Welche Filme/Serien habt ihr zuletzt geschaut?

  • Und wie ist Teil 4? Gruselig???

    Geht stellenweise wieder in diese subtile Terror-Schiene der ersten beiden Teile, Teil 3 war ja leider nicht so berauschend, daher ist der Vierte wieder ein back to the roots Movie. Hätte man jedoch durchaus straffen können, 135 Minuten sind definitiv zu lang und offenbaren einige Längen mit "Die-Drei-Fragezeichen"-Gedächtnis-Dialogen. Das Ende war etwas unspektakulär, aber insgesamt ein durchaus spannender, dem Franchise würdiger Film

  • Ich habe Der Herr der Ringe von 1978 jetzt wieder einmal eingelegt – und es ist erstaunlich, wie stark dieser Film auch heute noch wirkt, gerade wenn man ihn bewusst losgelöst von späteren Realverfilmungen betrachtet.

    Ralph Bakshis Animationsadaption ist rau, düster und kompromisslos. Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass dieser Film nicht auf märchenhafte Leichtigkeit setzt, sondern auf eine fast bedrückende Ernsthaftigkeit. Mittelerde wirkt hier fremd, gefährlich und unbarmherzig. Die Farbpalette ist dunkel, erdig, oft beinahe albtraumhaft, und genau darin liegt ein Reiz, den ich jedes Mal aufs Neue schätze. Dieser Herr der Ringe will nicht gefallen – er will erzählen, warnen, beschwören.

    Besonders faszinierend bleibt der Einsatz der Rotoskopie. Die Bewegungen der Figuren wirken dadurch realistisch, manchmal sogar unheimlich, und verleihen Schlachten und Verfolgungen eine körperliche Schwere, die man in klassischen Zeichentrickfilmen selten findet. Gerade die Nazgûl, die Orks und die Massenszenen entfalten dadurch eine Intensität, die mir auch heute noch im Gedächtnis bleibt. Es ist nicht alles elegant oder glatt, aber genau diese Rauheit passt perfekt zu Tolkiens Welt.

    Inhaltlich ist der Film natürlich fragmentarisch. Er erzählt Die Gefährten und große Teile von Die zwei Türme und endet abrupt nach Helms Klamm. Das fühlt sich bis heute unvollständig an, vor allem, weil man spürt, dass hier ein größeres Ganzes geplant war. Dennoch funktioniert der Film als eigenständiges Werk erstaunlich gut. Die Reise der Gefährten, Gandalfs Sturz, Boromirs Scheitern und Frodos Entscheidung, allein weiterzugehen, tragen genug emotionales Gewicht, um nachhaltig zu wirken.

    Was mir immer wieder auffällt: Wie ernst dieser Film seine Figuren nimmt. Frodo ist hier kein naiver Held, sondern sichtbar überfordert. Aragorn wirkt roh und kämpferisch, Gandalf autoritär und geheimnisvoll. Und Gollum – halb Zeichnung, halb Albtraum – gehört für mich zu den eindringlichsten Versionen dieser Figur überhaupt.

    Natürlich ist Bakshis Der Herr der Ringe kein perfekter Film. Manche Übergänge sind holprig, einige Figuren bleiben Skizzen, und die Mischung aus Animationstechniken ist nicht immer harmonisch. Aber genau das macht ihn auch so besonders. Er ist ein Kind seiner Zeit, ein mutiger Versuch, Tolkiens monumentales Werk auf eine Weise zu erzählen, die sich deutlich von allem unterscheidet, was später kam.

    Nach dem erneuten Sehen bleibt bei mir vor allem eines zurück: große Wertschätzung. Für den Mut, für die Atmosphäre, für die Ernsthaftigkeit. Dieser Film ist kein Ersatz für andere Versionen – er ist eine eigene, dunkle Vision von Mittelerde. Und jedes Mal, wenn ich ihn wieder sehe, bin ich froh, dass es diese Version gibt.

