Was macht ein gutes Gruselhörspiel aus?

  • Was macht ein gutes Gruselhörspiel aus?
    Eine ganz gute Frage!

    Es muß in der Geschichte etwas bedrohliches, unheimliches passieren, dass ich als Hörer nicht kenne, oder mir selber Unbehagen bereitet.

    Und die Geschichte muß irgendwie authentisch wirken. Vampire, Zombies oder Werwölfe sind für mich nicht gruslig.
    Für mich wäre ein Szenario unter Wasser sehr unheimlich. Man kann nicht an die Oberfläche, ganz tief unten kommt etwas größeres, unbekanntes auf die Protagonisten zu...

    Und das Böse muß für mich nicht immer erklärt werden. Es kann was unbekanntes sein, was nicht schon 100 mal in Gruselgeschichten da war...

    The Jokes on you!

  • Im Laufe der letzten 15 Jahre ging der Trend im kommerziellen Bereich beim Gruselhörspiel ja Richtung: Mehr Action - Weniger Grusel. Das hatte einige Hörer gestört, aber scheinbar sind diese Produktionen so erfolgreich, dass sie sich auf dem Markt nachhaltig halten konnten und können. Natürlich gab es auch Ausnahmen, das waren aber häufig Einzelhörspiele (z. B. Das Lufer-Haus, Pavor, diverse Gruselkabinette, Greul)

  • Ich lege viel Wert auf komplexe Charaktere und kluge Dialoge. Bin ganz klar geprägt durch meine zwei Lieblingsfernsehserien: Game of Thrones und The Wire.
    Action sollte sehr dosiert eingesetzt werden, wenn es nötig ist. Hörspiele mit zu viel Action lehne ich ab. Vielleicht fehlt mir dann die nötige Vorstellungskraft, aber für mich sind Actionszenen in Hörspielen meistens kaum mehr als einfach Lärm, ohne, dass sich die Story dadurch irgendwie weiter entwickelt. Autoren setzen Action mMn vor allem dann ein, wenn ihnen die Ideen für gute Geschichten/Dialoge ausgehen. Und dann nervt es mich schnell.
    Mein Lieblingshörspiel der letzten Zeit war Greul. Da ist der Actionanteil gottseidank vergleichsweise gering.

  • Action und Grusel ist für mich fast ein Widerspruch, oder? Grusel erzeugt man eher durch Stille und durch wohl dosierten Einsatz bestimmter Geräusche für mich.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Action und Grusel ist für mich fast ein Widerspruch, oder? Grusel erzeugt man eher durch Stille und durch wohl dosierten Einsatz bestimmter Geräusche für mich.

    Jau Markus G. denke hier sind wir uns sehr eing was JS E.2000 betrifft und die ebend für mich keine Grusel sondern viel mehr Action/Horror/Comedy Serie ist ;-).

    Skidrow. Ich könnte jedes deiner Wörter blind unterschreiben. Genaue was den Autoren und Mangel an Ideen betrifft.

  • Heute beim Hören der beiden im Stream erschienen Gruselhörspiele, die durchaus zu Recht den Namen „Grusel“ tragen dürfen, mich aber vom Thema nicht vollends überzeugen konnte, merke ich wie sehr ich mich nach einfachen Storys wie ein einsamer Wald, ein abgelegenes Haus oder eine Ausgrabung in der Wüste sehne. Möglichst einfach gehalten, möglichst ein überschaubarer Cast, möglichst viel Atmosphäre. Mir sind viele der heutigen Gruselhörspiele zu speziell. Wie geht es Euch? Was machen für Euch sehr gute Gruselhörspiele aus?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Geht mir absolut genauso! Deine aufgezählten Punkte, zusammen mit einem düsteren und atmosphärisch dichten Soundtrack.

    Als super Gruselhörspiel empfand ich für mich übrigens zuletzt das Hörspiel „Horror Tales 2 Butcher Street“.

  • Absolut! Das war wirklich sehr gelungen ohne dass man es zu verkompliziert hat.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Heute beim Hören der beiden im Stream erschienen Gruselhörspiele, die durchaus zu Recht den Namen „Grusel“ tragen dürfen, mich aber vom Thema nicht vollends überzeugen konnte, merke ich wie sehr ich mich nach einfachen Storys wie ein einsamer Wald, ein abgelegenes Haus oder eine Ausgrabung in der Wüste sehne. Möglichst einfach gehalten, möglichst ein überschaubarer Cast, möglichst viel Atmosphäre. Mir sind viele der heutigen Gruselhörspiele zu speziell. Wie geht es Euch? Was machen für Euch sehr gute Gruselhörspiele aus?

    Huhu, Markus!

    Ich denke, du spielst hier auch auf MONKTONS GRUFT an, das heute erschienen ist?!

    Falls ja - erwartest du ernsthaft von einem der größten viktorianischen Schriftsteller - Wilkie Collins - eine platte, simple Handlung?

    "Mad Monkton" ist zurecht einer der großen Grusel-Klassiker schlechthin. ;)

    Oder habe ich dich und den Vergleich missverstanden?


    Eins und eins ist zwei - von London bis Shanghai!

  • Ich habe Monktons Gruft noch nicht gehört, fand aber einige der bisherigen Folgen auch recht fad, angefangen bei der Inszenierung.

    Dass es eine Adaption eines viktorianischen Klassikers ist, wie soll man darauf kommen? Es wird immer ein großes Geheimnis darum gemacht bei dem Label, wer Autor*in ist und ob es eine Adaption ist. Da muss man sich nicht wundern, wenn Hörer nicht lange im Netz rausfinden wollen, wie vielleicht die Originalautoren heißen und wie vielleicht das Original heißt. Ob sich ein Reinhören lohnt, entscheide ich tatsächlich mittlerweile oft danach, wer's geschrieben hat und ob es nicht vielleicht eine Adaption von was ist, was ich schon unter anderem Namen gehört habe.

  • Jein, ich wünsche mir für mich einfach öfters wieder etwas einfachere Stoffe, die gezielt auf Atmosphäre setzen. Viktorianische Schriftsteller sind in der Regel ja schon verstorben, sie haben passend zu ihrer Zeit geschrieben und sind deshalb auch wunderbare Zeitzeugen. Ich kann also von ihnen gar nicht verlangen dass sie „anders“ schreiben. Ich mag Gruselkabinett & Schwarze Serie, mir ging es diesmal zu sehr ins Drama, aber dass ist persönlicher Geschmack. Ganz allgemein habe ich losgelöst von Schauerromantik-Literatur den Eindruck, dass man heute zu oft alles verkompliziert und konstruiert um Geschichten zu basteln. Dabei geht aber für mein Dafürhalten manchmal das Subtile, die Atmosphäre und im Speziellen das Gruselige verloren. Ein einsames Haus, ein pfeifender Wind, Schritte im knisternden Schnee, dass alles kann Gänsehaut wunderbar vermitteln ohne dass man rundherum eine komplizierte Handlung aufbaut. Ich mag auch Konstruiertes, nicht umsonst bin ich ein Fitzek-Fan, aber ab und an möchte ich gerne auch mal was einfach atmosphärisches Hören. Gerade in meinem Lieblingsgenre Grusel. Das bleibt oftmals auf der Strecke. Wahrscheinlich gibt es einfach viel zu wenig Romane, die dies bieten können. Schade ist es allemal.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Gibt es hier von anderen noch Meinungen? Was sind DIE Ingredienzien für ein perfektes Gruselhörspiel?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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