Muppets – Der Zauberer von Oz
Dieser Film gehört eindeutig zu den sperrigeren Kapiteln der Muppet-Geschichte. Muppets – Der Zauberer von Oz ist ein Produkt seiner Zeit und fühlt sich von der ersten Minute an stärker nach Fernseh-Event als nach klassischem Muppet-Abenteuer an. Die Grundidee, Der Zauberer von Oz in eine zeitgenössische Pop-Version zu überführen, klingt auf dem Papier reizvoll – in der Umsetzung bleibt davon allerdings nur wenig echte Magie übrig.
Man spürt deutlich den Bruch: neue Stimmen, neue Gewichtungen, ein stark auf prominente Gastauftritte und Popkultur-Referenzen zugeschnittener Humor. Vieles wirkt bemüht modernisiert, fast schon kalkuliert frech. Gerade die zahlreichen Cameos – Quentin Tarantino ist hier das bekannteste Beispiel – reißen einen eher aus der Geschichte heraus, als dass sie sie bereichern. Wo frühere Muppet-Adaptionen klassischer Stoffe mit Respekt, Wärme und feinem Gespür für Tonlagen gearbeitet haben, setzt dieser Film auf Lautstärke und Aktualität.
Auch emotional bleibt das Ganze erstaunlich flach. Dorothy als moderne Träumerin funktioniert grundsätzlich, doch ihre Motivation – Ruhm statt Heimkehr – fühlt sich seltsam hohl an und passt nur bedingt zum Kern der Vorlage. Die Muppets selbst werden oft zu Stichwortgebern degradiert, dürfen zwar auftreten, aber selten wirklich glänzen. Einzelne Momente blitzen auf, ja – ein paar Gags sitzen, manche Lieder bleiben im Ohr –, doch sie tragen den Film nicht.
Unterm Strich ist "Muppets – Der Zauberer von Oz" ein Übergangswerk: interessant aus historischer Sicht, weil es eine Zäsur markiert, aber kaum ein Film, zu dem man mit echter Sehnsucht zurückkehrt. Die Farben sind da, die Figuren auch – doch Herz, Leichtigkeit und jene zeitlose Muppet-Magie bleiben diesmal leider weitgehend auf der gelben Ziegelstraße liegen.