Welche Filme/Serien habt ihr zuletzt geschaut?

  • gestern nachts auf RTL

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    Die Handlung an sich ist schon sus&weird , aber wenn man auch noch eine geschnittene Version serviert bekommt - im wahrsten Sinne des Wortes - dann ist noch schlimmer. Und ausgerechnet die entscheidenden Szenen wurden rausgeschnitten , damit man noch weniger versteht - wieso weshalb warum ????? Und dann auch noch offenes Ende .

    Neee, das war nix fm - der fing gut an , wurde dann aber immer seltsamer , zumal die Reaktionen fast aller Protagonisten total paradox waren .......

    Viele hätten vermutlich irgendwann abgeschaltet , aber ich gehör leider (?) zu der Gruppe "ich will dann auch wissen wie es weitergeht und endet" . dadurch hab ich schon viel Zeit in meinem Leben verschwendet beim Lesen, Hören und Schauen. ://

    1400 km auf Sommerreifen .... , und das mitten im Winter

  • Jahrelang, wirklich jahrelang, wurde mir befohlen, "Hindafing" zu schauen, will das so großartig ist und ich es lieben werde.

    Jetzt im Nachtzug gebingt, das hat alles so gestimmt. Fast sowas wie Cayman Club als TV-Serie, da passt einfach alles.

    Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Kanaren

  • Godzilla Minus One

    Die Spatzen pfiffen von den Dächern, wie gut der sein würde und ich weiß, ich bin reichlich spät zur Party. Aber, Himmel, war der gut! Dafür, dass es streng genommen der x-te Reboot der langlebigsten Dinosaurier-Reihe aller Zeiten ist, bringt dieser Film eine Frische mit, die ich ihm trotz aller Vorschusslorbeeren nicht zugetraut hätte. Alleine schon die Anfangssequenz fährt meiner Meinung nach mit allen Jurassic-Park-Filmen seit dem Original ganz gehörig Schlitten und auch wenn die Einsätze des riesigen Reptils gemessen auf die Spielzeit von zwei Stunden danach ziemlich zurückgenommen werden, tut das dem Film keinen Abbruch. Weil hier wirklich das menschliche Drama nicht nur funktioniert, sondern die Handlung trägt. Auch und gerade für ein westliches Publikum. Der Oscar für die Spezialeffekte geht vollkommen in Ordnung und wenn Godzilla einen Teil Tokios in einer Atomexplosion vergehen lässt, bleibt kein Auge trocken und dank Subwoofer haben auch die Nachbarn was davon. Fazit: So sehr ich die amerikanisierte Version des Monsters zumindest in Teilen gelungen finde, die Japaner zeigen wieder einmal, dass sie die Essenz dieses Franchise, das allzu oft auf bunte Bilder und Monsterkloppereien reduziert wird, einfach verinnerlicht haben.

    Das kann ich seit gestern 1:1 unterschreiben. Ich hatte mir den Film in der Stadtbibliothek (als DVD) ausgeliehen und ihn damals nicht angesehen, weil ich durch zu viele enttäuschende Erfahrungen mit Kaiju-Filmen frustriert war und den Hype nicht glauben wollte.

    Hiermit Abbitte. Nicht nur sind die Special Effects wirklich gelungen, der Film schafft es auch, den absurden Trash-Effekt solcher lustvollen Zerstörungsorgien einzufangen, *und* dazu die Geschichte der doppelt verstrickten Hauptperson (einerseits Kamikaze-Feigling und dann Überlebendenschuldgefühle) überzeugend zu erzählen. Wirklich gut geschauspielert, auch die Frau und das Waisenkind (das einfach nur einen Papa haben will, aber ihn lange nicht bekommt) sind nicht nur Staffage, sondern integraler Bestandteil der Geschichte. Das Thema Atomtests und das Trauma eines verlorenen Krieges sind mit drin (der Film spielt 1948), aber auch das passend.

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    Davon können sich alle US-Adaptionen dicke Scheiben abschneiden. Wirklich gut.

