Welche Filme/Serien habt ihr zuletzt geschaut?

  • Dressed to Kill

    Nach langer Zeit mal wieder angeschaut. Das ist ein sehr sehr guter Thriller von Brian dePalma!

    Den hab ich lustigerweise letzte Woche auch erst mal wieder gesehen. Ein amerikanischer Giallo quasi..Sehr gut.

    Ansonsten noch (alles auf Blu-Ray oder 4k)

    Mortal Kombat (2021)

    Gar nicht mal so schlecht. Hier sollte einem eigentlich klar sein, was man bekommt.

    Chucky 3

    Seit langem mal wieder gesehen und irgendwie enttäuschen mich diese ganzen Filme die ich früher sehr oft gesehen und geliebt habe auch heute nicht. Hat mich über die komplette Laufzeit gut unterhalten, obwohl dieser Teil in der Reihe als nicht besonders beliebt gilt.

    Splinter (2008)

    Low Budget Creature Feature. Ganz ok, aber hier reicht mir wohl einmal ansehen.

  • DEAR ENGLAND 4-tl. engl. Miniserie von 2026

    Eine Kritik kann ich erst morgen liefern, aber ich wollte heute schon mal einen TV-Tipp posten.

    Nur rund 2 Wochen nach der BBC-VÖ läuft heute bei ZDF neo "Dear England" über Gareth Southgate und die Three-Lions. Ich bin mega-gespannt.

    Synchronstimmen-Bonus: Torben Liebrecht ( Sherlock Holmes Bakerstreet ) und Ghadah Al-Akel ( Schubia Wanzhaar) :love:

    Edited 2 times, last by Sherlockia (June 9, 2026 at 10:38 AM).

  • The Residence auf Netflix

    Detective Cordelia Cupp kommt ins Weiße Haus, um einen Mord aufzuklären, der während eines Staatsbanketts geschehen ist.


    So ziemlich alle Charaktere die hier auftauchen sind total schräg und überzeichnet. Eigentlich macht die Serie Spass, wird aber auch zunehmend anstrengend aufgrund der hektischen Schnitte und Einwürfe, die es leider sehr schwierig machen, allen Details der Story zu folgen.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • MANDY /2018/Horror/Rache-Thriller mit Nicoals Cage, Andrea Risebourough (Mandy),Linus Roache etc

    Holzfäller Red Miller (N. Cage) will sich an einer Sekte und an einer bizarr ausehenden Motorradgang rächen, da diese seine Frau entführt und bei lebendigem Leib verbrand haben! Düsterer Action-Horror mit Nicolas Cage, als erbarmungsloser Rächer.

    Der Film ist geprägt von einer ganz eigenartigen, psychedelischen Atmosphäre. Bei einigen Szenen könnte man meinen, diese wurden nicht auf der Erde, sondern in der Hölle direkt aufgenommen. Ein entschlossener und verzweifelter Nicoals Cage, gegen eine dämonische (oder irre) Sekte.

    Ich fand den extrem ausdrucksstark.

    DerPoldi and Film-friends, Kenn ihr den???

    Evil

    Bisher nicht, aber aufgrund deines Beitrags habe ich ihn geschaut.

    Mandy

    Mandy ist für mich einer dieser Filme, die man entweder komplett ablehnt oder völlig in ihren Bann gerät. Es ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, kein klassischer Rachethriller und eigentlich auch kein typischer Nicolas-Cage-Film. Vielmehr wirkt er wie ein düsterer Albtraum, der irgendwo zwischen Heavy-Metal-Cover, Fantasy-Gemälde, Drogentrip und blutiger Rachegeschichte existiert. Und genau das macht ihn so einzigartig.

    Schon die ersten Minuten machen deutlich, dass Regisseur Panos Cosmatos keine gewöhnliche Geschichte erzählen möchte. Der Film nimmt sich unglaublich viel Zeit, um seine Figuren und seine Atmosphäre aufzubauen. Red Miller und Mandy Bloom leben zurückgezogen in den Wäldern des pazifischen Nordwestens. Ihr Leben wirkt ruhig, fast friedlich, und gerade deshalb trifft die folgende Eskalation umso härter.

