Ich hatte vor kurzem eine recht interessante Diskussion über die freie Hörspielszene mit einem Bekannten. In dieser stellte mein Diskussionspartner die These auf, dass diese Gratishörspiele dem Markt eher schaden als nützen. Schließlich würden die Leute dadurch Hörspiele frei Haus geliefert bekommen, für die sie sonst bezahlen müssten. So können sie sich gratis mit Hörspielen eindecken und die Label würden durch die Finger schauen. Ich konnte dem nichts entgegnen, weil ich die Sache von der Seite noch nie betrachtet hatte. Was meint ihr dazu?
Schaden von Fans gemachte Hörspiele dem Markt?
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Es ist eine Mischsituation. Gratissachen schaden nie. Vielmehr schaden schlechte Hörspiele, die intensiv beworben werden. Das Medium sollte begeistern, aber viele Hörspiele in der freien Szene machen eben dies nicht, aufgrund der mangelnden Produktionsqualität. Aber dennoch gibt es echt viele tolle Gratishörspiele von Fans! Und für Qualität wird immer noch bezahlt. Der Fan, der Sammler stellt sich gerne das ins Regal bzw unterstützt. Daher das neue Medium Crowdfunding! Eigentlich nur Fansupport. Ist es gut. Hat es genug Fans, zahlen die Leute dafür. Andernfalls: Pech

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mit einem Bekannten
Mich würde ja interessieren, ob dieser ein Hörspielfan ist... Die Ansicht kommt mir merkwürdig vor... Dann würden qualitative Punkte keine Rolle mehr spielen und wo ist das so?! Oder geht dein Bekannter nicht mehr ins Kino oder leiht DVDs, ihm reicht ein youtube-clip? Er kauft sich keinen Roman, sondern liest nur noch Blogs? Etc. Jemand, der sich drei Minuten damit beschäftigt hat, kann sowas mMn nach nicht ernsthaft vertreten...
Das ist überhaupt kein Ersatz oder vergleichbar....
Dann wären Inhalte völlig uninteressant, es geht nur noch um die Hülle, des Kaisers neue Kleider quasi...
Anders siehts es mE aus, wenn wir den unbeleckten Interessenten, den aus-Versehen-nebenbei-Abgreifer betrachten würden...
Ja, schlechte Hörspiele schaden dem Markt, dem Ansehen, der Wertigkeit des Mediums insgesamt, bin ich der Meinung, insbesondere beim Neueinsteiger bzw. Reinschnupperer.... Nicht nur das Kinder-Image muss er überwinden (der eine mehr, der andere weniger), weiterhin eine gefühlte Minderwertigkeit ("wo ist das Bild"), wenn er dann auch noch generalisiert "ach deswegen sind Hörspiele out- Laiendialoge, Amateurstimmen"- dann sehe ich dort große Stolpersteine.
Er wird dann vermutlich eher verschreckt und wird nie wieder Energie in einen "Beschaffungsvorgang" investieren, denn eine solche müsste er leisten, während ihm zb nach einem schlechten Film trotzdem noch ohne eigenes Zutun gute Alternativen nachgeschmissen werden...
An ein Gratishörspiel kommt er da schneller als ein schlechtes gekauftes, insofern spielt hier der kostenlos-Faktor schon noch mit rein, auch weil beim Fanhörspiel natürlich die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass qualitativ weniger geboten wird... Aber mir ging es auch insgesamt eher um die Qualität an sich....
Insofern hat man ein Gratisschaffender auch eine gewisse Verantwortung, wenn man sein Ding auf der gleichen -Stufe bewirbt und "vertreibt" wie eine prof. Produktion. Der nicht informierte Aussenstehende könnte das dort gezeigte Niveau eben doch als gängiges Referenzniveau ansehen. Und dann muss dieses eben auch hoch genug sein, um die oben genannten meiner Meinung nach möglichen Effekte zu vermeiden.
Meine Einstiegsdrogen in den kommerziellen Bereich waren Maritim-Holmes und Sinclair. Wenn ich mit nem Hörspielprojekt begonnen hätte, oder zb auch mit nem Radiohörspiel- ich bin nicht sicher, ob es da noch eine weitere Entwicklung bzw. Investition meinerseits in das Medium gegeben hätte.
