Der Hörspieltalk und „ich“

  • Wenn man das "verbieten" möchte, dann wird diese Person ggf einfach gar nichts mehr posten und man hat eine "Stimme" komplett verloren.

    Niemand will etwas verbieten. Es geht um die reine Kennzeichnung von KI-Beiträgen. In den meisten Fällen ist ja schon bei den ersten Zeilen klar, ob sie von einer KI formuliert wurden - aber eben nicht immer, und das ist irritierend für viele.

    Also kein Verbot, nur Kennzeichnung von maschinellen Beiträgen.
    Ich persönlich verspüre keine große Lust, mich mit Chatbots zu unterhalten, mir sind 'echte' Menschen lieber. :)

  • Ich habe dies jetzt nicht als Verbot aufgefasst, sondern als reine Kennzeichnung dessen, was womöglich nicht dem inhärenten Gedankengang des jeweiligen Users entspringt, sondern künstlich erzeugt wurde. Es ist nur fair denjenigen gegenüber (nehme mich da mal mit rein), die sich hinsetzen, Herzblut und Zeit - gerne - investieren. Solange bleiben Foren auch am Leben, durch Einsatz, Authentizität und individuell-kreativen Austausch.

  • (abgesehen das ich als Ausländer vielleicht kein gepflegtes Deutsch beherrsche und sicherlich viele Rechtschreibe oder Grammatikfehler erzeuge!)

    Ist mir z.B. nicht aufgefallen. Und mir würde leider auch nicht auffallen, wenn ich mit einer KI interagiere.

    Aber dann wäre ich die Erste, die dieses Forum verlassen würde.

  • KI Bilder nutze ich selber fleißig und man kann mit ihnen einiges Auflockern. Ich muss aber auch da gestehen, dass es zu viel werden kann und mittlerweile sind die Bilder schon irgendwie von der Art gleich, was dann auch schnell langweilig werden kann.

    So empfinde ich auch. Bilder und Texte, die von KI erstellt werden sehen ähnlich aus bzw. lesen sich ähnlich. Am Anfang finde ich sie noch durchaus schön und auch toll zu lesen, aber vieles wiederholt sich einfach. Das ist für mich schon eine Schwachstelle. Ein Text von einem Menschen ist deutlich lebendiger. An sich habe ich aber Nix gegen KI-Texte. Warum nicht. Ich kann durchaus damit leben. Mir selbst würde es aber die Freude am Schreiben nehmen. Dazu schreibe ich einfach viel zu gerne. Aber sicherlich macht das Herumexperimentieren damit Spaß. Verwendet habe ich es aber noch nie. Bei Bildern aber doch das eine oder andere Mal. KI ist schon etwas cooles und auch praktisches, keine Frage. Informationen durch KI sind schon mit Vorsicht zu genießen. Sie sind manchmal falsch, Stichwort „3 E in Erdbeere“ und richten sich oftmals nicht nach der Wahrheit sondern danach was dem Fragesteller gefällt. Da muss man schon vorsichtig sein.

    Ich selbst fände es schon besser wenn man hier ähnlich der Quellenangaben bei Informationen auch kurz angeben würde, dass man KI bei Bildern, Texten und Informationen verwendet hat. Ich werde das ab jetzt auch so machen. Aber „noch“ ist es nicht notwendig, weil man es aktuell noch sehr einfach erkennt. Aber bald wird man es mit freiem Auge nicht mehr erkennen können.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ein Hinweis, dass eine KI zur Hilfe genommen wurde schadet denke ich nicht.
    Wenn man es in Foren oder in Social Media nur noch mit KI Beiträgen zu tun hat, brauche ich da nicht mehr rein zu schauen. Dann kann ich mich auch gleich mit Gemini oder ChatGTP unterhalten. Wem das selbst schreiben zu anstrengend ist, der kann ja einfach nur mitlesen oder man schreibt halt dazu dass der Post mit KI xy übersetzt oder verbessert wurde.