    Nicolas Cage spielt Red zunächst erstaunlich zurückhaltend. Seine Figur ist kein Actionheld, sondern ein gebrochener Mann, der einfach nur sein Leben mit der Frau verbringen möchte, die er liebt. Andrea Riseborough verleiht Mandy etwas Geheimnisvolles und zugleich Zerbrechliches. Sie wirkt wie jemand, der nie ganz in diese Welt gehört hat, was perfekt zur traumartigen Stimmung des Films passt.

    Die erste Hälfte von Mandy entfaltet sich beinahe hypnotisch. Die Bilder leuchten in tiefen Rot-, Blau- und Lilatönen, während sich die Handlung langsam wie ein dunkler Nebel zusammenzieht. Manche Zuschauer werden diese Langsamkeit möglicherweise als Geduldsprobe empfinden. Für mich gehört sie jedoch zum Konzept. Der Film erschafft eine Atmosphäre, die man nicht einfach betrachtet, sondern regelrecht aufsaugt.

    Linus Roache liefert als Sektenführer Jeremiah Sand eine großartige Leistung ab. Seine Figur ist weder der klassische Bösewicht noch ein wahnsinniger Mörder im üblichen Sinne. Vielmehr ist er ein zutiefst narzisstischer Mensch, der sich selbst für eine Art spirituelle Erlöserfigur hält. Gerade seine Unsicherheit und Eitelkeit machen ihn so unangenehm. Die Szene, in der Mandy über seine selbstverliebte Darbietung lacht, gehört für mich zu den stärksten Momenten des Films.

    Nach diesem Wendepunkt verändert sich Mandy komplett. Aus dem hypnotischen Horrorfilm wird ein brutaler Rachefeldzug. Nicolas Cage entfesselt nun jene Energie, für die er berühmt geworden ist. Sein Schmerz, seine Wut und seine Verzweiflung entladen sich in einer Reihe von Szenen, die gleichermaßen tragisch, verstörend und manchmal sogar schwarzhumorig wirken.

    Besonders die berühmte Badezimmer-Szene bleibt im Gedächtnis. Selten hat man Trauer, Wahnsinn und emotionale Zerstörung so ungefiltert erlebt wie in diesem Moment. Cage spielt hier völlig furchtlos und zeigt, warum er trotz seiner oft exzentrischen Rollen einer der interessantesten Schauspieler seiner Generation geblieben ist.

    Visuell ist Mandy schlicht beeindruckend. Fast jede Einstellung wirkt wie ein Gemälde. Die Farben leuchten unnatürlich intensiv, Licht und Schatten verschmelzen miteinander, und immer wieder entstehen Bilder, die man eher aus Fantasy-Kunstbüchern oder Albumcovern kennt als aus einem Kinofilm. Dabei schafft es Cosmatos, dass die Optik niemals Selbstzweck wird, sondern direkt mit Reds seelischem Zustand verbunden bleibt.

    Auch die Musik von Jóhann Jóhannsson trägt enorm zur Wirkung bei. Sein düsterer, schwerer Sound legt sich wie ein dunkler Schleier über den gesamten Film. Die Klänge verstärken das Gefühl, sich in einem Albtraum zu befinden, aus dem es kein Erwachen gibt. Wenn man weiß, dass dies eine seiner letzten Arbeiten war, gewinnt die Musik zusätzlich an emotionalem Gewicht.

    Die Gewalt ist dabei zweifellos extrem. Köpfe rollen, Körper werden zerfetzt und Blut fließt in Strömen. Trotzdem empfinde ich die Brutalität hier anders als in vielen modernen Horrorfilmen. Sie wirkt weniger wie Selbstzweck, sondern eher wie die physische Manifestation von Reds innerem Zusammenbruch. Die Gewalt wird Teil des surrealen Gesamtkunstwerks.

    Natürlich ist Mandy kein Film für jeden Geschmack. Wer eine geradlinige Handlung, logische Erklärungen oder ein klassisches Erzähltempo erwartet, wird vermutlich Schwierigkeiten haben. Der Film funktioniert viel stärker über Emotionen, Bilder, Musik und Atmosphäre als über eine konventionelle Geschichte.

