Welche Filme/Serien habt ihr zuletzt geschaut?

  • Heute habe ich mir „Der Hund von Blackwood Castle“ angesehen – und auch wenn ich viele der alten Wallace-Filme liebe, bleibt dieser für mich ein merkwürdiger Sonderfall. Ein Edgar Wallace in Farbe fühlt sich einfach … falsch an. Da fehlt etwas von diesem kalten, nebligen Reiz, den die schwarz-weißen Filme so unverwechselbar eingefangen haben. Diese düsteren Gänge, die flackernden Schatten, das feuchte Kopfsteinpflaster – all das verliert in Farbe seinen Zauber. Plötzlich sieht man Kulissen, wo man sonst Atmosphäre gespürt hat.

    Und doch hat Alfred Vohrer hier einen typischen Wallace geschaffen, voller Rätsel, Nebel (wenn auch künstlichem), Schlangen, falscher Identitäten und natürlich: einem mordlüsternen Hund mit Giftzähnen. Die Geschichte ist, wie so oft, wild verwoben – Erbschaft, Juwelen, falsche Totgeglaubte, ein Moor, ein Schloss und eine Reihe Verdächtiger, die sich gegenseitig in die Falle gehen. Man weiß kaum, wem man glauben soll – und genau das macht es dann doch wieder reizvoll.

    Heinz Drache, sonst der elegante Ermittler, spielt diesmal den zwielichtigen Humphrey Connery – ein schöner Rollenwechsel, den er souverän trägt. Karin Baal als Jane Wilson verleiht dem Film die nötige Frische, während Siegfried Schürenberg als Sir John wie immer für die heitere Note sorgt. Agnes Windeck, charmant wie eh und je, bringt eine fast komödiantische Wärme in diese ansonsten ziemlich überdrehte Geschichte. Und wenn Horst Tappert auftaucht, merkt man schon, dass die Serie langsam in eine neue Phase überging.

    Was mich aber wirklich bei der Stange hält, ist die Musik von Peter Thomas. Dieses jazzige, verspielte Titelthema mit seinen fast lasziven Saxophonklängen passt erstaunlich gut zum farbigen Stil. Es wirkt wie eine bewusste Abkehr vom alten Wallace-Gefühl – moderner, lässiger, ein bisschen „Swinging London“, nur durch den Filter eines deutschen Krimis gesehen.

    Man merkt dem Film an, dass die Reihe an einem Wendepunkt stand. Die Ideen waren noch da, aber das Geheimnisvolle wich langsam dem Kalkül. Der Hund von Blackwood Castle ist schön anzusehen, manchmal unfreiwillig komisch, oft charmant altmodisch – aber eben auch ein wenig seiner eigenen Magie beraubt.

    Ich mag ihn, aber nicht so, wie ich Das Gasthaus an der Themse oder Der Hexer mag. Er ist ein Spätwerk, das versucht, modern zu sein, dabei aber genau das verliert, was Wallace in Schwarz-Weiß so hypnotisch gemacht hat.

    Trotzdem: Für einen Winterabend mit einem Glas Rotwein und dem vertrauten „Hallo! Hier spricht Edgar Wallace!“ funktioniert er immer noch.

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  • Ich finde den Film echt klasse. Von den späteren Edgar-Wallace-Filmen ist mir dieser der liebste.

    Ich muss sagen, mir gefällt EW in schwarz/weiss auch wesentlich besser. Farbe transportiert die Stimmung einfach nicht so gut.

    An die Musik musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, aber irgendwie passt es schon. Die Titelmusik gefällt mir hingegen nicht. Etwas zu albern für meinen Geschmack. Beim Hexer ging's mir genauso.

    Da fällt mir ein: Ich hatte damals den Film »Reise zum Mittelpunkt der Erde« zuerst auch nur in schwarz/weiß gesehen. Ich war fasziniert. Und als ich ihn später nochmal in Farbe sah, war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Irgendwie wirkte er nicht mehr so echt, vielleicht sogar kitschiger. Ist schwer zu beschreiben...