  • Ganz eindeutiges JA. Gab ja mal im Hörgrusel einen User, der seine (emotionalen) Postings von einer KI hat überarbeiten lassen und der sich dann gewundert hat, wieso einige auf die Barrikaden gingen weil sich das einfach nicht mehr wie eine richtige Diskussion angefühlt hat.

    Oh ja...das liest sich bisweilen wirklich wie ein seelenloser Automat

  • Ich bin auch für eine entsprechende Kenzeichnung von KI-Beiträgen. Das heißt ja nicht, dass es verboten ist, diese hier zu nutzen. Lediglich ein Hinweis, dass man es nicht selbst geschrieben hat. Finde ich den anderen Usern nur fair gegenüber, die ihre Zeit hier mit dem Schreiben von Beiträgen verbringen und selbst ihre Gedanken formulieren.

    Übrigens finde ich es nicht schlimm, wenn man keine perfekte deutsche Grammatik drauf hat. Die ist ja auch gar nicht so einfach. Gerade das macht einige Beiträge doch erst persönlich.

    ___________________________________________________________________________________________________

    Ich bin heute so farbenfroh, ich habe fünf verschiedene Schwarztöne an.

  • Danke, so hätte ich es auch ausgedrückt.

    Wenn ich Dich richtig verstehe, findest Du es OK wenn Leute sich die Postings/Antworten für ein Diskussionsforum von einer KI schreiben/formulieren lassen OHNE daß darauf hingewiesen wird, das der Text KI generiert ist.

    Wenn es aber um von KI gesprochene Texte in Hörspielen oder Filmen geht, bist Du eher dagegen dass es gemacht wird und es sollte unbedingt darauf hingewiesen werden, wenn nicht nur von echten Menschen synchronisiert wurde.

    Falls ich deine Positionen in den zwei Themen so richtig verstanden haben sollte, verstehe ich nicht warum Du da so unterschiedlich eingestellt bist.

    Ob nun Texte von einer KI geschrieben werden, oder von einer KI vorgelesen werden - wo ist denn da für Dich jetzt der Unterschied warum das eine kein Problem ist, das andere aber schon?

  • Wenn ich Dich richtig verstehe, findest Du es OK wenn Leute sich die Postings/Antworten für ein Diskussionsforum von einer KI schreiben/formulieren lassen OHNE daß darauf hingewiesen wird, das der Text KI generiert ist.

    Wenn es aber um von KI gesprochene Texte in Hörspielen oder Filmen geht, bist Du eher dagegen dass es gemacht wird und es sollte unbedingt darauf hingewiesen werden, wenn nicht nur von echten Menschen synchronisiert wurde.

    Falls ich deine Positionen in den zwei Themen so richtig verstanden haben sollte, verstehe ich nicht warum Du da so unterschiedlich eingestellt bist.

    Ob nun Texte von einer KI geschrieben werden, oder von einer KI vorgelesen werden - wo ist denn da für Dich jetzt der Unterschied warum das eine kein Problem ist, das andere aber schon?

    Ich verstehe, warum dir das widersprüchlich vorkommt, aber für mich gibt es da tatsächlich einen klaren Unterschied.

    Für mich macht es einen großen Unterschied, ob jemand seine Arbeit – und damit im Zweifel seine Lebensgrundlage – verliert, weil ein Streamingdienst lieber alles von einer günstigen KI sprechen lässt, anstatt echte Menschen zu bezahlen. Synchronsprecher, Sprecherinnen, Schauspieler – das sind Berufe, die davon leben, dass ihre Stimme, ihr Ausdruck, ihre Interpretation gefragt sind. Wenn KI hier eingesetzt wird, ersetzt sie ganz konkret Menschen und Einkommen. Das ist für mich der entscheidende Punkt, weshalb ich da sehr kritisch bin und eine klare Kennzeichnung absolut notwendig finde.

