Warum schaffen es Hörspiele für Erwachsene nicht, in den Mainstream vorzudringen, während Hörbücher so beliebt sind?

  • Lenny: Wir habe dir das schon so oft gesagt hier im Forum, aber du willst es einfach nicht einsehen.... #wirr1#

    Hat er dadurch weniger Recht?

    Davon mal ab frage ich mich, ob das einfach nur wieder die übliche "Ihr macht ja alle keine Werbung"-Diskussion wird und was das noch mit dem Ausgangsthema zu tun hat. Dazu kommt noch, dass ich mich bei dem Titel einfach nur frage: HÄ?

  • Gut ausgedrückt. Das stimmt größtenteils bei mir und das gebe ich zu. Ausnahme bisher war: John Sinclair vor 14 Jahren. Die Inszenierung war damals was ganz neues, bzw. hat ein anderes Gefühl geweckt, wie ich es von den Tonstudio Braun Sinclairs kannte. Aber ansonsten stimmt das mit dem Gefühl.

    Da ist endlich mal einer, der Ehrlich mit sich selbst ist! :) Wobei Sinclair ja schon eine bekannte Marke der Kassettenkinderzeit ist und man ihr deshalb, (weil man Sinclair ja schon kennt) wieder eine Chance gibt.

    Weil es zu wenig anspruchsvolle Hörspielkost gibt, wie oft behauptet oder weil eben solche Blockbuster wie Dan Brown oder Harry Potter, die zwar sehr interessant und charismatisch, aber sicher nicht anspruchsvoller sind als viele Hörspielserien sind, einfach nicht vorhanden sind????

    Ich denke weil die Hörbuch Hörer wiederum Gefangene ihres "Tellers" sind und nicht über den Tellerrand hinaus schauen. Das ist etwas mit dem fast alle Menschen zu kämpfen haben. Zumindest in Deutschland. Wir klammern uns häufig an das Altbekannte und haben Probleme damit etwas neues aus zu probieren oder es zuzulassen. Wir haben Angst vor dem Unbekannten dem Neuen. Schau doch mal mit welchen Vorurteilen Videospiele und deren Fans immer wieder zu kämpfen haben: "Alles drecks Killerspiele, sollte man verbieten!!!" "Videospieler hocken den ganzen Tag am PC oder an der Playstation, essen nichts und waschen sich nie, die stinken!!!"

    Zurück zum Thema Hörbuch / Hörspiel. Ich bin wie gesagt der Meinung das Hörbuchhörer wiederum nicht über den Tellerrand gucken (wollen.) Sie empfinden das Hörbuch Hören als sehr angenehm. Warum sollte man also etwas anderes ausprobieren, wenn das Hörbuch doch gefällt?! Kann ja sein, dass die neue Erfahrung eine Enttäuschung ist. Oder man ist so voreingenommen, dass man sich beim Probieren schon einredet, Hörspiel doof, Hörbuch besser!

    Dann wäre da auch immer noch das Vorurteil "Hörspiel ist Kinderkram, Hörbuch ist für Erwachsene" oder das gern genommene Vorurteil der Hörspiel-Hörer: "Hörbuch ist doch was für Lesefaule!!!" Diese gesamten Vorurteile finde ich ALLE quatsch!

  • Aber Lenny hast Du nicht den Eindruck, dass Deine Thesen über die weniger experimentierfreudigen Hörspielfans, die in der Kassettenkinderzeit steckengeblieben sind und damit den Hörspielmarkt schädigen nicht auch ein Vorurteil, wie die in Deinem letzten Beitrag angeprangerten Vorurteile, sind #gruebel# Und wenn Hörbuchhörer auch nicht über den Tellerrand gucken, warum hat dann das Hörbuch nach Meinung von Dr.Armitage eine große Masse an Erwachsenen erreicht? Was hat das Hörbuch dass das Hörspiel nicht hat?

  • Ich bin ein Fan von beiden Formen. Von Hörbüchern und Hörspielen.

    Das Hörbücher betrachte ich als Buch, dass, wenn ich es aus welchen Gründen auch immer nicht selbst lesen kann, mir vorlesen lasse (Auto-/Bahnfahrt, ...). Dabei möchte ich den Inhalt so konsumieren, wie der Autor es vorgibt.

    Das Hörspiel ist für mich ein Filmersatz. Da können die Hörspielmacher entweder selbst etwas kreieren oder aus einer bekannten Vorlage (Buch, Film, ...) ein Hörspiel machen.

    Bei beiden Formen muss mich der Inhalt natürlich ansprechen.

    Wenn ich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Hörspielen frage, sind 95% der Antworten (Achtung! Überraschung!): Die drei Fragezeichen und John Sinclair. :pinch:  
    Da werden die Augen groß, wenn man über Serien wie Caine, MindNapping, Mord in Serie, Dorian Hunter, ... siniert.

    Es ist jedoch aus eigener Erfahrung sehr schwer (bis unmöglich), erwachsene Menschen, die bis dato noch kein Hörspiel gehört haben dazu zu bewegen, dies in Zukunft mal zu tun. Bei Hörbüchern sieht das wirklich anders aus. Da konnte ich selbst meine Mutter von begeistern.

