Euer letztes gehörtes Radiohörspiel…

  • Flugbegleiter von Thomas Meinecke (BR, 2004)

    Einige wirklich komplett belanglose Schilderungen des Alltags mit starkem Fokus auf Musik, Sexualität und sexuelle Identität, vermengt mit Fremdwörtern, bei denen selbst Akademiker der Geisteswissenschaften Verständnisschwierigkeiten haben sollten, die aber diesem Schrott einen intellektuellen Anstrich verpassen. Die als hochgebildet verschlüsselten Gedanken entpuppen sich bei näherem Hinhören als fragwürdig und teilweise sogar als ausgesprochen hohl. Dazu ist das ganze permanent mit Elektromusik unterlegt. Hier wurde die Chance verpasst, die im Monolog vorgetragenenen Gedanken wenigstens sprechrhythmisch an die Musik anzupassen, um so diesem substanzlosen Werk wenigstens ein Minimum künsterlischer Qualität zu verpassen. Sehr ärgerlich, das war die reinste Zeitverschwendung.

  • Ich habe angefangen mit Pastewkas Fall Gregory (die ganze Durbridge-Hysterie ist immer an mir vorbeigegangen)... Komisch, dass die immer wieder 4. Wand-mäßig reinquatschen, ist sicherlich ein streitbares Element... Ob das auf der CD auch so ist?

  • @Markus0815: Die Kommentare haben mir bei "Paul Temple und der Fall Gregory" auch nicht gefallen. Das störte dabei, sich auf die Geschichte zu konzentrieren.
    Ohne diese Kommentare wäre es sonst ein gutes Hörspiel gewesen.

    Weiter habe ich gehört:
    1Live Hörspiel: 300% und die Scheiße mit dem Schulgarten
    http://www.einslive.de/einslive/on-ai…rt-grad100.html

    1Live Hörspiel: Die Infektion
    http://www.einslive.de/einslive/on-ai…fektion102.html

    WDR5 Hörspiel: Die Spur des Bienenfressers
    http://www.wdr5.de/sendungen/krim…ressers100.html

    WDR5 Hörspiel: Die Spur des Geldes
    Im WDR-Hörspielspeicher nicht mehr verfügbar.
    http://www.radio-today.de/hoerspiel-down…Spur+des+Geldes

    Edited once, last by Klein_Claudi (November 8, 2014 at 6:51 PM).

  • Von Die Infektion gibt es auch eine Fortsetzung.
    Hier geht es zum 2. Teil: http://www.einslive.de/einslive/on-ai…on-zwei100.html

    Und hier der Link zu Paul Temple und der Fall Gregory Teil 2: http://podcast-ww.wdr.de/medstdp/fsk0/5…11-08_18-01.mp3
    Das Hörspiel lade ich mir gerade runter und werde es mir auch gleich anhören. Ich will jetzt schließlich wissen, wie der Fall weitergeht. Und wessen Hand Steve eigentlich da hält.

  • Etwas OT: Hätte da eine Frage, vielleicht kann mir die jemand beantworten: Wie lange stellt der WDR-Hörspielspeicher denn die Hörspiele normalerweise bereit?
    Danke!


    Sorry, dafür gibt es keine eindeutige Antwort. Sieben Tage bis unendlich, je nach Produktion. Einmal pro Woche solltest zum Abgrasen vorbeischauen, ich mache das immer zu einem fixen Termin.

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Zitat von Dr. Armitage: „Etwas OT: Hätte da eine Frage, vielleicht kann mir die jemand beantworten: Wie lange stellt der WDR-Hörspielspeicher denn die Hörspiele normalerweise bereit?
    Danke!“
    Sorry, dafür gibt es keine eindeutige Antwort. Sieben…

    Ok, danke für die Auskunft. Werde dann wohl einmal die Woche dort vorbeischauen.

  • Dr. Armitage: http://www1.wdr.de/themen/hilfe/mediathek116.html
    Der letzte Abschnitt beantwortet Deine Frage.

