Warum schaffen es Computerspiele als Erwachsenenmedium wahr genommen zu werden und Hörspiele nicht...

  • Für einen alleine vielleicht aber für alle zusammen wäre eine Kampagne vielleicht ja machbar.
    Für einen alleine würde ja eine kleine Anzeige in einem deutschlandweiten Magazin auch reichen.

    Und welches Magazin soll das sein? Sowas verpufft außerdem. Die Ausgaben holt man nicht rein und wer soll sich denn bitte zusammenschließen? Dafür ist das Konkurrenzdenken einfach zu groß und jeder nur ein Fitzelchen auf einer Anzeige, da macht keiner mit.

    Du stellst dir das auch alles viel zu einfach vor, ohne richtigen Einblick zu haben, so jedenfalls mein Eindruck.

  • Natürlich hab ich keinen richtigen Einblick. Bin schließlich Hörer, nicht Macher.
    Ich gehör zu denen, die Eure Sachen kaufen sollen.

    Und mein Eindruck ist, das es kein Wunder ist, wenn das Hörspiel als solches am Boden liegt.
    Wenn Ihr nicht zusammenarbeiten wollt, vor lauter Konkurrenzdenken. Gut gemeinte Vorschläge von
    Euren Kunden ablehnt, keine Chance gebt.
    Wenn Euch ne handvoll Verkäufe reichen, gar keine großen Auflage haben wollt, die paar Leute aus den Foren
    als Käufer genügen, warum diskutiert Ihr dann ständig, wieso das Hörspiel so am Boden ist und nur noch
    ausgezählt werden muss.

    Und als Krönung müssen dann immer wieder die Raubkopierer herhalten.
    Ein Thema an dem schon andere gescheitert sind.

  • Astreli: Bitte nicht wieder pauschalisieren und immer alle in einem Topf werfen. Wenn Audionarchie diese Meinung vertritt, dann ist das seine persönliche Ansicht und seine Sicht der Dinge. Aber er vertritt sein Label. Es gibt noch viele andere Labels da draußen. Viele Labels nehmen gerne Vorschläge von Fans an. Es gibt auch viele Labels, die zusammen arbeiten und sich gegenseitig helfen. Und auch die Behauptung, dass das Hörspiel am Boden liegt, kann man gerade als Hörspielfan nicht so stehen lassen. Ich weiß nicht was und wie viel Du hörst, aber mein persönliches Limit ist erreicht. Ich könnte gar nicht mehr hören und bin mit der Auswahl zufrieden. Es ist schön, dass Du Vorschläge vorbringst, aber Du darfst nicht erwarten, dass jedes Label, die natürlich Berufsbedingt viel mehr in der Materie drinnen stecken als wir reinen Konsumenten, Dir sofort um den Hals fallen und Deine Idee in die Tat umsetzen (können). Auch Du wirst in Deinem beruflichen Umfeld sicherlich auch nicht sofort jeden gut gemeinten Rat eines Laien mit offenen Armen aufnehmen, sondern wirst auf Grund Deiner beruflichen Erfahrung und Deinem beruflichen Wissen, vielleicht auch skeptisch sein.

  • Ich habe mit meiner Aussage auch nicht gemeint, dass bei mir auch riesiges Konkurrenzdenken herrscht und ich mit keinem anderen Label kooperieren will, eher das Gegenteil ist der Fall. Es gibt dieses Konkurrenzdenken aber nun leider einmal, auch oder vor allem bei den großen Verlagen, die nun mal leider am meisten bewegen könnten, aber das ist nicht in derem Interesse.

  • Übrigens finde ich Astrelis Idee, dass die kommerzielle Hörspielbranche mit einer gemeinsamen Stimme spricht durchaus sinnvoll. Es hat ja diesbezüglich in der Vergangenheit bereits Versuche gegeben. Der Ohrkanus war ja bestrebt, eine Preisverleihung für den kommerziellen Hörspielbereich aufzustellen und damit Aufmerksamkeit für diese Form des Hörspiels zu erreichen. Ebenso hat dies auch Hörspielmessen wie Die Hörspiel oder Die Hörspielarena probiert. Auch die Hörspielgemeinschaft versucht alle in ein Boot zu bringen. Aber, dass hat die Vergangenheit und die Gegenwart gezeigt, ist dies ein schwieriges Unterfangen und da gebe ich Audionarchie durchaus recht, dass natürlich auch eigenes Konkurrenzdenken hier eine Rolle spielen. Aber man kann nicht behaupten, dass Labels noch nie versucht haben zusammen zu arbeiten. Das stimmt so nicht.

