Welche Filme/Serien habt ihr zuletzt geschaut?

  • Sicherlich wirst du dann auch Chapter 2 sichten/evtl. reviewen

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Eine der Szenen, die packender inszeniert wurden als im Original

  • Erst am Dienstag bin ich durch Zufall beim Thalia auf Der Blutgletscher gestoßen. Musste mir die DVD mitnehmen. Hab’s mir gerade angesehen und muss tatsächlich sagen ein richtig cooler Horrorfilm Made in Austria. Eine Mischung aus Alien, The Thing im Film, aber auch Die Schläfer aus dem Hörspielbereich. Passend dazu das Alpen-Gletscher Ambiente. Gruselig, Horror, spannend, Schockmomente. Gute Wahl bei den Schauspielern, die teilweise mit Lokalkolorit glänzen. Wer gute Ohren hat, wird den mit Dialekt sprechenden Wolfgang Pampel „erhören“, er spielt nämlich auch mit. Geiles Teil! War eine gute Wahl den mitzunehmen. Und auch mit Jahren Verspätung #danke# Lord Heros für den tollen Tipp #top#

    Wieder einmal holt die Realität die Fiktion ein:

    "Blut-Gletscher": Forscher lösen mysteriöses Rätsel in Antarktis
    Die Bilder sind spektakulär, die Forschung dahinter fast noch spektakulärer. Wissenschafter klären Ursprung der "blutenden" Gletscher.
    kurier.at

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Thor

    Thor aus dem Jahr 2011 ist für mich ein Film, der auf besondere Weise Mythologie, Fantasy und modernes Blockbuster-Kino miteinander verknüpft. Kenneth Branagh gelingt es, die Welt Asgards mit Pathos, Pomp und einer klaren Dramaturgie auf die Leinwand zu bringen – und gleichzeitig die Figuren spürbar menschlich wirken zu lassen. Gerade die zentrale Geschichte um Thors Hochmut, seine Verbannung auf die Erde und den schmerzhaften Prozess, Demut und Verantwortung zu lernen, gibt dem Spektakel eine emotionale Tiefe, die weit über reines Effektkino hinausgeht.

    Chris Hemsworth überzeugt als Thor mit einer Mischung aus ungestümer Kraft, jugendlichem Charme und späterer Reife. Man spürt, wie er im Verlauf des Films wächst – vom arroganten Donnergott zum wahren Helden. Natalie Portman als Jane Foster bringt Herzlichkeit und Bodenständigkeit in die Handlung, während Anthony Hopkins als Odin eine majestätische Autorität verkörpert, die Branaghs Shakespeare-Erfahrung deutlich widerspiegelt. Doch es ist vor allem Tom Hiddleston als Loki, der dem Film eine besondere Schärfe verleiht: Ambivalent, verletzlich, intrigant – ein Bösewicht, der schon hier andeutet, welch zentrale Rolle er im gesamten Marvel-Universum noch spielen wird.

    Optisch entfaltet Thor einen besonderen Reiz. Die kontrastreichen Bilder zwischen der erdigen Wüste New Mexicos und der goldglänzenden Pracht Asgards sind beeindruckend, auch wenn die digitale Gestaltung bisweilen ein wenig steril wirkt. Dafür hat Branagh ein Auge für die großen Momente: Kämpfe, die Wucht besitzen, Dialoge, die trotz Pathos nicht ins Lächerliche kippen, und Figuren, die inmitten all des Bombasts nicht untergehen.

    Für mich ist Thor einer der Filme, die den Weg ins Marvel Cinematic Universe entscheidend geprägt haben. Er schlägt die Brücke zwischen Götter- und Menschenwelt, zwischen antiker Tragödie und modernem Popcorn-Kino. Sicherlich ist nicht alles perfekt – manches wirkt überstilisiert, manches zu glatt –, doch am Ende bleibt das Gefühl, einer großen, mythischen Erzählung beigewohnt zu haben, die mitreißt und berührt. Ein Film, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist und der die Grundlage für all das legte, was später im MCU folgte.

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • Haben mit dem jungen Wallander angefangen. Haben bisher 3 Folgen gesehen - und es macht Spass - tolle Schauspieler und spannende Story.