  • Nachdem ich vor einiger Zeit die beiden Gremlin-Filme wieder geschaut hatte, war heute ein weiter Film von Joe Dante dran, den ich bisher noch nicht kannte. Ein Film über einen Film. Matinee - Die Horrorpremiere

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    An Gremlins 1 und 2 kommt der nicht ran, aber ein sympathischer kleiner Film ist es allemal. John Goodman geht eigentlich immer und wenn es in einem Film um einen Gruselfilm der 60er geht, bin ich gerne dabei.

  • FALLOUT (Endzeit-Serie von 2024 mit Walton Goggins) Folge 1. Das ist glaub so gar nicht meine Serie. Ich kann mich auch mit keinem der Protagonisten so richtig anfreunden, selbst wenn ich Walton Goggins auch mag. Mal sehen wie die nächsten Folgen so sind.

    The Jokes on you!

  • An unserem Kinderfreien Wochenende (was ungefähr 20 gedauert hat, bis der Große kotzend und mit Fieber von Oma und Opa wieder nach Hause gebracht wurde), haben meine Frau und ich Moonrise Kingdom geschaut. Ich mag die Ästhetik von Wes Anderson Filmen und den skurril chaotischen Charme. Besonders die Bildkompositionen schaue ich mir gerne an. Wenn die Ganze Szene inklusive Kleidung und Accessoires bis hin zur Tapete farblich abgestimmt ist.

  • Die neue GOT-Serie, für die ich mir nun gestern extra HBO angeschafft habe. Den Heckenritter kenne ich bereits als Hörbuch. Außer der Serie gibt es allerdings nicht soviel, was mich da interessiert. Ich werde mal in Euphoria reinsehen, außerdem freue ich mich auf weitere Staffeln von Warrior, von der auf Blu-ray ja nur STaffel 1 erschien.

  • Haben am WE Stranger Things zu Ende geschaut. So das Ende ist schon recht emotional, der Abschluss der Story ist toll gemacht. Insgesamt ist es jedoch schade, dass der Abstand zwischen den Staffeln so lange gedauert hat, dass sieht man den Kids (eher junge Erwachsene) eben an.

    Schön, dass man in zwei 5min Monologen auch noch schnell die LGBTQ+ Community mitnehmen konnte :P

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

    Edited once, last by Orko aus dem Zauberland (January 20, 2026 at 9:19 AM).

  • Wir haben jetzt mal Staffel 4 fertig angesehen. Grandios! Bin jetzt sehr auf die 5 gespannt #huepf#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich habe "Die Muppets erobern Manhattan" gestern wieder gesehen – und war einmal mehr überrascht, wie zeitlos und warm dieser Film bis heute wirkt. Das ist einer dieser seltenen Fälle, in denen Nostalgie nicht verklärt, sondern bestätigt: Ja, das war wirklich gut. Und es ist es immer noch.

    Schon die Ausgangsidee ist pures Muppet-Gold. Eine Gruppe idealistischer Chaoten verlässt ihr College, fest davon überzeugt, mit einem Musical den Broadway zu erobern – und prallt in New York auf die harte Realität. Ablehnung, Geldmangel, Zweifel, Trennung. Was auf dem Papier nach klassischem Backstage-Drama klingt, wird durch Hensons Figuren zu einer erstaunlich emotionalen Geschichte über Freundschaft, Durchhalten und Zusammenhalt. Und darüber, dass Träume manchmal erst dann wahr werden, wenn man fast aufgehört hat, an sie zu glauben.

    Frank Oz’ Regie ist dabei wunderbar unaufdringlich. Er lässt den Figuren Raum, vertraut auf Timing, auf Blicke, auf kleine Gesten – und auf die enorme Ausdruckskraft dieser Puppen. Kermit ist hier vielleicht so verletzlich wie nie zuvor: überfordert, entmutigt, kurz davor, alles hinzuwerfen. Miss Piggy ist zugleich komisch, eifersüchtig, grandios selbstverliebt – und doch von einer echten Sehnsucht nach Nähe getragen. Ihre Liebesgeschichte ist natürlich märchenhaft, aber sie hat Herz. Und sie funktioniert, weil man den beiden ihre Gefühle glaubt.