  • Der Vergleich Comics // Hörspiel ist in der Tat genauso sinnlos wie der mit den Computerspielen.

    Allerdings "Marvel machts möglich", das geht wohl haarscharf an der Realität vorbei und es muss heißen "Asterix machts möglich". Vergleichen mit der Akzeptanz der Gallier sind Bat-, Super-, Spider- und sonstige Mans nur ein Rudel Gartenzwerge s

    stimmt aber auch nicht so ganz - wenn nur jeder 2. oder 3. asterixkäufer regelmäßig auch andere Comics (z.b. aus Frankreich) lesen würde, hätten alle Comicverlage (die frankobelgier bei uns herausbringen) viel mehr als die durchschnittlichen 2.000 Käufer


    comics sind nicht so akzeptiert wie audioanarchie es gerne hätte - die allermeisten Zuschauer, die im Kino Marvelfilme sehen sind garantiert keine Marvelleser

    und wenn du doch recht haben solltest, dann nur zum teil


    dann sind Superhelden akzeptiert, Micky Maus und Donald Duck (eher Donald als Micky), seit neuestem Graphic Novels aber Frankobelgier (außer Asterix und Lucky Luke und Tim und Struppi) fallen meist unterm Tisch, deren Auflagen belaufen sich auf ca. 1000 - 2000 gedruckte Alben, die haben auch nicht viel mehr Geld als Hörspiellabel um großangelegte Werbeaktionen zu starten

  • Übrigens finde ich Astrelis Idee, dass die kommerzielle Hörspielbranche mit einer gemeinsamen Stimme spricht durchaus sinnvoll. Es hat ja diesbezüglich in der Vergangenheit bereits Versuche gegeben.

    der Gratis Comictag, den die Comicverlage alle gemeinsam ins Leben gerufen haben ist ja leider nicht nachmachbar, da es keine Hörspielläden gibt.

  • Für einen alleine vielleicht aber für alle zusammen wäre eine Kampagne vielleicht ja machbar.
    Für einen alleine würde ja eine kleine Anzeige in einem deutschlandweiten Magazin auch reichen.

    Halte ich wie gesagt für pure Geldverbrennung. Der Krieg wird online gewonnen oder verloren, auf Android oder dem anderen Ding, solange es das noch gibt #imho#


    stimmt aber auch nicht so ganz - wenn nur jeder 2. oder 3. asterixkäufer regelmäßig auch andere Comics (z.b. aus Frankreich) lesen würde, hätten alle Comicverlage (die frankobelgier bei uns herausbringen) viel mehr als die durchschnittlichen 2.000 Käufer


    comics sind nicht so akzeptiert wie audioanarchie es gerne hätte - die allermeisten Zuschauer, die im Kino Marvelfilme sehen sind garantiert keine Marvelleser

    dann sind Superhelden akzeptiert, Micky Maus und Donald Duck (eher Donald als Micky), seit neuestem Graphic Novels aber Frankobelgier (außer Asterix und Lucky Luke und Tim und Struppi) fallen meist unterm Tisch, deren Auflagen belaufen sich auf ca. 1000 - 2000 gedruckte Alben, die haben auch nicht viel mehr Geld als Hörspiellabel um großangelegte Werbeaktionen zu starten

    Grundsätzlich sind nicht nur Asterix-Comics sondern schon auch andere frankobelgische Klassiker, "Tim und Struppi" ist da zu nennen, "Lucky Luke" mit Einschränkungen auch. Aber Asterix gibt halt auch der Universitätsprofessor (nur mit Goscinny natürlich) sein zustimmendes Kopfnicken. Die lustigen Taschenbücher von Disney dürften 1:1 mit dem ???-Phänomen vergleichbar sein.

    Bei Thema Marvel sehe ich es ähnlich wie Du, die erfolgreichen Filme haben meiner Ansicht nach die Comics bei weiten Teilen der Bevölkerung nicht aus der "Schundheftchen"-Ecke geholt. Und das Filmpublikum ist ein völlig anderes als die Marvel-Comicfans und Sammler.

    der Gratis Comictag, den die Comicverlage alle gemeinsam ins Leben gerufen haben ist ja leider nicht nachmachbar, da es keine Hörspielläden gibt.

    You go hoerbuch.fm, wenn es nicht mal wieder down ist, wie so oft *seufz*


    Dort sind praktisch alle relevanten Kräfte mit an Bord: Titania, Romantruhe, Hörplanet, Winterzeit, R&B (die machen da richtig gute Werbung für ihre Produkte), Zauberstern...

