Von Edgar Wallace gab es doch in den letzten Jahren zahlreiche Vertonungen der gleichen Stoffe von verschiedenen Schmieden und es kommen mit den Edgar Wallace Legends von Holysoft in absehbarer Zeit noch einige dazu.
Ich denke es lag bei Holmes auch daran, dass die Geschichten sehr viel früher gemeinfrei waren als bei Wallace, wo das erst in den letzten Jahren der Fall war.
Warum Holmes und Edgar Wallace, aber nicht Agatha Christie?
-
Markus G. -
July 20, 2013 at 9:04 PM
-
-
Bei Agatha Christie liegt es sicherlich an den Lizenzen. Wallace kommt schon langsam wie die Schwammerl aus dem Boden und wird wohl als nächstes den Hörspielmarkt fluten.
-
Wallace kommt schon langsam wie die Schwammerl aus dem Boden und wird wohl als nächstes den Hörspielmarkt fluten.
Empfinde ich grad nicht so, selbst wo aktuell es ein paar mehr Edgar Wallace Hörspiele am Markt gibt. So richtig ins Rollen gelangt dies in meinen Ohren bisher aber leider noch nicht.
Vor allem bei Holmes sind auch viele neue Geschichten dazu gekommen und auch mal ganz moderne Fassungen. Wäre doch auch mal was für die Edgar Wallace Hörspiele. Aber es gibt halt einen großen Unterschied zu Holmes, bei Wallace ist kein fester Hauptdarsteller vorhanden. Obwohl man dies natürlich leicht realisieren könnte, wie damals schon Maritim und aktuell die Fassung von Gigaphon zeigen.
Also „Fluten“ kann ich mir bei Edgar Wallace, wie es derzeit bei Sherlock Holmes der Fall ist, noch nicht so vorstellen, aber ja ich hätte von den Edgar Wallace Krimis sehr gerne mehr Adaptionen. Vor allem mal eine, die bei mir so 100%tig zündet und die damaligen Serien aus den 80er überflügelt.
-
Wir hätten uns damals als Carsten Hermann die Sherlock Holmes Serie startete auch nie vorstellen können dass wir 20 Jahre später so viele Holmes Serien parallel haben würden. Und nachdem es Jahrzehnte lang keine Wallace Reihen gab, setzen auf einmal mehrere Labels gleichzeitig auf Geschichten dieses Autors. Es mag sein dass wir niemals eine solche Schwemme an Geschichten wie bei Holmes erleben werden, aber ich empfinde 5 parallele Wallace Serien schon als (zu) viel. Da hätte ich statt dessen schon lieber eine Agatha Christie Reihe

-
…aber ich empfinde 5 parallele Wallace Serien schon als (zu) viel.
Wo siehst du 5 aktuelle Edgar Wallace Serien? Die Zeit wird außerdem noch zeigen müssen, welche Serien überhaupt dauerhaft am Markt bleiben. Die Anzahl der Folgen ist bei vielen aktuellen Serien noch nicht einmal im zweistelligen Bereich. Von „zu viel“ empfinde ist die Edgar Wallace Hörspielpflanzen noch sehr weit entfernt. Warten wir erst einmal ab, welche überhaupt hochwachsen.
-
Ich denke mal es werden noch mehr werden. Aber ob es jemals eine andere Serie auf so viele Ableger wie Holmes schaffen wird, das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Das ist schon wirklich sehr erstaunlich.
-
Holmes ist halt schon ein sehr markanter Charakter, wo sich auch viel draus machen lässt.
Bei den Edgar Wallace Fällen fehlt zudem der konstante Seriencharakter. Daher sehe ich wirklich dauerhafte Edgar Wallace Serien eher nur, wenn hier ein übergreifender Hauptcharakter hinzugefügt wird. Aber vielleicht täusche ich mich auch, die Zeit wird es zeigen.