    Sind mittlerweile durch - Staffel 1 war toll auch ohne Happy End. Staffel 2 hält das Niveau leider nicht ganz so hoch. Die Akteure handeln teilweise unlogisch / unüberlegt um eben in die Story zu passen... wirkt, als hätte man da nach Staffek 1 zu schnell nachlegen wollen.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Besonders schade, dass danach leider Schluss war. Hätte gerne noch weitere Staffeln gesehen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich habe mir die letzten Tage Das Damengambit angesehen. Anfangs etwas skeptisch, doch dann nahm das Ganze wirklich eine Richtung an, die wahnsinnig fesselnd war. Ein richtiges Sportdrama ala Rocky, da soll noch jemand sagen Schach sei kein Sport. Wirklich großartig gespielt, tolle Musik der 60er, dazu schöne Mode, interessante Charaktere, kurz ein echtes Filmhighlight #top#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wir sind mit der Miniserie "Die Glaskuppel" auf Netflix gestartet.

    In der schwedischen Crime-Serie Die Glaskuppel aus dem Hause Netflix schließen sich eine Kriminologin und ihr ehemaliger Polizeikollege zusammen, um das Verschwinden eines Mädchens in einer Kleinstadt zu untersuchen. Es handelt sich um jenen Ort, an dem die Ermittlerin einst selbst entführt wurde.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Wir sind mit der Miniserie "Die Glaskuppel" auf Netflix gestartet.

    In der schwedischen Crime-Serie Die Glaskuppel aus dem Hause Netflix schließen sich eine Kriminologin und ihr ehemaliger Polizeikollege zusammen, um das Verschwinden eines Mädchens in einer Kleinstadt zu untersuchen. Es handelt sich um jenen Ort, an dem die Ermittlerin einst selbst entführt wurde.

    Danke für die Erinnerung, meine Freundin meinte letztlich mehrfach zu mir, dass wir da doch noch "irgendeine Serie" hätten, die wir weiterschauen wollten und ich wusste nicht mehr welche. Die hier müsste es gewesen sein :D

  • Danke für die Erinnerung, meine Freundin meinte letztlich mehrfach zu mir, dass wir da doch noch "irgendeine Serie" hätten, die wir weiterschauen wollten und ich wusste nicht mehr welche. Die hier müsste es gewesen sein :D

    Gerne :)
    Dann hat die Serie aber nicht all zu viel Eindruck bei dir hinterlassen?!

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Ich hab Wayward Pines (2014/Mystery/Endzeit-Serie) die erste Staffel fertig geschaut und gestern:

    Rückkehr zum Planet der Affen (1970/Endzeit-Sci Fi mit James Fransiscus, Kim Hunter, Linda Harrison,Charlton Heston etc) Ich hab den glaub mit 14 oder so rum zum ersten Mal geschaut, und mir gefällt der immer wieder!!! So genial. Den Anfang von Flucht vom Planet der Affen hab ich mir noch gegeben. Den schau ich die Tage...

    Planet der Affen: New Kingdom (2024 mit Owen Teague) hab ich neulich auch geschaut. War für mich aber nur ein One-Timer und etwas zuuu lang.

    The Jokes on you!

  • Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser

    Schon nach wenigen Minuten war mir klar: Genau so hätte ich mir den Umgang mit Daniel Küblböck/Lana Kaiser schon vor zwanzig Jahren gewünscht – leise, respektvoll, nah am Menschen und weit weg von der grellen Freakshow-Optik, mit der Fernsehen und Boulevard damals allzu oft auf „Anderssein“ reagiert haben. Die Regie entscheidet sich konsequent gegen Sensationshunger und für Haltung. Statt laute Thesen über eine Person zu stülpen, lässt die Doku Daniel/Lana sprechen – mit alten O-Tönen, Tagebuch- und Buchpassagen – und ergänzt diese Stimmen behutsam durch Wegbegleiterinnen, Familie, Freundinnen, Fans. Genau diese Zurücknahme erzeugt Nähe: Ich habe nicht das Gefühl, einer Fallakte zu folgen, sondern einem Leben.

