Schaden von Fans gemachte Hörspiele dem Markt?

  • Als schaden würde ich sowas nicht Ansehen. Es gibt aber hin und wieder einige Labels, die einfach die Nase Rümpfen und meinen Ünder den Dingen zu stehen, wobei sie Vergessen das sie ja auch alle mal ganz ganz klein Angefangen haben.
    Von daher würde ich eher sagen, sollte man die eine oder andere Fanproduktion dahin gehend unterstützen, mit Tipps und Tricks wie man es beim Nächsten mal Besser machen kann oder auch sollte.
    Es gibt viele Fanproduktionen, die ich den "ProfI"Hörspielen vorziehe :)

  • Also, 9 von 10 bei den nonkommerziellen Hörspielen sind schlecht? Das halte ich aber für eine extrem waghalsige These. Ich kenne zwar nicht alle Gratisproduktionen, aber dennoch sind mir in den letzten Jahren doch wohl eine Vielzahl derer begegnet. Sicherlich war da nicht alles grandios, aber doch vieles besser, als so manches, was sich im kommerziellen Markt so tummelt. Zumal es bei Letzterem ja auch blutigste Amateure gibt, die im Wohnzimmer was zusammendengeln und dafür Geld verlangen. Der These "Was nix kostet, ist nix" kann ich da kaum zustimmen, aber schon gar nicht der "Es kostet was, kann nicht so schlecht sein".
    Da brauche ich das "Ach ist ja umsonst, deswegen kann man es nicht so hart bewerten" noch nicht mal zu bemühen.

    Auch ich kenne nicht alles. Aber zb aktuell habe ich in die "Scary Stories" reingehört. Ein gutes Beispiel. Die Stories gehen in Ordnung, zb die Krähenfolge, die hätte durch eine prof. Umsetzung noch sehr gewinnen können. Aber die Sprecher - und die sind es nunmal !! - sind nunmal Amateure. Die nicht gut klingen.

    Ich weiß nicht, was immer diese Relativierei soll. "Ja ich kenne auch genug kommerzielle, die schlecht sind" "Vieles besser als im kommerzielen Bereich"... Auch wenn du das explizit ausschließst, folgt du dennoch der These, so kommt es bei mir an. Denn wenn es diesen "Haken" nicht gäbe, würde er auch nicht erwähnt.

    Das sind zwei völlig verschiedene Welten! Und bei jedem tatsächlichen Schw***vergleich ziehen dort 95% denselbigen ein! Man kann nicht immer das beste Gratishörspiel mit dem schlechtesten kommerziellen vergleichen, wem bringt das was außer Verzerrung der tatsächlichen Gegebenheiten?

    Die guten die ich kenne, die haben schon wieder Jahre auf dem Buckel und deren Qualitäten sind aufgrund eben ihrer QUALITÄTEN nach außen gedrungen und nicht weil weil man alles relativiert - ist doch kostenlos, also bloß keine Ansprüche - Windsängerin, Erster Schnee, Rick Future, push my belly und 1-3-4 mehr, die mir grad nicht einfallen oder die nicht kenne..

    Argumente wie Spass an der Sache haben etc. ziehe ich hier nicht dazu, spreche ich auch nicht ab, aber die waren nicht Teil meiner originalen Aussage. Jeder kann hören was er will, aber GZSZ ersetzt auch nicht 1:1 Downton Abbey oder so (ich habe mal zwei "Seifenopern" genommen).

    Der Bekannte vom Dr. A. soll sich mal hier melden, damit wir wissen, worum es überhaupt wirklich ging, so kommt es mir vor, ist es eh am Thema vorbei. Ich sag jetzt nichts mehr dazu.

  • Nein, ich folge der These nicht, nicht mal im Grunde, lehne sie sogar ganz entschieden ab. Ich vergleiche auch nicht die besten Fanhörspiele mit den schlechtesten kommerziellen.
    Wir haben im letzten Jahr mehr als 500 Produktionen gehört und für den Jahresrückblick bewertet, da landete das bestplatzierte freie Hörspiel immerhin auf Platz 120, da blieben doch einige kommerzielle Produktionen zum Teil sehr weit dahinter.
    Die Sprecher sind da ja auch nur ein Teil vom Ganzen, Regie, Skript etc. wird ja auch bei denen, die Geld verlangen, nicht immer als so entscheidend erachtet.

  • Es wäre vielleicht sinnvoll gewesen, den Bekannten zu fragen, <i>weshalb</i> denn Hörspiele aus der freien Szene seiner Meinung nach dem Hörspielmarkt schadeten.

    Zwei Gründe ließen sich aber jedenfalls konstruieren

    Das ist eine sehr schöne Konstruktion unter Laborbedingungen.