    Die meisten Hörspiele im Hörspielspeicher scheinen 12 Monate zur Verfügung zu stehen. Aber so genau weiß ich es auch nicht, da ich den Speicher noch nicht lange benutze. Vorher habe ich über Freiszene und Gratishörspiele die Radiohörspiele runtergeladen. Zumindest sind die ältesten Hörspiele im Speicher bei WDR 5 vom 12.11.2013 (Hirngespinste ), bei 1Live vom 03.01.2014 (Darwins Lücke) und bei WDR 3 vom 11.11.2013 (Bigger than HipHop).

  • Dr. Armitage: <a href="http://www1.wdr.de/themen/hilfe/mediathek116.html" class="externalURL" rel="nofollow" target="_blank">http://www1.wdr.de/themen/hilfe/mediathek116.html</a>
    Der letzte Abschnitt beantwortet Deine Frage.

    Die meisten Hörspiele im Hörspielspeicher scheinen 12 Monate zur Verfügung zu stehen. Aber so genau weiß ich es auch nicht, da ich den Speicher…

    Danke dir für die ausführliche Auskunft!

  • Es war purer Zufall... nee, echt! Gestern habe die zwei beim WDR-Hörspielspeicher verfügbaren Spiele "25 Jahre Mauerfall" angehört. Vorweg: Der Titel der Reihe suggeriert historischen Pathos und Dokumentationen, wie sie in den letzten Tagen allgegenwärtig verbreitetw erden. Diese Hörspiele sind NICHT so. Das ist reine und insgesamt und humorvolle Fiktion.

    1.) Öl von Tom Peuckert. Was wäre wohl passiert, wenn man in der DDR 1989 riesige Ölvorkommen entdeckt hätte? Die Dramaturgie nervt ein bisschen (viel zu viele schnelle Szenenwechsel). Es gibt auch keinen richtigen Plot, aber lustig war das allemal. Sogar mit dadaistischem Stoiber-Gestammel und einem Schäuble, der fordert, die BRD müsse endlich ernsthaft darüber nachdenken, die eigenen Reserven anzubohren. :)

    2.) Alte Grenze von Jochen Schimmang ist noch eine Stufe abstrakter, und übrigens auch das schwächere der beiden Stücke. Abstrakter deswegen, weil es um ein Grenzgebiet zwischen zwei fiktiven Staaten geht, von denen der eine untergegangen ist, und die nun vereinigt sind. Der Witz geht so: Treffen sich zwei ehemaliger Geheimdienstler der jeweilis anderen Seite zufällig im ehemaligen Grenzgebiet. Kommt plötzlich ein Grenztrupp der vergangenen "Transgermanischen Republik" und fuchtelt mit den Waffen herum. Wundern sie die zwei, weil die Republik gibts ja gar nicht mehr. Sagt der Grenztrupp: "Mitkommen! Sie sind Gefangene der Transgermansichen Republik!". Wie der Witz weitergeht, das verrate ich nicht, aber als Fazit: Die Dramaturgie ist hier viel weniger hektisch als bei "Öl", und es gibt auch eine echte Handlung, aber die hängt ab und zu ein bisschen durch. Das Stück war insgesamt trotzdem spaßig.

    Keine Anhnung, ob von dieser Reihe noch etwas nachkommt, aber ich würde es begrüßen.

  • "Alte Grenze" habe ich auch vorgestern gehört und fand es sehr lustig. Wobei ich mir noch eine tiefere Auseinandersetzung zwischen den zwei Ex-Politikern gewünscht hätte. Da bahnte sich immer leicht etwas an, aber am Ende passiert da doch nicht viel. Dennoch sehr unterhaltsam, auch eine sehr schöne Titelmelodie. "Öl" habe ich in der Liste, bisher aber nicht gehört.

    Die legendäre letzte Zigarette und Die Radiotrinkerin

    Zwei recht kurze satirische Hörstücke von Max Goldt. Durch Zufall entdeckt und für sehr gut befunden.