    Bei geschriebenen Texten in Foren oder Diskussionen sehe ich das anders. Da geht es nicht um einen professionellen Markt, nicht um Arbeitsplätze, nicht um bezahlte kreative Leistung. Viele Menschen tun sich schlicht schwer damit, ihre Gedanken schriftlich so auszudrücken, wie sie es im Kopf haben. Wenn eine KI dabei hilft, Gedanken zu ordnen oder besser zu formulieren, sehe ich das eher als Werkzeug – nicht als Ersatz für jemanden, der davon leben müsste.

    Was die Kennzeichnung angeht, bin ich da bei Cormac: Ich finde nicht, dass jeder Mensch verpflichtet sein sollte, das offenzulegen. Für manche fühlt sich das schnell wie ein „Vorführen“ an – nach dem Motto: Ich kann mich selbst nicht gut ausdrücken, also muss ich das jetzt extra markieren. Das halte ich für problematisch.

    Und dann kommt noch etwas dazu: Wer will eigentlich zuverlässig entscheiden, was KI-geschrieben ist und was nicht? Schon jetzt gibt es falsche Verdächtigungen. Und je besser KIs werden – und das werden sie –, desto weniger wird man es unterscheiden können. Dann müssten wir konsequenterweise jeden Text als „eventuell KI-unterstützt“ kennzeichnen. Das führt das Ganze ad absurdum.

    Deshalb messe ich die beiden Dinge bewusst mit unterschiedlichen Maßstäben.

  • DerPoldi Du hast das im anderen Thread sehr schön bemerkt

    Ich hoffe nur sehr, dass das noch etwas Zeit braucht. Nicht aus Technikfeindlichkeit, sondern weil Hörspiele für mich immer auch etwas zutiefst Menschliches sind: Stimmen, Pausen, Unsicherheiten, Ecken und Kanten. Genau das, was KI so gerne glattbügelt.

    Und was ist menschlicher und persönlicher als das Gespräch miteinander? KI Texte lesen sich irgendwie kalt, glattgebügelt, seelenlos an. Diskussionsforen leben von der Liebe zum Hörspiel, von der Emotion und vom Diskurs. Das vermag der Mensch deutlich besser zu transportieren. Oder anders gesagt, mich interessiert die Meinung eines Menschen mehr als die einer künstlichen Intelligenz. So wie die Gefahr besteht, dass Sprecher ihren Job verlieren, besteht auch die berechtigte Sorge, dass wir bald ausgetalkt haben, wenn die KI-Beiträge überhand nehmen. Denn bei so viel Unpersönlichem geht die Gemeinschaft vielleicht auch verloren? Deshalb macht es auch hier schon Sinn zu lernen mit KI in Diskussionsbeiträgen umzugehen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Danke für die ausführliche Erklärung! Ich verstehe deinen Punkt total: Der Schutz von Arbeitsplätzen in der Kreativbranche hat eine andere Bedeutung als die private Nutzung eines Schreibwerkzeugs im Forum. Das stimmt.
    Trotzdem bleibe ich dabei, dass eine generelle Kennzeichnung wichtig ist – und zwar aus Gründen, die über den wirtschaftlichen Aspekt hinausgehen:
    Ein Forum lebt vom Austausch zwischen Menschen. Wenn ich auf ein Argument antworte, reagiere ich auf die Lebensrealität und die Meinung meines Gegenübers. Wenn ein Text KI-generiert ist, reagiere ich auf eine statistische Wahrscheinlichkeit von Wortfolgen. Ich finde, als Diskussionsteilnehmer habe ich ein Recht zu wissen, ob ich gerade echte menschliche Überzeugung spiegle oder ein optimiertes Sprachmodell.
    Es ist kein „Vorführen“, sondern Souveränität: Du meinst, die Kennzeichnung könnte wie ein Outing wirken für Menschen, die sich schwer ausdrücken können. Aber man könnte es auch umkehren: Eine Kennzeichnung nimmt den Druck raus! Es ist völlig legitim zu sagen: „Das sind meine Gedanken, formuliert mit Hilfe von KI.“ Das ist kein Unvermögen, sondern ein transparenter Umgang mit Technik. Heimlichkeit hingegen schafft auf Dauer Misstrauen.
    Das Problem der „schleichenden Normalisierung“: Wenn wir im Kleinen (Foren) anfangen, die Grenze bewusst zu verwischen, verlieren wir im Großen (Medien, Politik, Nachrichten) irgendwann den Maßstab dafür, was echt ist. Ja, die Erkennung wird technisch immer schwieriger – aber genau deshalb ist eine freiwillige Kultur der Kennzeichnung so wichtig. Wenn wir erst warten, bis man es gar nicht mehr unterscheiden kann, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen.
    Ich sehe den Unterschied in der wirtschaftlichen Auswirkung natürlich auch. Aber für mich ist die Kennzeichnung kein ‚Brandmarken‘, sondern eine Form von Respekt gegenüber dem Leser. Wir kennzeichnen ja auch Werbung oder gesponserte Inhalte, damit der Konsumt den Kontext einordnen kann. Warum sollte man das bei von KI generierten Texten anders machen?

