Wie erreicht man am besten neue Hörer?

  • Ich glaube jeder Deutsche weiss um die Existenz des Hörspiels. Man muss niemanden erklären, dass Hörspiele existieren. Die Frage lautet eher: Wie sagt man denen, dass es Hörspiele gibt, die ihnen gefallen könnte. Man muss Überzeugungsarbeit leisten, damit Menschen erfahren, dass Hörspiele nicht nur aus Kindergeschichten bestehen, sondern auch Geschichten für Erwachsene akustisch liefern und dabei auch alle möglichen Genrevertreter mit im Boot sind. Daran krankt es. Wenn diese Hürde überwunden wäre und Menschen darüber Bescheid wüssten, dann müsste man sie dazu bringen diese Hörspiele zu testen um die Vorzüge von Hörspielen kennen zu lernen. Denn neben dem Vorurteil Hörspiele sind NUR für Kinder, gibt es ja noch das Vorurteil, dass man kein Hörspiel braucht, man konsumiert Lieber Filme, da kann man neben hören auch sehen. Es ist also ein weiter Weg um zum potentiellen Konsumenten zu kommen.

  • Nun ja, ich glaube dass eigentlich jeder weis weis was ein hörspiel ist und auch was es da gibt und wie man drab komnt.

    es gibt halt nur nicht so viele denen es gegällt, bzw die lieber Hörspiel hören statt Videos zu schauen oder andere Dinge in Ihrer Freizeit zu machen.

    Ist halt so wie Theater - kennt auch jeder und trotzem interessiert es kaum jemanden.

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

  • Quote

    Ich glaube jeder Deutsche weiss um die Existenz des Hörspiels

    Das ist schon richtig, Markus, aber jeder von uns hat es doch sicherlich schon im eigenen Bekanntenkreis erlebt, welche Hörspiele alle Leute kennen, richtig die Kinderschiene. Große Augen gibt es immer, wenn man von Hörspielen für Erwachsenen erzählt. So weiß ich, dass in meinem Bekanntenkreis kaum jemand weiß, dass es etwas wie Radiotatorte gibt. So als Beispiel. Und von kommerziellen Erwachsenenhörspielen wissen die schon gar nichts.

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    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen. ( Heinrich Heine)

  • Nur mal so aus Neugierde - wieviele deiner Bekannten denen du berichtet hast dass es auch Radiotatorte gibt - hören denn heute Hörspiele?

    Sorry aber ich bin überzeugt, dass die Hörspielklientel relativ klein ist, weil es heute halt viele andere Sachen gibt, mit denen man sich beschäftigen kann ud ein Hörspiel halt nur einen Sinn anspricht und nicht weil die anderen nur nicht wissen was sie verpassen.

    Höre ich mir ein Hörspiel an oder schaue ich einen Film, oder spiele ich ein Videospiel.

    Früher gab es wohl sogar im Radio sendungen und Hörspiele die dazu geführt haben, dass alle vor dem Radio saßen. Dann kam das TV und viele saßen dann nicht mehr vor dem Radio sondern eben vorm TV, dann kamen die Computer und Videospiele und nun hocken halt viele vor dem TV, gucken ein Video und surfen nebenher noch im Internet.
    Klar dass der Hörspielmarkt da schrumpft. Da könnte man sich auch wundern warum es immer weniger Leute gibt die mit Pferdekutschen durch die Lande reisen. Klar gibt es Kutschenliebhaber die machen das weiterhin, aber das sind halt - wie beim Hörspiel - Liebhaber - kein anderer verkauft deshalb sein Auto und steigt wieder auf Pferde um. Und daher wird auch keiner der Video/Computer/Internet Leute zurück zum Hörspiel gehen - außer vielleicht zu selten Anläßen. Wie es halt auch Leute gibt die eine Hochzeitskutsche wollen...

    Manchmal verstehe ich echt nicht, wieso andere Hörspielfans nicht erkennen, dass Hörspiele Nische sind und die Nische eher kleiner als größer wird - Siehe Pferdekutschenfahrer und Modeleinsenbahner :D

    mfg
    warbird

    Life is a journey not a destination.

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    Das ist schon richtig, Markus, aber jeder von uns hat es doch sicherlich schon im eigenen Bekanntenkreis erlebt, welche Hörspiele alle Leute kennen, richtig die Kinderschiene. Große Augen gibt es immer, wenn man von Hörspielen für Erwachsenen erzählt. So weiß ich, dass in meinem Bekanntenkreis kaum jemand weiß, dass es etwas wie Radiotatorte gibt. So als Beispiel. Und von kommerziellen Erwachsenenhörspielen wissen die schon gar nichts.