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

  • Es gibt Filme, da weiß man nicht so recht was einen erwartet. Das könnte ein Trash Fest werden oder dieser eine Überraschungshit. KPop - Demon Hunters ist genau dieser Film.
    Ich habe den Trailer gesehen und mir gedacht, irgendwie ja eine geile Idee. Eine K-Pop Girl Group die nicht nur singt, sondern auch Dämonen jagt. Also hab ich mich an einem launigen Sonntag mit meiner Mutter vor den Fernseher gesetzt und den Film angemacht. Ich will nicht wirklich was spoilern, erwartet jetzt nicht die tiefgründigste Story, deswegen schaut ihr euch den Film nicht an. Aber dafür bietet der Film in allen anderen Bereichen etwas. Den Soundtrack muss man hier mal ganz besonders hervorheben. Jeder Song haut einfach voll rein, insbesondere "Golden" hat es mir echt angetan.
    Dann ist da aber die andere große Stärke die ich so nicht erwartet habe. Das Trio und ihr Manager schließt man echt schnell ins Herz. Ihr Manager Bobby ist dabei mehr als nur ne witzige Randfigur, er ist Manager und der beste Freund der drei, er hilft ihnen in so vielen Situationen und in einer Szene zeigt sich richtig stark, wie tief das Band der Freundschaft zwischen den Vier ist. Sie würden ein ganzes Konzert sausen lassen, nur um sich gegenseitig zu schützen. Aber auch die Antagonisten, eine K-Pop Boy Group aus Dämonen, haben eine gewisse Tiefe und sind nicht einfach nur irgendwelche Monster die Jagd auf Seelen machen. Der Film ist dabei aber nie zu ernst oder zu überzogen. Er schafft es immer wieder die perfekte Balance zu finden, zwischen ernst und albern. Die Mädchen sind dabei nicht nur Stars Klischees, sondern auch einfach mal nur junge Frauen die etwas chillen wollen. Das macht sie nahbarer.
    Zu den Animationen muss man glaub ich auch nicht viel sagen. Sony Animations haben es einfach drauf und wissen, wie ein Film und Thema visuell miteinander kombiniert werden müssen. Farben spielen hierbei die größten Rollen und die Einführung von Comic und Manga ähnlichen Effekten, wie man sie sonst nur auf einer Comic Seite sehen würde. Der Film strotzt in jeder Szene voller Persönlichkeit. Man merkt einfach, hier war das ganze Team Feuer und Flamme für die Idee. Ist K-Pop Demon Hunters also eine klare Empfehlung? Ja, absolut. Und ich werde ihn dieses Jahr bestimmt noch einmal sehen. Kann es nur jedem empfehlen.

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  • Nachdem ich letztes Jahr "Der Vorname" geschaut habe , war dieses Jahr die Fortsetzung "Der Nachname" dran.

    Bedie Filme haben was, aber im ersten ist mehr Pepp - alleine schon weil Pumuckl nicht halb Europa ausgelöscht hat ...... ;D

    Jetzt warte ich noch auf den "Spitznamen" und den "Doppelnamen" und den "Firmennamen" .....

    1400 km auf Sommerreifen .... , und das mitten im Winter

  • Zwei absurde "Das-Büro-als-Todesfalle"-Thriller, die mich aus irgendeinem Grund angesprochen haben. Wahrscheinlich, weil ich in meinem zusätzlichen Teilzeitjob ja auch in einer ähnlichen Umgebung arbeite.

    Headhunt: "Ich bin ihr neuer Chef!" So stellt sich Thomas Reddman bei seinen sieben unfreiwilligen Büroangestellten vor. Reddman wurde fälschlicherweise wegen mehrfachen Mordes verurteilt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, aus der er aber entkommen konnte und nun auf Rache sinnt. Er entführt die sieben Menschen, die zur seiner Verurteilung beigetragen hatten und zwingt sie, an Bürostühle gefesselt, seine Unschuld zu beweisen. Und jeder Fehler wird grausam bestraft.

