Was wünscht ihr euch auf dem Hörspielmarkt?

  • Die Idee zu dieser Frage kam mir, als heute meine Besprechung zum Trotzkopf veröffentlicht wurde und als ich was zu Phileas Fogg geschrieben habe.

    Was wünscht ihr euch auf dem Hörspielmarkt? Welche Geschichten dürfen es sein? Welches Genre darf es sein?

    "Die neuen Abenteuer des Fogg" zum Beispiel würde ich im Abenteuersektor ansiedeln, der aus meiner Sicht viel zu wenig bietet, obwohl es doch möglich wäre. "Die Schatzjägerin" war zum Beispiel auch ne tolle Reihe. Warum macht niemand solche Stoffe?
    Oder auch eine Geschichte wie "Der Trotzkopf". Ich glaube außer "Anne" von Titania gibt es kaum vergleichbare Stoffe. Trotzdem sind die Verkaufszahlen deutlich zu gering. Woran liegt das? Will man vielleicht doch nur Einheitsbrei?

  • Was der Kunde will und was nicht, ist oft immer noch ein Rätsel. Auch in Hollywood floppen die besten Streifen, dann verlässt man sich mal auf was bekanntes mit so Stars in it und es wird auch nix.... Oder ein 3 Million-Streifen spielt 100 ein....

  • Ich bin der Meinung, dass der Hörspielmarkt eine unglaubliche Fülle bietet und seinesgleichen sucht. Die Anzahl der Veröffentlichungen ist gigantisch, wenn man sich die Kundengruppe bzw. dessen Marktanteil und Größe genauer anschaut.
    Für mich ist der Markt schon längst übersättigt, was nicht unbedingt „negativ“ sein muss, jedoch bekommt der Satz „wir machen mal was neues“ eine ganz andere Bedeutung. Nur zum Verständnis: mit „gesättigt“ meine ich nicht nur die Angebotsfülle, sondern auch den Konsumenten. Auch seine (unsere) Kapazitäten sind in gewisser Weise begrenzt und zugegeben, das Leben ist weit aus vielfältiger und verlangt ständig unsere Aufmerksamkeit jenseits der Hörspielliebe.

    Der ehemalige Hardcore-Hörer, der praktisch fast alles gekauft und zeitnah gehört hat, ist nur noch ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Sicherlich gibt es den ein oder anderen noch, aber die Anzahl ist recht überschaubar. Gerade hier im Talk schreibt immer wieder der ein oder andere von euch genau diesen Punkt vortrefflich an: „Ich komme mit dem hören gar nicht mehr nach. Bei mir stapeln sich die CD´s…oder die MP3-Files auf der Platte“. Die Zeit zum „entspannten“ hören ist bei den meisten dünn gesät und genau das macht es so schwierig für alle Beteiligten in dieser Szene (Produzenten, Autoren, Fans etc.), zeitnah zu reagieren und sich konstruktiv auszutauschen. Da vergehen teilweise Wochen bis ein Feedback eingeht und das „Neue“ ist schon längst „in Rente“! Würde jeden Monat nur ein Hörspiel erscheinen, wäre die Kommunikation beiderseitig respektvoller und sachlicher! Das ist nur meine bescheidene Meinung und zeitgleich bedaure ich, dass man diese Ansätze nicht in die „heutige Zeit“ übertragen kann!

    Mir noch ganz wichtig…

    @HP und T-REX: Ein anderer Thread, aber ich weiß das ihr es einordnen könnt. Einsicht gezeigt und gewiss daraus gelernt! In Zukunft lasst die „revolutionären News“ sich selbst überlassen, dann seid ihr raus und kommt nicht in eine Situation, die letztendlich auf eure Kosten geht. Das will hier keiner und das Miteinander und Vertrauen bleibt beständig!