-
Wo siehst du 5 aktuelle Edgar Wallace Serien? Die Zeit wird außerdem noch zeigen müssen, welche Serien überhaupt dauerhaft am Markt bleiben. Die Anzahl der Folgen ist bei vielen aktuellen Serien noch nicht einmal im zweistelligen Bereich. Von „zu viel“ empfinde ist die Edgar Wallace Hörspielpflanzen noch sehr weit entfernt. Warten wir erst einmal ab, welche überhaupt hochwachsen.
Es gibt die Reihen von Gigaphon, Saphir Tonart und seit kurzem die Legends von Holysoft. Dazu kam letztens noch ein weiteres Wallace-Hörspiel von einem mir bislang unbekannten Macher. Im Gegensatz zu Holmes sind hier halt die Charaktere wechselnd, sodass es noch keinen richtigen roten Faden gibt in dem Kosmos. Ich könnte mir auch ein längeres Hörspiel z.B. um den Hexer vorstellen wie man das mit "Moriarty" gemacht hat, aber im Moment bleiben alle Veröffentlichungen noch relativ nah an den Büchern.
-
Es gibt die Reihen von Gigaphon, Saphir Tonart und seit kurzem die Legends von Holysoft. Dazu kam letztens noch ein weiteres Wallace-Hörspiel von einem mir bislang unbekannten Macher.
Wären dann gerade mal 4 Serien, alle noch im Einstellig und bei der letztgenannten wurde noch nicht mal kommuniziert, ob es überhaupt eine Serie wird. Vielleicht nur der eine Fall in zwei Teilen?
Ich könnte mir auch ein längeres Hörspiel z.B. um den Hexer vorstellen wie man das mit "Moriarty" gemacht hat…
Fänd ich eine gute Idee. 👍
…aber im Moment bleiben alle Veröffentlichungen noch relativ nah an den Büchern.
Da sehe ich auch mit einen großen Unterschied zu Holmes, wo mittlerweile sehr viele neue Geschichten geschrieben werden und auch moderne Fassungen. Letztes wäre für mich bei Edgar Wallace auch sehr reizvoll. Bei der grüne Bogenschütze, in Mord in Serie, hat die Modernisierung für mich gut funktioniert. Da hätte ich mehr in diese Richtung gewünscht, am besten noch mit gleichbleibenden Ermittlern.
-
Agatha Christie ist halt eine Autorenmarke wie Stephen King, Rosamunde Pilcher und eben Edgar Wallace. Interessanter sind aber eben Serienfiguren, die etabliert sind und ein starkes Bild auslösen — wie Holmes, Miss Marple oder Yinni + Yan. Ermittlerfiguren waren bei Wallace ja eher stereotyp und farblos.
Dass Christies Erben die Rechte nicht verschenken, ist nachvollziehbar. Dass es keine kommerzielle Adaption gibt, hat mit der maladen Auswertungssituation (sprich: Streamingrecoupment) zu tun, die ein Investieren in bekannte, aber geschützte Stoffe (zu) riskant erscheinen lässt. -
Ganz genau – das bringt es ziemlich treffend auf den Punkt. Agatha Christie, Edgar Wallace, Stephen King – das sind Namen, die für sich genommen bereits Strahlkraft haben, aber sie funktionieren eben in erster Linie als Autorenmarken. Was in der Hörspielwelt jedoch oft nachhaltiger wirkt, sind Figurenmarken – Charaktere, mit denen man sofort ein Bild, eine Stimmung oder ein ganzes Genre verbindet.
Sherlock Holmes ist da das Paradebeispiel: ein Name genügt, und man weiß, was man bekommt – Ermittlungsduo, viktorianisches Setting, Deduktion, Pfeife. Auch bei Miss Marple ist das ähnlich: eine ältere Dame mit klarem Kopf, die ihre Umwelt unterschätzt – das ist ein starkes Narrativ. Solche Figuren sind leichter zu "verkaufen", weil sie beim Hörer schon vorab ein Gefühl auslösen.