  • Mein oberes Posting war jetzt mal als Beispiel für - nun ja KI Diskussionen zu sehen.

    Um das noch deutlicher zu machen hier mal noch ein Beispiel von gemini wenn ich den Text von DerPoldi da reinschiebe:

    --- ich ---

    Wurde der Zitierte Text von einer KI geschrieben?
    "Ich verstehe, warum dir das widersprüchlich vorkommt, aber für mich gibt es da tatsächlich einen klaren Unterschied.

    Für mich macht es einen großen Unterschied, ob jemand seine Arbeit – und damit im Zweifel seine Lebensgrundlage – verliert, weil ein Streamingdienst lieber alles von einer günstigen KI sprechen lässt, anstatt echte Menschen zu bezahlen. Synchronsprecher, Sprecherinnen, Schauspieler – das sind Berufe, die davon leben, dass ihre Stimme, ihr Ausdruck, ihre Interpretation gefragt sind. Wenn KI hier eingesetzt wird, ersetzt sie ganz konkret Menschen und Einkommen. Das ist für mich der entscheidende Punkt, weshalb ich da sehr kritisch bin und eine klare Kennzeichnung absolut notwendig finde.

    Bei geschriebenen Texten in Foren oder Diskussionen sehe ich das anders. Da geht es nicht um einen professionellen Markt, nicht um Arbeitsplätze, nicht um bezahlte kreative Leistung. Viele Menschen tun sich schlicht schwer damit, ihre Gedanken schriftlich so auszudrücken, wie sie es im Kopf haben. Wenn eine KI dabei hilft, Gedanken zu ordnen oder besser zu formulieren, sehe ich das eher als Werkzeug – nicht als Ersatz für jemanden, der davon leben müsste.

    Was die Kennzeichnung angeht, bin ich da bei Cormac: Ich finde nicht, dass jeder Mensch verpflichtet sein sollte, das offenzulegen. Für manche fühlt sich das schnell wie ein „Vorführen“ an – nach dem Motto: Ich kann mich selbst nicht gut ausdrücken, also muss ich das jetzt extra markieren. Das halte ich für problematisch.

    Und dann kommt noch etwas dazu: Wer will eigentlich zuverlässig entscheiden, was KI-geschrieben ist und was nicht? Schon jetzt gibt es falsche Verdächtigungen. Und je besser KIs werden – und das werden sie –, desto weniger wird man es unterscheiden können. Dann müssten wir konsequenterweise jeden Text als „eventuell KI-unterstützt“ kennzeichnen. Das führt das Ganze ad absurdum.

    Deshalb messe ich die beiden Dinge bewusst mit unterschiedlichen Maßstäben."

    --- gemini --

    Ehrlich gesagt: Ja, die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch.