  • Mördergrube
    WDR 1998

    Der Untertitel "An der DDR zerbrochen" weist den Weg, den dieses Hörspiel von Dirk Josczok geht. In der DDR gemeinsam aufgewachsene Freunde treffen sich Jahre nach der Wende wieder, der eine ein erfolgreicher Musiker, der andere ein durch Stasi-Haft gebrochener Trinker. Der Verdacht des Verrats steht im Raum. Das Hörspiel bietet ein intensives Kammerspiel mit den sehr guten Sprechern Christian Berkel und Udo Kroschwald, am Ende ist auch noch kurz Wolfgang Condrus zu hören. Überzeugende Produktion, die ein spannendes Thema aufgreift.

    Gemeinsam der Zukunft entgegen
    RBB 1999

    Das satirische Hörspiel simuliert die Möglichkeit einer deutschen sozialistischen Republik, die DDR hat also nach der Wende die BRD vereinnahmt und nicht umgekehrt. Ein einstündiger fiktiver Radiobeitrag berichtet von den Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der DSR. Unterhaltsam, dabei gespickt mit diversen ernsten Tönen.

    Die Nacht zum 21. Jahrhundert oder Aus dem Leben eines alten Mannes
    BR/SR 1989

    Autor Raymond Federman hat hier eine Art Sci-Fi-Geschichte geschrieben, in welcher er seinen Werdegang nachzeichnet und verarbeitet. Sein Leben war geprägt durch antisemitische Verfolgung und Flucht vor dieser. Mich hatte die Beschreibung gereizt und die Tatsache, dass Bruno Ganz als Erzähler dabei ist, ich habe allerdings nach etwa 25 Minuten abgeschaltet. Die Machart entspricht eher einer Klangcollage, was mir absolut nicht zusagt, dass Hören solcher Produktionen ist doch sehr anstrengend und man verliert den Überblick, weil oft gar nicht wirklich deutlich wird, was für Inhalt da gerade eigentlich vermittelt werden soll. Manche mögen das vielleicht, ich schalte lieber ab.

  • 300% und die Scheiße mit dem Schulgarten
    Der Anfang mit dem nervig-lustigen Titelsong war schon sehr mitreißend, aber danach ließ das Vergnügen doch ein wenig nach ... ich hätte hier mehr Anarchie erwartet, und am Ende war es dann doch bloß ein konventionell erzählter Versuch einer total durchgeknallten Geschichte, die sich doch zu sehr an narrative Regeln hält und versucht, bei allem Klamauk gleichzeitig solider Krimi zu sein. Bei aller Lockerheit in den Dialogen und guten Sprechern hatte ich manchmal das Gefühl, das Papier rascheln zu hören, was bei diesem übercoolen Stück Hörspielunterhaltung irgendwie ganz schön uncool war. Unterm Strich immerhin unterhaltsam, in Teilen auch höchst amüsant, aber ich fange schon an, es zu vergessen. Und habe gar nicht mal Lust, es mir nochmal anzuhören.

    Paul Temple und der Fall Gregory von Pastweka & Komplizen
    War hingegen großartig. Und das von einem, der das auf Irrwegen ins Regal gelangte Paul Temple und der Fall Jonathan nicht über die zweite Stunde hinweg geschafft hat. Mich hat - anders als Markus 0815, Klein_Claudi und Gustav Grabstein - gerade das Niederreißen der vierten Wand und das metamäßige Dozieren über die Geschichte des Durbridge Hörspiels und das Ensemble-Genöle über die erzählte Geschichte hier bei der Stange gehalten. Die Story war okay, was man eben von Durbridge, Wallace & Co erwarten darf und kann, aber diese "Rahmenhandlung" macht dieses Hörspiel für mich zu einer deutlich gelungeneren, weil eigenwilligeren Produktion als Pastewkas Hund der Baskervilles, den ich schon ein wenig unspektakulär, um nicht zu sagen: zäh wie Schuhleder fand, weil doch ziemlich "normal" inszeniert. Da das Ensemble zurzeit ja auch auf Tour ist, um das Hörspiel live zu geben, finde ich diese Nebenschauplätze insbesondere für eine Live-Inszenierung sehr plausibel und notwendig, und liebäugele durchaus damit, mir 2015 diesen großen Spaß auch einmal auf einer Bühne anzusehen. Insbesondere Kai-Magnus Sting hat großen Spaß gemacht, vermutlich, weil er als einziger für seine Mitwirkung kein Geld bekommen hat ... :D

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