Was macht ein gutes Gruselhörspiel aus?

  • Nein, das geht auch sehr gut ohne. Die Suggestion reicht völlig aus, es muss gar kein Viech aus der Ecke kommen; siehe z.B. "Lufer Haus".

    Das habe ich auch vor kurzem gehört und habe mich echt teilweise richtig gegruselt. Zwischenzeitlich gab es da extrem lange Pausen in denen einfach nur Nacht herrschte und die Nerven waren zum zerreissen gespannt, was denn jetzt wohl gleich passieren mag... #daumenhoch#

    ___________________________________________________________

    Wer "nicht in die Welt passt", der ist immer schon nahe dran, sich selber zu finden
    [Hermann Hesse / Werk Demian]

  • Das Lufer-Haus ist für mich der Genre-Primus!!!! Aber das Lufer-Haus ist auch ein Vertreter der Gruselhörspiele bei denen es um übernatürliche Phänomene handelt. Spürt ihr Gruselstimmung auch wenn diese wegfallen?

  • Muss ein Gruselhörspiel eurer Meinung nach immer übernatürliche Gegebenheiten aufweisen, oder kann man sich auch ohne Vampire, Werwölfe und Geister "gruseln"?


    Wenn man sich so Threads wie : Was sind eure Gruselempfehlungen, bei welchen HSP gruselts euch, etc......, anschaut, dann sieht man ja, dass es nicht nur übernatürlich sein muß.

    viele ältere DDF Folgen sind gruselig/unheimlich , Krimis mit und ohne Mystery Einschlag , etc. , .....

    allerdings sind es "normale" HSP, die halt gruseln / gruseln können ....... ein wahres/ausgezeichnetes Grusel-HSP sollte aber schon sein Genre erfüllen und natürlich übernatürlich, etc. sein, weil man es sonst anders nenne sollte - schließlich gibt es Genres + Genre-mixe ..... (ein Flugzeug ist auch kein U-Boot, obwohl man mit beiden untergehen kann) ;)

    . #

    Die einen kennen mich #winkewinke# - die anderen können mich#pokuss#

    " Ersteller des 1. Beitrages 2010,11+12 "

  • Das Lufer-Haus ist für mich der Genre-Primus!!!! Aber das Lufer-Haus ist auch ein Vertreter der Gruselhörspiele bei denen es um übernatürliche Phänomene handelt. Spürt ihr Gruselstimmung auch wenn diese wegfallen?

    Pavor habe ich gekauft aber noch nicht gehört...

    Gruselstimmung wenn übernatürliche Phänomene wegfallen ? Dazu bräuchte ich mal ein Beispiel. Mir würden da dann nämlich nur gute Thriller einfallen, die dann zwar extrem spannend sind aber nicht gruselig. Auch wenn man umgangssprachlich eher sagen würde "mich gruselt's".
    Das Hörspiel Alfred Hitchcock - Psycho, Ann Cleeves - Die Nacht der Raben oder die Edgar Allan Poe Hörspiele sind dafür gute Beispiele, sowie einige gute Hörbücher...

    ___________________________________________________________

    Wer "nicht in die Welt passt", der ist immer schon nahe dran, sich selber zu finden
    [Hermann Hesse / Werk Demian]

  • Pavor habe ich gekauft aber noch nicht gehört...

    Pavor gehört zu den Hörspielen , die ich auch gern "noch nicht gehört" hätte ;

    nicht weil es schlecht war , im Gegenteil :

    -sondern um sie noch mal "neu" zu hören !!!

    Reiht sich ein in die Liga derer , bei denen man traurig ist , wenn zu Ende ist ! (Allein die ersten zwei Minuten ; Gänsehaut , besonders wenn in 5.1 gehört )

    Display Spoiler

    Alexxxxaaaannnnndeeeeer !!!

    Si tacuisses, philosophus manisses

  • Genau wie guter Sex, spielt sich guter Grusel auch im Kopf ab und suggestiver Grusel und packende Stimmung macht Grusel fuer mich aus. Reihenweise Daemonen, Werwoelfe, Vampire, oder andere Gegner mit einem Kreuz zu vernichten ist fuer mich kein Grusel sondern Aktion ohne Hoehepunkt.

    Die meisten Gruselserien, kommen weitesgehend ohne Grusel aus, sondern beschraenken sich auf Geisterjaegeraspekte. Grusel spielt mit der Erwartungshaltung, mit der Stimmung, mit der Angst.

    Einige sehr gute Gruselhoerspiele: U666 Folge 1 und 2, Klirrende Kaelte (Folge 1 aus der Hoergespinste Reihe), die gesamte Neon Gruselserie, Larry Brent - Die Angst erwacht im Todesschloss, Die ??? - Das Gespensterschloss.

  • Quote

    viele ältere DDF Folgen sind gruselig/unheimlich , Krimis mit und ohne Mystery Einschlag , etc. , .....