    Das Belko-Experiment: Belko Industries wirkt auf den ersten Blick wie ein tolles internationales Unternehmen mit einer super Arbeitsatmosphäre, in der sich alle Mitarbeiter wie eine große glückliche Familie fühlen sollen. Das ändert sich eines Tages, als sich das komplette Bürogebäude plötzlich absolut ausbruchsicher verriegelt und eine mysteriöse Stimme die Angestellten über Lautsprecher auffordert, sich gegenseitig zu töten. Ein mörderisches Battle Royale beginnt.

    Jetzt sehe ich jedes Büro mit anderen Augen =O=O

    "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."

  • Oh, ja. Wer meint, im Büro kann man ganz entspannt arbeiten, der irrt sich gewaltig. Kann ich mit Erfahrung aus vielen unterschiedlichen Büros sagen. Reine Frauenbüros sind die schlimmsten. =O

    Habe vor kurzem mit der Serie "Deadbeat" angefangen. Sie handelt von dem Medium Kevin, der Geister sehen und mit ihnen sprechen kann. Er hat die Aufgabe, den Geistern mit ihrer letzten Aufgabe oder noch offenen Wünschen zu helfen. Das angebliche Medium Camomile White, in die Kevin heimlich verliebt ist, kommt ihm dabei immer wieder in die Quere. Die Serie besticht mit schwarzem und manchmal sehr flachem Humor, aber immer wieder witzigen Gags. Bin jetzt am Ende der 1. Staffel und habe noch 2 Staffeln vor mir.

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    Ich bin heute so farbenfroh, ich habe fünf verschiedene Schwarztöne an.

  • Ich habe heute mal wieder „Stargate“ gesehen und habe ihn 1994 schon im Kino gesehen, und dieses Gefühl von Staunen hat sich bei mir eingebrannt: der erste Blick auf das 1928 auf dem Gizeh-Plateau ausgegrabene Tor, das Aktivieren der Chevrons, der schimmernde „Ereignishorizont“ – ein Moment, der im Saal hörbar die Luft abgedreht hat. Roland Emmerichs Film hat für mich etwas geschafft, was nur wenige Science-Fiction-Abenteuer hinbekommen: Er verbindet knisternde Rätselspannung mit einem altmodisch-zeitlosen Sense of Wonder. Keine zynische Dystopie, kein reiner Effekt-Overkill, sondern ein Abenteuer, das aus der Verheißung einer Idee lebt: Was, wenn Pyramiden und Sterne, Mythen und Physik wirklich zusammenhängen?

    Kurt Russell und James Spader sind dafür das perfekte Gegengewicht. Russell spielt Colonel Jack O’Neil als gebrochenen Soldaten, der nach dem Tod seines Sohnes mit einem stillen Fatalismus in die Mission geht – und am Ende eine Entscheidung trifft, die ihm seine Würde zurückgibt. Spader ist als Dr. Daniel Jackson der hemdsärmelige, begeisterte Außenseiter, den die Fachwelt auslacht und der doch der Einzige ist, der die Sternen-Konstellationen entschlüsseln kann. Dieses „Soldat trifft Linguist“-Duett ist für mich der Herzschlag des Films: Pflicht versus Neugier, Trauma versus Hoffnung. Dass ich beiden Figuren bis zum Schluss folge, ist ein Grund, warum „Stargate“ für mich funktioniert, wenn andere Big-Budget-Abenteuer emotional kaltlassen.

    Was mich bis heute begeistert, ist, wie greifbar diese Welt wirkt. Das Tor ist nicht nur ein Plotgerät, es hat Gewicht, Mechanik, eine Logik – eine riesige, silberne Wählscheibe, die man förmlich klacken hört. Die Reise führt nicht in eine generische „Sci-Fi-Wüste“, sondern auf einen Planeten mit gesellschaftlicher Ordnung, Sprache und religiöser Kontrolle. Dass für die Sprache der Einheimischen ägyptologische Expertise herangezogen wurde, merkt man: Die Dialoge klingen nicht wie „Film-Altägyptisch“, sondern haben Textur. Dazu Karl Walter Lindenlaubs Kamera, die Militärbunker eng und klaustrophobisch filmt, die Wüstenebenen dagegen episch und weit. Und dann David Arnolds Musik – bombastisch, melodisch, voller Entdecker-Pathos. Das Hauptthema trägt mich bis heute sofort zurück in den Saal.