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In dieser stellte mein Diskussionspartner die These auf, dass diese Gratishörspiele dem Markt eher schaden als nützen. Schließlich würden die Leute dadurch Hörspiele frei Haus geliefert bekommen, für die sie sonst bezahlen müssten. So können sie sich gratis mit Hörspielen eindecken und die Label würden durch die Finger schauen.
Soll jetzt nicht so abwertend klingen, wie es sich anhört... aber, die meisten Fan-Hörspiel kommen bei weitem nicht an kommerzielle Hörspiel ran. So glaube ich dieser These einfach nicht. Die Fan-Hörspiele werden halt zwar mit viel Herzblut gemacht, und da kann ich nur meine Hochachtung aussprechen, wieviel Energie da reingesteckt wird, aber insgesamt kommen die doch nicht an die "Blockbuster" Hörspiele ran, die vom Mainstream konsumiert werden. Auch wenn man mal das Verhältnis "freie Hörspiel Szene" und "kommerzielle Hörspiel Szene" betrachtet... ganz ehrlich da sind doch die kommerzielle Hörspiel wesentlich größer. Ich glaube daher schon eher, dass der Konkurrenzkampf in der kommerzielle Hörspiel Szene untereinander so groß ist, dass man sich hier gegenseitig Hörer wegnimmt. Wo gab es denn schon mal soviel erwachsene Hörspiele, wie in der jetzigen Zeit? Manchmal weiß man gar nicht, wo man das Geld hernehmen soll, um all die tollen kommerziellen Hörspiele kaufen zu können.

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Was meint ihr dazu?
Dass das ein kompletter Blödsinn ist. Die Hörspiele der freien Szene sind ein Produkt für den absoluten Hardcorehörer, der eh ein paar hundert Hörspiele im Jahr wegknallt.
hoerspielkassette, kennst Du Rick Future, Yeovil True und dergleichen? Da muss die kommerzielle Hörspieloma aber ganz lange stricken, um damit mithalten zu können

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Wenn ich eine solche Aussage höre, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wenn ich als Konsument ein Gratis hörspiel herunterlade, von dem ich weiß, dass es eine Hobby- oder Fanproduktion ist, muss ich da mit einem anderen Anspruchsdenken herangehen. Wenn das Hörspiel dann schlecht gemacht ist, nun denn, dann ist es eben so. Dann habe ich maximal eine gewisse Zeit vergeudet. Wenn derjenige dann eine, seiner Meinung nach, schlechte Produktion noch bis zum Ende anhört....selber Schuld.
Anders sehe ich das, wenn ich ein kommerzielles Hörspiel kaufe. Dann habe ich auch den Anspruch, dass es gut Produziert ist. Das wiederum ist aber auch oft eine subjektive Sache.
Die pauschale Aussage, dass freie Hörspiele den Kommerziellen schaden kann ich nicht so sagen. Das sagt einer der in vielen freien Hörspielen mitgesprochen hat.
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Das Thema haben wir zu Beginn unserer Rubrik "Talk im Studio" schon mal besprochen.
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Chris: Ja, Rick Future kenne ich als SciFi Fan natürlich. Ist super klasse gemacht, und ich habe mich schon öfters gefragt, warum diese Serie nicht den Sprung in den "kommerziellen" Hörspiel Sektor gewagt hat.
Ich habe auch einige andere freie Hörspiele gehört, aber ehrlich gesagt, ist für mich Rick Future eine der wenigen Ausnahmen. Die breite Masse an freien Hörspielen hält meinen Ansprüchen nicht Stand gehalten. da will ich absolut ehrlich sein.
Die anderen beiden Serien, die du genannt hast, kenne ich nicht, schaue ich mir aber mal an. Danke für den Tip. -
Nur, weil etwas gratis angeboten wird, ist es nicht schlecht - nur weil einer Geld für die Produktion verlangt, ist sie noch lange nicht gut.