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  • Ich habe heute noch einen Klassiker gesehen – Sunset Boulevard – und ich merke jedes Mal aufs Neue, warum dieser Film für mich zu den ganz großen, bleibenden Erfahrungen gehört. Billy Wilder nimmt einen mit hinein in diese schwarz-weiße Traumfabrik, die hier gleichzeitig glänzt und fault, verführt und verschlingt. Und obwohl man die Mechanik längst kennt, obwohl man weiß, wohin das alles führt, sitzt man da und kann nicht wegsehen, weil der Film einen mit einer solchen Konsequenz in seine Welt zieht, dass man am Ende fast selbst das Gefühl hat, einmal durch diese Villa gegangen zu sein, vorbei an den schweren Vorhängen, den Schatten, den Erinnerungsstücken – und an einer Einsamkeit, die in jeder Einstellung mitschwingt.

    Was mich dabei immer wieder trifft, ist diese bitterironische Grundhaltung, die trotzdem nie kalt wirkt. Wilder erzählt das nicht aus reiner Häme, sondern mit einer fast schmerzhaften Klarheit: Hier geht es um Menschen, die vom Applaus gelebt haben – und ohne ihn nicht mehr wissen, wer sie eigentlich sind. Gloria Swanson ist dabei schlicht überwältigend. Norma Desmond ist keine Figur, die man “nur” spielt – sie ist eine Präsenz, ein Mythos, eine Wunde. Dieses Schwanken zwischen Größe und Abgrund, zwischen arroganten Posen und echter Verletzlichkeit, ist so stark, dass der Film sich manchmal anfühlt wie ein Blick in einen Spiegel, den man eigentlich nicht anschauen will. Und gleichzeitig ist es genau das, was den Film so unwiderstehlich macht: Er zeigt Glamour als Maske – und darunter etwas, das weh tut.

    William Holden als Joe Gillis ist der perfekte Gegenpol: zynisch, abgekämpft, irgendwie ständig auf der Flucht vor dem eigenen Scheitern – und doch immer wieder verführbar von dem, was Norma ihm anbietet. Diese Beziehung ist ja keine klassische “Romanze”, sondern ein gefährlicher Handel, eine Abhängigkeit, ein gegenseitiges Ausnutzen, das sich langsam in etwas verwandelt, das noch viel unheimlicher ist: in eine Art Schicksal, aus dem keiner mehr elegant rauskommt. Und dann ist da Erich von Stroheim als Max – still, kontrolliert, loyal bis zur Selbstaufgabe. Je länger man zusieht, desto deutlicher wird, wie tragisch diese Figur eigentlich ist, weil sie mit jeder Geste beweist, dass Liebe hier nicht Rettung bedeutet, sondern Dienst.

    Ich liebe auch, wie der Film Hollywood selbst zum Schauplatz einer Geistergeschichte macht. Es gibt diese Momente, in denen man fast spürt, wie die Vergangenheit im Raum steht – und wie die Gegenwart sie längst vergessen hat. Genau darin liegt für mich die große Stärke: Sunset Boulevard ist nicht nur ein Film über eine Diva, die den Anschluss verloren hat. Er ist ein Film darüber, wie gnadenlos Ruhm sein kann, weil er nie verspricht, zu bleiben. Und wenn dann am Ende dieser berühmte Wahnsinn endgültig zur Realität wird, sitzt man da mit dieser Mischung aus Staunen und Beklemmung – und denkt: Ja, genau so fühlt sich ein echter Klassiker an. Einer, der jedes Mal wieder trifft.

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  • Raumschiff Enterprise- Ein Planet, genannt Erde (1966-69) Sehr gute Folge mit Robert Lansing als (guter und außeridischer )Antagonist, der mit seiner geheimnisvollen Katze die Erde in den 60 ern vor einer nuklearen Katastrophe retten will. Kirk und Spock sind misstrauisch und funken dazwischen.

    The Jokes on you!