    Allerdings nicht als Teilhaber, das wäre ein konsequenter Schritt, um eine gemeinsamer Marketingplattform zu etablieren. Anstatt zu Amazon zu verlinken, eine gemeinsame Shoplösung und vor allem eine gemeinsame App. Martin schreibt im Kinder-Faden durchaus zurecht, "wie finden mich diese Apps?". Solange jeder Kleinverlag sein eigenes Ding dreht, in der Tat überhaupt nicht. Es bräuchte die eine, fette, Hörspielapp, die kann man dann auch entsprechend bewerben samt anständiger Präsenz in den Social Medias.


    Natürlich kommt der Einwand, dass es hierfür am Geld fehlt. Aber die sind ohne Geld schon ziemlich weit gekommen, ich meine "Dir und 9.138 weiteren Personen gefällt HörbuchFM.", das ist jetzt für das erste halbe Jahr schon nicht schlecht.

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Natürlich kommt der Einwand, dass es hierfür am Geld fehlt. Aber die sind ohne Geld schon ziemlich weit gekommen, ich meine "Dir und 9.138 weiteren Personen gefällt HörbuchFM.", das ist jetzt für das erste halbe Jahr schon nicht schlecht.


    Genaugenommen, war es ja der zweite Start (April 2013) von HörbuchFM nach dem Ersten im Oktober 2010 und der Programmeinstellung im Januar 2013 ;) ...

  • Quote

    Dort sind praktisch alle relevanten Kräfte mit an Bord: Titania, Romantruhe, Hörplanet, Winterzeit, R&B (die machen da richtig gute Werbung für ihre Produkte), Zauberstern...

    Das sind für dich die relevanten Kräfte? Dann frage ich mich was die Big Player sind...irrelevant? Hyperrelevant? :D

  • Stimmt heutzutage die eingangs getätigte Aussage noch? Sind Computer- und Videospiele immer noch typisches Erwachsenenmedium Hörspiele hingegen nur für Kinder in der öffentlichen Wahrnehmung?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Waren Computer- und Videospiele wirklich jemals ein typisches Erwachsenenmedium? Da ist mir aber oft anderes zu Ohren gekommen.

    Das Hörspiel kann mittlerweile erwachsen, aber es gibt natürlich immer noch viele die dies noch nicht mitbekommen haben und eher in die Kinderecke packen.

  • Ich würde sagen, das jedes Medium grundsätzlich sehr offen ist – denn Medien gibt es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

    Dass Hörspiele oft immer noch als “Kinderkram” wahrgenommen werden (ja, ich musste tatsächlich mal eine Mutter davon abhalten, Die Prüfung für ihr Kind zu kaufen), liegt meiner Meinung nach daran, dass viele Menschen Hörspiele nur aus ihrer Kindheit kennen – und sie später einfach nicht mehr weiter konsumieren. Sie setzen sich also nicht mehr bewusst mit dem Medium auseinander.

    Hinzu kommt, dass die bekanntesten Hörspielserien fast ausschließlich für Kinder produziert sind. Alles darüber hinaus ist nach wie vor eher Nische.

    Bei Videospielen sieht das ganz anders aus: Die sind längst im Mainstream angekommen. Die NES-Kinder von damals sind heute 40+ und zocken immer noch – oft Inhalte, die klar an Erwachsene gerichtet sind.

    Ich vermute also, dass die Hörspiel-Wahrnehmung vor allem durch die persönliche Kindheitserfahrung geprägt ist – und sich deshalb so hartnäckig hält.

  • Recht einfach: Doom, Ballerspiele, Racing Spiele

    Dagegen Hörspiel: Europa, Kiddinx

    Solange Marketingbudget und faule copy und Paste Redakteure nur über Jahrzehnte-Serien bestimmen und berichten , wird es sich nicht ändern.

    Meine kleine Meinung nur. 80 Jahre Körting haben dieses Jahr alles dominiert. Und als damals über 100 Jahre Hörspiel berichtet wurde, wurden moderne Entwicklungen doch auch ignoriert.

    Schade eigentlich, denn heutige Hörspiele sind mehr wert, als nur eine Fußnote (wenn denn überhaupt).

  • Ich glaube, die eingangs aufgestellte Aussage trifft heute nur noch sehr eingeschränkt zu. Klar, Videospiele gelten längst nicht mehr als reines Kinder- oder Jugendmedium – das hat sich über die Jahre gewaltig gewandelt. Die Generation, die mit dem C64, dem Game Boy oder der ersten PlayStation groß geworden ist, ist heute erwachsen – und spielt eben immer noch. Viele Games sind inzwischen auf einem erzählerischen und inszenatorischen Niveau, das man sonst nur von hochwertigen Serien oder Kinofilmen kennt. Und dass sich da oft auch Erwachsene angesprochen fühlen (oder sogar gezielt angesprochen werden), überrascht niemanden mehr. Gerade Story-Driven-Games wie The Last of Us oder Life is Strange zeigen ja, wie tief das Medium mittlerweile gehen kann – emotional, erzählerisch, auch gesellschaftlich.