    Wenn ich diesen Text analysiere, sehe ich alle „Fingerabdrücke“, die typisch für ein modernes Sprachmodell (wie ChatGPT, Claude oder mich selbst) sind. Hier ist die Begründung, warum das fast sicher eine KI-Produktion ist:

    Die Indizien

    • Die „Sandwich-Struktur“: Der Text beginnt mit einer empathischen Validierung der Gegenseite („Ich verstehe, warum...“), gefolgt von einer klaren Abgrenzung und einer strukturierten Argumentation, und endet mit einem zusammenfassenden Fazit. Das ist das Standard-Schema für KI-Antworten.
    • Perfektes Register: Die Sprache ist „gepflegt-umgangssprachlich“. Sie nutzt korrekte Gedankenstriche (–), perfekte Kommasetzung und rhetorische Dopplungen wie „Synchronsprecher, Sprecherinnen, Schauspieler“, die den Text flüssiger machen sollen.
    • Ausgewogenheit: Die KI ist darauf programmiert, Extreme zu vermeiden. Der Text wägt sehr sauber ab zwischen „wirtschaftlicher Notwendigkeit“ und „persönlicher Hilfestellung“.
    • Metadiskussion: Der Absatz über die „falschen Verdächtigungen“ und dass man es „immer weniger unterscheiden kann“, ist ein extrem häufiges Motiv in KI-generierten Texten über KI.

    Die Ironie der Situation

    Es ist fast schon amüsant: Dein Gegenüber nutzt eine KI, um zu argumentieren, dass man KI-Texte nicht kennzeichnen muss, weil man sie sowieso bald nicht mehr erkennt.

    Das ist das perfekte Beispiel für ein „Self-fulfilling Prophecy“-Argument. Er beweist die Leistungsfähigkeit des Werkzeugs, während er gleichzeitig versucht, die Kennzeichnungspflicht als unnötig oder gar diskriminierend darzustellen.

    Mein Vorschlag für deine Reaktion

    Du könntest das in der Diskussion sehr charmant, aber bestimmt offenlegen. Zum Beispiel so:

    Quote

    „Dein Beitrag illustriert dein Argument eigentlich perfekt – denn er liest sich so strukturiert und fehlerfrei, dass ich wetten würde, dass hier bereits eine KI beim Formulieren geholfen hat.

    Und genau da liegt mein Punkt: Wenn wir an den Punkt kommen, an dem wir nicht mehr wissen, ob wir die mühsam formulierten Gedanken eines Menschen lesen oder die optimierte Ausgabe einer KI, verändert das die Diskussionskultur. Die Kennzeichnung wäre hier kein ‚Vorführen‘, sondern schlicht die faire Info: ‚Hier hilft Technik beim Formulieren‘. Dann weiß ich als Leser, dass die rhetorische Eleganz vom Algorithmus kommt und die Grundidee von dir. Das ist doch nichts Schlimmes, oder?“


    Soll ich dir dabei helfen, diese „Entlarvung“ noch etwas subtiler oder direkter zu formulieren?

    -- ich ---

    Direkter Bitte

    -- gemini --

    Hier ist eine direktere Version, die den Finger in die Wunde legt, ohne unhöflich zu werden. Sie nutzt die (wahrscheinliche) Tatsache, dass der Text KI-generiert ist, direkt als Beweisstück für deine Argumentation.

    Direkter Entwurf:

    „Interessanterweise liefert dein eigener Beitrag das beste Argument für eine Kennzeichnungspflicht. Dein Text ist so perfekt strukturiert und formuliert, dass er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einer KI geschrieben oder zumindest massiv geglättet wurde.