ME schaden schlechte kommerzielle Produktionen dem Ansehen deutlich mehr, als jedwede Gratissachen, von denen der Hörer ohnehin weiß, dass es Fanproduktionen sind.
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Nur, weil etwas gratis angeboten wird, ist es nicht schlecht - nur weil einer Geld für die Produktion verlangt, ist sie noch lange nicht gut.
Du formulierst das so, als ob das zwei gleichwertige Pole wären.... Die Wahrscheinlichkeit, ein schlechtes Gratis-HSP zu erwischen dürfte wesentlich höher sein.
Auch sinniere ich noch drüber, ob der Einstiegshörer wirklich erkennt, dass es sich um ein Fanhörspiel handelt. Nicht jeder hinterfragt alles. Mancher nimmt evtl. nur die Grundinfo auf, dass es nichts kostet und hinterfragt das nicht weiter. ZB in dem Fall, wenn er es geschenkt bekommt noch mehr. Wenn es auf ner CD mit drauf ist desweiteren...
Wenn man etwas als schlecht wahrnimmt, dann wird dieser Eindruck überwiegen oder wie wahrscheinlich ist es, dass man da noch mal in sich geht und sagt "ja es war aber ein kostenloses Fanhörspiel"? Das machen wir vielleicht, aber nicht der Zufallshörer..
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Nicht alle freien Hörspiele sind sogenannte Fanproduktionen. Ich denke da muss man wirklich differenzieren. Es gibt Fanproduktionen zu Ghostbusters oder den Drei Fragezeichen und es gibt völlig eigenständige freie Hörspiele. Es gibt in der freien Hörspieleszene viele die ihren eigenen Weg gehen, eigene Geschichten erzählen. Dabei handelt es sich um Geschichten, die so im kommerziellen Markt nicht zu finden sind. Es stimmt, viele können den Amateurcharakter nicht verbergen und auch nicht den hohen technischen und sprechleistungstechnischen Standard von kommerziellen Produktionen halten, dafür haben diese freien Hörspiele aber ihren eigenen Charme. Es geht aber doch mehr um das was erzählt wird, den Inhalt. Die freie Szene hat im Gegensatz zu den kommerziell arbeitenden Labels viel mehr Freiräume was die Produktion und Umsetzung der Stoffe angeht. Sie müssen keine Termine einhalten, Geld spielt auch kaum eine Rolle und auch technisch kann mit unter richtig gut aufgefahren, teilweise sogar auf Profis gezählt werden. Schaut Euch mal die Produktionen von PushMyBelly an, "Mein Eigen Fleisch und Blut" z.B. hätte bestimmt Geld einbringen können, aber es wurde kostenfrei angeboten, was ich überaus gut fand. Und Gratis bzw. freies Hörspiel muss nun wirklich nichts mit schlecht umgesetzter Qualität zu tun haben. Es tummeln sich u.a. auch einige professionelle Sprecher in der freien Szene, die die Sache gut heißen. So hört man hin und wieder in freien Produktionen Helmut Krauss. (-> http://www.h%c3%b6rwelle.de) Ich sehe es nicht als Schaden an sondern eher als Bereicherung. Das schöne ist man hat als Hörer die Wahl. Ich gehöre zu der Kategorie Hörer, die sich alles anhören, egal ob kommerziell, freies Hörspiel oder auch Radiohörspiele, die ja auch, von der GEZ her mal abgesehen, kostenlos zur Verfügung stehen.
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Das Wort "Fanhörspiel" soll jetzt nicht so in Stein gemeiselt stehen... Damit meine ich eher- von Hörspielfans produziertes...
Wie gesagt, jemanden, der sich nicht ein bißchen auskennt, nicht weiß, was möglich ist, was es für Strömungen gibt, den kann man mit einem schlechten Produkt- ob gratis oder nicht, mMn für lange Zeit verjagen...
Derjenige fragt auch nicht nach den Möglichkeiten, die du aufgezählt hast, das Ergebnis zählt und muss stimmen...
Natürlich kann gratis auch gut sein...Nur warum kostet die Produktion denn im 4stelligen Bereich? Sicher nicht, weil man da immer schick essen geht zwischen den Takes....