    Die Idee, dass der Sonnengott Ra (unheimlich entrückt: Jaye Davidson) ein außerirdischer Ausbeuter ist, der sich göttliche Verehrung zunutze macht, ist in sich so klar, dass der Film keine zehn Nebenplots braucht. Emmerich erzählt geradlinig: Expedition – Kontakt – Unterdrückung – Revolte. Das Volk (u. a. Erick Avari als Kasuf, Mili Avital als Sha’uri, Alexis Cruz als Skaara) bekommt dabei genug Kontur, damit der finale Aufstand nicht nur Spektakel, sondern Katharsis ist. Wenn am Ende die Atombombe auf Ras Schiff landet, ist das nicht einfach „Kaboom“, sondern der Sturz eines falschen Gottes – sauber vorbereitet und emotional verdient.

    Ich habe die TV-Serie Stargate – Kommando SG-1 und die Spin-offs natürlich gesehen und schätze manches daran: den Humor, die Teamdynamik, den ausgebauten Kosmos mit weiteren „Göttern“ und Fraktionen. Aber sie haben mich nie so gepackt wie der Film. Für mich liegt das am Ton: Die Serien sind episodisch, oft procedural und (logisch) erklärfreudiger. Der Film dagegen ist ein abgeschlossenes, großes Abenteuer mit Kino-Größe – konzentriert, mythisch, mit einer klaren emotionalen Linie. Er erklärt gerade so viel, dass die Fantasie den Rest füllt. Dieses Gefühl, durch ein Tor zu treten und eine echte andere Welt zu betreten, bleibt im Kinoformat einzigartig stark.

    Ob Kinofassung (116 Min.) oder Director’s Cut (130 Min.): Beide Versionen tragen für mich den gleichen Zauber. Die Effekte sind natürlich aus den 90ern – eine Mischung aus praktischen Masken, Miniaturen, frühen CGI-Einsätzen (etwa Ras glühende Augen) –, aber sie altern erstaunlich würdevoll, weil so viel Physisches am Set vorhanden ist. Das Horus-Rüstungsdesign, die Innenräume von Ras Schiff, das Dorf am Wüstenrand: Das hat Oberfläche, Schatten, Staub. Und David Arnolds Score? Der klingt heute sogar noch majestätischer, weil solche Leitmotive im Blockbuster-Kino seltener geworden sind.

    Drei Jahrzehnte nach meinem ersten Kinobesuch liebe ich „Stargate“ aus den gleichen Gründen wie damals – und aus ein paar neuen. Als Teenager hat mich die Idee elektrisiert, dass ein einziges Artefakt die Tür zu einem größeren Universum aufstößt. Heute berührt mich zusätzlich, wie der Film über Verlust und Neubeginn spricht: O’Neils Weg zurück ins Leben, Jacksons Ankommen an einem Ort, an dem sein Wissen Sinn stiftet, ein Volk, das seine Stimme findet. Hinter dem Abenteuer steckt ein zutiefst menschlicher Kern: Neugier, Mut, Verantwortung.

    Kurz: Stargate ist mein Stargate. Der Film, nicht der Kosmos. Er hat mich damals im Kino gepackt – und er begeistert mich heute noch, weil er große Ideen mit großen Gefühlen verknüpft und dabei den Mut hat, schlicht und mythologisch zu sein. Wenn das Tor aufglüht, wird aus Nostalgie wieder Gegenwart. Und ich bin sofort bereit, durchzugehen.

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  • Jahrelang, wirklich jahrelang, wurde mir befohlen, "Hindafing" zu schauen, will das so großartig ist und ich es lieben werde.