    @Guybrush: Wie schon oben geschrieben, sehe ich das ganz genau so

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    Man muss Überzeugungsarbeit leisten, damit Menschen erfahren, dass Hörspiele nicht nur aus Kindergeschichten bestehen, sondern auch Geschichten für Erwachsene akustisch liefern und dabei auch alle möglichen Genrevertreter mit im Boot sind. Daran krankt es.

    Aber damit alleine ist es, wie gesagt, noch nicht getan. Man muss die Menschen dann auch noch dazu bringen, dass sie diese Hörspiele auch antesten. Denn die Hürde "ich sehe mir Filme an, warum soll ich Geschichten "nur" hören" ist wohl fast genau so groß, wie die Hürde "Hörspiele sind nur für Kinder". Beide Hürden und die damit verbundenen Vorurteile zu überwinden, sind aktuell nicht zu schaffen. Dafür bräuchte es eine enge Zusammenarbeit aller Hörspielschaffender und groß angelegter Aktionen in allen zur Verfügung stellenden Medien in Verbindung mit einem Motto ("Heute schon "gehört"?), Bild oder Filmsequenz, die jedem ins Ohr und ins Auge "fällt", neugierig macht und im Gedächtnis hängen bleibt. Aber in Zeiten wie diesen, in denen die Hörspielbranche mehr eine Schlangengrube ist als eine Gemeinschaft, ist eine solche gemeinsame Aktion leider nicht möglich.

  • Um Leute dazu zu bringen wieder hörspiele zu hören muß man ihnen TV, Internet, Videospiele und alles andere Wegnehmen was es sonst noch so an moderner neu hinzugekommener Auswahl gibt - dann gehen die Leute wieder zum Hörspiel zurück. Sonst verbleibt da nur der KReis der Liebhaber.

    mfg
    warbird

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  • Gut, bei Listen des Grauens wie dieser Die HÖRSPIEL-CHARTS September 2015 sind online ... da muss man sich nicht wundern, wenn das Image eine Vollkatastrophe ist. Da kann es nur jedem recht sein, wenn er als Radiohörspielhörer wahrgenommen wird.

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • @warbird: Ja,sehe ich auch so #jaja# mit der Einschränkung "wenn man das Hörspiel nicht mehr in Erinnerung ruft". Es gab zum Beispiel schon vor 50 Jahren einen Roller. Aber mit einer Adaption hat dieser als "Scooter" plötzlich einen kolossalen Aufstieg erfahren. Und es gibt viele "alte" Dinge, die, nachdem man sie aufgepeppt und mit Werbemaßnahmen in Erinnerung gebracht hat, großen Aufschwung erlebt hat. Das Hörspiel ist Großartig und hat unendlich viele Vorzüge, aber fast niemand weiß es...

  • Der Weg zum Kunden ist, denke ich, ein anderer. Derzeit machen Streamingdienste damit Werbung, dass man Hörbücher und auch Hörspiele ebenfalls im Angebot hat. Aldi schiebt mit seiner Kooperation mit Napster auch noch auf den Markt. Hier kommen neue Kunden, aber nicht CD Käufer sondern reine Konsumenten und da geht der Weg eben hin. Webradio, Streamingdienste überall hören was man will statt Radio, statt CD Käufen, mit dem Tablett, mit Handy oder auf dem Fernseher. Käufe landen im Cloudspeicher und wenn man die Zahlen des Angebotes so liest, wie "34 Millionen Songs" fragt man sich, wer will sich die alle anhören können? So lange lebt man ja gar nicht. Selbst wenn man 100 Jahre lebt und ein Song durchschnittlich 3 Minuten dauert, schafft man es lediglich 17,5 Mio Songs zu hören. ;)

    Die Produktion muss anders verlaufen. Das Produkt, nämlich die Geschichte und nicht die Hülle oder der Datenträger ist das Kaufmedium, von einigen wenigen Haptikern mal abgesehen - es geht um Geschichten, um Musik und da spielt es keine Rolle mehr, ob ich es wirklich haben muss oder nur das recht erworben habe es zu hören. Der Markt hat sich gewandelt. Für einen kleinen monatlichen Betrag steht einem die Welt offen. Vielleicht bekommt man so nicht zu allem Zugang was man haben möchte, aber dafür zu vielem anderen attraktiven Inhalten.