    Für mich ist Mandy ein außergewöhnliches Filmerlebnis, das sich jeder klaren Einordnung entzieht. Ein düsteres Märchen, ein Racheepos, ein Horrortrip und eine Liebesgeschichte zugleich. Nicolas Cage liefert hier eine seiner intensivsten Leistungen überhaupt ab, während Panos Cosmatos eine albtraumhafte Welt erschafft, die man nicht vergisst.

    Mandy ist für mich modernes Kultkino in Reinform – verstörend, wunderschön, brutal und vollkommen einzigartig.

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • DerPoldi, hab total verpasst, dass du mir geantwortet hast. ;)

    Ich hab übrigens gerade 2 Folgen von Spider Noir [2026- Serie mit Nicoals Cage] geschaut, und die haben mir richtig gut gefallen. Hauptsächlich wegen Cage, aber auch weil mir der Rorschach-ähnliche Spider Man von der Optik gut gefällt. Da bleib ich gerne am Ball. Danke für denn Tipp, Poldinsky.:)


    zu Mandy:

    Quote

    Der Film funktioniert viel stärker über Emotionen, Bilder, Musik und Atmosphäre als über eine konventionelle Geschichte.

    Soooooo is es!:thumbup::)

    The Jokes on you!

  • Das Schicksal ist ein mieser Verräter

    "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist einer dieser Filme, bei denen man schon vorher weiß, dass er einen emotional treffen wird – und trotzdem funktioniert er erstaunlich gut, weil er seine Geschichte nicht nur über Krankheit und Verlust erzählt, sondern vor allem über Liebe, Würde, Humor und die kostbare Bedeutung kurzer gemeinsamer Zeit.

    Im Mittelpunkt steht Hazel Grace Lancaster, eine sechzehnjährige Krebspatientin, deren Krankheit ihre Lunge befallen hat und deren Alltag von Sauerstoffgerät, Arztterminen und der ständigen Nähe des Todes geprägt ist. Ihre Eltern schicken sie in eine Selbsthilfegruppe, obwohl Hazel selbst davon wenig hält. Dort begegnet sie Augustus Waters, der eine Krebserkrankung überstanden hat und ein Bein verloren hat. Aus dieser Begegnung entsteht langsam eine Liebesgeschichte, die nicht kitschfrei ist, aber ehrlich genug wirkt, um zu berühren.

    Shailene Woodley trägt den Film mit großer Natürlichkeit. Sie spielt Hazel nicht als bemitleidenswerte Krankenfigur, sondern als kluge, sarkastische, manchmal abwehrende junge Frau, die genau weiß, dass ihr Leben anders verläuft als das anderer Teenager. Gerade diese Mischung aus Verletzlichkeit und trockener Schlagfertigkeit macht ihre Figur so stark. Man nimmt ihr jeden Moment ab, dass Hazel einerseits leben möchte, andererseits aber Angst davor hat, anderen Menschen durch ihren möglichen Tod Schmerz zuzufügen.

    Ansel Elgort spielt Augustus deutlich romantischer, fast märchenhaft idealisiert. Seine großen Gesten, seine charmante Art und seine beinahe poetische Weltsicht könnten leicht zu viel wirken. Doch im Zusammenspiel mit Woodley entsteht eine Chemie, die den Film trägt. Hazel und Gus wirken nicht wie zwei Figuren, die nur für Tränen geschrieben wurden, sondern wie zwei junge Menschen, die versuchen, innerhalb einer grausamen Realität etwas Schönes zu finden.

    Besonders gelungen finde ich, dass der Film trotz seines schweren Themas immer wieder Humor zulässt. Die Dialoge haben Witz, die Figuren dürfen ironisch, trotzig und manchmal sogar albern sein. Dadurch wirkt die Geschichte nicht wie ein reines Melodram, sondern wie ein Film über Menschen, die krank sind, aber eben nicht nur aus ihrer Krankheit bestehen.

    Die Reise nach Amsterdam gehört zu den stärksten Momenten des Films. Visuell ist dieser Abschnitt sehr schön inszeniert, mit romantischen Bildern, ruhigen Straßen, Grachten und einer Atmosphäre, die fast wie ein kurzer Ausbruch aus dem Alltag wirkt. Gleichzeitig kippt die Begegnung mit Peter Van Houten in eine bittere Enttäuschung. Willem Dafoe spielt diesen verbitterten, alkoholkranken Schriftsteller unangenehm und hart, wodurch der Film für einen Moment jede romantische Verklärung unterbricht.