    Was mich am meisten beeindruckt hat, ist der klare, nicht reißerische Blick auf die frühen 2000er. Die Serie zeigt, wie zementiert Geschlechterrollen damals im Mainstream waren und wie schnell jemand zum Projektionsschirm wird, der diese Rollen sichtbar irritiert. Dass Daniel für viele einfach „zu bunt“, „zu schrill“ oder „nicht ernstzunehmen“ war, erzählt die Doku nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern durch präzise gesetzte Archivmomente. Da spürt man die damalige Mischung aus Neugier, Voyeurismus und Häme – und versteht gleichzeitig, warum so viele queere Jugendliche in Daniel jemanden sahen, der ihnen einen Raum öffnet. Wenn Fans die Konzerte als „Safe Space“ beschreiben oder von einer „selbst gewählten Familie“ sprechen, ist das kein pathetischer Soundbite, sondern eine sehr konkrete Erinnerung an Zeiten, in denen Worte wie non-binär außerhalb der Community kaum bekannt waren.

    Genauso ungeschönt, aber wohltuend nüchtern ist die Chronik des Hasses, die sich durch das Leben zieht: Foren, in denen sich (vor allem) Männer zum Ausbuhen verabreden; die Lust am Abwerten; die damals salonfähige Spott-Ökonomie im Fernsehen. Die Doku schaut hin, ohne zu verharren oder das Leid auszuschlachten. Es gibt keine effektheischenden Montagen, keine „Schocksekunden“, sondern Kontext. Das ist, finde ich, die eigentliche Stärke: Sie rehabilitiert nicht mit Pathos, sondern mit Sorgfalt.

    Sehr stark ist auch, wie Lanas Identitätsweg erzählt wird. Weder wird eine lineare Heldenreise konstruiert, noch wird in psychoanalytische Spekulationen geflüchtet. Stattdessen zeigt die Doku Phasen, Übergänge, Unsicherheiten: die Suche nach Seriosität, der Versuch, sich vom alten Medienbild zu lösen; das Leben auf Mallorca in relativer Anonymität; die Adoption durch Kerstin Elisabeth Kaiser („Omi“), die Schauspielausbildung in Berlin mit ihren Brüchen; und am Ende die klare, öffentliche Positionierung: die weibliche Geschlechtsidentität, der Name Lana Kaiser. Es wird nichts romantisiert, aber auch nichts pathologisiert. Für mich war das der vielleicht wichtigste Punkt: Lana wird nicht als Fall, sondern als Person sichtbar gemacht.

    Handwerklich überzeugt die Reihe mit ruhiger Dramaturgie. Der Schnitt hat Geduld, die Archivwahl ist gezielt, nicht beliebig. Anstelle eines „Best of Skandale“ gibt es klug kuratierte Ausschnitte, die Entwicklungen erkennbar machen: Wie Medienbilder entstehen, wie sie wirken, und wie schwer es ist, sie wieder abzuschütteln. Sehr gelungen fand ich die Entscheidung, die mysteriösen Todesumstände nicht zum dramaturgischen Treibstoff eines True-Crime-Plots aufzublasen. Sie werden erzählt, weil sie zum Leben gehören – nicht, um Quote zu machen. So entsteht Empathie, nicht Voyeurismus. Dazu passen die Original-O-Töne aus den frühen Jahren: Wenn die eigene Stimme das eigene Erleben rahmt, ist das mächtiger als jede nachträglich drübergelegte Deutung.

    Die Gesprächspartnerinnen sind gut gewählt und klug kombiniert. Olivia Jones und Riccardo Simonetti ordnen nicht nur medienkritisch ein, sie sprechen eine Wahrheit aus, die oft untergeht: Auch innerhalb der Community gab es (und gibt es) Abwertungsmechanismen und Klischeefallen. Ex-Partner, Freundinnen, der Vater, Fans – sie alle setzen Mosaiksteine, die sich nicht zu einer glatten Legende fügen, sondern zu einem vielschichtigen Bild. Besonders mochte ich, dass Widersprüche stehenbleiben dürfen. Nicht jede Erinnerung passt nahtlos in einen versöhnlichen Bogen – Leben tut das auch nicht.

    Inhaltlich ist die Doku für mich dreifach wertvoll:

    1. Zeitgeschichte der Repräsentation: Sie hält uns den Spiegel der 2000er vor. Vieles, was heute selbstverständlich(er) erscheint, war damals mühsam erkämpft. Und sie zeigt, wie sehr mediale Rahmungen Biografien prägen – und verletzen – können.