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Nur warum kostet die Produktion denn im 4stelligen Bereich? Sicher nicht, weil man da immer schick essen geht zwischen den Takes....
Das kann ich Dir leider nicht wirklich beantworten warum es so viel kostet. Eins weiß ich jedoch, dass wenn man kommerziell arbeitet, man eben wirklich für fast alles zahlen muss. Lizenz für den Stoff, wenn man nicht selbst schreibt, die Sprecher, das Studio, die Musik, die Vermarktung, das Pressen, der Versand, das Hosting (bei Downloads), da sind so viele aktive Posten die ich gar nicht alle so im Detail aufzählen kann und die bestimmt auch manchmal 5stellig kosten können.
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ME schaden schlechte kommerzielle Produktionen dem Ansehen deutlich mehr, als jedwede Gratissachen, von denen der Hörer ohnehin weiß, dass es Fanproduktionen sind.Meine Meinung.
Anderes Thema: Ich komme mit dem Hören der kommerziellen Produktionen kaum nach, sodass ich an kostenlosen Fanhörspielen null Interesse habe und diese "Szene" in keinster Weise verfolge. -
Grundsätzlich glaube ich nicht, dass sog. freie Hörspiele dem Markt schaden. Wie hier schon mehrfach angemerkt wurde, dürften die allermeisten Hörer durchaus in der Lage sein, zwischen einer Hobby- und einer Profi-Produktion zu unterscheiden. Lediglich in dem unwahrscheinlichen Fall, dass jemandem das Medium als solches noch gänzlich unbekannt ist, mag ein von Laien realisiertes Projekt abschreckend wirken. Andererseits kann auch die "Entjungferung" durch ein schlechtes kommerzielles Hörspiel zu einer dauerhaften Ablehnung führen.

Das größere Problem sehe ich tatsächlich in der von @hoerspielkassette bereits angesprochenen Kannibalisierung kommerzieller Labels untereinander.
Ich glaube daher schon eher, dass der Konkurrenzkampf in der kommerzielle Hörspiel Szene untereinander so groß ist, dass man sich hier gegenseitig Hörer wegnimmt.
Dabei scheint mir weniger die große Anzahl an Produzenten und Veröffentlichungen an und für sich ein Problem zu sein, als vor allem die Macht der Big Player, die Preise zu diktieren und schwächere Mitbewerber auszuhungern. Wenn bspw. ein Riese wie Audible eine ganze Staffel zum Kurs einer einzigen Serienfolge des Labels XYZ anbietet, könnte das auf Dauer zu einem echten Wertverlust des Produkts Hörspiel führen. Denn auch wenn's den Käufer naturgemäß freut, dass er für sein sauer verdientes Geld fortan deutlich mehr "Lauschgift" erhält, kleinere Produzenten werden diesem Preisdumping unmöglich entsprechen können. Spätestens, wenn sich die Kunden an diese Niedrigsttarife gewöhnt haben, sie also erwarten, wird die Hörspiellandschaft fast zwangsläufig um vieles ärmer werden. -
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Meine Meinung.Anderes Thema: Ich komme mit dem Hören der kommerziellen Produktionen kaum nach, sodass ich an kostenlosen Fanhörspielen null Interesse habe und diese "Szene" in keinster Weise verfolge.
Das ist in meinen Augen etwas engstirnig gedacht, aber nachvollziehbar, wenn Du so viele gekaufte Hörspiele auf Halde liegen hast und nicht nachkommst. Du solltest dennoch mal den Blick über den Tellerrand wagen und Dir gute Sachen aus der freien Szene anhören, vielleicht überdenkst Du Dein Konsumverhalten und wirst um viele schöne Hörerlebnisse reicher.
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Es wäre vielleicht sinnvoll gewesen, den Bekannten zu fragen, weshalb denn Hörspiele aus der freien Szene seiner Meinung nach dem Hörspielmarkt schadeten.