  • Ich habe "Four Rooms" (bei uns ja auch als "Silvester in fremden Betten" gelaufen) jetzt wieder gesehen – und das ist so ein Film, bei dem ich jedes Mal dasselbe denke: Was für eine herrlich schräge Idee, und was für ein wackeliges Gesamtpaket. Diese Silvesternacht in einem Hotel, in der Tim Roth als völlig überforderter Page Ted von Zimmer zu Zimmer stolpert, ist als Rahmen einfach Gold, weil er mit jedem Schritt noch ein bisschen fertiger wirkt – und genau daraus zieht der Film seinen Reiz. Man merkt aber auch ganz deutlich, dass hier vier Regisseure vier sehr unterschiedliche Kurzfilme aneinanderkleben: mal ist das herrlich verspielt und schräg, mal fühlt es sich an wie eine Idee, die in der Mitte stecken bleibt und nur über Lautstärke oder Bizarrheit ins Ziel geschubst wird.

    Am besten funktioniert für mich immer dann, wenn Tempo, Timing und Eskalation stimmen – wenn das Chaos nicht nur „komisch sein will“, sondern sich wirklich sauber hochschaukelt. Dann macht Four Rooms richtig Spaß, weil er diese fiebrige Silvesterenergie einfängt: zu viele Menschen, zu viele Entscheidungen, zu wenig Überblick, und am Ende bleibt Ted als Blitzableiter für alles zurück. Gleichzeitig ist das eben auch der Film, bei dem ich bei zwei Episoden eher denke: „Okay, nächstes Zimmer bitte“, während eine andere plötzlich so zündet, dass man wieder breit grinst. Insgesamt bleibt’s für mich keine große Anthologie-Offenbarung – aber als schräger Silvestertrip mit dieser sehr eigenen, leicht durchgeknallten 90er-Note funktioniert er immer noch erstaunlich gut.

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  • "Dangerous Minds - Wilde Gedanken" habe ich wieder gesehen – und es ist einer dieser Filme, bei denen man sehr genau spürt, aus welcher Zeit sie stammen. Mitte der Neunziger, als Hollywood noch fest an die Kraft der großen, emotionalen Lehrergeschichten geglaubt hat, an den Einzelnen, der ein ganzes System wenigstens für einen Moment aus den Angeln heben kann. Und ja: Der Film ist pathetisch, er ist deutlich zugespitzt, er arbeitet mit Vereinfachungen. Aber er trifft trotzdem einen Nerv, der auch heute noch wirkt.

    Was für mich immer noch trägt, ist ganz eindeutig . Ihre Louanne Johnson ist keine Karikatur, kein glattes Vorbild aus dem Lehrbuch. Sie wirkt müde, manchmal überfordert, manchmal zu impulsiv – und gerade dadurch glaubwürdig. Pfeiffer spielt diese Frau nicht als Heldin, sondern als jemanden, der improvisiert, der Fehler macht und trotzdem nicht aufgibt. Das ist vielleicht die größte Stärke des Films: Er zeigt Engagement nicht als glamouröse Mission, sondern als anstrengenden, oft frustrierenden Prozess.

    Natürlich sieht man heute deutlicher als damals die problematischen Seiten. Die Perspektive ist klar von außen, vieles wird aus einem sehr weißen, sehr hollywoodtypischen Blick erzählt. Manche Konflikte werden verkürzt, manche Lösungen fühlen sich zu einfach an. Und doch: Der Film meint es ehrlich. Er will nicht zynisch sein, sondern aufrichtig. Er glaubt an Bildung als Chance, auch wenn er diese Chance manchmal zu plakativ inszeniert.

    Besonders hart trifft mich jedes Mal die Geschichte um Emilio. Sie holt den Film aus seiner Wohlfühlzone und zeigt, dass gute Absichten nicht immer ausreichen. Dass Systeme versagen können, selbst wenn einzelne Menschen alles versuchen. Dieser Bruch gibt Dangerous Minds eine Schwere, die man ihm vielleicht auf den ersten Blick gar nicht zutraut.

    Und dann ist da natürlich die Musik. ist mehr als nur ein Neunziger-Hit. Der Song trägt den Film emotional, gibt ihm eine Zeitmarke, aber auch eine düstere Grundierung, die viele Szenen erst richtig wirken lässt. Ohne diesen Song wäre Dangerous Minds heute wahrscheinlich deutlich verblasster in der Erinnerung.