    Gerade diese Szene zeigt, dass "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nicht nur eine Liebesgeschichte sein will. Es geht auch um die Suche nach Antworten, die es vielleicht gar nicht gibt. Hazel möchte wissen, was nach dem Ende einer Geschichte bleibt, weil sie selbst ständig mit dem Ende ihres eigenen Lebens konfrontiert ist. Dass Van Houten ihr diese Antworten verweigert, ist grausam, aber auch konsequent. Nicht jede Geschichte schenkt einem Trost.

    Emotional trifft der Film besonders im letzten Drittel. Wenn sich die Rollen verschieben und Augustus plötzlich selbst wieder schwer erkrankt, bekommt die Geschichte eine noch stärkere Tragik. Der Film zeigt, wie schnell sich Sicherheit auflösen kann und wie wenig Kontrolle die Figuren über ihr Schicksal haben. Die Szene der „Vor-Beerdigung“, in der Hazel und Isaac ihre Reden vor dem noch lebenden Gus halten, ist dabei einer der bewegendsten Momente des Films.

    Laura Dern überzeugt als Hazels Mutter mit einer warmen, aber nie kitschigen Darstellung. Man spürt in jeder Szene ihre Angst, ihre Erschöpfung und ihre Liebe zu ihrer Tochter. Auch Sam Trammell als Vater bringt eine stille Traurigkeit mit, die gut zur familiären Ebene des Films passt. Nat Wolff sorgt als Isaac für einige leichtere Momente, ohne dass seine eigene Tragik dabei völlig verschwindet.

    Natürlich arbeitet der Film bewusst auf die Tränen des Publikums hin. Er weiß genau, welche Knöpfe er drücken muss, und an manchen Stellen ist das auch deutlich spürbar. Dennoch empfinde ich ihn nicht als ausbeuterisch. Dafür sind die Figuren zu liebevoll gespielt, die Dialoge zu aufmerksam geschrieben und die emotionalen Momente zu ehrlich getragen.

    Auch musikalisch fügt sich der Film gut in seine Zeit ein. Der Soundtrack mit Songs von Birdy, Ed Sheeran, Charli XCX und anderen verleiht dem Film eine jugendliche, melancholische Stimmung. Besonders „Boom Clap“ bleibt natürlich eng mit dem Film verbunden, auch wenn die ruhigeren Stücke emotional stärker nachhallen.

    Am Ende bleibt "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ein Film, der sehr direkt aufs Herz zielt und genau darin seine Stärke hat. Er erzählt von Krankheit, aber nicht ausschließlich vom Sterben. Er erzählt von Liebe, aber nicht als ewiges Versprechen. Und er erzählt von Verlust, ohne zu leugnen, dass selbst kurze Momente ein ganzes Leben verändern können.

    Für mich ist "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ein berührender, sehr schön gespielter und emotional wirkungsvoller Film, der trotz einiger melodramatischer Momente nie seine Menschlichkeit verliert. Ein Film über ein kleines Unendlich, das vielleicht viel zu kurz ist – aber gerade deshalb so kostbar bleibt.

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • Texas Chainsaw Massacre (1974)

    Hat schon über 50 Jahre auf dem Buckel und inzwischen weiß ich den wirklich zu schätzen. Tobe Hooper hat hier einen echt kreativen und vor allem für seine Zeit spektakulären Film abgeliefert. Ich hätte gerne mal die Reaktionen des damaligen Publikums im Kino miterlebt.

  • Mit den Nervensàgen Massaker Filmen konnte ich NIE was anfangen!!!! Die sind mir zu abgedreht und zu bescheuert. Leatherfae hat bei mir niemals die Sympathie eines Pinhead, Freddie, Jason, Chucky etc genossen. Der war fuer mich einfach nur ein bescheuerter Irrer! :evil:

    Ich hab glaub 4 oder 5 Teile gesehn. Mehr net.

    The Jokes on you!