  • Wenn ich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Hörspielen frage, sind 95% der Antworten (Achtung! Überraschung!): Die drei Fragezeichen und John Sinclair. :pinch:  
    Da werden die Augen groß, wenn man über Serien wie Caine, MindNapping, Mord in Serie, Dorian Hunter, ... siniert.

    Dann bleib bitte am Ball, anders geht es nicht. Gut, Caine ist durch, aber trotzdem, man muss den Leuten dort draußen sagen, dass es auch Unterhaltung für Erwachsene gibt. Ja, man könnte ja Werbung machen, schon klar, ist bekannt. Aber das muss man nicht jemandem sagen, der nicht weiß wie es in ein paar Monaten weitergehen soll, wenn mal die Aufträge ausbleiben.

  • Hallo, ihr Lieben!

    Ich glaube, dass ein Hörbuch - vielleicht noch dazu von einem Lieblingssprecher gelesen - viel schneller die beliebte Art erzeugt als ein Hörspiel. Denn beim Hörbuch ist immer vieles gleich, egal, welcher Autor oder welches Genre es ist. Es wird ja nur vorgelesen und die Hauptarbeit kommt immer noch aus dem eigenen Kopf und der Fantasie. Beim HörSPIEL gibt man hingegen schon viel mehr Fantasiekontrolle ab und begibt sich fast ganz in die Hände der Erzählung. Da muss schon viel mehr sehr gut gemacht sein, damit ein Hörspiel einen genauso schnell und gut gefangen nimmt, wie ein anderes.

    Spannendes Thema, spannende Meinungen :)

    Viele Grüße,
    Dennis

  • Da muss schon viel mehr sehr gut gemacht sein, damit ein Hörspiel einen genauso schnell und gut gefangen nimmt, wie ein anderes.

    Korrekt zu 100%! Denn das haben nicht alle Produzenten drauf, daß das Zusammenspiel aller Faktoren innerhalb eines Hörspiels einen Hörer regelrecht mitreißen kann.
    Entweder ist die Story innovativ, aber die Sprecher haben noch keinen (guten) Ruf. Oder die Story hinkt ganz gewaltig, aber die Inszenierung ist Hammer. Oder Story und Sprecher sind spitze, aber die Geräusche und Musik völlig isoliert und Fehl am Platze. Oder die Lizenz, Story, Sprecher, Musik, Geräusche sind geil, aber der Erzähler ist ohne Emotion....

    Man könnte dutzende Kombinationen nennen, warum manche Hörspiele funktionieren und andere nicht. Noch nicht mal die guten Mischung machts, denn viele Hörspiele sind am Markt gefloppt.
    Es ist einfach heutzutage unberechenbar für ein Label, ob und daß ein Erwachsenen-Hörspiel in den Mainstream vordringt, aber die andere Produktion aus selbem Hause gnadenlos nach 3 Folgen floppt.
    Es gibt beim besten Willen noch nicht mal das berühmte Geheimrezept.

    "Auf Wiedersehen, aber es eilt nicht." (Rainer Brandt)

  • Hallo, ihr Lieben!

    Ich glaube, dass ein Hörbuch - vielleicht noch dazu von einem Lieblingssprecher gelesen - viel schneller die beliebte Art erzeugt als ein Hörspiel. Denn beim Hörbuch ist immer vieles gleich, egal, welcher Autor oder welches Genre es ist. Es wird ja nur vorgelesen und die Hauptarbeit kommt immer noch aus dem eigenen Kopf und der Fantasie. Beim HörSPIEL gibt man hingegen schon viel mehr Fantasiekontrolle ab und begibt sich fast ganz in die Hände der Erzählung. Da muss schon viel mehr sehr gut gemacht sein, damit ein Hörspiel einen genauso schnell und gut gefangen nimmt, wie ein anderes.


    +1

    Die Hauptentscheidung bei einer Lesung ist der Sprecher. Wenn der seine Arbeit gut macht, und das Buch was taugt, dann kann es nur noch Regie/Tontechnik bei schlechtem Schnitt verhauen. Die Zahl der Fußangeln ist einfach kleiner.

  • Ist diese Mutmaßung heute eigentlich noch aktuell? Haben Streaming und Podcasts mitgeholfen in den Mainstream einzudringen?

    Und können Blockbuster und Marken wie Harry Potter helfen, das Hörspiel noch bekannter und salonfähiger zu machen? Oder kommt bei Harry Potter wieder das Klischee zu tragen Hörspiele sind nur was für Kinder aber nicht für den Mainstream der Erwachsenen?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich glaube schon, dass auch dass erwachsene Hörspiel mittlerweile im Mainstream angekommen ist. Dazu hat natürlich auch der Stream beigetragen. Hier wurde schon öfter mal geschrieben, dass man dank Stream wieder Zugang zum Hörspiel gefunden hat, was der Datenträger anscheinend lange Jahre nicht geschafft hat. Audible, Podcasts und auch die ARD Audiothek haben sicherlich ebenfalls groß dazu beigetragen.

    Also ich sehe Harry Potter übrigens keineswegs als klassisches Kinderhörspiel an, die Geschichte hat dafür einfach zu viele Erwachsene in ihren Bann gezogen.

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