    Großartig ist auch die Struktur des Films: Das Auseinandergehen der Truppe, ihre einzelnen, oft leicht melancholischen Lebensstationen, die Briefe an Kermit – das hat etwas leise Wehmütiges, fast schon Erwachsenes. Und dann dieser wunderbare Kunstgriff mit der Amnesie, die Kermit zu „Phil“ macht: eine humorvolle, aber auch symbolische Phase des Identitätsverlusts, bevor alles wieder zusammenfindet.

    Musikalisch ist der Film vielleicht nicht ganz so ikonisch wie der erste Kinofilm, aber Songs wie „Together Again“ oder „I’m Gonna Always Love You“ tragen genau diese Mischung aus Broadway-Glamour und ehrlicher Sentimentalität, die den Film prägt. Und der Fantasieeinschub mit den Muppet Babies ist nicht nur charmant, sondern rückblickend fast schon historisch.

    Was den Film so besonders macht, ist sein Ton: Er ist lustig, ja – aber nie zynisch. Er ist romantisch, aber nicht kitschig. Und er erzählt von Scheitern, ohne bitter zu werden. In einer Zeit, in der viele Familienfilme auf Tempo, Ironie und Reizüberflutung setzen, wirkt "Die Muppets erobern Manhattan" fast altmodisch – im besten Sinne. Er nimmt sich Zeit für Gefühle, für leise Zwischentöne, für Charaktere.

    Gestern, beim Wiedersehen, hatte ich genau dieses warme, zufriedene Gefühl, das nur ganz wenige Filme hinterlassen. Dieses Lächeln, das bleibt, wenn der Abspann läuft. Und die Gewissheit: Die Muppets sind mehr als nur Comedy. Sie sind ein Stück Herz.

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  • Nach "Die Muppets eroberm Manhattan" war The Muppet Movie gestern für mich wie das Zurückblättern zur ersten Seite eines Lieblingsbuchs: Du kennst jede Zeile – und trotzdem trifft dich diese Mischung aus Unschuld, Witz und Herz wieder voll. Denn dieser Film ist nicht einfach nur „der erste Kinofilm der Muppets“. Er ist die Blaupause für alles, was danach kam: die ganze Idee von Familie, Bühne, Freundschaft und dieser ganz speziellen Sorte Optimismus, die nie naiv wirkt, sondern trotzig.

    Schon der Einstieg ist ein genialer Kunstgriff: Die Muppets sitzen selbst im Kino und schauen „ihren“ Film. Das ist so herrlich meta, so selbstbewusst albern und gleichzeitig so clever, dass du sofort weißt: Hier nimmt sich niemand wichtig – aber alle nehmen das Publikum ernst. Das ist überhaupt die große Stärke des Films: Er ist verspielt, aber nicht beliebig. Er ist kindgerecht, ohne sich anzubiedern. Und er ist stellenweise rührend, ohne auch nur eine Sekunde kitschig zu werden.

    Und dann Kermit. Dieser Moment im Sumpf, mit Banjo und „Rainbow Connection“, ist nicht nur ikonisch – der ist wie ein emotionaler Urknall. Der Film hat damit einen Ton gesetzt, den viele Familienfilme heute gerne hätten: warm, melancholisch, hoffnungsvoll. Kermit sitzt da, singt von Träumen, von dem „Warum“ hinter den Dingen – und du glaubst ihm jedes Wort, obwohl er ein Frosch aus Filz ist. Oder gerade deswegen. Weil Henson es schafft, eine Einfachheit zu erschaffen, die direkt an die Seele geht. Da steckt so viel Sehnsucht drin, so viel „Ich will mehr vom Leben“, ohne dass es je pathetisch wird.