    Ich erlaube mir aber, ohne es zu beweisen zu können, dieses Szenario als die absolute Norm auszurufen: Hörspielneulinge kommen zum Hörspiel über DDF-TKKG-Sinclair-Revival-Stimmung oder das Radio oder Gelegenheitskäufe im Buchladen / Amazon / Saturn. Von denen wird ein ganz kleiner Bruchteil dann irgendwann zum Hardcorehörer, der auch in die freie Szene eintaucht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in der Geschichte des deutschen Hörspiels keinen einzigen Neuling gibt, der erst die kostenlosen Hörspiele der freien Szene genossen hat und dann die Entscheidung treffen musste, ob er auch ein kommerzieller Hörer wird 8)

    Und deshalb ist die Eingangsbehauptung vom Diskussionspartner der Doktors kompletter Unsinn.

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Wenn es eine Gattung Hörspiel gibt die Abschreckend wirken kann dann sind das in meinen Augen ein Grossteil der Radiohörspiele. Mit ca. 90℅ der gesendeten Titel kann ich nichts anfangen. Klar gibts Ausnahmen aber das Meiste lässt mich nur geqält den löschen Button drücken.

    Wer Fan/Gratis Produktionen runterläd und hört stösst ja nicht zufällig darauf sondern beschäftigt sich ja bereits mit Hörspielen und weis was er von den meist sehr sympathisch rüberkommenden Teilen erwarten kann :)

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

  • Ich verstehe irgendwie die ganze Aufregung nicht.
    Die einen produzieren Hörspiele, weil sie damit Geld verdienen wollen - die anderen, weil sie einfach mal ausprobieren möchten, wie so etwas funktioniert oder sich evtl. nicht trauen, in den kommerziellen Sektor zu wandern.

    Aber letztlich werden die Hörspiele von Hörspielfans produziert! Viele Hörspielfans sammeln auch erst Erfahrungen mit freien Produktionen und legen dann kommerziell los.

    Da jetzt noch Radiohörspiele mit rein zu ziehen finde ich etwas überzogen. Kann man auch letztlich nicht vergleichen, weil sie einerseits nicht kommerziell sind (sein sollten) und andererseits werden Radiohörspiele
    von reinen Profis produziert, die sowas quasi täglich machen.

  • Einer interessanten Frage geht der Ohrenbrecher-Podcast nach, der wir uns auch bereits hier im Hörspieltalk gewidmet haben:

      

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    Ein Beitrag geteilt von Daniel Schiepe (@meinohrenkino)

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich habs mir angehört, wäre vermutlich nicht schlecht, wenn man da noch zwei drei kommerzielle Labels eingeladen hätte, um deren Sicht die Sache zu hören. Die beiden Podcaster sind in der freien Szene unterwegs "gewesen", haben aber versucht so gut wie möglich die Sicht aus der kommerziell Arbeitenden Labels mit abzubilden. :thumbup:

    Mein Fazit: Die freie Szene schadet niemandem, sie bereichert die Auswahl für begeisterte Hörspielhörer.

  • Wobei beide ja auch schon kommerzielle Hörspiele gemacht bzw. dafür mitgearbeitet haben. Von daher denke ich, dass sie durchaus sowohl die eine als auch die andere Sicht wiedergeben können. Aber klar mehr Meinungen und mehr Labels schaden auf keinen Fall um solch einer Frage nachzugehen.

    Ich selbst sehe die Freie Szene als eine Art Talenteschmiede für einen möglichen professionellen und kommerziellen Weg. Von daher braucht die Hörspielbranche die freie Szene um weiter zu wachsen und um weitere Sprecher/innen, Regisseure, Hörspielmacher/innen und und und hervorzubringen. Einen Schaden sehe ich persönlich nicht. Nur einen Nutzen für beide Seiten.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich denke mal die Reichweite und auch die Klientel ist des Öfteren auch eine etwas andere. Man hat sich sicherlich ebenfalls eine Stammhörerschaft geschaffen, die nicht zwingend kommerzielle Hörspiele hört.

    Der Begriff des „Schadens“, wie im Titel oben angegeben, wurde ja deshalb auch gewählt weil einige Hörspielfans meinten, dass Hörspiele der freien Szene dem Hörspiel an sich schaden könnten, weil schlecht gemachte Hörspiele mit Laiensprechern potentielle Hörspielhörer möglicher Weise abschrecken könnten, wenn sie als ihr erstes Hörspiel ein solches Amateurhörspiel bekämen. Der erste Eindruck sei halt immer der Wichtigste. Das kann man aber 2023 mit Fug und Recht verneinen, weil die Qualität der Freien Szene schon damals gut war und bis heute immer mehr angestiegen ist. #imho#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Markus G. schrieb…

    Quote

    Der Begriff des „Schadens“, wie im Titel oben angegeben, wurde ja deshalb auch gewählt weil einige Hörspielfans meinten, dass Hörspiele der freien Szene dem Hörspiel an sich schaden könnten, weil schlecht gemachte Hörspiele mit Laiensprechern potentielle Hörspielhörer möglicher Weise abschrecken könnten, wenn sie als ihr erstes Hörspiel ein solches Amateurhörspiel bekämen. Der erste Eindruck sei halt immer der Wichtigste.