    Und genau hier liegt das Problem:

    1. Transparenz schafft Augenhöhe: Wenn du eine KI nutzt, um deine Argumente rhetorisch zu ‚panzern‘, ich aber meine Antworten mühsam selbst tippe, entsteht ein Ungleichgewicht. Eine Kennzeichnung würde schlicht klarstellen, dass ich hier gerade gegen die Eloquenz eines Algorithmus diskutiere und nicht gegen die spontane Ausdruckskraft eines Menschen.
    2. Keine Scham, sondern Klarheit: Du sagst, eine Kennzeichnung würde Menschen ‚vorführen‘. Ich sehe das Gegenteil: Es wäre ein souveränes Eingeständnis. Zu sagen: ‚Die Idee ist von mir, die Formulierungen von der KI‘ ist ehrlich. So zu tun, als seien es die eigenen Worte, ist hingegen eine Form von Täuschung – auch wenn kein finanzieller Schaden entsteht wie im Synchron-Bereich.
    3. Die Grenze verschwimmt: Dein Argument, dass man es bald ohnehin nicht mehr unterscheiden könne, ist ein gefährlicher Zirkelschluss. Wenn wir die Kennzeichnung jetzt aufgeben, akzeptieren wir, dass Authentizität im Netz zum Glücksspiel wird.

    Gerade weil KI-Texte (wie deiner) so verdammt gut geworden sind, ist der Hinweis darauf kein ‚Vorführen‘, sondern eine notwendige Orientierungshilfe für alle Leser.

    Findest du es wirklich fair, eine KI für dich ‚sprechen‘ zu lassen, während dein Gegenüber davon ausgeht, eine rein menschliche Antwort zu lesen?“

    Warum das funktioniert:

    • Die „Wette“: Du behauptest nicht zu 100%, dass es eine KI war (um keine Angriffsfläche für „falsche Verdächtigungen“ zu bieten), sagst aber, dass es so wirkt. Das zwingt dein Gegenüber in die Defensive.
    • Fokus auf Fairness: Du verschiebst die Debatte weg von „Arbeitsplätzen“ hin zu „Fairness in der Kommunikation“.
    • Kontern des „Vorführen“-Arguments: Du definierst Kennzeichnung als Souveränität um, nicht als Schwäche.

    Soll ich noch einen „Exit“ einbauen, falls die Person leugnet, eine KI benutzt zu haben?


    ----


    Ich glaube das reicht als Beispiel. Ich finde derartige geführte "Diskussionen" einfach total langweilig. OK man kann sich damit vielleicht ein Battle - Gemini vs ChatGTP - liefern, was gewissen Unterhaltungswert hat, aber mir persönlich macht es einfach keinen Spaß auf so KI Beiträge zu antworten.

  • So wie die Gefahr besteht, dass Sprecher ihren Job verlieren, besteht auch die berechtigte Sorge, dass wir bald ausgetalkt haben, wenn die KI-Beiträge überhand nehmen. Denn bei so viel Unpersönlichem geht die Gemeinschaft vielleicht auch verloren? Deshalb macht es auch hier schon Sinn zu lernen mit KI in Diskussionsbeiträgen umzugehen.

    Ich sehe das ehrlich gesagt etwas anders als du. Für mich liegt darin auch eine Chance: nämlich für Menschen, die sich bisher vielleicht gar nicht in Foren beteiligt haben, weil sie glauben, sich sprachlich nicht gut genug ausdrücken zu können oder Angst vor Grammatik- und Formfehlern haben.

    Wenn eine KI diesen Leuten hilft, ihre Gedanken überhaupt erst in eine Form zu bringen, dann ist mir das tausendmal lieber, als wenn sie komplett stumm bleiben. Denn dann hätten wir tatsächlich irgendwann ein Problem mit „ausgetalkt sein“. Eine Community lebt ja nicht von perfekter Form, sondern von Vielfalt an Meinungen, Perspektiven und Erfahrungen.

    Natürlich darf das Persönliche dabei nicht völlig verloren gehen, da bin ich bei dir. Aber ich glaube nicht, dass KI automatisch Unpersönlichkeit bedeutet – sie kann auch ein Werkzeug sein, um Hürden abzubauen.