  • Ich sehe ebenfalls ein großes Potential im Streaming. Sowohl für Labels, für Hörer als auch um neue Hörer zu gewinnen. Aber einfach nur die Hörspiele in einem Stream zu packen und dann zu hoffen, dass damit viele, viele neue Hörer gefunden und begeistert werden, damit ist es mMn noch lange nicht getan.

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    Hier kommen neue Kunden, aber nicht CD Käufer sondern reine Konsumenten und da geht der Weg eben hin. Webradio, Streamingdienste überall hören was man will statt Radio, statt CD Käufen, mit dem Tablett, mit Handy oder auf dem Fernseher. Käufe landen im Cloudspeicher und wenn man die Zahlen des Angebotes so liest, wie "34 Millionen Songs" fragt man sich, wer will sich die alle anhören können? So lange lebt man ja gar nicht. Selbst wenn man 100 Jahre lebt und ein Song durchschnittlich 3 Minuten dauert, schafft man es lediglich 17,5 Mio Songs zu hören.

    Gerade in dieser Masse sehe ich den Nachteil. Wer Musik hören will, wird kaum, weil ihm irgendwie ein Hörspiel über dem Weg läuft, plötzlich das Hörspiel testen. Im Gegenteil, er wird es, wegen den von uns klassischen Vorurteilen (für Kinder, man kann nichts sehen etc) links liegen lassen. Es braucht schon mehr als (fast) gratis Hörspiel hören zu können, um auch diese Hörspiele dann wirklich zu hören. Auch beim Streaming geht es darum die von mir beschriebenen 2 Hürden zu überwinden. Auf welchem Medium letztendlich gehört wird, ist zweitrangig, wenngleich der Trend aktuell sicher, wie von Dir beschrieben, weg vom Medium und besitzen hin zum reinem Konsum geht. Aber wie gesagt, alleine dort vertreten zu sein, bringt mMn keine Nicht-Hörspielhörer dazu Hörspiele zu hören. Dass wiederum bedeutet, dass wieder nur all diejenigen Hörspiele hören, die es bis jetzt auch schon getan haben.

  • <a href="https://www.hoerspieltalk.de/index.php/User/503-warbird/">@warbird</a>: Ja,sehe ich auch so <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/jaja.gif" alt="#jaja#" /> mit der Einschränkung &quot;wenn man das Hörspiel nicht mehr in Erinnerung ruft&quot;. Es gab zum Beispiel schon vor 50 Jahren einen Roller. Aber mit einer Adaption hat dieser als &quot;Scooter&quot; plötzlich einen kolossalen Aufstieg…


    Aber wahrscheinlich ist der Scooter aus Verkehrs- oder Freizeitspaßsicht ebenso ein Nischenprodukt wie das Hörspiel im Unterhaltungsbereich. Wird es immer geben, aber wird keine nennenswerten Kreise erreichen. In meinem Umfeld fährt jedenfalls kein Erwachsener einen Scooter.

  • Vielleicht ist der Scooter in Deutschland nicht so beliebt wie in Österreich. Dann war das ein falsches Beispiel oder zu stark auf Österreich bezogen. Bei uns fahren praktisch alle Kinder Scooter und sehr viele Erwachsene. Die Scooter-Anhängeplätze bei Schulen und Kindergarten nehmen gleich viel Platz oder sogar mehr Platz ein als für Fahrräder. Aber dass ist für die Diskussion letztendlich unerheblich. Es gibt viele Dinge, die früher beliebt waren und später dann durch einem bestimmten Impuls einen "Revival" erlebt haben. Und ich kann mir vorstellen, dass auch das Hörspiel, bei entsprechenden Begleitmaßnahmen, einen ebensolchen Aufschwung erleben könnte.

  • Also stehen wir wieder am Anfang der Frage. Selbst wenn es Hörspiele im Streaming-Angebot gibt muss man noch immer Aufmerksamkeit für die Geschichte erhaschen. Man muss es wohl so machen wie die Filmbranche und die Kunden mit Filmtrailern, Plakaten usw. sprich Werbung locken. Einen Hörtrailer oder eine Hörprobe bieten viele ja schon. Auch Podcasts können für Werbung sorgen. Der Weg Aufmerksamkeit zu erregen scheint die Visualisierung zu sein. Manche Labels machen Videos, z.B. von Making offs, beantworten Fragen per Video oder zeigen Interviews oder lassen sogar aufwendige kleine Filme produzieren.