    2. Queerer Meilenstein, ohne Podestkitsch: Dass Daniel/Lana für viele ein Wegweiser war, wird nicht behauptet, sondern belegt – mit Erlebnissen, Safe-Space-Erfahrungen, konkreten Biografien von Menschen, die sich in der Fangemeinde zum ersten Mal gesehen fühlten. Gleichzeitig bleibt Raum für Ambivalenzen: Vorbilder müssen nicht perfekt sein, um wichtig zu sein.

    3. Lernen im Heute: Der Verzicht auf True-Crime-Mechanik ist ein Statement. Er zeigt, wie man respektvoll erzählen kann – auch über offene Fragen, Brüche, Tragik. Wer heute Geschichten über queere Personen, über Vulnerabilität, über psychische Krisen erzählt, kann sich hier abschauen, wie man Würde wahrt.

    Emotional hat mich die Reihe mehrfach abgeholt: Wut über die Lust am Hämeapplaus, Traurigkeit über die Härten der Biografie, Zuneigung für den Mut, immer wieder aufzustehen – und Dankbarkeit, dass diese Geschichte endlich so erzählt wird, wie sie es verdient: ohne Klamauk, ohne Zynismus, ohne Bevormundung. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich Szenen von damals noch einmal mit heutigen Augen gesehen habe – und wie viel Verantwortung Medien tragen, wenn sie „anders“ zu „andersartig“ aufblasen.

    Kleine handwerkliche Details, die mich zusätzlich überzeugt haben: die unaufgeregte Tonmischung (endlich mal keine dramatischen Stinger, wenn es ernst wird), die Schnittentscheidungen, die Stimmen ausreden lassen, die ruhige Kamera, die Nähe herstellt, ohne aufdringlich zu sein, und die klare Kapitelstruktur, die Halt gibt, ohne zu schematisch zu wirken. Auch die Entscheidung, Daniels frühe Selbst-Einsprachen (etwa aus der Autobiografie) einzubauen, ist stark: Sie verschiebt die Deutungshoheit dorthin, wo sie hingehört.

    Am Ende bleibt für mich ein sehr klarer Eindruck: Diese Doku holt eine Person aus der Projektion zurück ins Menschliche. Sie korrigiert nicht nur ein Bild, sie eröffnet einen Raum für Mitgefühl und Selbstreflexion. Und sie erinnert daran, wie wichtig es ist, Menschen nicht nur dann zu feiern, wenn sie uns in unseren Erwartungen bestätigen. Ich hätte mir eine solche Erzählweise schon früher gewünscht. Umso dankbarer bin ich, dass sie jetzt existiert.

    Mein Fazit in einem Satz: Unbedingt sehenswert – respektvoll, berührend, klug. Eine späte, aber umso wichtigere Re-Humanisierung von Daniel Küblböck/Lana Kaiser und ein Beispiel dafür, wie moderne, verantwortungsvolle Popkultur-Aufarbeitung aussehen kann.

  • DerPoldi das sollte man auslagern. Sehr ausführlich und sehr gut. Das geht hier ja unter.

    JTaxidriver Ich wollte es zunächst bei „Poldi blickt auf“ posten, weil es sich um eine wirklich gute und wichtige Dokumentation handelt. Aber dort führt das ja öfter mal zu Diskussionen, ob so etwas tatsächlich hineinpasst.

    Daher bin ich mittlerweile sehr bedacht darauf, was ich dort posten kann oder darf – und was lieber nicht.

    Ich finde es auch Schade das es hier nun untergehen wird.

  • Dürfen tut man alles. Bei Doppelthreads macht es aber Sinn nur in einem Thread zu posten, weil es sonst unübersichtlich macht.

    Zum Thema Daniel Küblböck haben wir bis dato nur einen Thread:

    Ascan von Bargen
    September 9, 2018 at 3:52 PM

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Heute habe ich – ich weiß schon gar nicht mehr, zum wievielten Mal – Der Teufel trägt Prada gesehen.