  • DerPoldi, hab total verpasst, dass du mir geantwortet hast. ;)

    Ich hab übrigens gerade 2 Folgen von Spider Noir [2026- Serie mit Nicoals Cage] geschaut, und die haben mir richtig gut gefallen. Hauptsächlich wegen Cage, aber auch weil mir der Rorschach-ähnliche Spider Man von der Optik gut gefällt. Da bleib ich gerne am Ball. Danke für denn Tipp, Poldinsky.:)

    Das freut mich wirklich sehr, dass du Gefallen daran gefunden hast.

    Bei Spider Noir war ich selbst überrascht, wie gut das Ganze funktioniert. Nicolas Cage scheint für diese Rolle einfach wie gemacht zu sein, und die Optik hat für mich ebenfalls einen großen Teil des Reizes ausgemacht.

    Dann wünsche ich dir weiterhin viel Spaß mit den restlichen Folgen.

  • Zeit Verbrechen

    "Zeit Verbrechen" ist für mich eine der spannendsten deutschen Serienproduktionen der letzten Zeit, weil sie eben nicht einfach nur den bekannten Podcast bebildert, sondern aus real recherchierten Kriminalfällen vier sehr eigenständige, filmisch mutige und stilistisch völlig unterschiedliche Episoden macht. Genau dadurch hebt sich diese Miniserie wohltuend von vielen üblichen deutschen Krimiformaten ab.

    Die vier Filme erzählen keine klassischen Ermittlergeschichten, sondern interessieren sich stärker für Menschen, Situationen, Milieus und moralische Grauzonen. Es geht nicht nur darum, wer etwas getan hat, sondern darum, wie Menschen in bestimmte Abgründe geraten, wie Gewalt entsteht, wie Schuld verteilt ist und wie schnell ein Leben aus der Bahn geraten kann.

    Besonders reizvoll ist, dass jede Folge einen eigenen Ton besitzt. "Dezember" wirkt fast wie ein beklemmender Nachtlauf durch Orientierungslosigkeit, Zufall und zunehmende Bedrohung. "Der Panther" lebt stark von Lars Eidinger, der diese Figur zwischen Größenwahn, Verzweiflung, Selbstbetrug und Absturz mit enormer Energie spielt. "Deine Brüder" erzählt von Freundschaft, Angst und brutaler Selbstjustiz und entwickelt gerade durch seine gebrochene Struktur eine große Wucht. "Love by Proxy" wiederum schlägt eine ganz andere Richtung ein und verbindet Kriminalfall, Beziehungsgeschichte und internationalen Thriller.

    Gerade diese Unterschiedlichkeit macht :Zeit Verbrechen" so interessant. Die Serie wirkt nicht glattgebügelt, sondern erlaubt ihren Regisseurinnen und Regisseuren eigene Handschriften. Mariko Minoguchi, Jan Bonny, Helene Hegemann und Faraz Shariat nähern sich dem Krimi jeweils anders an. Mal beobachtend, mal fiebrig, mal fragmentiert, mal thrillerhaft. Dadurch entsteht keine gewöhnliche True-Crime-Adaption, sondern eine Anthologie, die sich traut, unbequem und eigenwillig zu sein.

    Auch die Besetzung ist stark. Samuel Benito hinterlässt in "Dezember" einen intensiven Eindruck, weil seine Figur so verloren und verletzlich wirkt. Lars Eidinger dominiert :Der Panther" mit einer nervösen, fast körperlichen Präsenz. In "Deine Brüder" überzeugt vor allem das Zusammenspiel des Ensembles, während "Love by Proxy" mit Maja Simonsen, Fiifi Jefferson Pratt, Jan Henrik Stahlberg und Sandra Hüller eine ganz eigene Spannung entwickelt.

    Was mir besonders gefällt, ist der Verzicht auf einfache Antworten. Die Serie moralisiert nicht plump, sondern zeigt Situationen, in denen vieles gleichzeitig wahr sein kann. Opfer, Täter, Mitläufer, Beobachter und Beteiligte verschwimmen nicht, aber sie werden auch nicht eindimensional gezeichnet. Gerade dadurch bleiben die Folgen lange im Kopf.

