Eure Meinung zu Remake von vertonten Hörspielsmanuskripten

  • Hydrophobia hat es vorgezeigt. Hier wurde ein bereits vertontes Hörspielskriptum ein weiteres Mal vertont. Wie der Macher Dirk Hardegen es im Making of betont, so gibt es diese Art der Remakes in der Hörspielszene nicht oft. Wie ist eure Meinung dazu? Wollt ihr vertonte Hörspielmanuskripten noch einmal vertont haben? Wenn Ja welche würdet ihr gerne in einer überarbeiteten Version hören? Oder braucht die Hörspielwelt einen zweiten Aufguss eines Hörspiels nicht mehr?

  • Das ist eine schwierige Frage. Zumal bei Hydrophobia die erste Version eine Produktion vom Hörspielprojekt war. Also ein nichtkommerzielles Hörspiel. Um dieses kommerziell vermarkten zu können, musste es neu aufgenommen werden.
    Wie sieht es denn mit den ganzen Sherlock Holmes, Winnetou, Schatzinsel und was weiß ich noch für Hörspiele. Die gibt es auch mehr als ein mal. Ich finde das wenn jemand der meinung ist ein Hörspiel noch einmal neu aufnehmen zu mussen und es rechtlich keine Probleme gibt, er das ruhig machen soll. Wer weiß, vielleicht idt die Neuinterpretation ja sogar besser.


    -- Bevor ich mich ärgere, ist es mir halt egal --

  • Wir haben einen deflationären Hörspielmarkt und die "gestopfte Ganz" ist kurz vorm platzen! Mir ist es schleierhaft, wie man bei einem solchen Überangebot und stagnierender Kaufkraft mit Remakes und neuen Serien den Markt weiterhin überflutet. Es ist ein Irrglaube wenn man in dieser Situation davon ausgeht, mehrere eigene Produktionen ergeben gleichzeitig mehr Einnahmen. Tatsächlich findet nur eine Umverteilung statt, und das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den eigenen Reihen.

  • pmartin: Welche Remakes von bereits vertonten Hörspielmanuskripten(!) fallen Dir denn ein? Von einer Überflutung kann man hier nur schwer sprechen. Außerdem wenn man keine alten Sachen neu aufbereitet bringen soll und auch keine neuen Serien produzieren soll, was soll man denn sonst als Label tun? Bleibt nur mehr die Produktion einstellen, denn mehr Möglichkeiten gibt es dann nicht mehr...oder doch?!

  • Die Überflutung ergibt sich als Ganzes, aufgrund aller Faktoren!

    In einer "normalen" Wirtschaft wird in einer Deflation das Angebot runter gefahren, oder die Preisschraube nach unten gedreht. Im Hörspielmarkt geschieht genau das Gegenteil, zumindest was die Warenmenge angeht. Es wird weiter fleißig "NEU" produziert! Es kommen zudem vorhandenen Angebot (Serien) neue hinzu. Das Problem ist, dass der Käufer aber nicht mehr Geld im "Säckel" hat. Sprich: Kauft er etwas von den Neuen - bleibt zwangsläufig etwas altes auf der Strecke! Jetzt zu glauben, dass dies ausschließlich bei der Konkurrenz der Fall sein wird, ist mehr als nur Naiv!

    Wenn ich mir den Markt so anschaue, dann komme ich bei den monatlichen Veröffentlichungen auf 40-80 Titeln pro Monat. HS und HB versteht sich! Das schafft nicht einmal die Filmbranche (Erstvermarktung) oder laufen bei euch im Kino jeden Monat 40-80 neue Titel? Natürlich nicht!

    Wir sehen doch wie das so läuft...neue Serien von etablierten Labeln kommen auf den Markt, verschwinden nach zwei bis drei Titeln wieder. Um einigermaßen überleben zu können brauch man ein bis zwei gut laufende Serien. Mit gut meine ich, dass die 1.000er Grenze geknackt wird. 6-8 Titel dann pro Serie im Jahr und man stirbt nicht gleich am Hungertuch. Reicht jedoch nicht, um auch nur mittelgroße Sprünge machen zu können...

    Ich könnte noch viel weiter ausholen, aber das würde den Rahmen sprengen...

  • Das klingt alles plausibel und nachvollziehbar. Es beantwortet aber trotzdem nicht meine beiden Fragen an Dich ;)

  • Wenn ich mir den Markt so anschaue, dann komme ich bei den monatlichen Veröffentlichungen auf 40-80 Titeln pro Monat. HS und HB versteht sich!

    Ob diese Zahl wirklich relevant ist? Ich glaube nicht, dass man bei der ideelen Kalkulation als Hörspielmacher den Hörbuchmarkt mit im Kopf hat. Natürlich als tatsächliche Größe, bezogen auch vor allem auf die Gesamtkaufkraft einer Person, aber doch wohl kaum als spezielle Konkurrenz im gleichen Sektor. Immer sind die Hörspielnerds die Randgruppe und hier sollen sie plötzlich mit rein den "populären" Hörbuchmarkt?