    Stimmt schon, aber die alten DDF Folgen geben ja erstmal vor, dass die Jungs es mit übernatürlichen Phänomenen zu tun haben. Bis Justus das aufklärt ;)

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen. ( Heinrich Heine)

  • Genau wie guter Sex, spielt sich guter Grusel auch im Kopf ab und suggestiver Grusel und packende Stimmung macht Grusel fuer mich aus. Reihenweise Daemonen, Werwoelfe, Vampire, oder andere Gegner mit einem Kreuz zu vernichten ist fuer mich kein Grusel sondern Aktion ohne Hoehepunkt.


    Haha, geil gesagt!! #lach2#

    Was leitet sich daraus ab? Dass John Sinclair die Pornos unter den Grusel-HSP sind? :D

  • Stimmt schon, aber die alten DDF Folgen geben ja erstmal vor, dass die Jungs es mit übernatürlichen Phänomenen zu tun haben. Bis Justus das aufklärt ;)

    Ach nee, es geht sich aber doch darum was sich gruselt/unheimelt - nicht was sich wie aufklärt ;)

    . #

    Die einen kennen mich #winkewinke# - die anderen können mich#pokuss#

    " Ersteller des 1. Beitrages 2010,11+12 "

  • Da hast du natürlich recht, Nexus. :D

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen. ( Heinrich Heine)

  • Aus gegebenen Anlass, SciFi-Watchmann schrieb

    Quote

    Es ist nur einfach so, dass ich Gruselserien gegenüber sehr kritisch bin, weil es meiner meiner Ansicht nach nur wenige gute gibt. Bei den meisten Produktionen grusele ich mich nämlich nicht. Und das sollten die Produktionen ja eigentlich schaffen.

    hole ich diesen thread mal wieder hervor. Kann man das Genre Grusel-Hörspiel darauf reduzieren ob man sich gruselt? Können sich erwachsene und rational denkende Menschen überhaupt gruseln und was im speziellen heißt "gruseln" für euch überhaupt?

  • hole ich diesen thread mal wieder hervor. Kann man das Genre Grusel-Hörspiel darauf reduzieren ob man sich gruselt? Können sich erwachsene und rational denkende Menschen überhaupt gruseln und was im speziellen heißt "gruseln" für euch überhaupt?

    Ich bezeichne gruseln als Angst haben. Angst habe ich überhaupt nicht gerne, deshalb mag ich solche Hörspiele auch nicht ganz so gerne 8|

  • Klar, ich kann mich immer noch beim Hören ordnetlich gruseln- auch wenn ich das jetzt schon seit gut 32 Jahren tue.... (Mein allererstes gehörtes Gruselhörspiel war "Nessie, das Ungeheuer von Loch Ness" als LP.) :D ... Das bereits genannte "Lufer Haus" ist so ein Beispiel.... Ich habe da auch so 1-2 andere Gedanken dazu, aber man will ja nicht alles aus seinem "Skriptautoren-Nähkästchen" ausplaudern... :evil:

  • Schade ;) Aber vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Möglichkeit, dass Du uns ein klein wenig Teil haben lässt. Eventuell einmal bei einem Hörspiel Hören und gleichzeitigen Chat?! Mir würde da ein Hörspiel von Hystereo einfallen... Vielleicht kennst Du es :D

  • Für mein Befinden ist es UNMÖGLICH sich bei Sinclair, Brent und Co. zu gruseln. Das ist formal oft schon verbaut durch die Machart (Stil der Dialoge; Sounddesign, Erzähleranteil (bringt ein ganz künstliches Element hinein, was mir jedes natürliche Angstgefühl nimmt)). Dann aber natürlich auch inhaltlich. Wer gruselt sich bei Dämonenjägern und Co.? Mit Gruseln ist hier nicht Spannung oder Mitfiebern mit den Charakteren gemeint. Die Hauptfiguren sterben ja eh nie, das fällt ja auch oft weg. Bei den Döring-Sinclairs hat es tatsächlich Folgen gegeben, wo ich mit den Akteuren der üblichen "Nebencharaktere werden vom Monster verfolgt, nachdem sie verlassenes Haus/ Ort/ Wald/ etc. betreten"- Intros (ich finde das so stinkelangweilig mittlerweile, dass ich es fast schon als ärgerlich erachte) mitgefiebert habe, ob sie denn der Situation entfliehen können oder nicht. Bei R&B zb, egal wo man hinschaut, ist das nur Kanonenfutter.

    Na wie gesagt, das ist für mich kein Gruseln. Gruseln heißt für mich nicht die wohlige Angst, quasi mit imaginärem Popcorn in der Hand, sondern tatsächlich Angst (ja vielleicht jetzt nicht grade das höchste Niveau, aber eben doch fühlbar), ein eigentlich negativ besetztes Empfinden. Das wo man früher dann Albträume bekam des Nächstens oder wo die Zimmertür dann ganz besonders vorsichtig aufmachte, wenn man irgendeinen "schlimmen" Film gesehen hatte. Als Erwachsener ist das sicherlich schwieriger zu erreichen, aber immer noch machbar. Bei mir funktioniert es auch besser im Bereich Film, sicherlich auch teilweise den formalen Erwägungen (siehe oben) geschuldet. Bei "Rec", den ich damals relativ unvorbelastet im Kino gesehen habe, hatte ich echt Schiss. Also ich habe mich eigentlich partiell schlecht gefühlt, wobei man natürlich trotzdem noch das Sicherheitsgefühl hat, dass das ja alles nur Fiktion ist. Aber dieses ist doch in den Hintergrund gedrängt.