    Und Staffel 2 ist noch besser. Das ist das Beste, was in Deutschland seit der Goldenen Zeit produziert wurde. Die 5 Stunden vergingen wie im Flug.

    Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Kanaren

  • Mare of Easttown

    Ich war schon von Untamed auf Netflix durchaus gefesselt – diese raue Mischung aus Wildnis, Schweigen und Schuld hatte einen gewissen Reiz. Doch dann kam Mare of Easttown, und plötzlich wirkte Untamed wie ein kunstvoller Prolog zu etwas Tieferem, Wahrhaftigerem. Diese HBO-Serie mit Kate Winslet geht nicht nur unter die Haut – sie seziert sie Schicht für Schicht.

    Winslet spielt Mare Sheehan, eine Ermittlerin in einer trostlosen Kleinstadt in Pennsylvania, die einen Mordfall aufklären muss, während ihr eigenes Leben in Scherben liegt. Aber wer hier an eine klassische Krimiheldin denkt, irrt: Mare ist müde, zerrissen, bissig und verletzlich – und gerade deshalb so glaubhaft. Ihre Stärke liegt nicht in heldenhaften Posen, sondern in der Art, wie sie trotz aller Rückschläge weitermacht, wie sie stolpert und wieder aufsteht, ohne sich je zu beschönigen.

    Was Mare of Easttown so besonders macht, ist diese ungeschönte Echtheit. Easttown wirkt nicht wie ein Seriensetting, sondern wie ein Ort, den man zu kennen glaubt – mit verwaschenen Vorgärten, halbleeren Biergläsern auf der Veranda und Nachbarn, die zu viel wissen und doch zu wenig sagen. Es ist keine Serie, die sich in Posen verliert. Stattdessen entfaltet sich ein Mikrokosmos voller gebrochener Figuren, die man nicht schnell vergisst.

    Jede Figur trägt eine Geschichte in sich: Jean Smart als Mares Mutter Helen ist herrlich scharfzüngig und gleichzeitig tief berührend. Angourie Rice als Tochter Siobhan spielt mit einer stillen Kraft, die nachwirkt. Und über allem thront Kate Winslet mit einer der mutigsten, ehrlichsten Darstellungen ihrer Karriere. Ihre Mare weint nicht schön, sie bricht zusammen, sie schreit, sie schweigt – und all das ist so greifbar, dass man fast vergisst, dass es gespielt ist.

    Der Krimiplot bleibt durchweg spannend, aber er ist nie Selbstzweck. Es geht nicht primär darum, wer der Täter ist – sondern darum, wie man weiterlebt, wenn das eigene Leben längst in Schieflage geraten ist. Wie man inmitten von Schmerz und Schweigen die richtigen Entscheidungen trifft – oder eben nicht. Die Serie verschwimmt an vielen Stellen gekonnt die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld, zwischen Opfer und Täter, zwischen familiärer Nähe und emotionaler Entfremdung.

    Untamed bot schöne Bilder und eine spannende Oberfläche – Mare of Easttown geht unter die Haut. Es braucht keine spektakuläre Landschaft, kein großes Drama – nur ein gutes Drehbuch, herausragende Schauspieler und den Mut, Schmerz zu zeigen, ohne ihn zu verklären. Diese Serie ist so dicht, so klug gebaut, so aufwühlend erzählt, dass man nach dem Abspann erst einmal still dasitzt.

    Wer nach Untamed oder Yellowstone nach etwas sucht, das nicht nur unterhält, sondern bewegt, der sollte Mare of Easttown nicht übersehen. Es ist keine Serie, die laut ruft. Aber eine, die bleibt.

  • Super Mario Bros.

    Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich 1993 „Super Mario Bros.“ im Kino gesehen habe. Damals war die Erwartung riesig – immerhin war Mario schon lange eine Ikone der Videospielwelt, und die Vorstellung, seine Abenteuer endlich auf der großen Leinwand zu erleben, elektrisierte mich. Doch schon während der Vorstellung mischte sich in meine Faszination auch Verwunderung: Das, was dort gezeigt wurde, hatte mit dem fröhlich-bunten Nintendo-Universum nur noch wenig zu tun. Stattdessen bekam ich eine düstere, groteske Parallelwelt voller Pilzschleim, grotesker Goombas und einem König Koopa, der wie ein abgedrehter Konzernboss wirkte.

    Aus heutiger Sicht wirkt der Film fast noch skurriler – und genau das macht ihn unfreiwillig komisch. Die Mischung aus ernstgemeintem Science-Fiction-Szenario, überzeichneten Kostümen und der bizarren Story um ein Dinosaurier-Menschen-Paralleluniversum ist Trash pur. Dennis Hopper als Koopa chargiert, als hätte er selbst nicht recht gewusst, was er da eigentlich spielt, und Bob Hoskins sowie John Leguizamo stolpern als Mario und Luigi durch eine Geschichte, die mal Actionfilm, mal Slapstick, mal Endzeit-Fantasie sein will – und am Ende nichts davon so richtig ist.

    Damals im Kino war ich irritiert, heute kann ich über viele Szenen herzlich lachen. Yoshi als animatronischer Dino, die albernen Goombas mit Miniköpfen auf riesigen Körpern, die absurden „Deevolutions“-Maschinen – das alles hat etwas so überdreht Unfreiwilliges, dass es mittlerweile fast schon Kultstatus hat. Dass Roxette für den Soundtrack auch noch „Almost Unreal“ beigesteuert haben, passt perfekt: ein großer Name für einen Film, der in seiner Verrücktheit irgendwie völlig danebenliegt und gerade deshalb einzigartig bleibt.

    Für mich ist Super Mario Bros. heute eine Art trashiges Kuriosum: ein Film, der damals als gigantischer Flop belächelt wurde, mich im Kino ratlos zurückließ, aber mittlerweile als unfreiwillige Komödie funktioniert. Kein guter Film – aber ein Stück Filmgeschichte, das man gesehen haben muss, um es zu glauben. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich ihn heute, trotz all seiner Schwächen, mit einem gewissen augenzwinkernden Vergnügen noch immer gerne einlege.

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  • The Holdovers

    The Holdovers ist ein Film, der auf so stille, unspektakuläre, aber zutiefst menschliche Weise berührt. Alexander Payne gelingt hier etwas, das fast wie aus der Zeit gefallen wirkt: eine tragikomische Geschichte, die nicht auf Effekte oder große Gesten setzt, sondern auf Figuren, Dialoge und die leisen Zwischentöne.

    Paul Giamatti ist schlicht großartig als verbitterter, pedantischer Lehrer Paul Hunham, der plötzlich gezwungen ist, Weihnachten mit einem renitenten Schüler und der trauernden Köchin Mary zu verbringen. Er spielt diese Rolle so nuanciert, so verletzlich unter der rauen Schale, dass man gar nicht anders kann, als mit ihm zu fühlen. Dominic Sessa, ein Newcomer, ist eine echte Entdeckung – er verleiht Angus eine Mischung aus Trotz, Schmerz und Sehnsucht, die lange nachhallt. Und Da’Vine Joy Randolph ist das emotionale Herz des Films: ihre Darstellung einer Mutter, die ihren Sohn im Vietnamkrieg verloren hat, ist so ehrlich und voller Würde, dass sie einem direkt unter die Haut geht. Kein Wunder, dass sie dafür den Oscar bekommen hat.

    Was den Film so fesselnd macht, ist vor allem die Atmosphäre: Die Bilder sehen tatsächlich so aus, als stammten sie direkt aus den 70ern – leichtes Filmkorn, warme Farben, langsame Zooms. Man fühlt sich sofort in diese Zeit versetzt, als wäre er wirklich vor über 50 Jahren entstanden. Dazu kommt ein Soundtrack, der perfekt passt: von Cat Stevens bis zu weihnachtlichen Klassikern, immer mit einem melancholischen Unterton.