    Diese Gefahr sehe ich in Zeiten vom Streaming nicht. Der erste Kontakt mit einem Hörspiel wird mittlerweile wohl oft über einen Musikstreaming Anbieter statt finden und da tummeln sich viele kommerzielle Produktionen. Was natürlich nicht bedeutet, dass der Erstkontakt damit automatisch mit einem „guten“ Hörspiel statt findet. ^^

  • @zdeev78 / @warbird

    An was macht Ihr denn Reichweite fest? Und wieso glaubt man, dass die freie Szene nicht genügend Reichweite hätte?

    Was ich sagen kann, die freie Szene steht nicht in Konkurrenz zu kommerziellen Labels, falls sich das Nein darauf bezog. Wenn jemand die freie Szene als Konkurrenz ansieht, ich weiß nicht, da müsste man beide vergleichen - z.B. den gleichen Stoff vertonen, dass man sagen kann, hier diese Geschichte ist von Machern in der freien Szene produziert und genau die gleiche Geschichte von einem kommerziell arbeitenden Label - Wer hat es besser gemacht ? - das wäre dann wohl Konkurrenz.

  • @Telliminator schrieb…

    Quote

    Wer hat es besser gemacht ? - das wäre dann wohl Konkurrenz.


    Ich denke, Konkurrenz wäre die freie Szene, wenn sie dem kommerziellen Hörspiel Hörer/innen wegnehmen würde. Beim kommerziellen Hörspiel geht es nämlich auch immer noch ums Geld.

    Quote

    Und wieso glaubt man, dass die freie Szene nicht genügend Reichweite hätte?


    Jedenfalls nicht genügend, um vom kommerziellen Hörspiel als Konkurrenz wahrgenommen zu werden.

  • @hoerspiel - was heißt denn das? Nicht genügend Reichweite?

    Wie viel Reichweite hat die freie Szene denn ? Und wie groß ist die Reichweite kommerzieller Labels?
    An was macht man denn die Reichweite fest? Wie weit ein Hörer weg ist? Deutschlandweit? Europaweit? Weltweit?
    Oder sind das für Euch Zahlen? Follower? Aufrufe von Hörspielen bei YouTube z.B.
    Ab wann ist es eine "große" Reichweite? Wie viele Millionen okay Tausend müssen es sein?

  • @zdeev78 / @warbird

    An was macht Ihr denn Reichweite fest? Und wieso glaubt man, dass die freie Szene nicht genügend Reichweite hätte?

    Was ich sagen kann, die freie Szene steht nicht in Konkurrenz zu kommerziellen Labels, falls sich das Nein darauf bezog. Wenn jemand die freie Szene als Konkurrenz ansieht, ich weiß nicht, da müsste man beide vergleichen - z.B. den gleichen Stoff vertonen, dass man sagen kann, hier diese Geschichte ist von Machern in der freien Szene produziert und genau die gleiche Geschichte von einem kommerziell arbeitenden Label - Wer hat es besser gemacht ? - das wäre dann wohl Konkurrenz.

    Die freie Szene vertont so gut wie nie bekannte Stoffe und das mal die gleichen Geschichten wie bei kommerziellen Labeln vertont worden wären ist mir nicht bekannt. Mir ist bsw auch keine Sherlock Holmes version aus der freien Szene bekannt. Die sind da irgendwie häufig kreativer als die kommerziellen Vertreter. Da so gut wie nie bekannter Stoff vertont wird, sondern man höchstens mal Geschichten an irgendwelche bekannten Sachen anlehnt, sucht da auch kaum werd danach.

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

    Edited once, last by warbird (September 8, 2023 at 3:12 PM).

  • @Telliminator Dass mit der „Reichweite“ scheint dich zu tritzen. ^^

    Quote

    was heißt denn das? Nicht genügend Reichweite?


    Alles relativ! Aber im Zusammenhang mit einer mögliche Konkurrenz betrachtet, sehe ich dies wie oben geschrieben so…

    Quote

    Jedenfalls nicht genügend, um vom kommerziellen Hörspiel als Konkurrenz wahrgenommen zu werden.

  • Also wenn man in solchen Dimensionen denkt wie Hörspielfans die Hörspiele aus der freien Szene hören, haben weniger Zeit kommerzielle Hörspiele zu hören und umgekehrt - ja dann befinden sie sich in einer Art Konkurrenzsituation.

    Reichweite kann man anhand von Zahlen messen und Vergleichen. Zum Beispiel anhand von Abonnenten auf YouTube, anhand von Likes auf YouTube, Instagram etc, auf Grund von Abrufen von Hörspielen.

    Fleisch und Blut 152 000 Aufrufe

    Rick Future Episode 1 hat rund 171000 Aufrufe auf YouTube.

    Im Vergleich Die letzten Helden Folge 1 513.000 Aufrufe.

    Sherlock Holmes Chronicles Folge 1 1,2 Millionen

    Es gibt also sehr wohl Möglichkeiten dort zu vergleichen wo Zahlen und Daten vorliegen. Man kann da schon sehr schön sehen dass die Zahlen der Freien Szene sehr beachtlich sind.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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