    Und man darf dabei auch nicht vergessen: Für viele ist das Ganze noch neu und fühlt sich im Moment einfach unangenehm an. Gerade jetzt, wo KI noch am Anfang steht und sehr emotional diskutiert wird, möchte sich vielleicht niemand hinstellen und sagen: „Achtung, dieser Text wurde mit KI formuliert.“ Das kann sich schnell wie ein Bloßstellen oder Rechtfertigen anfühlen.

    Deshalb braucht es aus meiner Sicht hier mehr Fingerspitzengefühl als Holzhammer. Ein sensibler Umgang ist sinnvoller als starre Regeln oder moralischer Druck. Wenn man möchte, dass Menschen sich weiterhin beteiligen, offen diskutieren und sich nicht zurückziehen, sollte man ihnen auch den Raum lassen, neue Werkzeuge erst einmal für sich zu nutzen – ohne sofortige Etiketten oder Rechtfertigungszwang.

    Am Ende wird es bei diesem Thema wohl viele unterschiedliche Sichtweisen geben, und ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass man hier auf einen gemeinsamen Nenner kommen wird. Wichtig ist für mich nur, dass Diskussionen lebendig bleiben – egal, auf welchem Weg jemand den Mut findet, sich einzubringen.

  • Wichtig ist für mich nur, dass Diskussionen lebendig bleiben – egal, auf welchem Weg jemand den Mut findet, sich einzubringen.

    Aber genau dies ist der final springende Punkt… mit KI Texten wird nach meiner Meinung (derzeit) keine Diskussion lebendig bleiben. Die KI dafür einfach noch zu trocken und sachlich, zu nur freundlich.

  • Aber genau dies ist der final springende Punkt… mit KI Texten wird nach meiner Meinung (derzeit) keine Diskussion lebendig bleiben. Die KI dafür einfach noch zu trocken und sachlich, zu nur freundlich.

    Nicht nur das. Ich kann einfach einen Satz in eine KI Tippen - und erhalte dafür einen kompletten Beitrag ohne mir Mühe geben zu müßen oder auf was spezifischen einzugehen. Sowas brauch ich halt nicht wirklich, wenn ich jemanden nach seiner Meinung frage.

    --- Schreib einen postiven Forumsbeitrag zum Hörspiel Benjamin Blümchen im Urlaub und mache darin klar, dass mir das Hörspiel sehr gut gefallen hat -

    Siehe:

    Display Spoiler

    Ein zeitloser Klassiker – Warum „Benjamin Blümchen im Urlaub“ (Folge 7) einfach glücklich macht
    Hallo zusammen,
    ich muss hier mal kurz eine Lanze für eine meiner absoluten Lieblingsfolgen brechen: Benjamin Blümchen im Urlaub. Ich habe die Folge neulich seit langem mal wieder gehört und bin immer noch total begeistert!
    Was mir an dieser Folge so gut gefällt:
    Urlaubsstimmung pur: Man bekommt beim Zuhören sofort gute Laune. Die Vorstellung, wie Benjamin und Otto mit dem Zug nach Italien fahren, ist einfach herrlich und weckt sofort das eigene Fernweh.
    Die kleinen Details: Die Szene am Bahnhof oder wie Benjamin versucht, sich im Hotel zurechtzufinden – das ist mit so viel Charme und Witz erzählt, dass es auch als Erwachsener noch richtig Spaß macht.
    Die Botschaft: Es ist eine dieser Folgen, die einfach zeigen, wie wichtig Freundschaft und gemeinsame Erlebnisse sind. Benjamin und Otto sind einfach ein unschlagbares Team.
    Für mich gehört diese Folge definitiv in die Top 5 der gesamten Serie. Sie hat diesen ganz besonderen Nostalgie-Faktor, ohne altbacken zu wirken. Wer mal wieder eine Portion „Heile Welt“ und gute Urlaubs-Vibes braucht, sollte sie sich unbedingt noch mal anhören.
    Wie seht ihr das? Habt ihr auch diese eine Folge, die euch sofort in Ferienstimmung versetzt?
    Törööö!