    Es gibt Filme, die altern kaum, weil sie nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern ein ganzes Lebensgefühl einfangen. Der Teufel trägt Prada gehört für mich genau in diese Kategorie. Auf Blu-ray gesehen, wirkt er heute so frisch, pointiert und glänzend gespielt wie damals bei seiner Veröffentlichung – und zugleich fast noch aktueller, weil die Themen Macht, Selbstverwirklichung und Identität zeitlos sind.

    Die Geschichte um Andrea „Andy“ Sachs, die unscheinbare Universitätsabsolventin, die bei der Modezeitschrift Runway in die gnadenlose Welt von Miranda Priestly gerät, entfaltet auf Blu-ray noch einmal eine neue Wucht. Die brillante Schärfe der Bilder lässt die Modewelt in all ihrem Glanz, aber auch in ihrer Kälte aufblitzen. Man sieht die Texturen der Stoffe, die glänzenden Magazine, die kalten Glasfassaden New Yorks – eine visuelle Sprache, die die Welt von Runway perfekt spiegelt: verführerisch und abweisend zugleich.

    Meryl Streep ist schlicht überragend. Ihr Blick, ihr Tonfall, die Art, wie sie allein durch ein gehauchtes „Das war’s“ ganze Räume in Stille hüllt, machen Miranda Priestly zu einer der großen Filmfiguren der 2000er. Man spürt die Aura einer Frau, die Macht mit minimaler Gestik ausübt – und die trotzdem nie zur Karikatur wird. Anne Hathaway als Andy ist das perfekte Gegenstück: Zu Beginn ein Fremdkörper in dieser Welt, dann zusehends selbst Teil von ihr, ohne zu merken, wie sie sich verändert. Gerade diese Entwicklung macht den Film so spannend: Die Faszination für Glamour und Erfolg steht im ständigen Konflikt mit den Werten, die Andy eigentlich vertritt. Stanley Tucci als Nigel und Emily Blunt als zynisch-überarbeitete Emily liefern Nebenrollen, die man nie vergisst – voller Witz, Schärfe und leiser Tragik.

    Was mich beim erneuten Ansehen besonders berührt hat, ist die Balance des Films. Er ist Satire und Drama, Komödie und bitterer Kommentar zugleich. Man lacht über die bissigen Dialoge, staunt über die Mode, leidet mit Andy – und spürt gleichzeitig die Härte eines Systems, das Menschen formt, verbiegt und verschlingt. Die Szene in Paris, wenn Miranda Nigel eiskalt fallen lässt und Andy begreift, wie nah sie selbst schon an diesem Punkt war, ist für mich der emotionale Kern: Der Moment, in dem aus einer Modekomödie plötzlich eine Geschichte über Entscheidungen, Moral und Selbstachtung wird.

    Die Blu-ray selbst macht den Film zur idealen Wiederentdeckung. Bild und Ton sind hervorragend, die Schärfe unterstreicht die Brillanz der Modewelt, die Soundkulisse bringt den hektischen Rhythmus der Redaktion perfekt rüber. Auch die Songs – von Madonna über Jamiroquai bis KT Tunstall – tragen den Film noch immer, als wären sie eigens für ihn komponiert.

    Und nun, da die Fortsetzung Der Teufel trägt Prada 2 für 2026 angekündigt ist, bekommt diese Blu-ray noch eine zusätzliche Dimension. Man sieht den Film mit einem anderen Blick: als Fundament für eine Geschichte, die offenbar noch nicht zu Ende erzählt ist. Die Figuren sind so stark, dass man sofort Lust bekommt, zu erfahren, wie es mit Miranda, Andy und Emily weitergeht. Die Aussicht auf eine Fortsetzung macht den Film heute fast noch spannender – wie ein eleganter Auftakt zu einem Kapitel, das erst viele Jahre später geschrieben wird.

    Der Teufel trägt Prada ist ein grandioser Film, dessen Stärke weit über Mode hinausgeht. Es ist eine Erzählung über Macht, Anpassung und Integrität, über den Preis des Erfolgs und die Frage, wer man sein will. Auf Blu-ray gesehen, entfaltet er seine volle Wirkung: scharf, elegant, bissig und zutiefst menschlich. Ein moderner Klassiker, der nun sogar noch einen Nachhall bekommt – weil die Geschichte weitergeht.

    External Content youtu.be
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!