    Optisch und inszenatorisch ist "Zeit Verbrechen: ungewöhnlich stark. Die Kamera sucht nicht nur nach schönen Bildern, sondern nach einer Haltung zu den Figuren. Die Montage spielt mit Brüchen, Rhythmus und Irritationen. Man merkt, dass hier nicht bloß Fälle nacherzählt werden, sondern dass jede Episode eine eigene filmische Form sucht.

    Für mich ist "Zeit Verbrechen" deshalb kein gewöhnlicher Serienkrimi, sondern ein mutiges deutsches Fernsehprojekt, das zeigt, wie viel Kraft in diesem Genre stecken kann, wenn man ihm mehr zutraut als routinierte Ermittlungsmechanik. Die Miniserie ist düster, herausfordernd, manchmal unbequem, aber gerade deshalb so sehenswert.

    Am Ende bleibt "Zeit Verbrechen" für mich eine der bemerkenswertesten deutschen Miniserien des Jahres 2024. Vier Filme, vier Handschriften, vier Abgründe – und ein Beweis dafür, dass deutsches Fernsehen sehr wohl überraschen kann, wenn man ihm künstlerische Freiheit lässt.

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • Die drei ??? - Toteninsel

    Eigentlich hatte ich vor, mir den Film im Kino anzuschauen. Ist dann aber doch nichts geworden. Daher gab es ihn gestern zu Hause auf DVD.

    Der Gesamteindruck ist doch sehr positiv. Vielleicht war "Erbe des Drachen" doch noch etwas besser. Aber dafür fand ich diesen Film wesentlich besser als "Der Karpatenhund".

    Der Film bleibt mit seiner Handlung deutlich näher an der Originalgeschichte. Beim vorherigen Film haben mich die Modernisierungen doch teilweise etwas gestört. Die drei Schauspieler der drei ??? wirken hier absolut glaubhaft in ihren Rollen. Jeder hat seine typischen Merkmale und so macht der Film richtig Spaß. Auch die anderen Schauspieler sind gut besetzt.

    Die Handlung ist natürlich auf Grund der Länge des Films stark zusammengestaucht. Die Szenen auf Makatao hätten für mich gerne etwas ausführlicher sein können. Aber das hätte den Film wohl unnötig lang gemacht. Auch die Umgebung (gedeht auf Gran Canaria) sieht erstaunlich kalifornisch aus.

    Da ich die Geschichte der Toteninsel sehr gerne mag, habe ich mich wirklich auf den Film gefreut. Bis auf ein paar Kleinigkeiten wurden aber meine Erwartungen durchaus erfüllt. Wird bestimmt noch öfters geschaut.

    ___________________________________________________________________________________________________

    Ich bin heute so farbenfroh, ich habe fünf verschiedene Schwarztöne an.

  • Con Air/Action-Thriller/1997 mit Nicolas Cage, John Cusck, John Malkovich, Steve Buscemi, Ving Rhames, Rachel Ticotin etc

    Ich hab die DVD mal vor über 20 Jahren gekauft, obwohl ich den Con Air Film nie soo mochte. Um so mehr hab ich mich gestern Abend gefreut, als ich Lust bekam, das Aktion-Spektakel, mit vielen bekannten Stars, nach langer Zeit, mal wieder zu schauen. Nicolas Cage in Hochform!

    The Jokes on you!

  • Der Evil sucht den Horror in den Wolken....

    Turbulence/1997 Thriller mit Ray Liotta, Lauren Holly, Brendan Gleeson,

    Mein Lieblings-Darsteller und Bösewicht Ray Liotta, als Serienkiller, der über den Wolken die Kontrolle über eine Boing 747 übernimmt, und Stewardess Lauren Holly alle Hände voll zu tun hat, sich den Amoklaufenden Psychopathen vom Leib zu halten, und das Flugzeug unbeschadet zu landen. Auch nach fast 30 Jahren fand ich den noch spannend.

    Ray Liotta wird diesmal nicht von Udo Schenk gesprochen, sondern von Joachim Tennstedt.

    The Jokes on you!