    Wir sind eine Community! Wenn wirklich mal wieder so etwas auftaucht und Zweifel entstehen, dann gerne PN auch an mich. Wir lieben alle „Hörspiele“ und deshalb sollten wir alle zusammen unser Wissen nutzen! T-REX: Ich weiß, größtenteils „OFF“. Sorry, aber musste raus….

  • Ich bin der Meinung, dass der Hörspielmarkt eine unglaubliche Fülle bietet und seinesgleichen sucht.

    Aber ist vieles nicht sehr ähnlich?! Im Bereich der klassischen Jugendhörspiele werden wir überschwemmt. Der Bereich Grusel (ich fasse da jetzt mal alles in Richtung irgendwelcher Dämonenjäger oder allgemeiner Gruselgeschichten drunter) ist ebenfalls sehr gut besetzt, im Bereich Thriller haben wir schon weniger Serien. Der Bereich Abenteuer (Western jetzt nicht drunter gefasst) ist, aus meiner Sicht, sehr mau repräsentiert. SciFi aus meiner Sicht auch eher unterrepräsentiert. Und solche Geschichte wie "Der Trotzkopf" gibt es doch fast gar nicht.

    Ich bin jetzt nicht der klassische Radiohörspielhörer und kenne daher leider den Mark nicht richtig gut. Lediglich von Recherchearbeit hier fürs Forum.

    Die Zeit zum „entspannten“ hören ist bei den meisten dünn gesät und genau das macht es so schwierig für alle Beteiligten in dieser Szene (Produzenten, Autoren, Fans etc.), zeitnah zu reagieren und sich konstruktiv auszutauschen. Da vergehen teilweise Wochen bis ein Feedback eingeht und das „Neue“ ist schon längst „in Rente“!

    Unbestritten, das ist bei mir auch so.

    Würde jeden Monat nur ein Hörspiel erscheinen, wäre die Kommunikation beiderseitig respektvoller und sachlicher!

    Da ist mit Sicherheit was dran. Doch die Zahl derer, die sich konstruktiv austauschen wollt, ist leider nicht so groß. Man sieht es ja schon hier, dass Feedback dann doch eher schleppend kommt.

  • Warum lief dieser (klar, das war zuerst ein Fake) Trailer ---

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    im Kino vor diesem Film?

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    Zielgruppenansprache.

    Im obigen Fall war das so erfolgreich, dass der nie für einen richtigen Kinofilm gebaute Trailer zu "Machete" zu zwei Kinofilmen führte, die überhaupt erst gedreht wurden, als die Kinobesucher nicht aufhörten, zu fragen, wann es denn diesen Film geben würde.

    Und wenn in einem Hörspielforum 80% der der Leser Fans von Jugendkrimis, Grusel oder beidem sind, dann haben es neue Gruselhörspiele und Jugendkrimis relativ leicht, Gehör zu finden -- und SF, Abenteuerhörspiele und Geschichten wie "Der Trotzkopf" halt nicht.

    They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

    Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
    Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.


  • Da ist mit Sicherheit was dran. Doch die Zahl derer, die sich konstruktiv austauschen wollt, ist leider nicht so groß. Man sieht es ja schon hier, dass Feedback dann doch eher schleppend kommt.

    Puh, falls das auf dieses Thema bezogen war - sonst hätte ich jetzt gar nicht geantwortet ;) - die Frage gabs halt schon recht häufig in den letzen Jahren. Ja nicht immer genau die selbe Frage aber eben andere Fragen in der genau gleichen Richtung. Und da sich meine Meinung diesbezüglich nicht geändert hat, antworte ich eben auf diese und auch auf andere Fragen auf die ich bereits einmal oder auch schon häufiger in nem Forum während meiner vielen Onlinejahre geantwortet habe schlicht nicht mehr.

    Es sind ja auch so gut wie immer die gleichen Leute die sich seit Jahren und Jahrzehnten in den Foren rumtreiben - ja klar es kommt mal jemand neu dazu oder von den alten Hasen zieht sich wer zurück aber es ist ja nicht so, dass es immer wieder neue Generationen von Hörspielhören gebe die die Foren bevölkern würden.

