefahr ist. George wehrt sich dagegen und springt schließlich auf dem Weg aus dem fahrenden Zug, um nach London zurückzukehren. Ob es den beiden gelingt, sich wiederzufinden?

    Der Film ist wirklich ein Drama im Wortsinne. Die Kampfhandlungen bilden zwar den Hintergrund und es gibt auch entsprechend Zerstörungen usw. zu sehen, aber mit Ausnahme von einigen Szenen in denen Feuerwehrleute Brände bekämpfen, wird hier auf Action verzichtet. Die Charaktere stehen im Vordergrund - was Fluch und Segen zugleich ist. Die Leistungen von Saoirse Ronan und ihrem Filmsohn sind wirklich sehr gut. Aber durch diese Fokussierung zerfasert der Film ein wenig an den Rändern und viele Dinge werden nur angerissen:

    • Die in der Bevölkerung tobende Diskussion, ob die U-Bahntunnel als Luftschutzräume geöffnet werden.
    • Frauen, die auf einmal in der Rüstungsindustrie ganze Fabriken am Laufen halten
    • "Gemischtrassige" Beziehungen und die entsprechenden Vorurteile (Georges Vater war schwarz)
    • Gute Samariter auf der einen und habgierige Schurken auf der anderen Seite
    • Der junge Feuerwehrmann, der in Rita verschossen ist, sich aber nicht traut, es ihr zu sagen

    Das Ende hat mich ein wenig geärgert. Nachdem so viele Dinge gezeigt und angerissen wurden, lässt uns "Blitz" damit allein, wie wir uns selbst ausmalen müssen, was nun passiert. Alles ist in gewisser Hinsicht wieder auf Anfang - und kaum etwas besser.

    Die Produktion sieht insgesamt sehr wertig aus mit leichten Abstrichen bei den Fliegereffekten. Wie gesagt, es geht nicht um Action, aber die Fliegerbomben, die zu sehen sind, sahen schon in "Pearl Harbour" vor inzwischen 25 Jahren besser aus. Der Score von Hans Zimmer ist sehr zurückgenommen. Die Ausstattung versetzt einen aber zielsicher in die 40er Jahre.

    Fazit: Bei einem grundsätzlichen Interesse an Thema und Zeit kann man die zwei Stunden für dieses Drama durchaus investieren. Naturgemäß muss man mit Kinderdarstellern klar kommen und damit, dass manche Botschaft etwas mit dem Holzhammer verabreicht wird. "Blitz" ist meines Wissens bis dato exklusiv im Abo von Apple TV abrufbar.

  • Bei den vielen KI News bin heute Abend mal mit dem ersten Terminator Film in der uncut Version gestartet. 1984 hat man schon das Thema auf dem Schirm gehabt. Düster und ziemlich heftig umgesetzt. Ich weiß gar nicht, wann ich den Film zuletzt geschaut habe. Anscheinend wieder so lange her, dass es ein wirklich spannender Filmeabend war.

  • Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)

    Schon die ersten Minuten haben etwas angenehm Geheimnisvolles. Ein geflügeltes Wesen zieht über Sindbads Schiff hinweg, verliert ein goldenes Schmuckstück und setzt damit eine Suche in Gang, deren Ziel zunächst niemand wirklich kennt. Dazu kommen Sindbads Visionen von einer Frau mit einem Auge auf der Handfläche und einem schwarz gekleideten Mann, der seinen Namen ruft. Sindbads gefährliche Abenteuer lässt sich mit seinen Erklärungen Zeit und weckt lieber erst einmal die Neugier. Das funktioniert erstaunlich gut, denn anders als beim sehr geradlinigen Sindbads siebente Reise von 1958 liegt diesmal von Beginn an etwas Düsteres über der Geschichte.

    Das goldene Amulett führt Sindbad schließlich zum Großwesir von Marabia. Auch er besitzt ein Fragment, und zusammengesetzt ergeben die Stücke eine Karte zum sagenhaften Brunnen des Schicksals auf Lemuria. Dort warten Jugend, Reichtum und die Macht der Unsichtbarkeit. Nur ist noch jemand hinter diesen Gaben her: der Magier Koura, der bereits das Gesicht des Wesirs entstellt hat und Sindbad auf der gesamten Reise verfolgt. Eine schöne Idee ist dabei, dass Koura für seine Zauberei jedes Mal mit seiner eigenen Lebenskraft bezahlt. Nach jedem Einsatz seiner Magie altert er sichtbar. Dadurch bekommt sein Wettlauf zum Brunnen eine zusätzliche Dringlichkeit, denn er jagt nicht nur nach Macht, sondern zunehmend auch nach der Möglichkeit, seinen eigenen körperlichen Verfall rückgängig zu machen.