Wallace hatte viele spannende Plots, aber seine Ermittler waren selten Ikonen. Inspektor Elk, Fels, Bliss, Long – sie tauchten auf, verschwanden wieder, waren austauschbar. Es fehlt einfach die emotionale Verbindung, die ein Holmes oder eine Marple erzeugen. Das macht die Marke Edgar Wallace für moderne Hörspieladaptionen leider weniger zugkräftig – zumindest was fortlaufende Serien betrifft.
Und dann kommt natürlich der wirtschaftliche Faktor dazu. In einer Zeit, in der selbst Serien mit massenhaft Streams oft kaum wirtschaftlich tragfähig sind, ist es für Labels riskant, teure Lizenzrechte zu erwerben. Wenn man keine langfristige Verwertungssicherheit hat – etwa durch CD-Verkäufe, Zweitverwertung oder planbare Streaming-Einnahmen – dann wird ein Projekt wie "Die Miss Marple Hörspielserie mit Originalstoffen" schnell zur Milchmädchenrechnung. Da setzt man dann lieber auf freie Stoffe, Public-Domain-Figuren oder Eigenkreationen mit Franchise-Potenzial.
Es ist schade, denn das Potenzial wäre riesig. Aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist der Aufwand – finanziell wie rechtlich – für kommerzielle Anbieter einfach kaum noch zu stemmen. Ein starker Stoff allein reicht nicht, wenn man ihn nicht sicher und langfristig verwerten kann.
-
Und dann kommt bei Christie ja noch dazu, dass Hörspielrechte an die Verfilmungsrechte gekoppelt sind. Die unterscheiden da nämlich nicht....
-
Wallace hatte viele spannende Plots, aber seine Ermittler waren selten Ikonen. Inspektor Elk, Fels, Bliss, Long – sie tauchten auf, verschwanden wieder, waren austauschbar. Es fehlt einfach die emotionale Verbindung, die ein Holmes oder eine Marple erzeugen. Das macht die Marke Edgar Wallace für moderne Hörspieladaptionen leider weniger zugkräftig – zumindest was fortlaufende Serien betrifft.
Dem stimme ich zu. Die Inspektoren sind in vielen Geschichten mehr Randfiguren, die das Geschehen begleiten.
Dazu kommt noch, dass man vielen Romanen anmerkt, dass sie wie am Fließband herunter diktiert wurden. Ich mag Wallace, habe viel von ihm gelesen und zähle die Rialto-Filme zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Aber gerade letztere sind ja "schuld" daran, dass sich gefühlt immer wieder dieselben Hexer, Mönche, Bogenschützen oder Frösche in und um London herum tummeln, weil sie sich bei der interessierten Zielgruppe eben so festgesetzt haben. Dementsprechend ist es verständlich, dass auch die Hörspielproduzenten auf diese zugkräftigen Namen setzen.
Ich bin in diesem Zusammenhang gespannt, ob sich wirklich ein Label daran traut, einen "echten" Seriencharakter zu etablieren. Bei "Inspektor Bliss" hätten wir mit dem eigenwilligen Ende des "Frosch" ja eine gute Ausgangslage. Oder wie wäre es mit einer Serie um die "Drei Gerechten". Die würden mit ihrem etwas eigenwilligen Sinn von Gerechtigkeit wahrscheinlich sogar gut in die heutige Zeit transportieren lassen.