    Diese "allgemeinen Fragen" gabs halt alle schon mal und die allermeisten haben auch schon mal Ihre Meinung dazu kundgetan. Und alle paar Monate auf die selben Fragen zu Antworten bringts halt irgendwann nicht mehr.

    Quote

    Würde jeden Monat nur ein Hörspiel erscheinen, wäre die Kommunikation beiderseitig respektvoller und sachlicher!


    Weis nicht ob dann wirklich respektvoller oder sachlicher diskutiert würde ;) - aber ich bin mir auch fast sicher dass dann auf jeden Fall viel mehr über das eine Erschienene Machwerk diskutiert würde, da es die meisten der in den Foren aktiven User dann wohl halt auch angehört hätten, auch wenn das Hörspiel nicht aus dem eigenen Lieblingsgenre stammen sollte.

    Wenn schon allein in Spotify jede Woche etwa 8 neue Hörspiele erscheinen und Leute hier wie schon geschrieben

    Quote

    „Ich komme mit dem hören gar nicht mehr nach. Bei mir stapeln sich die CD´s…oder die MP3-Files auf der Platte“.

    , dann kann da ja schon fast keine Diskussion aufkommen. Jeder hat seine eigenen Favoriten und jeder hört alles zu unterschiedlichsten Zeitpunkten. Wenn der erste was über ein neues Hörspiel schreibt, haben die anderen es noch gar nicht gehört und wenn die anderen dann mal nach einigen Wochen was dazu schreiben hat der erste schon den Inhalt des gehörten wieder vergessen :D
    Klar klappt das noch bei "Hyplights" wie Audible "Blockbuster Hörspiele" oder einer neuen ??? Folge wo es einige gibt die eine neue Folge unbedingt sofort hören möchten aber das sind halt Ausnahmen.

    Zur eigentlich Frage zurück - auch hier meine Meinung die ich schon zig mal geschrieben habe ;)
    Produziert wird, was gekauft wird. Wäre der Trotzkopf der Megaseller gewesen gäbe es sicherlich schon zig ähnliche Serien auf dem Markt. Wären die Leute alle verrückt nach Rosamunde Pilcher und Konsorten Hörspielen und würde diese wie verrückt kaufen, dann gäbs die schon.

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

  • Und wenn in einem Hörspielforum 80% der der Leser Fans von Jugendkrimis, Grusel oder beidem sind, dann haben es neue Gruselhörspiele und Jugendkrimis relativ leicht, Gehör zu finden -- und SF, Abenteuerhörspiele und Geschichten wie "Der Trotzkopf" halt nicht.

    Aber wir (also die Forenuser) repräsentieren ja nicht 80 % des Hörspielmarktes. Im Fernsehen gib es doch auch SciFi oder Abenteuer in deutlich größerer Masse. Ich frage mich einfach lediglich, warum dies wohl bei Hörspielen nicht so ist. Damals gab es zum Beispiel "Der Falke" (meine zumindest, dass es so hieß). Die zwei Folgen waren wirklich gut. Aber das war es dann auch schon mit der Reihe.

  • Produziert wird, was gekauft wird. Wäre der Trotzkopf der Megaseller gewesen gäbe es sicherlich schon zig ähnliche Serien auf dem Markt. Wären die Leute alle verrückt nach Rosamunde Pilcher und Konsorten Hörspielen und würde diese wie verrückt kaufen, dann gäbs die schon.


    Es stimmt zwar durchaus, was Du schreibst. Aber aus meiner gemachten Erfahrung erlaube ich mir, eine andere Meinung einzubringen. Genau diese Haltung schlug uns entgegen, als wir 2006 mit der Idee für "Mark Brandis" von einem Verlag/Label zum nächsten zogen: "Buchserie zu alt" / "wenn eine SF-Serie dieser Art ein Hit werden könnte, hätte sie schon jemand anderes gemacht" / "wir sehen, was die Leute wollen, und das wollen sie nicht" / "alle SF-Hörspielserien wurden mangels Verkaufszahlen wieder eingestellt".