    Als Beispiel mal Narbenhaut von Innovative Fiction:

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    Oder auch Audible macht das gerne:

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  • Ich hab mir gestern mal ein "Szenario" vorgestellt :

    Es gäbe die Möglichkeit Werbespotts für HSP zu machen - Audible macht es ja schon - so dass alle auch wirklich erfahren, das es mehr gibt als Bibi, Benni, TKKG und DDF ...
    Als zweites würde man HSP, die genremäßig als Filme/Serien und Bücher am besten ankommen, an einem Tag in ganz Deutschland an alle Kinobesucher verschenken.
    ( CD oder einen Gutscheincode für einen DL )

    Dann hätte man zwei Voraussetzungen geschaffen : "Jeder" weiß dass es sie gibt und "jeder" hat auch eins.
    Jetzt muß man "nur" noch die Leute dazu kriegen, die CD auch in den Player zu legen oder sich den DL zu holen und loszulegen.
    UND genau dieses "NUR" ist es was es mMn so schwierig macht !
    WIE motiviert man ? WIE kann man Ambitionen auslösen ? .....

    Dagegen stehen die ganzen Follower der Streams
    wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann sind es dort recht beachtliche Zahlen, die so manches Label auch gerne als CD oder DL Käufer hätten - dauerhaft.

    Es scheinen also genug Leute zu geben, die interessiert sind und gerne hören, aber nicht gerne dafür bezahlen.
    Gibt man aber "uninteressierten" etwas gratis, wird mE eher wenig dabei rauskommen.


    Große Frage: WIE löst man das "Problem/Phänomen" ??

    1400 km auf Sommerreifen .... , und das mitten im Winter

  • Es gäbe die Möglichkeit Werbespotts für HSP zu machen - Audible macht es ja schon


    Ich habe grad den Werbespot von Deezer gesehen, in dem auch Hörbücher und (Erwachsenen)HSP beworben werden.

    Also gibt es schon mal zwei Werbende ...

    Bleibe aber bei der Skepsis, dass "Uninteressierte" sich dem annehmen - Werbung ist halt doch nicht alles.
    DENN : zumindest mir geht es so, wenn mich was nicht interessiert, dann kann ich mit Werbung bombardiert werden,
    ich werde dadurch nicht auch unbedingt "haben wollen" ....

    Aber ein Versuch ist es immer wert. :)

    1400 km auf Sommerreifen .... , und das mitten im Winter

  • Hallo zusammen,

    ich bin neu hier im Forum und würde mich als genau die Zielgruppe betrachten, die ihr hier diskutiert. Vielleicht interessiert euch ja meine Sicht der Dinge :)

    Meine Erfahrung mit Hörspielen beschränkt sich auf die Kinderzeit (Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen, TKKG, Jan Tenner, ...), danach habe ich diese Unterhaltungsform völlig aus den Augen verloren. Wie ihr hier auch schon ausgeführt habt: TV, Videospiele oder Internet waren dann immer mehr im Fokus und auch jetzt bin ich vor allem leidenschaftlicher Seriengucker. Eine Folge XYZ ist auch jetzt noch meine Idealvorstellung von Entspannung und Unterhaltung nach Feierabend.

    Vor knapp einem Jahr habe ich aufgrund Diskussionen im Freundeskreis dann angefangen, Die drei ??? zu hören, da ich das als Kind/Jugendlicher nie gehört habe. (Warum, kann ich gar nicht sagen, offenbar gefiel mir das damals nicht, vielleicht war ich aber auch einfach im TKKG-Kosmos gefangen. ;)) Damit bin ich jetzt noch lange nicht durch, die Folgen machen mir aber wirklich Spaß. Ich muss aber auch zugeben, dass das für mich Einschlafhilfe ist und ich für eine Folge schon mal einige Tage bis Wochen brauche, da ich immer wieder von vorne anfange. Der bewusste Hörspielkonsum ist also nicht wirklich existent bei mir, das Interesse ist aber da.

    Parallel dazu höre ich auch seit einiger Zeit Podcasts. Da tue ich mir aber sehr schwer und finde nur wenige, die mir wirklich gefallen und mich fesseln. Oft schreckt mich das Amateurhafte ab, was nicht böse gemeint ist: Die Themen mögen interessant sein, die Moderatoren sind aber ja in der Regel keine ausgebildeten Sprecher und das strengt meist einfach nur an. Dazu kommt, dass ich mir zwar die Podcasts-Charts bei iTunes z.B. angucke, aber nicht wirklich etwas finde, was mir auch zusagt. Thematisch ja, aber dann kommt wieder das Problem mit den Stimmen. Was mich zuletzt wirklich überzeugt hat und wofür ich auch lange gebraucht habe, überhaupt reinzuhören, ist Serial.