    Am Ende bleibt für mich ein Film, der nicht perfekt ist, der angreifbar ist – aber einer, der immer noch etwas will. Er will berühren, er will Mut machen, er will zumindest für zwei Stunden daran erinnern, dass jemand, der an dich glaubt, einen Unterschied machen kann. Dangerous Minds ist kein subtiler Film. Aber er hat Herz. Und manchmal reicht

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    das.

    Und hier der grandiose Titelsong.

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  • Pixars "Coco Lebendiger als das Leben" ist einer dieser seltenen Animationsfilme, die nicht einfach nur unterhalten, sondern leise und nachhaltig im Inneren weiterarbeiten. Was auf den ersten Blick wie ein farbenprächtiges Abenteuer für die ganze Familie beginnt, entpuppt sich als zutiefst menschliche Geschichte über Erinnerung, Verlust und die fragile Verbindung zwischen den Generationen.

    Besonders stark ist dabei, wie der Film den Tod nicht als Ende, sondern als Zustand der Abhängigkeit von Erinnerung begreift. Die Idee, dass ein Mensch erst dann wirklich verschwindet, wenn niemand mehr an ihn denkt, ist nicht nur poetisch, sondern emotional erschütternd – vor allem in der stillen Zuspitzung um Héctor und Mamá Coco. In diesen Momenten verlässt Coco endgültig die Komfortzone des klassischen Kinderfilms und wird zu einem Werk, das auch Erwachsene unmittelbar trifft.

    Visuell entfaltet der Film eine enorme Kraft. Das Reich der Toten ist kein düsterer Ort, sondern ein pulsierendes, leuchtendes Mosaik aus Farben, Musik und Leben – ein bewusster Kontrast zur oft klischeehaft-morbiden Darstellung des Jenseits. Gerade diese Üppigkeit macht deutlich, wie sehr Pixar hier nicht exotisiert, sondern feiert. Man spürt in jeder Einstellung die jahrelange Recherche und den Respekt vor der mexikanischen Kultur.

    Musikalisch ist Coco außergewöhnlich organisch erzählt. „Remember Me / Denk stets an mich“ ist nicht einfach ein eingängiger Song, sondern ein dramaturgisches Werkzeug, das je nach Kontext völlig unterschiedliche Bedeutungen annimmt: einmal prahlerische Showeinlage, dann sanftes Wiegenlied, schließlich herzzerreißende Erinnerung. Kaum ein Pixar-Film nutzt Musik so konsequent als emotionale Sprache.

    Miguel selbst ist eine sehr glaubwürdige Identifikationsfigur: neugierig, stur, leidenschaftlich – und innerlich zerrissen zwischen familiärer Loyalität und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung. Gerade dieser Konflikt macht Coco universell. Es geht nicht nur um Musik, sondern um die Frage, wie viel Raum ein Individuum innerhalb einer Familie einnehmen darf, ohne ihre Geschichte zu verraten.

    Am Ende bleibt Coco weniger als großes Spektakel in Erinnerung, sondern als stilles, warmes Nachhallen. Ein Film, der daran erinnert, dass Familie nicht nur aus denen besteht, die neben uns sitzen, sondern auch aus denen, die wir im Herzen bewahren. Und dass Erinnern vielleicht die stärkste Form von Liebe ist.

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  • Drachenzähmen leicht gemacht (2025)

    Ich war mir nicht sicher, ob das ganze als Live Action Verfilmung funktioniert, aber (Spoiler Alarm!) es funktioniert - und zwar richtig gut! Hauptgrund dafür sind die fantastischen Schauspieler, allen vorran Higgs und Astrid. Die Story ist aus dem animierten Original hinreichend bekannt, trotzdem fesselt der Film und macht Spaß.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Drachenzähmen leicht gemacht (2025)

    Ich war mir nicht sicher, ob das ganze als Live Action Verfilmung funktioniert, aber (Spoiler Alarm!) es funktioniert - und zwar richtig gut! Hauptgrund dafür sind die fantastischen Schauspieler, allen vorran Higgs und Astrid. Die Story ist aus dem animierten Original hinreichend bekannt, trotzdem fesselt der Film und macht Spaß.