    Okay, normalerweise behalten solche Leute schon deswegen recht, weil die Produzenten dann den Kopf einziehen, und so bestätigt sich die Legende, und der nächste Produzent, der anklopft, bekommt die gleiche Geschichte +1 zu hören. Der Gedanke, dann dem vermeintlichen Gesetz des Marktes nachzugeben, ist auch zu verlockend. Aber das ist kein Gesetz, sondern lediglich eine Haltung.

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

  • Ich würde mich über mehr Serien freunen, wie es sie in meiner Jugendzeit gab. So gute Serien wie die Funk Füchse, Trixi Belden oder Burg Schreckenstein findet man heute kaum noch.

    Auf das wir 1984 eine schöne neue Welt erleben!

  • Was mir auf dem Hörspielmarkt oft fehlt, ist mehr Mut zur Vielfalt. Vieles konzentriert sich stark auf Krimi, Mystery und Grusel – keine Frage, das sind beliebte Genres, die auch ihren festen Platz haben. Aber Hörspiele könnten noch so viel mehr sein: große Abenteuer, historische Dramen, Gesellschaftsgeschichten, moderne Satiren oder auch poetische Alltagsstoffe, die nicht auf schnelle Effekte setzen, sondern Figuren und Stimmungen in den Mittelpunkt stellen.

    Ich glaube, das Problem liegt weniger am fehlenden Potenzial als vielmehr daran, dass die Branche sich oft an dem orientiert, was schnell und zuverlässig funktioniert. Ein Krimi lässt sich einfacher vermarkten als eine ungewöhnliche Familiengeschichte, ein Mystery-Plot wirkt direkter als ein stilles, charakterbetontes Stück. Aber genau hier entsteht der Einheitsbrei: viele Veröffentlichungen sind sich in Struktur und Ton so ähnlich, dass das Besondere manchmal verloren geht.

    Dazu kommt, dass der Markt inzwischen fast schon übersättigt ist von Krimis und Gruselhörspielen. Das Angebot ist so groß, dass selbst gute Produktionen Gefahr laufen, in der Masse unterzugehen. Vieles klingt austauschbar, weil es immer wieder auf die gleichen Zutaten setzt – Verbrechen, Ermittler, düstere Stimmung, ein bisschen Schockeffekt. Natürlich gibt es Ausnahmen, die herausragen, aber insgesamt wirkt das Feld mittlerweile überladen.

    Mein Wunsch wäre deshalb, dass man öfter wagt, andere Themen und Genres aufzugreifen – sei es Abenteuer, Literaturumsetzungen, historische Stoffe oder auch Hörspiele, die bewusst mit Formen spielen. Gerade das Medium bietet dafür unendliche Möglichkeiten: es kann ganze Welten öffnen, ohne aufwendige Kulissen, nur mit Stimmen, Musik und Geräuschen.

    Und ich bin überzeugt: Auch wenn solche Produktionen vielleicht nicht den ganz großen Massenmarkt erreichen, sie finden ihr Publikum. Denn viele Hörerinnen und Hörer sehnen sich nach Abwechslung, nach Stoffen, die überraschen, berühren und sich vom Gewohnten abheben. Es wäre schön, wenn der Hörspielmarkt künftig stärker auf diese Vielfalt setzen würde – weniger Einheitsbrei, weniger Überangebot an Krimi und Grusel, dafür mehr Experimente, mehr Leidenschaft für Geschichten, die nicht den sicheren, sondern den spannenderen Weg gehen.