  • Das Vermächtnis der Tempelritter

    "Das Vermächtnis der Tempelritter" ist für mich einer dieser Abenteuerfilme, die einfach wunderbar funktionieren, weil sie genau wissen, was sie sein wollen: ein großes, unterhaltsames Schatzsucher-Abenteuer mit Rätseln, historischen Geheimnissen, Tempo, Humor und einem herrlich spielfreudigen Nicolas Cage.

    Die Geschichte um Benjamin Franklin Gates, der seit seiner Kindheit an einen sagenhaften Schatz glaubt, macht sofort Spaß. Diese Mischung aus amerikanischer Geschichte, Freimaurer-Mythos, versteckten Hinweisen und klassischer Jagd nach dem nächsten Rätsel hat für mich bis heute einen ganz eigenen Reiz. Natürlich ist das alles hochgradig konstruiert und oft vollkommen überzogen, aber gerade darin liegt der Charme des Films.

    Nicolas Cage passt perfekt in diese Rolle. Er spielt Ben Gates mit einer schönen Mischung aus Besessenheit, Intelligenz, Abenteuerlust und leicht verschrobener Energie. Man nimmt ihm ab, dass dieser Mann sein ganzes Leben einer Legende gewidmet hat. Justin Bartha als Riley Poole ist dazu der ideale Gegenpart, weil er mit seinem trockenen Humor viele Szenen auflockert und dem Film eine sehr sympathische Leichtigkeit gibt. Diane Kruger bringt als Abigail Chase Eleganz und Widerstandskraft mit, während Sean Bean als Ian Howe einen soliden Gegenspieler abgibt.

    Besonders schön ist für mich der Abenteuercharakter des Films. Die Suche nach der Charlotte, der Hinweis auf der Rückseite der Unabhängigkeitserklärung, die Spur zu den Silence-Dogood-Briefen, die Brille mit den farbigen Gläsern und schließlich Trinity Church – das ist alles wie ein moderner Schatzsucherroman inszeniert. Der Film springt von Hinweis zu Hinweis, ohne dabei langweilig zu werden, und verbindet seine Rätsel mit einem angenehmen Kinotempo.

    Natürlich darf man "Das Vermächtnis der Tempelritter" nicht zu streng auf historische Genauigkeit prüfen. Der Film ist kein Geschichtsunterricht, sondern ein Abenteuerfilm. Er nimmt historische Symbole und Orte und verwandelt sie in Bausteine einer großen Schnitzeljagd. Genau das macht ihn so unterhaltsam. Man bekommt Lust, selbst nach versteckten Zeichen zu suchen, alte Dokumente genauer anzuschauen und hinter bekannten Orten plötzlich ein Geheimnis zu vermuten.

    Auch inszenatorisch ist der Film sehr zugänglich. Jon Turteltaub erzählt klar, flott und publikumsfreundlich. Die Action bleibt familiengeeignet, die Spannung ist nie zu hart, und die Rätsel sind so aufgebaut, dass man als Zuschauer mitdenken kann, ohne abgehängt zu werden. Dazu kommt die Musik von Trevor Rabin, die dem Ganzen eine schöne, heroische Abenteuerstimmung gibt.

    Für mich lebt der Film vor allem von seinem altmodischen Charme. Er erinnert an klassische Abenteuerstoffe, ist aber gleichzeitig modern genug inszeniert, um als großes Popcornkino der 2000er Jahre zu funktionieren. Die Idee, ausgerechnet die Unabhängigkeitserklärung zu stehlen, um sie zu schützen, ist herrlich absurd und gleichzeitig genau der Einfall, der den Film so einprägsam macht.

    Am Ende bleibt "Das Vermächtnis der Tempelritter" für mich ein rundum gelungener Abenteuerfilm, der nicht perfekt sein muss, um großen Spaß zu machen. Er ist spannend, sympathisch, temporeich und voller kleiner Rätsel, die genau die richtige Mischung aus Geschichte, Mythos und Kinofantasie ergeben.

    Für mich ist das einer dieser Filme, die man immer wieder schauen kann, weil sie sofort dieses angenehme Abenteuergefühl auslösen. Kein schweres Kino, kein tiefes Drama, sondern einfach ein richtig unterhaltsamer Schatzsucherfilm mit Herz, Humor und einem Nicolas Cage in absolut passender Form.

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!