    Wenn der Roadtrip dann losgeht, wird der Film zur wundervollsten, chaotischsten Variante eines klassischen amerikanischen „Wir ziehen los und finden uns selbst“-Movies. Nur eben mit einem Bären, der schlechte Witze macht, einem Huhn, das Gonzo mehr liebt als jede Hollywood-Karriere, und einer Diva, die aus einem Jahrmarkt-Auftritt eine Oper macht. Es ist episodisch, klar – aber genau das ist hier nicht Schwäche, sondern Charme. Jede Station fühlt sich an wie ein kleines Kapitel, in dem du die Muppets nicht nur „triffst“, sondern wirklich kennenlernst. Und das ganz ohne Exposition-Holzhammer. Du merkst einfach: Diese Figuren sind nicht nur Gags. Die haben Bedürfnisse, Unsicherheiten, Stolz, Eitelkeit, Verletzlichkeit – und dieses unerschütterliche Bedürfnis, irgendwo dazuzugehören.

    Miss Piggy ist dabei ein Fall für sich. In The Muppet Movie ist sie noch nicht ganz die ultimative Piggy, die später alles dominiert – aber genau das macht sie so interessant. Ihr Auftritt hat diese rohe, hungrige Energie: „Ich will gesehen werden.“ Und gleichzeitig hat sie Momente, in denen du spürst, dass hinter dem ganzen Glamour auch Angst steckt, übersehen zu werden. Wenn sie Kermit irgendwann verletzt zurücklässt, ist das witzig inszeniert – aber darunter liegt ein kleiner Stich. Dieses Gefühl, dass Träume manchmal andere Menschen überrollen. Dass Erfolg etwas ist, das du willst, aber das auch kostet.

    Und dann ist da Doc Hopper. Als Gegenspieler ist er herrlich profan – kein Weltuntergangs-Bösewicht, sondern ein Geschäftsmann mit einem widerlichen Plan. Gerade dadurch funktioniert er. Weil der Film nicht behauptet, die große Apokalypse zu erzählen, sondern ganz bodenständig sagt: Manchmal ist der Druck, der dich verfolgt, banal. Und genau deshalb unangenehm. Kermit will einfach nur nicht zur Werbefigur für Froschschenkel werden – und plötzlich ist das eine Lebensfrage. Und wenn du darüber nachdenkst, ist das auch eine ziemlich düstere Idee, verpackt in Slapstick.

    Was mich gestern aber am meisten erwischt hat, war wieder dieses unglaubliche Gefühl von „Gemeinschaft“. Die Szene am Lagerfeuer, wenn Kermit kurz glaubt, alles ruiniert zu haben, hat mehr echtes Herz als viele „ernste“ Filme. Und dann dieser Moment, wenn die Electric Mayhem auftauchen – mit dieser herrlichen Selbstverständlichkeit, dass sie das Drehbuch „vorausgelesen“ haben. Das ist Muppet-Humor in Reinform: völlig bescheuert, und gleichzeitig so charmant, dass du gar nicht anders kannst, als es zu lieben.

    Überhaupt: Die Cameos. Was für eine Parade. Aber das Entscheidende ist: Sie wirken nie wie Show-Off. Sie sind gewürzt, nicht überkippt. Der Film spielt damit, dass Hollywood hier wie ein absurdes Panoptikum wirkt – und die Muppets laufen dazwischen herum, als wären sie die normalsten Wesen der Welt. Das ist der Witz: Die Stars sind die Kuriositäten – die Muppets sind die Menschen.

    Und dann das Ende. Dieses riesige Finale, diese Muppet-Masse, dieses Gefühl, dass ein Traum tatsächlich Form annimmt. Der Film macht etwas ganz Seltenes: Er lässt dich glücklich aus dem Sofa aufstehen. Nicht weil alles perfekt ist, sondern weil diese Figuren dir gezeigt haben, dass „weitergehen“ schon ein Sieg sein kann. Dass du nicht wissen musst, ob du ankommst – solange du losgehst.