    Eine weitere Ausdünnung: wer kauft sich bitte alles von Bibi Blocksberg bis Dorian Hunter? Niemand, denke ich mal. Im Gegenteil, aktuell hab ich das Gefühl, es erscheint immer weniger, was mich interessiert, nur noch Serienkost nach altem Schema.

    Das Beispiel mit Holmes und so ist die eine Sache, aber ob man wirklich Interesse hat, alte 80er Sachen neu zu machen- viele mögen doch den "Kult" - der lässt sich wohl kaum transferieren. Sinclair zb. Aber hier ist zwar die Vorlage auch Kult, aber eigentlich auch...schlecht...

    Hydrophobia war ein Ausnahmefall, aber vielleicht findet man ja noch andere Schätze beim Hörspielprojekt. Für viele ist das ja auch einfach ein neues Hörspiel, könnte ich mir denken, denn nicht jeder ist Fan von kostenlosen Hörspielen..

  • @markus G.
    Denk nur mal an Sherlock Holmes, Edgar Wallace, John Sinclair, Macabros...

    Die andere Frage hatte ich bereits beantwortet: Bestehende gut laufende Serien im einem entsprechenden Rhythmus weiterführen. Neue Serien, wenn überhaupt, nur dann anstreben, wenn es sich

    a) um eine weltweit bekannte Lizenz handelt (ist jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt)
    b) um keinen Aufguss bestehender Themen handelt (wird aber auch schwierig)!

    @markus 0815
    Es geht allein um den Hörermarkt. Das das HS ein anderes Schicksal fristet als das HB ist wohl allen klar...

  • pmartin: Hier handelt es sich um ein Missverständnis. Es geht hier nicht um die Vertonung von Romanen, die bereits x-fach vertont worden sind, sondern um Hörspielskripte, die nicht schon als Romane vorliegen sondern nur als Hörspiele existieren, die neu vertont werden. Wie zum Beispiel Faith, Lady Bedfort, Danger, aus jüngerer Zeit, oder Die Zeitmaschine, Das Geheimnis des Bermuda-Dreiecks, HG Francis Gruselfolgen, Masters of the Universe oder eben auch Hörspiele des Hörspielprojektes.

    Für Labels mag es vielleicht wirtschaftlich ratsamer sein nur mehr ihre platzierten Serien weiterlaufen zu lassen und Hände weg von neuen Sachen, aber ob das für dieHörspielbranche wirklich gut wäre? Dann hätten wir nur mehr ??? & Co zu hören und viele neue und innovative Hörspiele wie Amadeus hätten nie das Licht der Welt erblickt. Für mich als Hörspielfan ein fürchterlicher Gedanke. Ich bin dankbar dafür, dass Labels probieren und Mut zum Neuen beweisen!

    und um wieder zurück zum eigentlichen Thema zu kommen: wenn ein wirklich geniales Und originelles Hörspielskripte vorliegt, dann habe ich nichts gegen ein Remake. Von Hörspielen wie Hydrophobia hätte ich gerne mehr davon!!!

  • Dann habe ich dich wohl missverstanden...aber wenn du das Wort "REMAKE" verwendest, was nichts anderes heißt als "Neuauflage eines bereits vorhandenen" ist mir deine Sichtweise dahingehend nicht deutlich geworden. Es ist doch egal, ob es einen Roman als Vorlage gibt, oder nicht. Das Skript (Dialogbuch) muss in beiden Fällen geschrieben werden. Um dieses geht es letztendlich im "REMAKE"...egal ob frei erfunden oder Roman.

    Was die neuen Serien betrifft: Nochmal...ich rede von der jetzigen Marktlage!

  • Ich sprach von Eure Meinung zu Remake von vertonten Hörspielsmanuskripten und von Hydrophobia hat es vorgezeigt. Daher dachte ich, dass klar ist, dass es nicht um den x-ten Aufguss von Holmes oder einem Groschenroman handelt. Mea Culpa.

    Quote

    Was die neuen Serien betrifft: Nochmal...ich rede von der jetzigen Marktlage!

    Ich verstehe Deine Meinung. Ich denke jedoch nicht, dass die Marktlage eine konservative Herangehensweise ändert. Ich denke gerade jetzt muss man nach neuen Wegen suchen. Aber, dass muss ich auch ganz klar sagen, ich bin Fan und Käufer, Du bist ein Fachmann. Von daher wirst Du wohl recht haben...

  • Dann habe ich dich wohl missverstanden...aber wenn du das Wort "REMAKE" verwendest, was nichts anderes heißt als "Neuauflage eines bereits vorhandenen" ist mir deine Sichtweise dahingehend nicht deutlich geworden. Es ist doch egal, ob es einen Roman als Vorlage gibt, oder nicht. Das Skript (Dialogbuch) muss in beiden Fällen geschrieben werden. Um dieses geht es letztendlich im "REMAKE"...egal ob frei erfunden oder Roman.