    Der war so großartig. Da freue ich mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

  • Heute gab es James Bond 007 – GoldenEye

    Wenn ich heute an GoldenEye sehe, fühlt sich der Film wie ein sauberer Neustart an, der seinerzeit genau den richtigen Ton getroffen hat. Das war dieser Moment, in dem James Bond wieder zeitgemäß wirkte, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Pierce Brosnan brachte eine elegante Selbstverständlichkeit mit, die zugleich kühl und zugänglich war – weniger ironisch als Moore, weniger verbissen als Dalton, dafür mit einer Souveränität, die sofort Vertrauen schuf. Man hatte das Gefühl: Bond ist zurück, und er weiß genau, wer er ist.

    Besonders haften geblieben ist mir der Antagonist. Sean Bean als Alec Trevelyan war mehr als nur ein klassischer Gegenspieler; er war ein Spiegel. Ein gefallener Bruder, dessen Motivationskern – Verrat, verletzte Herkunft, persönliche Rache – dem Film eine ungewöhnliche emotionale Schärfe gab. Diese Idee, Bond mit einer Version seiner selbst zu konfrontieren, wirkte damals frisch und verleiht GoldenEye bis heute Gewicht.

    Auch visuell hat der Film nachhaltige Bilder hinterlassen: der Bungeesprung zu Beginn, der Panzer durch Sankt Petersburg, das Finale auf dem Radioteleskop – alles ikonische Setpieces, die nicht nur laut, sondern präzise inszeniert sind. Martin Campbell verstand es, Action klar zu erzählen, ohne sie im Schnitt zu zerfasern. Dazu kam die erste M in weiblicher Form: Judi Dench setzte mit wenigen Szenen ein neues Machtgefüge – streng, modern, unmissverständlich. Ein leiser, aber entscheidender Schritt in die Zukunft der Reihe.

    Die Musik von Éric Serra spaltete schon damals die Gemüter, doch gerade dieser eigenwillige, elektronische Anstrich passte zum Gefühl der Neunziger: Übergang, Neuordnung, Nachhall des Kalten Krieges. Und über allem schwebte GoldenEye – ein Titelsong mit Gravitas, der weniger verführt als behauptet.

    Rückblickend ist GoldenEye für mich nicht nur Brosnans bester Bond, sondern ein Film, der der Serie das Überleben gesichert hat. Er verbindet klassische Bond-DNA mit einem ernsteren Blick auf Loyalität und Verrat und fühlt sich auch Jahre später noch erstaunlich geschlossen an. Ein Bond, der nicht nur funktionierte – sondern Maßstäbe setzte.

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    Und natürlich der geniale Titelsong

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  • Gestern wieder "Dangerous Game" gesehen – und dieser Film lässt einen auch nach all den Jahren nicht in Ruhe. Es ist kein Werk, das man sich entspannt „anschaut“, sondern eines, das sich an einen heranarbeitet, unangenehm nah kommt und irgendwann beginnt, richtig zu drücken. Schon nach wenigen Minuten liegt diese gespannte, aggressive Atmosphäre in der Luft, als würde jeden Moment etwas kippen – und genau darauf scheint Abel Ferrara es anzulegen.

    Ferrara erzählt hier kein klassisches Drama, sondern ein toxisches Machtspiel, das sich hinter dem Vorwand von Kunst und Wahrhaftigkeit versteckt. Dieses Film-im-Film-Konstrukt wirkt weniger clever als vielmehr gnadenlos: Man spürt förmlich, wie sich Realität und Inszenierung ineinander verhaken, bis niemand mehr genau sagen kann – oder will –, wo die Grenze verläuft. Der Regisseur Eddie Israel, grandios und abstoßend zugleich gespielt von Harvey Keitel, treibt seine Schauspieler immer weiter, immer tiefer, unter dem Deckmantel der „Wahrheit“. Was dabei entsteht, ist kein kreativer Prozess, sondern ein psychischer Verschleiß, den der Film bewusst ausstellt.

    Gerade Keitel ist dabei kaum auszuhalten – im besten Sinne. Seine Figur ist kontrollierend, besessen, narzisstisch, und doch erschreckend glaubwürdig. Man kennt diesen Typus: den Künstler, der alles rechtfertigt, solange das Ergebnis stimmt. Dass man ihm trotzdem minutenlang gebannt folgt, liegt an dieser unberechenbaren Intensität, die Keitel mitbringt.