  • Ich befürchte mit dem Streaming als wichtigsten Vertriebsweg leidet die Vielfalt noch etwas mehr, als ohnehin schon in den letzten Jahren. Wer mit Sherlock Holmes, John Sinclair oder den drei Fragezeichen einsteigt, bekommt ähnlich Hörspiele vorgeschlagen. Automatische Playlisten werden mit ähnlichen Titeln gefüllt. Je mehr Leute diese Vorschläge "annehmen", umso eingefahrener wird die Bandbreite an Themen. Alles was nach dem Algorhytmus nicht dazu passt, hat nur eine geringe Chance überhaupt gehört zu werden. Nach den Nischen muss man bewusst suchen.

    Was fehlt ist eine kurierte Hörspiel-Übersicht/Einstiegsseite im Stream, die bewusst auch neue Titel aufgreift die inhaltlich nicht nach Schema F sind. Das haben früher noch Fachhändler, Hörspiel-Review-Seiten oder Foren wie dieses hier gemacht, die breite Masse verirrt sich dort hin nur nicht mehr. Wer dank Abomodell kein Geld in neue Hörspiele investiert, braucht auch keine Zeit mehr investieren, gute neue Titel zu finden. Bei Nichtgefallen wird einfach geskippt und der nächste Vorschlag gehört.

  • Ich befürchte mit dem Streaming als wichtigsten Vertriebsweg leidet die Vielfalt noch etwas mehr, als ohnehin schon in den letzten Jahren. Wer mit Sherlock Holmes, John Sinclair oder den drei Fragezeichen einsteigt, bekommt ähnlich Hörspiele vorgeschlagen. Automatische Playlisten werden mit ähnlichen Titeln gefüllt. Je mehr Leute diese Vorschläge "annehmen", umso eingefahrener wird die Bandbreite an Themen. Alles was nach dem Algorhytmus nicht dazu passt, hat nur eine geringe Chance überhaupt gehört zu werden. Nach den Nischen muss man bewusst suchen.

    Was fehlt ist eine kurierte Hörspiel-Übersicht/Einstiegsseite im Stream, die bewusst auch neue Titel aufgreift die inhaltlich nicht nach Schema F sind. Das haben früher noch Fachhändler, Hörspiel-Review-Seiten oder Foren wie dieses hier gemacht, die breite Masse verirrt sich dort hin nur nicht mehr. Wer dank Abomodell kein Geld in neue Hörspiele investiert, braucht auch keine Zeit mehr investieren, gute neue Titel zu finden. Bei Nichtgefallen wird einfach geskippt und der nächste Vorschlag gehört.

    Das sehe ich ganz ähnlich. Ich hatte mich anfangs auch schwer getan, bei Spotify neue Hörspiele zu entdecken, weil im Prinzip fast immer die gleichen Titel vorgeschlagen wurden und manche Hörspiele sind nur nach expliziter Eingabe des Titels auffindbar.

    Da fallen viele gute Produktionen einfach unter den Tisch...

  • Ich befürchte mit dem Streaming als wichtigsten Vertriebsweg leidet die Vielfalt noch etwas mehr, als ohnehin schon in den letzten Jahren. Wer mit Sherlock Holmes, John Sinclair oder den drei Fragezeichen einsteigt, bekommt ähnlich Hörspiele vorgeschlagen. Automatische Playlisten werden mit ähnlichen Titeln gefüllt. Je mehr Leute diese Vorschläge "annehmen", umso eingefahrener wird die Bandbreite an Themen. Alles was nach dem Algorhytmus nicht dazu passt, hat nur eine geringe Chance überhaupt gehört zu werden. Nach den Nischen muss man bewusst suchen.

    Was fehlt ist eine kurierte Hörspiel-Übersicht/Einstiegsseite im Stream, die bewusst auch neue Titel aufgreift die inhaltlich nicht nach Schema F sind. Das haben früher noch Fachhändler, Hörspiel-Review-Seiten oder Foren wie dieses hier gemacht, die breite Masse verirrt sich dort hin nur nicht mehr. Wer dank Abomodell kein Geld in neue Hörspiele investiert, braucht auch keine Zeit mehr investieren, gute neue Titel zu finden. Bei Nichtgefallen wird einfach geskippt und der nächste Vorschlag gehört.