    Ich bin nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe, aber wenn es zuvor lediglich einen Roman gab, nennt sich die Umsetzung als Film/Hörspiel/Hörbuch Adaption. Das Remake ist die wiederholte Umsetzung mit gleichen Mitteln, also eine Neuverfilmung oder in diesem Fall Neuvertonung (= wiederholte Verfilmung bzw. Vertonung).

    Back to topic: Ich stehe Remakes von originären Hörspielskripten im Grunde aufgeschlossen gegenüber - allerdings nur, wenn sie dem Stoff wirklich neue Seiten abgewinnen können. Ob das auf Hydrophobia zutrifft, kann ich leider noch nicht beurteilen. Da mich Geschichten rund ums Meer aber seit jeher faszinieren, werde ich mir die Produktion definitiv noch zulegen. :)


    Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet Gründe. (Götz Werner)

  • Ich habe Markus G. richtig verstanden und sage kurzum: Remakes brauche ich überhaupt nicht. Wenn ich mir vorstelle, MASTERS OF THE UNIVERSE Folge 1 "Sternenstaub" würde es mit neuen Sprechern geben, dann...

    A) ...würde ich einen Norbert Langer, Peter Pasetti und alle anderen teils Verstorbenen mehr vermissen als mich an den Neuen zu erfreuen
    und
    B) ...brauche ich eigentlich die selben Sätze nicht nochmal. Ich hätte lieber an einem neuen Dialogbuch der Geschichte großen gefallen.

    Ich könnte mir nur vorstellen ein Remake zu kaufen, wenn "Version 1" gnadenlos mißgückt wäre (trotz genialem Dialogbuch) und "Version 2" einen krassen Qualitätsstand nach oben erreicht hätte durch bessere Sprecher, bessere Musik, bessere Geräusche, besseres Cover, usw.

    "Auf Wiedersehen, aber es eilt nicht." (Rainer Brandt)

  • Ich könnte mir vorstellen, dass es reizvoll sein könnte Hörspielvertonungen aus den 70igern und 80igern Dank moderner Aufnahmetechniken und Möglichkeiten in neues Jahrtausend zu hieven. Tolle Geschichte in neuem technischen Gewand, das hätte was. MotU bräuchte ich persönlich eigentlich auch nicht. Vielleicht weil ich kein großer Fan bin und mich auch ein Hören der alten Klassiker nicht besonders reizt. Anders hingegen an die von mir schon angesprochenen "Das Geheimnis des Bermuda Dreiecks" oder "Die Zeitmaschinen"-Trilogie. Hier könnte man durchaus etwas tolles daraus basteln. Aber ob es dann natürlich trotzdem etwas Besonderes werden würde und ob sich ein solches Remake für ein Label auch wirklich rentieren würde? Ich weiß es nicht...

  • Anlässlich von Dreamland Grusel -89- Mutationen des Grauens hole ich mal wieder diesen Thread hervor. Was haltet ihr von Remakes? Können Remakes die Fehler, wie falsche Besetzung, technische Unzulänglichkeiten, inhaltliche Widersprüche usw. die vielleicht in der Vergangenheit beim ersten Mal aufgetreten sind ausbügeln? Kann alleine ein neues Soundgewand ein Hörspiel verbessern und ein Remake begründen Eric Onder de Linden ?

    Ich bin solchen Remakes durchaus aufgeschlossen, finde es eine schöne Sache. UnddannnochSteffen hat vor knapp 10 Jahren von einem Remake von MotU geschrieben. Ein wirkliches Remake ist es ja nicht geworden, aber eine neue Serie von MotU hat das Licht dieser Hörspielwelt letztlich doch erblickt, wie auch Flash Gordon demnächst wieder aufersteht. Sind aber keine klassischen Remakes wie das obige Dreamland Hörspiel sein wird.

    Welche Remakes hättet ihr gerne?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Nachdem man Dreamland Action 1 und möglicherweise 3 überarbeitet in Dreamland Grusel veröffentlicht, fände ich es auch sehr spannend MacKinsey neu überarbeitet zu veröffentlichen. Nachdem schon das eine oder andere vom Hörspielprojekt als Remake veröffentlicht wurde, böte sich sicherlich das eine oder andere von Tolkien an?! Mole zum Beispiel?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wer weiß? Ja, es hat schon einige Remakes von mir gegeben, die dann nach 10 oder 15 Jahren neu erschienen sind, wie die Silvesterzombies (Original von 2012) zum Beispiel. Aber jedes nochmal ganz neu überarbeitet und erweitert. Aber ja auch von vielen anderen Autoren, die die Hörspiele zunächst für die Freie Szene entwickelt haben (Hydrophobia, Wayne McLair oder Twilight Mysteries). Im Filmbereich ist das ja auch nicht ungewöhnlich und selbst bei Potter gibt es ja jetzt neben den zwei Hörbuchfassungen (mit verschiedenen Sprechern) ja auch noch eine Hörspielfassung. Oder die Sinclair, Brent, Hunter und Macabros Hörspiele. Jede Generation hat so ihre eigenen Favoriten.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!