-
Ich denke bei holmes gab es schon im ausgang genug geschichten die um eine person ging und es kurze erzählungen gab. somit war der einstig schon mal leichter. ich denke die geschichten von walace sind ja den meisten zu genüge durch die filme bekannt gewesen und wurden ja von allen verlagen ja schon früh aufgenommen worden. jeder verlag hatte eine serie. um was festes draus zu machen hätte man da vll einiges umschreiben müssen. bei agathe sind die lizenzen mit sicherheit sehr hoch und es gibt ja mit mimi rutherfurt eine serie die ganz gut läuft. emile poiret war ja mit 8 folgen schon schnell zuende. ob es an den verkaufzahlen lag weiß ich nicht war aber eine meiner lieblingsserien. und wenn man etwas böse ist, ist lady bedfort ein miss marple ableger die ja auch sehr erfolgreich war/ist. mit holmes sind es mir mitlerweile zuviele serien. ich denke da nur an galaktischen fälle :d. ich persöhnlich wäre dafür was neues zu schaffen und nicht immer nur die namen herzunehmen
-
Dass Christies Erben die Rechte nicht verschenken, ist nachvollziehbar. Dass es keine kommerzielle Adaption gibt, hat mit der maladen Auswertungssituation (sprich: Streamingrecoupment) zu tun, die ein Investieren in bekannte, aber geschützte Stoffe (zu) riskant erscheinen lässt.
Wobei Audible demnächst ein Agatha Christie Hörspiel bringt…
Das geheimnisvolle Verbrechen in StylesSchau dir dieses Hörbuch auf Audible.de an. Eine Audible Original Hörspiel-Adaption von Agatha Christies Debütroman „Das geheimnisvolle Verbrechen in Styles“…www.audible.de -
Das ist doch mal erfreulich.
-
Wobei Audible demnächst ein Agatha Christie Hörspiel bringt…
Danke für die News. Das ist sehr erfreulich. Weiß nur noch nicht, ob ich mich über Rufus Beck in der Rolle freuen soll.
-
Was wäre denn an Rufus Beck auszusetzen?
-
Was wäre denn an Rufus Beck auszusetzen?
Ich bin schlichtweg gespannt, ob er als Hercules Poirot passt. Er ist ja ohne Frage ein toller Sprecher, aber wie ein Poirot klingt er nicht.
-
Passt vielleicht nicht ganz in den Thread, aber ist er beste den ich finden konnte. Agatha Christie verstarb am 12. Januar 1976. Zu ihrem 50. Todestag sind mir zwar noch keine Ankündigungen von neuen Hörspielen bekannt (dauert wohl noch 20 Jahre), aber manche Sendeanstalten haben es zum Anlass genommen einige ältere Produktionen wieder hervorzuholen.
Die Reihe "Kein Mucks" startete am 8. Januar in die siebte Staffel, und brachte zum Einstieg die Folge "Die Stimme aus dem Grab" vom SDR aus 1961. Laut Seite des SWR sind für den 22. und 27. außerdem die Hörspiele "Der verräterische Garten" und "Der Traum", beide von 2006, geplant.
Ebenso wurde kürzlich in die Audiothek eine Playliste mit verschiedenen Lesungen gestellt (leider nicht zum downloaden - zumindest nicht offiziell). Die Zusammenstellung ist dabei durchaus abwechslungsreich. Die Auswahl stammt nicht nur von verschiedenen Sendern, sondern deckt von 1965 bis 2009 und Laufzeiten zwischen 14 und 44 Minuten.
Auch das schweizer Radio zog nach, und veröffentlichte das Hörspiel "Fuchsjagd" aus dem Jahr 1958. Wahlweise entweder einzeln, oder Kommentiert im Zuge des SRF-Krimi-Podcasts
Schon seit längerem ist außerdem "Der Unfall" aus dem Jahr 1983 online.
Wo wir gerade beim SRF sind, muss ich meine Aussage von Zubeginn doch revidieren - zumindest zum Teil. Letzten Dezember veröffentlichten sie mit der vierteilige Hörbuchreihe "Neue Fälle für Miss Marple" tatsächlich eine Neuproduktion. Wie der Name jedoch schon andeutet handelt es sich hierbei um keine Originale von Christie, sondern um neuere Geschichten die von anderen Autoren geschrieben wurden.
-
Participate now!
Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!