    Inhaltlich ist The Holdovers weit mehr als eine Weihnachtsgeschichte. Es ist ein Werk über Einsamkeit, über das Suchen nach Nähe und Familie an einem Ort, wo eigentlich nichts zusammenpasst – und gerade deshalb doch etwas Echtes entsteht. Hunham, Angus und Mary finden in ihrer gemeinsamen Trauer, ihrem Schmerz und ihrer Unvollkommenheit eine Art Ersatzfamilie. Aber Payne macht daraus kein kitschiges Happy End – die Realität bleibt hart, die Probleme lösen sich nicht in Wohlgefallen auf. Und genau das macht den Film so wahrhaftig.

    The Holdovers erinnert daran, wie stark Geschichten sein können, wenn sie nicht auf Spektakel, sondern auf Menschlichkeit setzen. Es ist ein stiller Film, ein melancholischer, ein warmherziger – und einer, der auch nach dem Abspann nicht loslässt. Für mich ist es einer der schönsten Filme der letzten Jahre, vielleicht sogar der schönste Lehrer-Schüler-Film seit Der Club der toten Dichter.

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  • ES - Kapitel 1

    "Es" von 2017 ist ein Horrorfilm, der weit mehr bietet als bloße Schockeffekte. Andy Muschietti gelingt es, Stephen Kings Romanvorlage in eine dichte Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte und unheimlicher Schreckensvision zu verwandeln. Im Mittelpunkt steht nicht allein das Grauen durch den monströsen Clown Pennywise, sondern ebenso das Erwachsenwerden, das Gefühl der Ausgrenzung und die Zerbrechlichkeit von Freundschaft in einer Welt, in der Erwachsene häufig blind, gleichgültig oder sogar bedrohlich wirken.

    Die Geschichte des „Klubs der Verlierer“ entfaltet eine enorme emotionale Kraft: Außenseiter, die sich gegenseitig Halt geben und im Kampf gegen ihre Ängste zusammenfinden. Die jugendlichen Darsteller sind durchweg hervorragend besetzt – Sophia Lillis als Beverly, Jaeden Lieberher als Bill oder Finn Wolfhard als Richie bringen die Figuren mit Authentizität, Charme und verletzlicher Stärke zum Leben. Man nimmt ihnen ihre Furcht, ihre Unsicherheit und auch die kleinen Momente kindlicher Freude jederzeit ab. Gerade diese Balance zwischen Horror und Coming-of-Age macht den Film so wirkungsvoll.

    Bill Skarsgård als Pennywise ist eine Erscheinung für sich. Schlaksig, unheimlich und von einer fast animalischen Bedrohung – er spielt den Clown nicht überzogen, sondern mit einer bizarren Mischung aus kindlicher Verspieltheit und abgründiger Grausamkeit. Schon seine Präsenz reicht, um Beklemmung auszulösen, und wenn er zuschlägt, entfaltet sich das volle Grauen.

    Visuell überzeugt Es mit atmosphärischen Bildern, die gleichermaßen nostalgisch und albtraumhaft wirken. Die Kleinstadt Derry ist mehr als nur Kulisse – sie erscheint wie ein Ort des Verfalls, eine Geisterstadt, in der die Vergangenheit nie wirklich vergeht. Benjamin Wallfischs Musik verstärkt diese Stimmung zusätzlich, mal unheilvoll drängend, mal melancholisch, sodass die Szenen einen lange nicht loslassen.

    Es ist letztlich kein klassischer Horrorfilm, sondern ein vielschichtiges Werk über Angst, Zusammenhalt und den Mut, sich dem eigenen Grauen zu stellen. Gerade die Verbindung aus packendem Schrecken und zarter Coming-of-Age-Erzählung macht ihn zu einer der stärksten Stephen-King-Adaptionen der letzten Jahrzehnte. Ein Film, der gleichermaßen verstört wie berührt – und dessen Bilder sich tief einprägen.

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