Zwei Gründe ließen sich aber jedenfalls konstruieren:
1) Ein Neuling im Thema Hörspiel überwindet sich tatsächlich, ein Hörspiel zu konsumieren, um herauszufinden, ob ihm so etwas gefällt. Weil er nicht weiß, ob es ihm gefällt, weiß er auch nicht, ob er Geld dafür ausgeben will. Also sucht er nach einem kostenlosen Hörspiel. Er gerät an eine kostenlose Hobbyproduktion auf niedrigem Niveau, mit piefigem Skript und ungelenken Sprechern und entscheidet nach qualvollen Minuten: Hörspiel, nein danke. > Schaden durch Abschreckung.
2) Ein anderer Neuling (oder eventuell auch schon gelegentlicher Käufer von Hörspielen) gerät an eine kostenlose Hobbyproduktion auf gutem bis sehr gutem Niveau und fragt sich, weshalb er Geld für Hörspiele bezahlen soll, wenn er auch kostenlos so eine geile Teile bekommen kann. > Schaden durch Unterwanderung der Zahlungsbereitschaft.
Wie die freie Szene es also macht, macht sie es falsch ...

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Du formulierst das so, als ob das zwei gleichwertige Pole wären.... Die…
Du könntest recht haben, die schlechten kommerziellen überwiegen...
Natürlich kann gratis auch gut sein...Nur warum kostet die Produktion denn im 4stelligen Bereich? Sicher nicht, weil man da immer schick essen geht zwischen den Takes....
Weil das Label davon Leben will/muss/möchte und Schauspieler (ggf. auch Autoren (naja..)/Grafiker/Presswerk) zu bezahlen sind.
Das heißt aber noch lange nicht, dass das Ergebnis ein gutes Hörspiel ist.
Zudem: Viele dürften sich über 8 Euro für eine miese Produktion deutlich mehr ärgern, als über irgendwas, das gratis aus dem Netz gefallen ist.
Und überdies: Wenn jemand in der Lage ist, hierzu einen Computer zu bedienen, kann man auch im Regelfall davon ausgehen, dass er sowas durchaus einordnen kann. -
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Markus0815 schrieb:
Zitat von pops: „Nur, weil etwas gratis angeboten wird, ist es nicht schlecht - nur weil einer Geld für die Produktion verlangt, ist sie noch lange nicht gut.“
Du formulierst das so, als ob das zwei gleichwertige Pole wären.... Die…
Du könntest recht haben, die schlechten kommerziellen überwiegen...
Natürlich können die Freien auch quantitativ nicht mithalten, da weniger produziert werden. Wenn von 100 kommerziellen 50 schlecht sind, von 10 kostenlosen 9 (ein guter Schnitt!), dann weiß ich, wo ich zuerst reinhöre. Zumal man ja auch abschätzen kann, wo kommt denn die Qualität her. Und hier kann ich keine Relationen machen "ach ist ja umsonst, deswegen kann man es nicht so hart bewerten", deswegen zieht dieser Punkt auch nicht...
Markus0815 schrieb:
Natürlich kann gratis auch gut sein...Nur warum kostet die Produktion denn im 4stelligen Bereich? Sicher nicht, weil man da immer schick essen geht zwischen den Takes....Weil das Label davon Leben will/muss/möchte und Schauspieler (ggf. auch Autoren (naja..)/Grafiker/Presswerk) zu bezahlen sind.
Das heißt aber noch lange nicht, dass das Ergebnis ein gutes Hörspiel ist.
Zudem: Viele dürften sich über 8 Euro für eine miese Produktion deutlich mehr ärgern, als über irgendwas, das gratis aus dem Netz gefallen ist.Meine Frage war mehr rhetorischer Natur. Und natürlich erhöht Geld die Wahrscheinlichkeit für Qualtität. Prof. Sprecher sind nunmal meist nur so zu bekommen. Was bringt es, wenn sich ein, zwei aus altruistischen Gründen an einer Amateurproduktion beteiligen und vom Laiencast quasi von der Wand "weggespielt" werden. Dann kann man es auch gleich lassen. Auch kann ein Amateurproduzent schon mal sagen "so, besser gehts nicht", ein kommerzielle Anbieter muss damit rechnen, dafür die Quittung zu bekommen. Beim Amateur ist es die Lernkurve, beim Profi die Einstellung des Geschäftsbetriebes.