    Mir ist allerdings - vielleicht im Gegensatz zur großen Allgemeinheit - bewusst, dass es da wesentlich mehr gibt als das, was ich aus Kinderzeiten kenne. Und dass es eben auch Hörspiele für Erwachsene gibt, und davon gar nicht so wenige. Mein Problem ist nur, die Perlen zu entdecken, die sich wirklich lohnen. Vermutlich reicht es aber schon, als Erstkontakt ein oder zwei tolle Hörspiele zu hören, die mich dann anfixen - dann habe ich auch die Lust, mich einzulesen, in Foren wie diesem hier zu stöbern und mehr Input zu finden, der mich unterhält. Und das idealerweise nicht im Bett sondern auch gerne mal als alleiniges Abendprogramm.

    Der erste Schritt ist bei mir jetzt aber, weiterhin Podcasts sowie hin und wieder ein Hörspiel via Streaming im Auto auf dem Weg zur Arbeit zu hören. Da ist es zwar auch "Berieselung", aber da höre ich doch schon bewusster als kurz vorm Einschlafen. Und damit wären wir bei euren letzten Posts: Streaminganbieter wie Spotify oder jetzt auch Aldi Life bzw. Napster - die ja das Hörbuchangebot explizit bewerben - erleichtern mir das natürlich, vieles auszuprobieren und auch schwächere oder gar schlechte Exemplare aus dieser Zunft billigend in Kauf zu nehmen. (Allerdings muss ich auch sagen, dass mich das Konzept Hörbuch nicht wirklich interessiert und bisher auch bei mir nicht funktioniert hat, zuletzt die Tage wieder ausprobiert.)

    Ich bin mir nicht sicher, ob meine Ausführungen neue Aspekte eröffnen, aber ich freue mich auf die weitere Diskussion. :)

    Edited once, last by visionary (September 25, 2015 at 4:33 PM).

  • Audible macht das fraglos sehr gut, aber gut, mit voller Hose ist leicht...

    Ansonsten will ich Euch ja nicht langweilen, aber man muss die Werbung punktgenau setzen. Das ist halt in den Streams, wobei da wiederum das Problem ist, dass ich die Premium-User nicht so gut erreiche.

    Ist aber nicht so, dass die Label das nicht wissen. Als Europa da alles mit "Fünf Freunde"-Werbung zugeknallt hat, sind sofort die Follower- und Abrufzahlen durch die Decke gegangen. Und paar Wochen später hat dann Kiddinx reingelangt. Aber es geht natürlich nicht nur mit Werbung, auch wenn man in den "offiziellen" Hörbuch- Hörspiel-Empfehlungsblog von Spoti/Napster/Deezer genannt wird, dann bringt das natürlich extrem viel. Die Werbefreiheit ist für mich auch der Punkt bei Premium, der mich eigentlich gar nicht interessiert, zumindest die Werbung für Hörspiele hätte ich schon gerne. Und den Hassknecht natürlich, den hab ich immer noch nicht gehört 8)

    Neue Hörer außerhalb der Streamingwelt halte ich für ausgeschlossen. Ein paar werden sicherlich vom Streamer zur Hardware-Sammler, aber die Zahlen werden da wohl eher vernachlässigbar bleiben.

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

  • Es gäbe die Möglichkeit Werbespotts für HSP zu machen - Audible macht es ja schon - so dass alle auch wirklich erfahren, das es mehr gibt als Bibi, Benni, TKKG und DDF ...
    Als zweites würde man HSP, die genremäßig als Filme/Serien und Bücher am besten ankommen, an einem Tag in ganz Deutschland an alle Kinobesucher verschenken.


    Die Idee ist gut, weil sie sich tatsächlich aus der 'Welt der Interessierten' herauswagt. Keine Ahnung, ob es finanzierbar wäre, aber Sinn machen solche Aktionen ja nur, wenn jenseits der 'Eh-Schon-Käufer' neue Kunden gewonnen werden können. Und das wäre hier auf jeden Fall gegeben.