    Beim Hörspiel sieht’s ein bisschen anders aus. Auch wenn das Medium längst den Kinderschuhen entwachsen ist – und ich meine damit nicht nur die ganzen Klassiker wie Die drei ???, TKKG oder Benjamin Blümchen, die wir als Erwachsene halt einfach weiterhören –, haftet ihm immer noch das Image eines Kinderprodukts an. Und das ist eigentlich schade, denn wer sich im Markt umschaut, weiß, wie viele hochwertige Produktionen es gerade für ein erwachsenes Publikum gibt: Gabriel Burns, Offenbarung 23, Die schwarze Sonne, MindNapping, Foster, Dark Holmes, Monster 1983, End of Time – um nur ein paar zu nennen. Thematisch, dramaturgisch, inszenatorisch sind das oft regelrechte Hörfilm-Erlebnisse, da kann man mit geschlossenen Augen ganze Welten bereisen.

    Aber ich glaube, der Unterschied liegt eher in der öffentlichen Wahrnehmung. Games sind irgendwie „cool“, gelten als modern, als Teil der Popkultur. Hörspiele dagegen laufen eher leise mit, ohne große mediale Bühne. Vielleicht auch, weil sie nicht visuell sind – man muss sich Zeit nehmen, reinhören, sich konzentrieren. Und das ist heute, wo vieles auf schnellen Konsum ausgerichtet ist, vielleicht schon wieder ein Nachteil. Aber genau das liebe ich ja auch daran.

    Kurz gesagt: Nein, diese alte Einordnung – Spiele für Erwachsene, Hörspiele für Kinder – stimmt so einfach nicht mehr. Beide Medien haben sich stark weiterentwickelt, beide sprechen heute alle Altersgruppen an. Nur beim Hörspiel dauert’s wohl einfach noch ein bisschen länger, bis es auch im öffentlichen Bewusstsein als echtes Erwachsenenmedium angekommen ist. Wer aber drinsteckt, weiß längst, wie vielfältig, tief und großartig dieses Medium heute ist.

  • Viele kennen Hörspiele UND Videospiele aus ihrer Kindheit. Möglicherweise sind mehr Hörspielhörer im Erwachsenenalter abgefallen, während beim Videospiel mehr dran geblieben sind. Deshalb stecken Erstere noch bei den Kinderhörspielen fest, während Zweitere den Weg vom Kinderspiel zum Erwachsenenspiel mitgegangen sind und wissen, dass Spiele nicht nur für Kinder sind?!

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Viele sind mit Hörspielen aufgewachsen, aber haben dann irgendwann damit aufgehört, weil sie es gedanklich in der Kindheit verortet haben – so nach dem Motto: „Das hab ich früher gehört, jetzt bin ich rausgewachsen.“ Beim Gaming hingegen gab’s eine kontinuierlichere Entwicklung mit der Zielgruppe. Die Spiele sind mit den Spielern älter geworden – inhaltlich, optisch, technisch. Man ist da automatisch mitgewachsen, während Hörspiele lange stärker im Kindersegment verhaftet blieben.

    Wer aber drangeblieben ist – also bei Hörspielen – hat irgendwann entdeckt, dass sich da längst auch ein starker Erwachsenenbereich entwickelt hat. Aber eben nicht jeder hat diesen Sprung mitgemacht oder überhaupt mitbekommen. Vielleicht müsste man Hörspiele öfter mal bewusst „entkindlichen“, damit klar wird, wie viel Tiefe und Bandbreite da inzwischen drinsteckt.

  • Gaming wurde ja auch immer mehr zur Interaktion. Viele spielen ja nicht mehr für sich selbst und mit ich alleine, sondern online zu zweit oder in Gruppen. Bei HSP gabs das nur in Foren, wo man sich austauscht und das eben nicht interaktiv. So dann auch bei Rollenspielen Cosplaying & Co. - im Gegensatz dazu ist das HSP ein "einsames" Medium". Wenn man zB die DDF Live Veranstaltungen nimmt, da waren und sind sehr viele begeistert dabei. Schlussfolgernd kann man daraus schließen, dass es die fehlende aktive Gemeinschaft ist, die das HSP zusätzlich "unattraktiv" macht.

    1400 km auf Sommerreifen .... , und das mitten im Winter

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