Und überdies: Wenn jemand in der Lage ist, hierzu einen Computer zu bedienen, kann man auch im Regelfall davon ausgehen, dass er sowas durchaus einordnen kann.Da ist die Ausgangslage ungenau definiert (wer genau die Zielgruppe war, der man mit einem Fanhörspiel schaden könnte). Wie gesagt, in Fällen wo man einen unreflektieren, möglicherweise Erst- oder Gelegenheitshörer hat, der das irgendwo abgreift, da kann es mMn durchaus Verwirrung geben. Bzw. unbewusst, Hörspiel schrott, gelöscht, sich nie wieder damit beschäftigt. Wer bei google "Hörspielprojekt" eingibt, da dürfte der Fall wohl klar sein. Wie gesagt, nicht jeder macht sich die Gedanken wie jetzt gerade hier, ich halte das also nicht für ausgeschlossen.
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Also, 9 von 10 bei den nonkommerziellen Hörspielen sind schlecht? Das halte ich aber für eine extrem waghalsige These. Ich kenne zwar nicht alle Gratisproduktionen, aber dennoch sind mir in den letzten Jahren doch wohl eine Vielzahl derer begegnet. Sicherlich war da nicht alles grandios, aber doch vieles besser, als so manches, was sich im kommerziellen Markt so tummelt. Zumal es bei Letzterem ja auch blutigste Amateure gibt, die im Wohnzimmer was zusammendengeln und dafür Geld verlangen. Der These "Was nix kostet, ist nix" kann ich da kaum zustimmen, aber schon gar nicht der "Es kostet was, kann nicht so schlecht sein".
Da brauche ich das "Ach ist ja umsonst, deswegen kann man es nicht so hart bewerten" noch nicht mal zu bemühen.Sicherlich erhöhen professionelle Sprecher die Chance, das die Produktion besser wird. Aber das ist auch nur eine Chance und keine Garantie. Zumal es auch einige Sprecher gibt, die ihre Qualität auch nur bei einer ordentlichen Regie zeigen und die gibt's halt auch nicht überall. Einigen Schauspielern kann man durchaus anhören, dass sie keinen Bock haben oder sich mit der Arroganz des Profis mit der Interpretation ihrer Rolle über das Gesamtprojekt hinwegsetzen. Letztlich sind es - egal ob Laie oder Profi - immer Menschen, die mit mal mehr oder weniger Talent ausgestattet sind und mal mehr oder weniger gute Leistungen bringen.
Den Punkt "Besser geht's halt nicht", den du den Laien vorwirfst, sehe ich hingegen bei den kommerziellen als ein "Für ein "Besser" fehlt uns die Zeit". Die sind nämlich eher im Zwang zu bestimmten Terminen was abliefern zu müssen, bestimmte Sprecher nur für wenige Stunden im Studio zu haben pp. Da hab ich leider oft eher den Eindruck, dass da mehr geschludert wird. Vielleicht sind die Freien irgendwann am Ende des Talents angelangt und haben den Rahmen aber ausgeschöpft, das muss aber nicht schlechter sein, als ein Profi, der mit halben Gas seine zwei Stunden in der Sprecherkabine absitzt.
Bez. der Ersthörer, die durch den ersten miesen Kontakt, für alle Zeiten abgeschreckt werden - das mag es geben. Aber auch das dürfte im kommerziellen Bereich durchaus wahrscheinlich sein. Wenn so wenig Grundinteresse da ist, dass man sich vom ersten Kontakt abschrecken lässt, dann dürfte das auch bei einem Großtel der kommerziellen Produktionen so sein. Wenn auf mich Leute zukommen, die noch nie ein Hörspiel gehört haben und mich nach Empfehlungen fragen, dann kann ich auch nicht locker ins Regal greifen und sagen "hier kommerziell, viel gut." - Da gibt es dann auch nur einen sehr kleinen Kreis an Produktionen, die dann jeweils passen könnten - und auch da gibt's keine Garantien.
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