    Genau das sehe ich auch als Kernproblem. Streaming hat einerseits den Vorteil, dass Hörspiele leichter verfügbar sind als je zuvor – ein Klick, und man hat Zugang zu einem riesigen Katalog. Aber dieser Katalog ist eben nicht wirklich offen, sondern von Algorithmen sortiert. Und die belohnen das, was ohnehin schon gehört wird. Dadurch entsteht eine Art Echokammer: wer mit Holmes, Sinclair oder den drei ??? anfängt, bleibt im gleichen Teich schwimmen und bekommt selten den Impuls, etwas ganz anderes auszuprobieren.

    Früher hatten Fachhändler, Rezensionen oder Foren diese kuratierende Funktion: Man wurde auf Titel aufmerksam, die man allein nie entdeckt hätte. Heute übernimmt das der Algorithmus – und der ist auf Sicherheit, nicht auf Vielfalt ausgelegt. So geraten gerade die mutigen, ungewöhnlichen Produktionen schnell ins Hintertreffen.

    Eine bewusst kuratierte Einstiegsseite im Streaming wäre deshalb tatsächlich Gold wert. Mit Empfehlungen, die bewusst über den Tellerrand gehen, Titel aus Nischen oder kleinere Labels sichtbar machen und den Hörern nicht nur mehr vom Gleichen vorsetzen. Denn viele würden sich überraschen lassen, wenn man sie nur ein Stück aus der Komfortzone holt.

    So bleibt die Aufgabe fast wieder bei uns Hörern: bewusst suchen, stöbern, Empfehlungen teilen – und nicht alles dem Algorithmus überlassen. Denn Vielfalt entsteht nicht von allein, sie braucht Sichtbarkeit. Und genau die ist im Streaming im Moment das größte Problem.

  • Aber all das bieten wir hier doch?! 🤷🤷‍♀️🤷‍♂️

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Jaja, aber nur ein kleiner Teil der Hörerschaft findet auch hierher. Wäre die breite Masse hier, wären auch viel mehr Offizielle vertreten und würden nicht verzweifelt versuchen über Facebook, Instagram oder Newsletter ihre Hörer zu erreichen. Es kommt ja nicht von Ungefähr, dass auch immer mehr Hörspielseiten und -foren in den letzten 10 Jahren für immer ihre Tore geschlossen haben.

  • Ich würde mir eine Hörspielumsetzung dieser Bücher wünschen.

    Diese 12 Bücher habe ich regelrecht verschlungen und freue mich immer wieder, wenn ein neues Abenteuer in Fredenbüll erscheint. Dies nochmal als Hörspiel hören zu können, wäre ein echter Traum.

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    Ich bin heute so farbenfroh, ich habe fünf verschiedene Schwarztöne an.

  • Was mir auf dem Hörspielmarkt oft fehlt, ist mehr Mut zur Vielfalt. Vieles konzentriert sich stark auf Krimi, Mystery und Grusel – keine Frage, das sind beliebte Genres, die auch ihren festen Platz haben. Aber Hörspiele könnten noch so viel mehr sein: große Abenteuer, historische Dramen, Gesellschaftsgeschichten, moderne Satiren oder auch poetische Alltagsstoffe, die nicht auf schnelle Effekte setzen, sondern Figuren und Stimmungen in den Mittelpunkt stellen.

    Das liest man ja öfters, und ja ich könnte da mit einstimmen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann sehne ich mich besonders nach Hörspielen, die ähnlich dem sind, die schon mal da waren. Eine HG Francis Gruselserie ähnliche Reihe, etwas, dass es mit Gabriel Burns aufnehmen kann, eine Serie, die O23 kopiert oder eine Serie, die den guten Wallander nochmal aufnimmt. Es muss für mich (!) nicht immer das Rad komplett neu erfunden werden. Altbewährt sehr gutes darf gerne wieder kommen 🥰

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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