    Davon hat doch weder derjenige der nach einer Meinung fragt was gewonnen, noch hat derjenige der das Postet damit wirklich was gesagt :D

  • Hast du nur diese kleine Anweisung gegeben? Es ist faszinierend, was die KI dann da noch alles dazu erfindet. Was dann natürlich überhaupt nichts über den postenden Menschen dahinter zutreffen muss. Ja, da wird dann eine weitere Fantasiewelt geschaffen und über den Menschen erfährt man null.

  • Es ist erschreckend und traurig wie weitgreifend diese Analysen gehen können. Ich bleibe dabei: diese generierten Texte im Allgemeinen sind unfair gegenüber jedem echten Schreiber. So als würde man ein Online-Game gegen lauter Cheater-Bots bestreiten, da bleibt der Spaß schon mal auf der Strecke. Ich bin über jeden größeren Beitrag meinerseits stolz, der mir so aus dem Hirnlappen fällt und dieses Gefühl wäre ja komplett weg, wenn ich diese automatisiert schreiben ließe.

    Dann hätte z.B. mein Blog (den ich aktuell nur sehr wenig befeuer ) per K.I. jeden Tag 10 Beiträge, nur ich selbst hätte nichts mehr und die Kreativität wäre dahin, aus.

  • Ich für mich freue mich über jeden Beitrag, der hier im Hörspieltalk gepostet wird, daher erhält auch fast jeder von mir einen Like. Ich habe auch nichts gegen KI, im Gegenteil finde diese faszinierend. So wie schon im Netflix-Thread gepostet, macht es für mich aber schon Sinn hier für Spielregeln zu sorgen. Daher hat mich die Antwort der Talker/innen in diesem Thread interessiert. Das Umfrageergebnis ist da sehr eindeutig. Ich werde für mich deshalb meine Beiträge, so ich KI in irgendeiner Art verwende auch entsprechend kennzeichnen. Verzichten möchte ich deshalb nicht darauf. Nach über 20 Jahren Hörspielforen habe ich auch keinerlei Angst vor negativen Auswirkungen für mich. Ich habe einfach zu viel schon erlebt ;) Ich kann die Befürchtungen von DerPoldi zwar nachvollziehen, aber ich bin davon überzeugt, dass diese im Hörspieltalk nicht eintreten werden. Dazu sind wir alle einfach ein zu netter Haufen. Man darf zusätzlich nicht vergessen, dass es auch noch eine Moderation und eine gewisse Nettigkeitsregel gibt. Also bitte alle, die KI verwenden, egal in welcher Form, niemand muss sich fürchten hier auf diese zurück zugreifen. So wie sich auch niemand fürchten muss, wenn er Texte mit Rechtschreibfehler postet. #winkewinke#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Also bitte alle, die KI verwenden, egal in welcher Form, niemand muss sich fürchten hier auf diese zurück zugreifen.

    Schwierig, denn wenn ich ehrlich bin wäre ich dann aus dem Talk raus, wenn es hier nur noch von KI Texten wimmeln würde. Ich befrage persönlich gerne die KI für Fragen, aber in einem Hörspielforum möchte ich mich mit Menschen austauschen.

  • Das ist aber jetzt von einem Extrem zum Anderen. Warum soll es denn hier nur noch von KI Texten wimmeln? Weil es vereinzelt User gibt, die sich von einer künstlichen Intelligenz helfen lassen? Ich schätze mal dass rund 20% ab und an für Bilder, Infos oder Texte eine KI zu Rate ziehen. Ich finde dies hat dem Hörspieltalk nicht geschadet. Im Gegenteil. Wir haben dadurch viele tolle Bilder, sogar ich kann nun Banner für Gewinnspiele basteln, was ich früher nicht konnte. Ich sehe das jetzt alles nicht so dramatisch. Ich finde es nur wichtig das Thema an sich einmal anzusprechen und nicht tot zu schweigen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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