    Und dann ist da Madonna – gestern noch einmal sehr deutlich besser, als ihr Ruf in diesem Film oft vermuten lässt. Sie spielt ihre Figur nicht als glamouröse Projektionsfläche, sondern als verletzlichen, zunehmend zermürbten Menschen, der sich zwischen Anpassung und Widerstand aufreibt. Gerade in den stilleren Momenten ist sie überraschend stark, fast schon entwaffnend ehrlich. Dass der Film sie damals nicht geschützt, sondern eher verheizt hat, gehört bittererweise zur inneren Logik dieses Werks.

    James Russo fügt sich nahtlos in dieses Gefüge ein und verstärkt das Gefühl permanenter Bedrohung. Alles wirkt hier roh, ungeschönt, absichtlich kantig – auch visuell. Die körnigen Bilder, die hektische Kamera, die fehlende Distanz: Dangerous Game will nicht gefallen, sondern angreifen. Man hat ständig das Gefühl, dass der Film selbst Teil dieses „dangerous game“ ist, das er zeigt.

    Nach dem Abspann gestern blieb weniger Bewunderung als Erschöpfung – aber auch Respekt. Das ist kein Film, den man liebt, sondern einer, den man aushält. Einer, der wehtut, weil er unangenehme Fragen stellt: über Macht, über Kunst, über Grenzüberschreitungen im Namen der Authentizität. Ferrara liefert keine Antworten, keine Erlösung, keine moralische Absicherung. Er lässt einen einfach stehen – mit diesem unguten Gefühl, dass hier vielleicht mehr Wahrheit drinsteckt, als einem lieb ist.

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  • Wir haben uns gestern Abend nochmal den ersten Teil von »The Conjuring« angesehen.

    Dieser hatte mich beim ersten Gucken damals sehr beeindruckt. Bei einigen Szenen, vor allem, als die Kleine im Kinderzimmer immer die Bettdecke weggezogen bekam, konnte man sich schon arg gruseln.

    Auch die Filmmusik ist nichts für schwache Nerven. Das haben die schon toll gemacht.

    Beim gestrigen Gucken fiel mir nur auf, dass mir die zweite Hälfte oder vielleicht das letzte Drittel dann irgendwie nicht mehr so gut gefallen haben.

    Das zuvor spannende, subtile geht mehr und mehr verloren und dieser Exorzismus im Finale ist dann nur noch Effekthascherei, ohne wirklich gruselig zu sein. Das fand ich etwas schade.

    Aber vielleicht hat gerade das bei anderen Zuschauern gezündet.

    Kein schlechter Film, im Gegenteil.Ich würde 7 von 10 Punkten geben...😉

  • Quote

    Bei einigen Szenen, vor allem, als die Kleine im Kinderzimmer immer die Bettdecke weggezogen bekam, konnte man sich schon arg gruseln.

    An diese Szene kann ich mich auch noch gut dran erinnern. Die war verdammt gruslig.

    BATES MOTEL (2013+/ mit Vera Farmiga) 2.Staffel. ich mag den Freddie Highmore irgendwie nicht. Er ist arg seltsam, aber kein N. Bates!

    The Jokes on you!

  • Hat eigentlich dieser Film hier Fans?

    Ich habe ich mit 9 Jahren zum ersten Mal gesehen, da mein Bruder in der Wahl seiner Verstecke nicht sonderlich kreativ war...🤣

    Ratet mal, wie gern ich in dieser Zeit abends ins Bett gehen wollte (»Mama, kann ich nicht das Licht anlassen..? 😁)

  • Klar,darüber wurde natürlich geredet,oder diese Gesichter des Todes Reihe.Ich hab mir sowas nie angesehen.

    »Gesichter des Todes« waren für mich auch nichts.

    Bei »Tanz der Teufel« war halt schon mal das Verbot der Anreiz.

    »Was Du hast einen Film, der verboten ist? Cool...😁«

    Jetzt, wo er ungekürzt FSK 16 hat, kräht kein Hahn mehr danach...

    War eine gute Werbung für den Film - diese Beschlagnahme...😜

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