    Zwei Ideen hätte ich noch zu bieten, von denen die erste allerdings nicht von Labeln selbst umgesetzt werden kann:

    1. Eines der interessantesten Medienphänomene war für mich immer 'Das literarische Quartett' im ZDF. Drei charismatische Kritiker und ein Gast diskutieren über Bücher, und das live im Fernsehen. Eigentlich eine komplett absurde Idee, denn nichts könnte gegensätzlicher sein als ein Buch zu lesen bzw. TV zu schauen. Das Ergebnis war aber, dass die Verkaufszahlen der besprochenen Bücher anschließend regelmäßg durch die Decke gingen. Ein ähnlicher Ansatz für Hörspiele könnte m. E. das Medium richtig voranbringen. Der Reiz bestünde gerade im Medienwechsel, ein solches Format also nicht im Radio, wo es wieder nur die üblichen Verdächtigen erreicht, sondern im Fernsehen zu senden.

    2. Im E-Reading-Bereich veranstalten manche Verlage immer mal wieder Leserunden. Diese funktionieren wie folgt: In einem Forum wird eine bestimmte Anzahl ebooks zur Verfügung gestellt (i. d. R. 20 bis 30 Exemplare). Die Foristen können sich dann für ein Gratisexemplar bewerben. Wer zu den Glücklichen gehört und ein Freiexemplar erhält verpflichtet sich im Gegenzug, eine Rezension bei mindestens einem der großen ebook-Verkäufer (z. B. Amazon, Thalia, ebook.de) zu schreiben. Das Ergebnis ist, dass innerhalb kürzester Zeit die Bücher viele Rezensionen haben, die zudem mehrheitlich wohlwollend sein werden. Die wenigsten verreißen schließlich ein Buch, das ihnen geschenkt wurde. Und Bücher, die kurz nach Erscheinen viele positive Kritiken haben, verkaufen sich wiederum besser. Warum sollte so etwas mit ein paar Gratis-Downloads nicht auch bei Hörspielen möglich sein? Die Verlage müssten allerdings damit leben, dass sie auch mal negative Kritiken erhalten. Und ausgehend von dem zum Teil doch recht mimosenhaften Verhalten mancher Label-Vertreter dürfte das hier und da zum Problem werden.

    Nicht jeder Verkannte ist ein Genie. (Walter Moers)

  • Ich denke bei allen Vorschlägen wird das Wesentliche unserer heutigen Medienwelt unbewusst übersehen...

    Genauer gesagt:

    Die gewünschte Zielgruppe (Nachwuchshörer: 14-25 Jahre) hat keine Zeit mehr sich 50-70 Minuten ruhig hinzusetzten um einer akustischen Geschichte zu lauschen. Selbst im Kino (und bei vielen Alltagssituationen) ist der ständige Austausch über Smartphone „ein nicht mehr wegzudenkender Prozess“. Der Drang nach ständigem Informationsfluss und der Angst vor dem „leeren Akku oder Netzausfall“ auch Maids (Mobile and Internet Dependency Syndrome) genannt, verbraucht zunehmend die größte Aufmerksamkeit.

    In der Schulwelt ist das Problem schon seit Jahren bekannt und selbst Verbote sind nicht von Erfolg gekrönt, sondern verursachen eher eine Trotzreaktion...negativeren somit, anstatt Einsicht zu erzeugen. Eingriff in die persönliche Entfaltung bzw. Entscheidungsfreiheit bringt es schon recht gut auf den Punkt…

    Außerdem…:
    Wir sollten aufhören uns mit denen zu Vergleichen, die wir vor bspw. 25 Jahren waren. Ein 16 jähriger von heute (betrachtet auf Weiterentwicklungen u.a. auch in der Technologie)hat eine „GANZ“ andere Sichtweise und ein „GANZ“ anderes Verständnis zu seiner Umwelt…als „WIR“ damals!

    Das folgende ist nur mein Gedankengut:
    Es ist „falsch“ Label dafür verantwortlich zu machen, das sie zu wenig für das Medium „Hörspiel“ werben.

    Es ist „falsch“ illegale Downloads für den ständigen Rücklauf der Abverkaufszahlen verantwortlich zu machen.

    Es ist „falsch“ das Label nicht auf moderne Medien setzen, jedoch sollte man dabei nicht die Wirtschaftlichkeit außer Acht lassen.

    Es ist „falsch“ den Hardcore-Fan noch mehr aufzuerlegen…denn irgendwann ist „das Maß auch voll!“

    @ Markus G.
    Roller sind in Deutschland auch seit Jahren ein Trend. Der Hauptgrund hierfür liegt aber in der Wirtschaftlichkeit. Keine Steuern, wenig Spritverbauch, geringe Anschaffungskosten. ;)

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