    Wenn Die Muppets erobern Manhattan für mich der Film ist, der die Muppets als „Bühnenfamilie“ zeigt, dann ist The Muppet Movie der große, leuchtende Ursprung: der Moment, in dem ein Frosch im Sumpf beschließt, dass da draußen noch mehr ist. Und dass es sich lohnt, dafür aufzubrechen.

    Wenn du magst, gebe ich dir auch noch eine richtig passende Überschrift dafür – gern entweder eher poetisch („Rainbow Connection“-Vibe) oder eher augenzwinkernd im Muppet-Ton.

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  • Nach The Muppet Movie nun also der zweite Kinofilm – und Der große Muppet Krimi fühlt sich an wie der Moment, in dem die Muppets endgültig begreifen, dass sie nicht nur eine liebenswerte Truppe von Figuren sind, sondern ein eigenes, vollwertiges Kino-Universum. Gestern wieder gesehen, und dieser Film hat eine ganz eigene Energie: eleganter, verspielter, ein wenig überdreht – und gleichzeitig unglaublich selbstironisch.

    Schon der Einstieg ist typisch Muppet: groß, musikalisch, selbstreflexiv und mit diesem frechen Bewusstsein, dass hier gerade ein Film über sich selbst gemacht wird. London wird zur Spielwiese, der Krimi zur Kulisse, und mittendrin Kermit, Fozzie und Gonzo als Reporter – herrlich fehlbesetzt und genau deshalb perfekt. Der Film macht gar nicht erst den Versuch, ein „echter“ Thriller zu sein. Er ist eine liebevolle Parodie, die das Genre kennt und es gleichzeitig mit Freude zerlegt.

    Was besonders auffällt: Wie sehr der Film auf Tempo setzt. Die Gags fliegen dichter, die Songs sind knackiger, und das Ganze wirkt fast wie ein Live-Auftritt, der auf Zelluloid gebannt wurde. Dabei ist Miss Piggy in absoluter Hochform. Ihr Auftritt als Model, ihre Verhaftung, ihr Gefängnisausbruch – das ist nicht nur komisch, das ist pure Star-Aura. Sie ist hier keine Nebenfigur, sondern der emotionale und komödiantische Motor des Films. Und die Liebesgeschichte mit Kermit bekommt in all dem Trubel eine erstaunlich aufrichtige Note. Wenn er sie im Gefängnis besucht und sie glaubt, alles verloren zu haben, blitzt kurz diese echte Melancholie auf, die den Muppets immer wieder so gut steht.

    Charles Grodin als Nicky Holiday ist dabei ein idealer Gegenspieler: geschniegelt, eiskalt, charmant und so herrlich fehl am Platz zwischen all den Filz- und Fellwesen, dass genau daraus der Witz entsteht. Er spielt den Bösewicht vollkommen ernst – und macht ihn dadurch erst richtig komisch.

    Visuell ist Der große Muppet Krimi üppiger als der Vorgänger. London, Modehäuser, Juwelen, Motorrad-Stunts, Glasfenster, die bersten – der Film will größer sein, spektakulärer, und er genießt das. Gleichzeitig bleibt dieser typische Muppet-Geist erhalten: die Durchbrechung der vierten Wand, der absurde Zufall, der offen als solcher benannt wird, und dieses ständige Augenzwinkern, das sagt: Wir wissen genau, wie verrückt das alles ist – und lieben es dafür.

    Vielleicht ist die Geschichte etwas verschlungener als nötig, vielleicht verliert sich der Film stellenweise in seinem eigenen Einfallsreichtum. Aber genau das macht seinen Charme aus. Er ist nicht so unschuldig wie The Muppet Movie, nicht so emotional grundlegend – dafür mondäner, lauter, frecher. Ein Muppet-Film, der sich traut, eine große Genre-Spielerei zu sein, ohne seine Figuren zu verraten.

    Der große Muppet Krimi ist der Moment, in dem die Muppets endgültig beweisen, dass sie alles können – Roadmovie, Musical, Liebesgeschichte und eben auch Krimi. Und das mit einer Leichtigkeit, die auch nach all den Jahren noch ansteckend wirkt.

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