    Dass das ein Hörspiel schafft, dazu muss es erstmal eine erwachsene Thematik und eine ebensolche Machart haben. "Open the Door" und "Das Haus am See" (Mitschnitt 1) haben das damals geschafft. Da können sich die ganzen Serien noch so gerne als Gruselhörspiel bezeichnen, eigentlich ist das alles Etikettenschwindel und ich sollte mein Geld zurückverlangen. Oder die haben eine Definition von Grusel als ich.

  • Markus G. : Das ist doch ne gute Idee. :whistling:

    Was beim Gruseln natürlich hilft, ist ein Bezug zum Geschehen... wenn es gar zu übernatürlich wird und man sich durch fremde Welten und Dimensionen kämpfen muss, dann finde ich das vielleicht unterhaltsam, aber nicht gruselig... Je greifbarer ich mir die Charaktere und die Schauplätze vorstellen kann, desto wahrscheinlicher ist der Gruselfaktor bei mir- in Film UND Hörspiel... :)

  • Quote

    Für mein Befinden ist es UNMÖGLICH sich bei Sinclair, Brent und Co. zu gruseln. Das ist formal oft schon verbaut durch die Machart (Stil der Dialoge; Sounddesign, Erzähleranteil (bringt ein ganz künstliches Element hinein, was mir jedes natürliche Angstgefühl nimmt)). Dann aber natürlich auch inhaltlich. Wer gruselt sich bei Dämonenjägern und Co.? Mit Gruseln ist hier nicht Spannung oder Mitfiebern mit den Charakteren gemeint. Die Hauptfiguren sterben ja eh nie, das fällt ja auch oft weg. Bei den Döring-Sinclairs hat es tatsächlich Folgen gegeben, wo ich mit den Akteuren der üblichen "Nebencharaktere werden vom Monster verfolgt, nachdem sie verlassenes Haus/ Ort/ Wald/ etc. betreten"- Intros (ich finde das so stinkelangweilig mittlerweile, dass ich es fast schon als ärgerlich erachte) mitgefiebert habe, ob sie denn der Situation entfliehen können oder nicht. Bei R&B zb, egal wo man hinschaut, ist das nur Kanonenfutter.

    Zum Teil muss ich Dir recht geben. Trotzdem gibt es für mich einige Folgen von besagten Serien, die auf Grund der Geschichte und der darin auftretenden Personen sehr wohl in der Lage sind eine gespenstische und unheimliche Atmosphäre aufzubauen und man am Anfang nicht weiß wie sich die Geschichte entwickelt und wer am Ende überlebt oder nicht. Ein für mich gutes Beispiel ist die TSB Vertonung von Sinclairs Teufelsuhr. Es gibt aber auch Serien rund um Geisterjäger, wie Faith oder auch Christoph Schwarz wo wichtige "Helden" der Geschichten das Zeitliche segnen und man sich nicht immer sicher sein kann ob der Held auch wirklich überlebt. Dies hält auf alle Fälle die Spannung hoch. Aber ein Garant für Gänsehaut ist es für mich nicht.

    Quote

    Was beim Gruseln natürlich hilft, ist ein Bezug zum Geschehen... wenn es gar zu übernatürlich wird und man sich durch fremde Welten und Dimensionen kämpfen muss, dann finde ich das vielleicht unterhaltsam, aber nicht gruselig... Je greifbarer ich mir die Charaktere und die Schauplätze vorstellen kann, desto wahrscheinlicher ist der Gruselfaktor bei mir- in Film UND Hörspiel...

    Das kann ich sofort unterschreiben. Gerade realistische Settings sind eher in der Lage Gänsehaut zu erzeugen. Lufer-Haus ist hier sicher ein gutes Beispiel. Aber auch alle anderen Geschichten rund um ein Haus, in dem praktisch jeder von uns leben könnte, erhöht den Gruselfaktor für mich ungemein. Aber auch ein dunkler Wald, eine einsame Hütte oder eine einsame Insel. Allen gemeinsam ist wohl die Stille, die Atmosphäre, die Einsamkeit und das nicht gehäufte sondern vereinzelte Auftreten diverser Phänomene. Darum empfinde ich Gruselhörspiele, bei denen weniger Action und Effekte geboten werden, als unheimliche Ruhe und dichte Atmosphäre, als gruseliger. Aber auch hier ist natürlich die Gefahr gegeben dass man statt Grusel nur Langeweile bekommt. Ebenso wie bei Actionknallern mit lautem Horror-Getöse zwar keine Langeweile aufkommt, aber dafür auch keine unheimliche Ruhe und somit Gänsehaut erzeugt wird. Hier die richtige Mischung zu finden, ist nicht einfach.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!