    Tom Baker stiehlt dabei beinahe allen anderen die Schau. Sein Koura ist finster, arrogant und besessen, ohne ständig laut oder übertrieben böse auftreten zu müssen. Allein sein Blick reicht oft aus. John Phillip Law ist als Sindbad ein anderer Typ als Kerwin Mathews: weniger unbekümmerter Märchenheld, etwas rauer und körperlicher. An seinen eigentümlichen Akzent musste ich mich allerdings erst gewöhnen. Caroline Munro hat als Margiana zunächst eine recht klassische Abenteuerfilmrolle, wird durch das geheimnisvolle Auge auf ihrer Hand aber direkt mit der Mythologie der Geschichte verbunden. Douglas Wilmer gefällt mir ebenfalls als maskierter Wesir, und Kurt Christian sorgt als ziemlich nutzloser Haroun für einige leichtere Momente.

    Ray Harryhausen bekommt diesmal reichlich Gelegenheit, seine Kreaturen nicht nur als Hindernisse, sondern als Bestandteil der Handlung einzusetzen. Besonders großartig finde ich die Galionsfigur von Sindbads eigenem Schiff, die plötzlich zum Leben erwacht, sich aus dem Holz löst und die Karte stiehlt. Noch eindrucksvoller ist Kali. Eine sechsarmige Statue mit sechs Schwertern gegen mehrere Männer antreten zu lassen, ist schon als Idee fantastisch. In der Umsetzung wird daraus eine herrlich komplizierte Choreografie, bei der man ständig darauf achtet, welches Schwert gerade von wo kommt. Genau bei solchen Szenen vergesse ich schnell die sichtbare Stop-Motion-Technik und staune stattdessen darüber, wie präzise reale Schauspieler und eine Figur zusammengebracht wurden, die am Set überhaupt nicht existierte.

    Zum Schluss legt der Film noch einmal kräftig nach. Margiana soll einem einäugigen Zentauren geopfert werden, der später auf einen Greif trifft. Zwei vollständig animierte Wesen kämpfen miteinander, während die Menschen beinahe zu Zuschauern ihres eigenen Abenteuers werden. Besonders der Greif hat mir gefallen, weil er nicht als weiteres Monster behandelt wird, sondern tatsächlich als Gegenkraft zum Bösen. Dass Koura in den Kampf eingreift und damit das Ergebnis beeinflusst, passt hervorragend zu seiner Figur. Sein anschließender Griff nach der Unsichtbarkeit führt dann zu einem vergleichsweise einfachen, aber clever gelösten Endkampf: Erst das Wasser des Brunnens macht seinen unsichtbaren Körper wieder erkennbar.

    Von den drei Columbia-Sindbad-Filmen wirkt dieser Mittelteil auf mich am dunkelsten und vielleicht auch am geschlossensten. Sindbads siebente Reise besitzt noch mehr von diesem unschuldigen Märchengefühl, während Sindbad und das Auge des Tigers später deutlich ausladender erzählt. Sindbads gefährliche Abenteuer sitzt ziemlich genau dazwischen und findet dabei seinen eigenen Ton. Die Suche nach den Amulettstücken gibt der Handlung ein klares Ziel, Koura ist ein hervorragender Gegenspieler und Harryhausen liefert mit der lebenden Galionsfigur, Kali, dem Zentauren und dem Greif einige seiner schönsten Geschöpfe. Und dass Sindbad am Ende die Krone freiwillig dem Wesir überlässt, weil ihm seine Freiheit wichtiger ist, passt wunderbar zu ihm. Nach drei Filmen würde ich diesen Teil tatsächlich knapp vor den beiden anderen einordnen – vor allem wegen Tom Baker und einer sechsarmigen Göttin, gegen die ich definitiv kein Schwertduell führen möchte.

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